am 24.01.2026 01:22
Die Vorabpauschale ist aus steuerlicher Sicht ein zugeflossener Gewinn und wird auch wie ein solcher behandelt. Die Tatsache, dass er nur fiktiv ist, ändert daran nichts. Insofern gibt es auch keine Unterscheidung zwischen "Steuer auf normale Gewinne" und "Steuer auf die Vorabpauschale".
Die Antwort auf Deine beiden Fragen lautet also "Ja".
27.01.2026 10:35 - bearbeitet 27.01.2026 10:35
Da mittlerweile die Welle der Vorabpauschalen über meine Depots rollt -) fallen mir doch deutliche Unterschiede bei der Ausgestaltung der zur Verfügung gestellten Abrechnungen auf. Bei ING und FlatEx wird detailliert aufgeschlüsselt wieviel Pauschale nominal erhoben wird, mit und ohne Teilfreistellung usw..
Bei Comdirect ist man offensichtlich der Meinung, das jeder Anleger die Höhe kennt oder sie sich zumindest selbst aus dem erhobenen Endbetrag berechnen kann. Selten ein liebloseres Dokument erhalten - Chapeau.
Zu allem Elend habe ich mir auch noch einen Eigentor geschossen. Ende Dezember bin ich mit einem höheren Betrag in den LU1022395633 eingestiegen, mit dem schönenen Nebeneffekt, dass sich die Wertsteigerung seither im nicht nennenswerten Promillebereich bewegt, ich im Gegenzug (erdichtete) Steuern bezahlen darf. Hat zumindest den Lerneffekt derartige Papiere nur am Jahresbeginn zu kaufen um wenigstens eine Chance zu haben den geforderten Obolus auch erwirtschaften zu können. Wenn unser Staat nur immer so klug und weitsichtig agieren würde.........
27.01.2026 10:53 - bearbeitet 27.01.2026 11:32
27.01.2026 10:53 - bearbeitet 27.01.2026 11:32
@ttplayer schrieb:
Zu allem Elend habe ich mir auch noch einen Eigentor geschossen. Ende Dezember bin ich mit einem höheren Betrag in den LU1022395633 eingestiegen, mit dem schönenen Nebeneffekt, dass sich die Wertsteigerung seither im nicht nennenswerten Promillebereich bewegt, ich im Gegenzug (erdichtete) Steuern bezahlen darf. Hat zumindest den Lerneffekt derartige Papiere nur am Jahresbeginn zu kaufen um wenigstens eine Chance zu haben den geforderten Obolus auch erwirtschaften zu können. Wenn unser Staat nur immer so klug und weitsichtig agieren würde.........
Du zahlst nur anteilig - für jeden angebrochenen Monat.
Gruß Crazyalex
27.01.2026 10:57 - bearbeitet 27.01.2026 10:57
Hmmm, das war mir dann so nicht ganz klar. Damit sind wir dann wieder bei dem lieblosen Dokument der Comdirect, wo außer der den Anteilen und der Endsumme sonst rein gar nichts aufgeführt ist.
am 27.01.2026 13:37
@ttplayer schrieb:Hmmm, das war mir dann so nicht ganz klar. Damit sind wir dann wieder bei dem lieblosen Dokument der Comdirect, wo außer der den Anteilen und der Endsumme sonst rein gar nichts aufgeführt ist.
Ich fürchte, ich muss Deine Euphorie über das entsprechende Dokument der ING etwas trüben. Die Angabe der Vorabpauschale mit acht (!) Nachkommastellen suggeriert eine Ausführlichkeit, die schlicht nicht gegeben ist. Im Gegenteil – es führt die Empfänger auf eine Fährte, die bei vielen Anlegern mehr Fragen aufwerfen dürfte, als sie Antworten gibt.
Das gilt zumindest für solche Fälle, in denen ein ETF aktiv bespart wird, möglicherweise aber auch bei Dir, wo sich der Bestand im Jahresverlauf aufgrund eines Einmalkaufs geändert hat.
Du kannst ja mal spaßeshalber die in Deiner Abrechnung genannte Anzahl ("Nominale") mit der angegebenen "Vorabpauschale per Stück" multiplizieren und dann Dein Ergebnis mit der auf der 2. Seite ausgewiesenen Gesamt-Vorabpauschale vergleichen und dann berichten, ob die Zahlen übereinstimmen.
27.01.2026 14:03 - bearbeitet 27.01.2026 14:04
Nein die stimmen nicht überein, woran es liegt hat sich mir auf die Schnelle jetzt aber auch nicht erschlossen.
@GetBetter, ich würde mich über eine Erhellung freuen.
27.01.2026 14:25 - bearbeitet 27.01.2026 14:44
27.01.2026 14:25 - bearbeitet 27.01.2026 14:44
@ttplayer schrieb:Nein die stimmen nicht überein, woran es liegt hat sich mir auf die Schnelle jetzt aber auch nicht erschlossen.
@GetBetter, ich würde mich über eine Erhellung freuen.
Sehr gerne. Die Antwort hätte ich natürlich auch im meinem vorherigen Beitrag schon mitliefern können, aber es geht nichts über selbstgemachte Erfahrungen 😉
Es handelt sich um exakt den Punkt, der vorhin schon von @Crazyalex erwähnt wurde: Für unterjährig gekaufte Anteile fällt nur ein zeitgewichteter Anteil der Vorabpauschale an. Solltest Du tatsächlich erst im Dezember eingestiegen sein (vorher also keine Anteile dieses Papiers mehr im Depot gehabt haben), dann dürfte die von der ING abgerechnete Vorabpauschale exakt einem Zwölftel des von Dir selber errechneten Ergebnisses betragen.
Bei Sparplan-Anlegern mit Jahresanfangsstand und üblicherweise zwölf Nachkäufen innerhalb eines Jahres ist die Sache dagegen deutlich komplizierter nachzuvollziehen.
Und damit komme ich nochmal auf die von Dir anfänglich geäußerte Kritik zurück:
Damit sind wir dann wieder bei dem lieblosen Dokument der Comdirect, wo außer der den Anteilen und der Endsumme sonst rein gar nichts aufgeführt ist.
Für die ING-Abrechnungen gilt exakt das gleiche. Zwar sind dort zusätzliche Informationen aufgeführt, die haben aber für die Prüfung bzw. das bessere Verständnis keinerlei Mehrwert. Hilfreich wären die allenfalls, wenn während des kompletten Jahres kein Zukauf stattfinden würde. Dann besteht die zusätzliche Information in der Ausweisung des Quotienten aus Gesamt-Vorabpauschale und Nominale.
Trivial, sieht aber offenbar beeindruckend aus.
am 27.01.2026 14:33
@GetBetter schrieb:Es handelt sich um exakt den Punkt, der vorhin schon von @Crazyalex erwähnt wurde: Für unterjähig gekaufte Anteile fällt nur ein zeitgewichteter Anteill der Vorabpauschale an. Solltest Du tatsächlich erst im Dezember eingestiegen sein (vorher also keine Anteile dieses Papiers mehr im Depot gehabt haben), dann dürfte die von der ING abgerechnete Vorabpauschale exakt einem Zwölften des von Dir selber errechneten Ergebnisses betragen.
Bei Sparplan-Anlegern mit Jahresanfangsstand und üblicherweise zwölf Nachkäufen innerhalb eines Jahres ist die Sache dagegen deutlich komplizierter nachvollziehen.
Die Sparkassen machen das eher vorbildlich.
Da wird die VAP für den alten Bestand und jeden unterjährigen Kauf getrennt ausgewiesen.
Da kann man das auf den Cent genau nachvollziehen.
Das ist jetzt natürlich keine Empfehlung deshalb die hohen Gebühren in Kauf zu nehmen. 😞
am 27.01.2026 14:34
Danke für die Erklärung, von allein wäre ich da sicherlich nicht drauf gekommen. In erster Linie bin ich eher geneigt, die auf den Dokumenten aufgeführten Daten als korrekt anzunehmen. Das Nachrechnen spare ich mir in diesen Fällen - ist vielleicht ein Fehler.
Bei FlatEx werden tatsächlich die einzelnen Monate jeweils extra mit dem entsprechenden Wert aufgeschlüsselt. Trotzdem finde ich nur einfach den Endbetrag auszuwerfen so wie die Comdirect das macht, auch nicht in Ordnung.
am 27.01.2026 15:03
@ttplayer schrieb:Trotzdem finde ich nur einfach den Endbetrag auszuwerfen so wie die Comdirect das macht, auch nicht in Ordnung.
Im Grunde bin vollkommen Deiner Meinung. Interessant finde ich nur, dass eine solche Forderung regelmäßig im Zusammenhang mit der Vorabpauschale geäußert wird, aber praktisch nie für Verkaufsabrechnungen.
Wenn jemand 100 Anteile eines ETFs verkauft, die zuvor in vielen unterschiedlich großen Sparplan-Portionen ins Depot geandert sind, dann kriegt er eine Abrechnung, in der ein Gesamtgewinn und eine darauf aufbauende Steuerermittlung ausgewiesen ist. Dieser Gesamtgewinn resultiert aber aus der Summe vieler jeweils verschieden großer Einzelgewinne.
Noch nie habe ich eine Abrechnung oder auch nur die Forderung nach einer solchen gesehen, in der diese Summenbildung kleinteilig aufgelistet wird. Jeder nimmt das Ergebnis stillschweigend zur Kenntnis und vertraut darauf, dass schon alles passen werde. Allenfalls einige Nerds rechnen vielleicht mit Excel nach (wenn sie denn zuvor gewissenhaft die dafür notwendige Datenpflege betrieben haben).
Was also macht diese Information bei der Vorabpauschale so viel interessanter als bei Verkäufen?
Aber ich bin schon ruhig, wir schweifen nämlich vom Thema ab.