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09.07.2023 12:02 - bearbeitet 09.07.2023 16:25
Liebe Börsenfreunde an den Lesegeräten,
ich möchte diesen Beitrag mit einem Leserbrief beginnen, den ich vor einigen Wochen bekommen habe. Ein Leser, der meine Beiträge seit vielen Jahren verfolgt, schreibt, er habe sich im Februar 2022 endlich von seinen Leoni-Aktien getrennt (WKN 540888). Jahrelang hat er dem Kursverfall zugeschaut, aber verkaufen? "Nein, die Aktie steht inzwischen so tief, viel weiter runter kann es nicht mehr gehen." Und Leoni hatte ja ein tiefes einstelliges KGV, war also total unterbewertet. Doch im Februar 2022 hat er nach der Lektüre von einem meiner Beiträge entschlossen, die Notbremse zu ziehen und die Aktie in einen Trendtitel aus meinen Empfehlungslisten zu tauschen: Cintas, den Uniformdienstleister. Ihr wisst:
In meinen Beiträgen steht ja eigentlich immer dasselbe drin: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. Der (um 15 Grad) geneigte Leser hat noch 9,80 Euro für seine Leoni-Aktien bekommen. Heute steht das Papier bei 25 Cent, und auch das ist noch zu hoch, denn demnächst kommt eine Kapitalherabsetzung auf Null, ein sogenannter "Kapitalschnitt". Damit ist die Börsengeschichte von Leoni beendet, für die Aktionäre wird nichts übrig bleiben. Der aktuelle Kurs erklärt sich ausschließlich über die Spekulation, dass man vielleicht für 25 Cent kaufen und für 35 Cent verkaufen kann. Einen substanziellen Wert hat die Aktie nicht mehr; das Unternehmen schlingert in akuter Insolvenzgefahr vor sich hin. Was ich damit sagen will:
Über den Leserbrief habe ich mich sehr gefreut, denn wenn auch nur ein einziger von Euch durch meine Beiträge gelernt hat, dass man Verluste nicht aussitzen darf und im Idealfall über Stopkurse begrenzt, dann sind meine dauernden Rufe, die viele von Euch schon langweilen, nicht ganz umsonst. Ich weiß, wie schwierig es psychologisch ist, eine Aktie zu verkaufen, mit der man im Verlust liegt. Denn dadurch muss man sich eingestehen, mit dem Kauf einen Fehler gemacht zu haben, und das entspricht nicht unserer menschlichen Natur. Die meisten Hobbyanleger müssen zwanghaft jedes Engagement mit Gewinn beenden, und wenn Aktien im Verlust liegen, wird eisern gewartet, bis sie den Einstandskurs wiedersehen. Dann wird in steigende Kurse hinein verkauft -- puh, Glück gehabt, Plusminus Null. Erfreulicherweise wissen es meine Leserinnen und Leser besser (mehr dazu steht hier). Übrigens:
Für Leoni wird im Informer aktuell immer noch ein KGV von 9,8881 angegeben (wow -- vier Nachkommastellen). Das zeigt Euch, dass solche Daten rein folkloristische Bedeutung haben. Für Euch ist nur relevant, dass Eure Aktien steigen; die Daten, die dahinter stehen, sind entweder richtig oder falsch. Man weiß es nicht.
über den eigenen Schatten springen, aus Fehlern lernen
Abgesehen davon, dass mein Leser jetzt zumindest ein wenig Bargeld generiert hat, das er in steigende Aktien wie Cintas investieren kann, hat er auch einen steuerlichen Verlustvortrag erzeugt, so dass künftige Aktienverkäufe zumindest teilweise steuerfrei sein werden! Hätte er gewartet, bis seine Bank die Leoni-Papiere in einigen Monaten oder Jahren wertlos ausbucht, wäre der Verlust steuerlich verloren gewesen. Cintas-Aktien hatten im Februar 2022 ein Tief, und er konnte zu 330 Euro einsteigen. Das war mutig, aber der Mut wurde belohnt: Der Titel steht heute bei knapp 460 Euro. Eigentlich zeigt diese Geschichte sehr schön, dass man in die Sterneaktien immer einsteigen kann. Natürlich seid Ihr auf der sicheren Seite, wenn Ihr mit dem Kauf wartet, bis die Aktie auch über ihrer 200-Tage-Linie notiert; bei Cintas war das damals nicht der Fall, und ich hatte sie nicht zum Kauf empfohlen. Aber das ist nur eine Feinheit in der Strategie, eigentlich sind Sterneaktien immer ein Kauf. Natürlich nur mit strikter Verlustbegrenzung!
Wie gesagt, es ist toll, dass viele Leserinnen und Leser verstanden haben, wie wichtig die Grundregel "Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen" für den nachhaltigen Erfolg an der Börse ist. Mein Eindruck: Die meisten von Euch wissen heute, wie wichtig Stopkurse sind, und ich bin sehr stolz auf alle, die aus meinen Texten lernen. Ich freue mich wirklich, wenn ich meine über 30 Jahre Erfahrung an der Aktienbörse weitergeben kann und Ihr davon profitiert. Damit Ihr die Anfängerfehler, die ich in den frühen 1990er-Jahren gemacht habe, vermeidet. Ob man jetzt Stopkurse tatsächlich aktiv als Orders an der Börse platziert oder nur plant, ist Geschmacksache. Wer die Stopkurse nur im Computer vormerkt (ICO - in computer only), gerät leicht in die Falle, in die auch mein Leser getappt war: Leoni ist doch ein toller Laden mit tollen Produkten, KGV nur 8, die muss sich wieder erholen, die verkaufe ich jetzt nicht. Das ist der innere Schweinehund, die psychologische Falle, dass man keine Fehler macht. Mein Rat sind daher "scharf" geschaltete Stopps an der Börse, wenigstens für diejenigen Aktien aus Eurem Portfolio, die schlechter laufen als der Rest. Auch wenn man dadurch immer wieder ungewollt ausgestopt wird (und dann halt wieder einsteigt). Aber die Erfahrung zeigt, dass solche kleinen Unfälle langfristig viel weniger Performance kosten als das sture, besserwisserische Festhalten an Verlustpositionen, die "viel zu billig für einen Verkauf" sind. Indes:
Auch hier in der Community gab es Häme, als ich bereits 2019 vor Leoni gewarnt habe. Tatsächlich ist das Papier ja auch im Jahr 2021 wieder gestiegen. Auf knapp 20 Euro damals. Wie gesagt, heute liegt der Kurs bei 25 Cent. Erfahrene Anleger wissen, dass Aktien immer weiter fallen können. Erst bei Null ist Schluss. Mein Leser hat also alles richtig gemacht, als er bei 9,80 Euro und KGV "nur" 8 ausgestiegen ist. Spät, aber nicht zu spät. A propos Häme:
tiefer VDAX als Warnzeichen
Unverständnis gab es auch in den letzten Wochen, in denen ich vor einer Korrektur beim DAX und den anderen Indizes gewarnt habe. Ein Börsenbriefautor, Blogger, was auch immer, der unbedingt Recht behalten will, obwohl doch der Markt weiter steigt?! In den letzten zwei Wochen und speziell vergangene Woche war es dann soweit. Offizieller Auslöser für den Mini-Crash waren unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag: Mit laut ADP (WKN 850347, Stopkurs wie bisher 180 Euro) knapp einer halben Million neu geschaffener Stellen sind im Juni in Amerika mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze hinzugekommen als im Vorfeld erwartet. Was für die Konjunktur positiv klingt, schürt bei Börsianern Angst vor weiter steigenden Zinsen. Die Nachrichten zu den Kursverlusten sind aber eigentlich egal; wesentlich ist, dass der Markt einfach reif für eine Korrektur war. Doch:
Euch hat der Rücksetzer freilich nicht überrascht. Dabei war meine deutliche Warnung eigentlich ein No-Brainer. Ein VDAX (WKN A0DMX9) von unter 20, zeitweise gar unter 15 Prozent ist stets ein klares Warnzeichen für die Sorglosigkeit der Anleger. Wenn gleichzeitig die Put-Call-Ratio anzeigt, dass Anleger fast nur noch auf steigende Kurse setzen, dann ist es meistens nur noch eine Frage weniger Tage, bis es kracht. Profis decken sich gierig mit klassischen Puts ein, wenn die implizite Volatilität unter 15 Prozent fällt -- seit Anfang Juni gab es ausreichend Gelegenheit dazu.*
Der DAX hatte sein letztes Rekordhoch am 16.6.2023, seitdem geht es abwärts. Übrigens war dieses Hoch exakt am großen Verfallstag. Dieser sogenannte "Hexensabbat", der viermal im Jahr stattfindet -- immer am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember -- bezeichnet den Termin, zu dem Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen auslaufen. Und mittelfristige Trendwechsel an diesem Termin gibt es ziemlich oft, weil die Profis nach dem Verfall ihre Strategien anpassen. Also:
Die Korrektur verläuft bisher exakt nach Fahrplan: Nach dem warmen Regen kommt die kalte Dusche. Nachdem die US-Notenbank auf ihrer letzten Sitzung (Juni) den Zinsen eine Pause gegönnt hat, geht der Markt davon aus, dass auf der nächsten Sitzung am 28. Juli der Leitzins um weitere 25 Basispunkte angehoben wird. Der Liquiditätsentzug wird innerhalb der nächsten 12 Monate seine Spitze erreicht haben. Die EZB rückt ebenfalls noch nicht von ihrem straffen Zinserhöhungskurs ab. Am 27. Juli ist es soweit; auch hier rechne ich mit 25 Basispunkten. Bereits ab der Monatsmitte geht es dann in den USA los mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Am 14. Juli startet die Berichterstattung mit den großen Banken. Der Tenor der Zahlen dürfte positiv ausfallen, sodass im Laufe der zweiten Julihälfte die Aufwärtsbewegung hätte weitergehen können. Allerdings:
attraktive Zusatzrenditen mit Discount-Put-Plus-Optionen
Der jüngste Kursrutsch hat den DAX unter den Tiefpunkt Ende Mai geschickt, charttechnisch ist er erst einmal angeschlagen. Ein wahrscheinliches Szenario bringt den DAX in Richtung der Unterstützung bei 15 750 Punkten, bevor es dann erstmal wieder abwärts geht. Vor diesem Hintergrund bleiben Discount-Put-Plus-Optionen attraktiv zur Depotabsicherung und um etwas zusätzliche Rendite zu generieren -- als Trost, wenn der Markt eine weitere Warteschleife dreht. Neue Rekorde im DAX sind für die nächsten Wochen auch saisonal sehr unwahrscheinlich, so dass man durchaus etwas spekulativere Papiere mit einer Barriere bei 16 500 Punkten wählen darf. So zahlt der PD2K3C Ende August 5 Euro, falls der DAX bis dahin nie über 16 500 blickt; etwas über 10 Prozent Rendite in nur wenigen Wochen. Der PE5YF5 hat eine um einen Monat längere Laufzeit und daher bei gleicher Barriere eine höhere Renditechance: hier sind 25 Prozent drin, falls der DAX bis Mitte September nie die 16 500 erreicht. Ideal für den Einstieg in solche Discount-Put-Plus wäre eine DAX-Erholung Richtung 15 800 bis 16 000. Achtung, nur für spekulative Anleger, und bitte nur mit Stopkurs! Dazu gehört auch:
Eine ganz bestimmte Entwicklung bereitet Kopfzerbrechen. Die dümmliche Euphorie rund um KI, mit teilweise schlicht falschen Meldungen in der Börsenpresse**, führte im ersten Halbjahr zu einem Anstieg des Nasdaq 100 um 39 Prozent. Man fühlt sich unweigerlich an die späten 1990er-Jahre erinnert, als Firmen, die irgendwas mit Telekom und Internet im Schilde führten, zu einem sogenannten "Melt Up" führten. Das zusätzliche Geld und Hoffnungen auf schnellen Reichtum ließen den Index prozentual hoch zweistellig ansteigen. Gegenwärtig zieht das Thema "artificial intelligence" wiederum neue Anleger an die Börsen. Studien über die Chancen von KI versprechen das Blaue vom Himmel. Die Quittung kam ab Januar 2000; es dauerte über sechseinhalb Jahre (!!), bis der Dow seine Verluste wieder aufgeholt hatte. Wird sich die Geschichte wiederholen? Damit wir uns nicht falsch verstehen:
Ich warne hier keinesfalls vor einem Crash. Man wird mit Aktien auch weiterhin langfristig viel Geld verdienen -- mit den richtigen Aktien, versteht sich. Nur könnte es halt jetzt über den Sommer nach dem starken Anstieg im Frühjahr etwas gemächlicher zugehen. Möglicherweise ist das Korrekturpotential mit der kalten Dusche vom Donnerstag bereits wieder erledigt, aber neue Rekorde sind über den Sommer eher nicht drin. Ich habe nach dem Einbruch am Donnerstag abend einige meiner Puts verkauft, und bin dafür in spekulative Discount-Calls eingestiegen. Aber das ist eher eine kurzfristige Strategie mit Blick auf einige Tage; für Profis, die eng am Markt sind. Damit zum Kern des heutigen Beitrags:
Trendaktien -- sie steigen immer
Natürlich gibt es weiterhin trendstarke Aktien, mit denen man praktisch in jeder Marktlage Geld verdienen wird. Hier in der Community war in den letzten Wochen vereinzelt zu lesen, dass die Trendfolge plötzlich nicht mehr funktionieren soll. Tja, ist das so? Wenn man die heutige Tabelle mit meinen Empfehlungen der letzten Monate und Jahre vergleicht, bemerkt man einige Überschneidungen; zu erkennen beispielsweise an den Ausrufezeichen in der Tabelle. Das ist völlig normal: Die Aktien aus den Sternelisten steigen ja nicht erst seit gestern im Kurs, sondern schon seit vielen Jahren, im Idealfall auch in Krisenphasen wie 2020, 2008 oder 2001. Ihr könnt es "Momentum" nennen, oder "Trendfolge", oder "selbsterfüllende Prophezeiung", oder "relative Stärke" -- ganz egal. Denn:
Die Statistik sagt sehr klar, dass solche Aktien in aller Regel auch in den nächsten Jahren viel Freude machen werden. Mit Betonung auf "in aller Regel". Da niemand von uns hellsehen kann, ist es selbstverständlich, dass man diese Strategie mit Stopkursen umsetzt. Denn sollte eine der Trendaktien einmal nach unten abkippen, ist Euer Kaufgrund entfallen, und man muss sich verabschieden. Auch wenn es uns psychologisch schwerfällt -- wir sind Menschen, und Menschen gestehen sich nicht gerne eigene Fehler ein. Man kann nicht mit jeder Aktie Gewinn machen; wer das von sich behauptet, ist ein Lügner. Punkt. Verluste gehören an der Börse dazu wie das Amen in der Kirche. Wichtig ist nur, dass die Gesamtsumme aller Gewinne Eure gesamten Verluste überwiegt. Und das gelingt Euch auch mit einer miesen Trefferquote, wenn Ihr Verluste konsequent klein haltet. Möglicherweise sind es dann nur einige wenige Aktien, mit denen Ihr viel Geld verdient, doch das macht Euren Börsenerfolg aus und Euch reich. Jedenfalls sitzen viele von Euch bereits auf dicken Gewinnen bei diesen und etlichen anderen Trendaktien, und es gibt überhaupt keinen Grund, warum man mit dieser Strategie nicht weiter auf der Überholspur fahren sollte. Hört also nicht auf das Geschwätz und denkt nur daran, von Zeit zu Zeit die Stopkurse nachzuziehen. Wie Ihr es gewohnt seid gibt es heute auch wieder aktualisierte Empfehlungen für Absicherungen.
Ich komme gerne Eurem Wunsch nach, mal wieder eine langfristigere Sterneliste für Euch zu machen. Die folgende Aufstellung enthält Aktien, die folgende Kriterien erfüllen:
- mindestens 5 (von 6 möglichen) technischen Sternen
- mindestens 5 (von 6 möglichen) Zeitraum-Sternen
- höchstens 10 Prozent negative Zeiträume
- volle 6 Sterne für die letzten 90 Tage
Das letzte Kriterium sorgt zugleich dafür, dass alle Aktien über ihrer 200-Tage-Linie notieren (RSL größer 100 Prozent), also im Aufwärtstrend. Das bedeutet: alle sind jetzt ein klarer Kauf! Die Parameter sind hier genauer erklärt.
Datenbasis sind wie immer mehrere tausend Aktien aus aller Welt. Das Ergebnis der strengen Filterung sind 28 Aktien, hier sortiert nach der durchschnittlichen Rendite pro Jahr:
Sterne-Auswertung hybrid (alle Parameter)
techn. Zeitr. durchsch. negative
WKN Name Sterne Sterne Perform. Zeitr. RSL Stopkurs
----------------------------------------------------------------------------
VTSC01 Vitesco Technologies 5.3 6.0 51.49% p.a. 5.56% 120 57 !
A2APEC Kinsale Capital Grou 5.5 5.9 50.95% p.a. 2.61% 118 250
A2JG9Z Broadcom Corp. Regis 5.3 6.0 44.87% p.a. 3.33% 136 570
A2ACKK Ferrari N.V. Aandele 6.0 5.9 31.34% p.a. 5.26% 122 240 !
A0ESP5 Chipotle Mexican Gri 5.0 5.8 30.83% p.a. 6.40% 121 1500
888024 Intuitive Surgical I 5.5 5.7 30.79% p.a. 5.21% 121 223 !
894298 Deckers Outdoor Corp 5.5 5.9 30.68% p.a. 3.60% 123 360
893807 Copart Inc. Register 5.8 5.9 27.10% p.a. 2.65% 123 63 !
510440 ATOSS Software AG In 5.3 5.7 26.82% p.a. 9.08% 121 130
873369 Fair Isaac Corp. Reg 5.0 5.9 26.51% p.a. 8.56% 119 500 !
A0JEP3 TransDigm Group Inc. 5.8 5.8 26.48% p.a. 3.42% 123 580 !
877480 Lotus Bakeries S.A. 6.0 6.0 26.33% p.a. 2.18% 121 5200 !
A0MRDY DSV Panalpina A/S In 5.5 5.6 25.79% p.a. 7.12% 118 144 !
A2P070 Ingersoll-Rand Inc. 5.3 5.5 23.81% p.a. 8.50% 111 47
912294 Quanta Services Inc. 5.3 5.8 22.91% p.a. 6.60% 120 130 !
A1CVKD Primerica Inc. Regis 5.8 5.6 22.71% p.a. 4.00% 120 140
907784 Comfort Systems USA 5.0 5.8 21.21% p.a. 9.76% 118 105
A0F657 LEM HOLDING SA Namen 5.3 5.4 21.07% p.a. 5.17% 117 1700 !
863871 Badger Meter Inc. Re 5.3 5.7 20.93% p.a. 3.45% 113 95 !
857498 W.W.Grainger Inc. Re 5.3 5.7 17.71% p.a. 4.03% 120 500 !
908668 AMETEK Inc. Register 5.3 5.5 17.69% p.a. 3.39% 109 115 !
766149 AmerisourceBergen Co 5.5 5.5 15.97% p.a. 8.33% 114 133 !
871460 ORACLE CORP. SHARES 5.8 5.3 14.83% p.a. 7.21% 125 85 !
860414 Marubeni Corp. Regis 5.5 5.1 14.54% p.a. 9.09% 131 12
855950 Parker-Hannifin Corp 5.3 5.4 14.39% p.a. 4.80% 116 262 !
855471 ITOCHU Corp. Registe 5.8 5.2 14.12% p.a. 4.71% 119 28 !
903978 Rockwell Automation 5.5 5.2 13.86% p.a. 7.21% 114 240
853887 Snap-on Tools Inc. R 5.5 5.1 12.49% p.a. 9.91% 112 210 !
----------------------------------------------------------------------------
Die Stopkurse sind in Euro angegeben. Ein Ausrufezeichen "!" bedeutet, dass der Stopkurs seit der letzten Empfehlung erhöht wurde.
Die Liste enthält eine bunte Mischung an Aktien, die viele von Euch schon im Depot haben, und auch einige neue Titel. Konservative Anleger sollten Titel mit einem möglichst niedrigen Anteil negativer Zeiträume bevorzugen. Ideal ist auch ein RSL-Wert zwischen ca. 102 und 115, dadurch ergibt sich ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis: dann kann man Stopkurse leicht unterhalb der 200-Tage-Linie setzen.
Rein vorsorglich der Hinweis, dass man Papiere, die nicht gelistet sind, selbstverständlich nicht hektisch verkaufen muss. So ist beispielweise die Oberbank, nach der Rosenheimliste auch weiterhin die beste Aktie der Welt, nur deswegen nicht enthalten, weil das Papier nur 4,1 Zeitraumsterne ergattert hat: Eine jährliche Rendite von "nur" 8,6 Prozent pro Jahr ist zu konservativ für die heutige Auswertung. Bitte alle Aktien halten, bis der jeweilige Stopkurs erreicht wird! Bei der Oberbank (WKN 854018) darf man den Stop Loss jetzt auf 107 Euro erhöhen, also bis zur 200-Tage-Linie, die mit etwa 10 Cent pro Tag steigt. Übrigens:
Viele Profis erhöhen derzeit den Anteil an Japan in ihren Portfolien. Passend dazu tauchen zwei japanische Aktien in der Liste auf: Den Mischkonzern Itochu werden die meisten von Euch kennen; es ist derzeit auch auf der Rosenheimliste das beste japanische Unternehmen der Welt. Und der Handelskonzern Marubeni gehört zu den Aktien, die auch Warren Buffett bereits vor einigen Tagen gekauft hat.
Was ist eigentlich mit der oben erwähnten Cintas-Aktie? Mit 14 Prozent negativen Zeiträumen hat das Papier ganz knapp die heutige Liste verpasst, aber natürlich ist auch Cintas ein klarer Kauf; der Stopkurs klettert von 360 auf 385 Euro. Und damit schließt sich der Kreis:
Trendaktien wie eben Cintas oder die heute vorgestellten Titel sind eine schöne, und vor allem wenig arbeitsaufwendige Methode, um an der Börse reich zu werden. Nachhaltig reich, nicht über Nacht. Denn Ihr müsst nicht stundenlang Geschäftsberichte studieren, bei denen man ohnehin nicht sicher sein kann, dass alle Zahlen stimmen. Stattdessen kauft Ihr einfach Aktien, bei denen "der Markt" bereits Nachfrage zeigt, und die Erfahrung der letzten Jahrzehnte lehrt, dass solche Aktien mit höherer Wahrscheinlichkeit weiter steigen als dass sie plötzlich fallen. Glücklicherweise haben meine Leserinnen und Leser das verstanden, und ich freue mich, dass wir alle gemeinsam mit dieser einfachen Erkenntnis Geld am Aktienmarkt verdienen.
Damit entlasse ich Euch in einen schönen, sonnigen, hoffentlich einigermaßen erträglich heißen Sonntag. Ich wünsche Euch eine erfreuliche Woche, vor allem viel Spaß an der Börse
sehr herzliche Grüße aus einem hochsommerlichen München
nmh
_________________________
*) Warum man auf fallende Kurse mit Puts und nicht mit Hebelzertifikaten setzt, habe ich mehrfach erklärt: Puts profitieren durch den Volatilitätseinfluss doppelt von Kursrückschlägen. Bei fallenden Kursen steigt die implizite Volatilität, und der Put gewinnt zusätzlich. Umgekehrt sollte man auf steigende Kurse nicht mit klassischen Calls setzen, sondern mit Hebelprodukten, denn wenn die Kurse steigen, sinkt die Volatilität, was dem Call schadet. Bei Hebelprodukten spielt die Volatilität so gut wie keine Rolle.
**) Börsenjournalisten sind meistens keine Experten für Computer-Technologie, und sie sind froh über Themen, mit denen man ohne große eigene Recherche Hefte füllen und verkaufen kann. Also wird hemmungslos der KI-Trend befeuert, man übersetzt Texte von amerikanischen Websites notdürftig ins Deutsche, einer schreibt vom anderen ab und fertig ist der nächste KI-Titelbeitrag mit bahnbrechenden neuen Erkenntnissen zum Thema KI, die Experten freilich seit Jahrzehnten kennen. Auf diese Weise verkauft man Hefte an der Tankstelle.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Selbstverständlich halte ich alle genannten Wertpapiere und noch zahlreiche weitere in meinen Depots. Von einigen viel, von anderen weniger. Eine Kursbeeinflussung durch den vorliegenden Text ist aufgrund der hohen Marktkapitalisierung nahezu ausgeschlossen. Ich halte es nur für fair, Titel vorzustellen, von denen ich auch selbst überzeugt bin, so dass ich mit den Lesern im selben Boot sitze.
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
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am 12.07.2023 16:56
Erstmal vielen Dank für die neue Liste und v.a. für die aktuelle Markteinschätzung, die meiner Meinung nach wirklich nicht einfach ist.
Ich habe zu Anfang des Jahres auf ein paar Sterneaktien (deren Kurse eher seit Jahrzehnten als nach Jahren steigen) Sparpläne gemacht. Manches ist im Plus, manches im Minus (aber nichts wirklich dramatisch). Von dieser Liste hier ist lediglich Itochu mit dabei. Ansonsten befindet sich nichts in meinem Portfolio. Aktuell sind auch keine weiteren Neuzugänge mehr geplant. Mein Einzelaktienportfolio bekäme sonst ein zu großes Gewicht im Vergleich zu den Basis-ETFs. Aber auf die Watchlist werde ich ein paar Sachen nehmen.
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am 12.07.2023 21:17
@nmh schrieb:@CurtisNewton : Mit Oracle hast Du sogar die Aktie von der Firma, deren Software hier ganz wesentlich mein Rechenzentrum steuert. Ich benutze Oracle sehr intensiv, um meine Server zu virtualisieren. Vermutlich hast Du Deine Aktien von mir gekauft: Ich hatte eine extrem große Position Oracle und hatte daher für einen ganz kleinen Teil einen strengen trailing-Stop-Loss. Zu 105 Euro wurde ich ausgestoppt. Den großen Rest von Oracle behalte ich natürlich, es ging nur darum, die zu groß gewordene Position etwas auszugleichen.
Wenn man genau hinschaut kann man auf einer der heute per Express gelieferten Aktien eine Notiz aus einem Rechenzentrum erkennen, irgendwas mit Fernrohr und Nachbar….
Wir setzten im Büro sowohl Oracle wie auch VMWare ein, Oracle zur Virtualisierung von Desktops, VMWare im Serverschrank.
Die EU hat heute übrigens die Übernahme von WMWare durch Broadcom für 61 + 8 Milliarden (das ist eine 69 mit 9 Nullen) genehmigt, das Empire und die USA zögern noch.
"Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance." - Victor Hugo
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am 12.07.2023 21:59
Performance ist stets relative.
Wo notierte Atoss im Dezember 2021, und wo steht sie heute?
Die Null Performance ist weit weg von der Sterne Durchschnittsperformance!
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12.07.2023 22:39 - bearbeitet 14.07.2023 00:02
Hallo @nmh
ein wirklich toller Beitrag! Deine immer wieder vorgestellte Strategie hat einen sehr großer Vorteil: wie du weißt bin ich zeitlich derzeit eingespannt und ich muss Prioritäten ordnen. Durch deine Strategie muss ich aber nicht auf Börse und die Freude daran verzichten. Dass es Aktien gibt, mit denen man schon seit über 50 Jahren dank der Trendfolge Geld verdienen konnte, habe ich hier schon vor einiger Zeit bewiesen. Übrigens bin ich auch nur Dank deiner Listen auf diese Aktie gestoßen.
Ich brauche nicht viel Zeit für meine Portfolios. Starke Trendaktien wie Wolters Kluwer oder Cintas gesellen sich zu den üblichen Verdächtigen wie Apple oder Microsoft. Aber auch Constellation Software oder Fair Isaac finden sich dank dir wieder. Gekauft, Stop gesetzt, fertig. Keine lange Analyse, keine ständige Kontrolle, laufen lassen und Stop regelmäßig nachziehen.
Deine Betonung, dass man keine Angst vor Verlusten haben braucht, ist auch etwas, was mir geholfen hat. Sobald ich mit Verlust ausgestoppt werde verkaufe ich eine Aktie mit Gewinn. Natürlich kaufe ich die sofort zurück, denn Gewinne lässt man laufen. Aber steuerfreie Gewinne und die später niedrigere Steuerbemessung sind auch eine tolle Sache, die durch den Verlust möglich sind. Steckt man das freigewordene Kapital in eine Aktie die steigt, so ist der Verlust auch schnell vergessen.
Und nebenher hübsche ich die Rendite mit Discount Plus OS auf. Derzeit sind Put Varianten günstig, ich kaufe wieder ab einen DAX von 16100 Punkten und verkaufe die Calls, die dann nur noch 2 oder 3% Restrendite haben. Auch eine Sache, die ich nur dank deiner vielen Beiträge dazu kennenlernen konnte.
Wer nicht von dir lernt ist selber Schuld 🙂 😉
Research alone won't ensure a profit. Your main goal should be to make money, not to get an A in How to Read a Balance Sheet. - RD
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am 12.07.2023 23:36
@Zilch schrieb:Und nebenher hübsche ich die Rendite mit Discount Plus OS auf. Derzeit sind Put Varianten günstig, ich kaufe wieder ab einen DAX von 16100 Punkten und verkaufe die Calls, die dann nur noch 2 oder 3% Restrendite haben. Auch eine Sache, die ich nur dank deiner vielen Beiträge dazu kennenlernen konnte.
Wer nicht von dir lernt ist selber Schuld 🙂 😉
Und so rollen und rollen die Münzen und Scheine auf dein Konto, @Zilch. Mit den Discount Plus OS der BNP einen "gedämpften" Strangle durchführen. Herrlich.
Ist das nicht auch etwas für dich, lieber @haxo? Wirst ja auch nicht jünger... und ich rücke näher... 😎
Herzlichst euch beiden,
GT
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am 13.07.2023 07:37
Vielen Dank für deine wie immer sehr hilfreiche Sterneliste @nmh 😁,
zum Glück bin ich relativ zu Beginn meiner Börsenzeit auf deine Beiträge hier aufmerksam geworden. Deine Strategie versuche ich so umzusetzen: da ich recht langfristig anlege habe ich die Stopkurse für die meisten Positionen nur ICO vorgemerkt, in Verbindung mit den "guten" Sterneaktien funktioniert das für mich sehr gut.
Kannst du evtl. noch sagen was Synopsys 883703 an der Aufnahme in die aktuelle Liste gehindert hat?
Danke schön.
Schöne Grüße
nickmiller
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am 13.07.2023 09:44
Beeindruckend finde ich bei der Sterneliste die Aktien von Marubeni und Quanta, die einen sehr beständigen Anstieg ohne große Dellen in 5 Jahren aufweisen
Primerica scheint erst auf den Markt gekommen zusein
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am 13.07.2023 09:53
wenn Du für Primerica einen anderen Börsenplatz wählst, ist beispielsweise für Frankfurt in € oder NYSE in $ die Kurshistorie oder Chart ab 2010 verfügbar
gruss ae
>>> Meine Glaskugel funktioniert, ist geputzt und auf dem neuesten Stand der Technik
>>>> Leider weigert sie sich konsequent, mit mir zu reden
13.07.2023 10:26 - bearbeitet 13.07.2023 10:30
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13.07.2023 10:26 - bearbeitet 13.07.2023 10:30
@Gevatter_Tod schrieb:[...] Und so rollen und rollen die Münzen und Scheine auf dein Konto, @Zilch. Mit den Discount Plus OS der BNP einen "gedämpften" Strangle durchführen. Herrlich.
Ist das nicht auch etwas für dich, lieber @haxo? Wirst ja auch nicht jünger... und ich rücke näher... 😎
Herzlichst euch beiden,
GT
Durchaus mal wieder ein Anstubser das alte, rottende Gehirn durchzublasen und das verstaubte "Stochastik für Dummies" wieder hervorzukramen, denn aus irgendwelchen, mir unbegreiflichen Gründen meinte meine allgemeinbildende Schule vor ca. 35 Jahren dieses Thema zugunsten von Vektorrechnung einfach ersatzlos zu streichen, weshalb ich euch zwar mit punktgenauen Pfeilen treffen kann, aber ihr im Gegensatz zu mir vermutlich in den Casinos am Black-Jack-Tisch den großen Reibach machen könnt.
Auf die Gefahr hin den Thread abzulenken, aber weil wir gerade so einträchtig zusammensitzen und sonst ohnehin nichts los ist, @Gevatter_Tod , @nmh , @Zilch , hat der m.E. unnötige Sachverhalt, dass im DAX die Dividenden mit reingewurstelt werden auf diese Konstrukte einen negativen Einfluss? Sollte man eher neutrale Indizes wählen, wie den DAX Kurs Index oder gleich den DOW?
O.T.: "Strangle" kannte ich bisher nur von den ->Stranglers , ist bei schneller Recherche aber vermutlich ebenso cool.
(Prof. Dr. A. Celentano, Universität Mailand, 1967, Finanzprognostiker)
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am 13.07.2023 15:35
und siehe da, man wird seiner Aussagen Lügen gestraft, aber ich oute mich 🙂
erstmals kam eine meiner Sterneaktien von @nmh unter den SL und ich habe Progressive brav verkauft und dafür Primerica und Deckers erworben
ein Nachteil der MM Methode ist, dass ich immer mehr Einzelaktien bekomme, weil ich den Verlust auf 1000-1500€ begrenze

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