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Siemens Healthineers - Ausgabe neuer Aktien und Kursrückgang

Geheimrat
Autor ★★★
73 Beiträge

Hat hier wirklich noch keiner zu diesem Thema geschrieben, oder habe ich es nur übersehen?

 

Erst läßt die Übernahme von Varian die Kurse einbrechen. Der Markt scheint nicht zu glauben, daß die Übernahme zu diesem hohen Preis sich langfristig auszahlt.

 

Und jetzt werden mal eben so einen Haufen neue Aktien ausgegeben, woraufhin der Kurs noch weiter absackt.

Bzw. die neuen Aktien wurden heimlich im Eilverfahren für nur 36.40 Euro bei institutionellen Anlegern plaziert. Kein Wunder, daß der Kurs danach kaum höher liegt.

 

Ich komme mir als Kleinanleger ziemlich veräppelt vor. Kann das immer wieder passieren? Müssen Bestandsaktionäre nicht vorher zustimmen? Oder solange da ein Siemens-Mutterkonzern noch über 50% der Anteile hält, können die tun und lassen was sie wollen?

 

https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/kapitalmarkt/siemens-healthineers-mit-milliardenschwer... 

11 ANTWORTEN

Pramax
Legende
3.635 Beiträge

Hallo @Geheimrat 

 

Doch, der Siemens Healthineers-Vorstand darf das.

Steht so in der Satzung (auf Seite 3), die - davon gehe ich aus - in einer

der letzten Hauptversammlungen so genehmigt wurde.

https://cdn0.scrvt.com/ec41840e14df52192984582863de63fa/1800000004914933/10dfe4b61cc9/Satzung_Siemen... 

 

Gruß, Pramax

__________________

Wenn schon Unsinn, dann muss es ein Kaiserschmarrn sein.

Marin
Mentor ★
1.396 Beiträge

Der von dir angehängte Artikel erklärt ja eigentlich schon alles:

- Um die Brückenfinanzierung durch Siemens abzustotttern, war schon lange geplant, 170 Millionen neue Aktien auszugeben.

- Um den Varian-Kauf zu finanzieren hat es sich angeboten, eben jetzt die erste Tranche zu platzieren.

- 95 Millionen Aktien werden also noch folgen, allerdings nicht innerhalb der nächsten 180 Tage. Aber da man offenbar unbedingt in den DAX will, wird es nach dieser Sperrfrist vielleicht auch nicht mehr lange dauern, bis der Rest ausgegeben wird.

- Falls es dich tröstet: Der Vorstand hat den günstigen Kurs genutzt, um sich ebenfalls mit Aktien einzudecken. Vielleicht hoffen sie auf eine schnelle Kurserholung...

 

Da sieht man mal wieder, warum Konglomerate und ihre Abspaltungen an der Börse nicht wirklich beliebt sind: Niemals enden wollende Transformationsprozesse, die als Privatanleger wenig Spaß machen.

Gevatter_Tod
Experte ★★★
647 Beiträge

An die Adressen von
@Geheimrat, @Marin

- POSTLAGERND -

 

Seit der Ausgründung/Abspaltung ist bekannt, dass Siemens langfristig seine Beteiligungsquote nach unten setzen möchte. Ich würde nicht bei einer Aktie zugreifen, wenn ich mich vorher nicht informiert habe. Der Energiesparte blüht im Übrigen dasselbe. Scheibchenweise.

Zum Thema Varian: Ich wäre mir da nicht so sicher mit den schlechten Nachrichten. Die Bildgebungssparte von Siemens ist enorm profitabel, wie die SGE überhaupt in Gänze.

 

Die Antwort wird Healthineers selbst geben, in ca. 18-24 Monaten. Bis dahin steht sicher noch eine Kapitalerhöhung an. Also wenn ihr den Wert verlassen wollt...

 

...der Tod ist mit kleinstem Geld dabei und freut sich über günstige Einkaufskurse.

 

Ansonsten ist zurzeit auch in anderen Medizintechnikaktien Phantasie: Apple und Google aka Alphabet, um nur zwei zu nennen.

 

Herzlichst,
"Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur mich!"
Gevatter Tod

Marin
Mentor ★
1.396 Beiträge

@Gevatter_Tod 

Bin bei allem wo Siemens drausteht gar nicht (mehr) investiert, bis die Neustrukturierung der Konzernfamilie abgeschlossen ist. Das schont die Nerven. Von daher beobachte ich das Geschehen interessiert von der Seitenlinie. Außerdem ist im Bereich medizintechnik sowieso Stryker mein Favorit Smiley (zwinkernd)

Geheimrat
Autor ★★★
73 Beiträge

@Gevatter_Tod  schrieb:

 

Seit der Ausgründung/Abspaltung ist bekannt, dass Siemens langfristig seine Beteiligungsquote nach unten setzen möchte. Ich würde nicht bei einer Aktie zugreifen, wenn ich mich vorher nicht informiert habe.


Ja, und da war meine Annahme eben, daß üblicherweise der Markt alle bekannten Faktoren schon im Kurs eingepreist hat. Das scheint hier nicht gestimmt zu haben.

D.h. es war offenbar nicht nur für mich unerwartet, daß die neuen Aktien so billig abgegeben würden?


Die überraschende und teure Übernahme von Varian konnte natürlich nicht eingepreist sein.

 


Der Energiesparte blüht im Übrigen dasselbe. Scheibchenweise.

Über Siemens Energy reden wir noch an anderer Stelle.

CurtisNewton
Legende
3.860 Beiträge

SHL100 denkt über den Verkauf der Diagnostik Sparte nach. Im Raum stehen 8 Milliarden.

Mit Ausnahme von Corona Sondereffekten ist der Diagnostik Teil des Unternehmens in der Vergangenheit vor allem mit einer Underperformance im Vergleich zu den bildgebenden Modalitäten aufgefallen.

 

Klick

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"Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance." - Victor Hugo

digitus
Legende
9.069 Beiträge

@CurtisNewton: Ja, mag ja für die Shareholder auch sinnvoll sein, renditebremsende Bereiche auszugliedern, dennoch sehe ich es immer zwiegespalten: Können die Gewinnbremsen von heute nicht die Stützen von morgen sein. Macht es für ein Unternehmen nicht Sinn, gewissermaßen auf mehreren Beinen zu stehen?

 

Nachtgedanken.

 

Geheimrat
Autor ★★★
73 Beiträge

Ja, "auf mehreren Beinen zu stehen" erschien mir auch lange sinnvoll - aber dann hätte Siemens ja eigentlich das Standbein Healthcare erst gar nicht ausgliedern dürfen.

Ich erkläre es mir inzwischen so:

1. mehrere Standbeine erweisen sich als ungünstig, wenn es einem davon mal schlecht gehen sollte - dann hat der Mutterkonzern noch die Verantwortung, muß u. U. jahrelang Geld zuschießen, teures Personal in andere Bereiche übernehmen etc. Ein verselbsstöndigter ehemaliger Teilkonzern dagegen kann Personal entlassen, Staatsbürgschaften beantragen, in Insolvenz gehen ohne daß der ehemalige Mutterkonzern mit reingezogen wird.

Denke da an Siemens Energy.

2. Mit verselbststöndigten Teilkonzernen kann man noch mehr Geld vom Aktienmarkt einsammeln, das dort wartet investiert zu werden. Nach dem Börsengang wurden doch Siemens und Siemens Healthcare in Summe höher bewertet als Siemens mit integriertem Healthcare

 

Die Diagnostiksparte wurde doch vor Jahren mal für Milliarden zugekauft mit der Begründung, es sei die ideale Ergänzung, ein Zukunftsfeld etc.? Muss man jetzt eingestehen, dass es ein Fehlkauf war?

CurtisNewton
Legende
3.860 Beiträge

@digitus  schrieb:

@CurtisNewton: Ja, mag ja für die Shareholder auch sinnvoll sein, renditebremsende Bereiche auszugliedern, dennoch sehe ich es immer zwiegespalten: Können die Gewinnbremsen von heute nicht die Stützen von morgen sein. Macht es für ein Unternehmen nicht Sinn, gewissermaßen auf mehreren Beinen zu stehen?

 

Nachtgedanken.

 


Im Prinzip ist es so, ja. Der Unternehmensbereich Medizintechnik (die heutigen Healthineers) hat vor der Jahrtausendwende gut 10-15 Jahre kein Geld erwirtschaftet und wurde von der restlichen Siemens AG durchgefüttert. Das Management hatte damals die Vision dass zum einen die Medizintechnik ein Zukunftsmarkt ist und zum anderen man halt die richtigen Produkte entwickeln muss. Natürlich war man an der Börse notiert  (Siemens), aber so richtig ein Börsenhighperformer war man eh nie.

 

Heutzutage ist die Zeit schnelllebiger geworden, kein Manager ist mehr so lange an einer Stelle das sich ein Investment über 10-20 Jahre auszahlen würde, man sieht ja hier bei den Meldungen im Forum schön was passiert wenn mal ein Unternehmen die Quartalszahlen leicht verfehlt. Dementsprechend liegt der Fokus ganz klar auf kurz- und mittelfristigem Shareholder Value und man kauft lieber funktionierende Unternehmen zu statt sie selbst zu entwickeln. Und verkauft sie auch wieder wenn es nicht so läuft.

 

Tendenziell geht es (bei vielen Unternehmen) in die Richtung die @Geheimrat  andeutet, schlanke Holding Strukturen die je nach Gemüts- und Wirtschaftslage Einheiten hinzukaufen oder veräußern können.

 

Übrigens, die Healthineers AG ist selbst nur eine Art Holding, der operative Teil liegt bei der Healthcare GmbH die beide über einen Gewinnabführungsvertrag verbandelt sind, während die Siemens AG wieder die Mehrheit der Healthineers AG hält. Es wäre vermutlich nicht besonders schwierig mit einen Spinnoff oder einer Beteiligung eine eigenständige Diagnostik Sparte irgendwo da einzuhängen.

 

 

 

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