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Versorgungslücke - wie berechnen?

Joerg78
Mentor ★★★
3.364 Beiträge

In diesem Thread möchte ich mal fragen, wie ihr eure Versorgungslücke im Alter berechnet bzw. welche Annahmen ihr der Berechnung zugrunde legt.

Wir wissen ja, dass die gesetzliche Rente vermutlich zum Überleben reicht, aber nicht unbedingt zum Erhalt des eigenen Lebensstandards. Daher sorgen viele von uns mit ihrem Wertpapierdepot fürs Alter vor - entweder, um einen guten Lebensstandard auch im Rentenalter beibehalten zu können oder auch vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand zu gehen (oder auch Beides).

 

Um die Lücke zwischen dem, was von der gesetzlichen Rentenversicherung (und ggf. von privaten Rentenversicherungen oder Betriebsrenten) im Alter zu erwarten ist und dem, was man gerne hätte, muss man ja einige hypothetische Annahmen treffen.

Das sind u.a.:

- Steuersatz auf Renten

- Sozialversicherungssatz auf Renten (Betriebsrenten sind meist abzgl. einer Freigrenze voll SV-pflichtig!)

- voraussichtliches Endalter (=Sterbealter)

- Rentenerhöhungen

- erwartete Inflationsrate pA

- erwartete Depotperformance pA

- benötigtes Geld pro Monat (im Rentenalter)

 

Klingt alles einfacher, als gedacht, denn: Rechnet man zu optimistisch und die Depotperformance entwickelt sich nicht erwartungsgemäß wirds irgendwann eng - rechnet man zu pessimistisch (weil man vielleicht mit einem Sterbealter von 100 rechnet - was bzgl. Lebenserwartung zwar positiv sein kann, aber das durchschnittlich pro Monat entnehmbare Vermögen zu niedrig erscheinen lässt), erreicht man ggf. die auf dem Papier gesteckten Ziele nicht und schränkt sich bereits jetzt teilweise unnötig ein.

 

Wie geht ihr mit dieser Unsicherheit um?

 

Ich setze bei meinen Simulationen (die eh nur eine Näherungslösung sein kann) auf:

- Endalter von 95 (vermutlich zu hoch)

- durchschnittliche Depotperformance von 4% pA für den Aktienteil und 2% pA für den Anleiheteil (jeweils vor Steuern)

- Inflationsrate 2,5% (die haut bei den Simulationen übrigens so richtig kräftig rein!)

- gesetzliche Rentenerhöhungen auf 1% pA (sind aktuell höher, aber die Demographie arbeitet dagegen)

- Steuersatz 25% (nicht %-Punkte!) über dem aktuellen Steuersatz basierend auf der aktuell zu erwartenden Bruttorente

- 21,5% KV-Beitrag, 6% PV-Beitrag

 

Vermutlich ist das Ergebnis in Summe zu negativ (d.h. das aktuell monatlich entnehmbare Vermögen dürfte eigentlich höher sein als es die Simulation ergibt), aber kA, was in 10 oder 15 Jahren realistische Werte sind.

 

Und bitte bitte beachtet die Inflationsrate! Wenn ihr Stand heute pro Monat 1000€ entnehmen könnt, müsstet ihr (bei den von mir verwendeten 2,5% Inflationsrate) in ca. 28 Jahren bereits das doppelte entnehmen, um den Kaufkraftverlust ausgleichen zu können!

 

 

44 ANTWORTEN

Crazyalex
Legende
9.841 Beiträge

An sich ist das Thema "Versorgungslücke" hochgradig interessant - nicht nur vom finanziellen Standpunkt aus (den man hier zu Recht diskutiert), sondern auch vom soziologischen Standpunkt aus: man muss sich eines Problems (rechtzeitig) bewusst werden und dann auch sich die notwendigen Fertigkeiten aneignen, um dieses Problem zu lösen.

Das gilt sowohl auf der Mikroebene (also für ein einzelnes Individuum) als auch auf der Makroebene (sprich: unsere Gesellschaft).

 

Dabei sollte die Politik, welche von unserer Gesellschaft betrieben wird (Politiker sind ja nur das ausführende Organ) weitsichtig und langfristig angelegt sein.

Das klingt selbstverständlich - ist aber heutzutage leider oft mehr frommer Wunsch als Realität da Politik aktuell oft nur "Feuerwehr" spielt.

 

Wir haben in Deutschland nichts - außer unseren Kopf.

 

Folglich sollten wir mit dem machen was er mal grundsätzlich am besten kann: denken.

Und davon profitieren wir nachher. Jeder für sich und alle gemeinsam als Gesellschaft.

 

 

Gruß Crazyalex

 

 

 


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

Dapling
Autor ★
6 Beiträge

Was bringst wenn man spart und fürs Alter vorsorgt wenn auf die Gewinne 25% Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und event. Kirchensteuer fällig werden? Demnächst vielleicht auch noch Beiträge zur KV und Pflegeversicherung? 

Ganz ehrlich, wenn sich da nichts ändert ist die beste Strategie das Geld vollständig verbrauchen und im Alter dem Staat mit Genuss auf der Tasche liegen.

GetBetter
Legende
8.294 Beiträge

@Dapling  schrieb:

Was bringst wenn man spart und fürs Alter vorsorgt wenn auf die Gewinne 25% Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und event. Kirchensteuer fällig werden? Demnächst vielleicht auch noch Beiträge zur KV und Pflegeversicherung? 

Ganz ehrlich, wenn sich da nichts ändert ist die beste Strategie das Geld vollständig verbrauchen und im Alter dem Staat mit Genuss auf der Tasche liegen.


Interessante Sichtweise, vor allen in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns hier in einer Finanzcommunity befinden.

Hauptsache meine 25% Abgeltungssteuer werden nicht verwendet um solche Sichtweisen zu unerstützen.

Ali Konkret
Autor ★★
10 Beiträge

Selfmade-Bürgergeldempfänger

ae
Legende
3.612 Beiträge

Wer darauf steht als alte(r) Tattergreis(in) beim Sozialamt die sprichwörtliche Hose runterzulassen braucht keine Gedanken dafür verschwenden. 

Es steckt halt nicht in jeder/m eine oder ein Datterich (Link zu Wikipedia) 

 

Gruss ae

 

—————————
>>> Meine Glaskugel funktioniert, ist geputzt und auf dem neuesten Stand der Technik
>>>> Leider weigert sie sich konsequent, mit mir zu reden

Crazyalex
Legende
9.841 Beiträge

Da bin ich unschlüssig ob ich so ein Verhalten eher als dumm und asozial oder als asozial und dumm ansehe.


Im Prinzip kommt es aber auch nicht auf die Reihenfolge an.


Die Auswirkungen sind gleich. 


Gruß Crazyalex 


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

digitus
Legende
9.265 Beiträge

Ein kluger Kopf hier in der Community (ich weiß nicht mehr wer) hat mal gesagt, er freue sich über jeden Cent, den er auf seine Gewinne zahlen müsse, denn das sei ein Beleg dass er Gewinne gemacht habe.

 

Ali Konkret
Autor ★★
10 Beiträge

@digitus  schrieb:

Ein kluger Kopf hier in der Community (ich weiß nicht mehr wer) hat mal gesagt, er freue sich über jeden Cent, den er auf seine Gewinne zahlen müsse, denn das sei ein Beleg dass er Gewinne gemacht habe.

 


Kann sein, dass ich das vor Jahren mal gesagt habe. Hohe Einkommensteuern setzen immer auch hohe Einkünfte voraus. Also ein Luxusproblem.

TutsichGut
Mentor ★★★
2.391 Beiträge

Natürlich wollte und will ich niemanden diskriminieren.

1. (Fast)Alle können nix dafür, dass manche mehr haben als sie selbst. Ich gönne es ihnen, nicht allen. Siehe Deppen.
2. Ein Depp ist ein Depp und bleibt ein Depp. Kann ich doch nix dafür.
3. Zahle ich als Rentner immer noch Steuern, weniger auf die Rente als auf Erträge.
4. Wer im Arbeitsleben auf dicke Hose macht, hat halt später weniger. ISSO!
5. Wer sein Vermögen in den Sand setzt, egal, ist nicht meins.

Man kann sich auch zu viele Sorgen machen.
Zur Rente, zum älter werden.
Alles egal, Hauptsache man bleibt gesund und kann seinen Ruhestand genießen, den den man sich verdient hat.

LG TutsichGut
DiskLeimEimer:Ich bin nicht dafür verantwortlich für Das, was mein Bauch von sich gibt.

digitus
Legende
9.265 Beiträge

Ich habe mal die AI gefragt, die folgendes ausgeworfen hat: 

 


Das sinngemäße Zitat wird sehr häufig Warren Buffett zugeschrieben.
Er hat mehrfach betont, dass er sich über Steuerzahlungen nicht beklagt, weil sie ein Zeichen für erzielte Gewinne seien. Eine oft zitierte (sinngemäße) Formulierung von ihm lautet:

„Ich zahle gern Steuern. Das bedeutet, dass ich Geld verdient habe.“

In Interviews und auf Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway sagte er wiederholt in ähnlicher Form etwa:

„I don’t mind paying taxes at all. It means I’ve made money.“

Auf Deutsch wird das häufig wiedergegeben als:

„Ich zahle lieber Steuern auf Gewinne, als keine Gewinne zu machen.“

Grüße,

Andreas