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27.06.2021 11:48 - bearbeitet 22.07.2021 10:06
Liebe Freundinnen, liebe Freunde der Geldanlage,
was folgt ist ein weiterer Grundlagenbeitrag über Aktien. Wie von mir gewohnt leicht arrogant und besserwisserisch, aber wie gewohnt knallhart recherchiert und wahr. Ich habe untersucht, ob eine hohe Dividendenrendite ein Qualitätsmerkmal für Aktien ist. Spoiler: Sie ist es nicht. Alles andere als.
Viele Anleger, die sich hobbymäßig mit Aktien beschäftigen, schauen auf die Dividendenrendite und laden sich gerne Aktien ins Depot, die eine hohe Ausschüttung haben. Klar, man will ja was haben von seinem Investment. Und in Zeiten von Null- oder Negativzinsen ist doch ein regelmäßiger Geldsegen aus Aktien was schönes. Das haben die Anleger aus Sparbuchzeiten so gelernt, also ist die Dividende "der neue Zins". Es gibt auch vermeintlich gute Gründe dafür:
Verfechter von Dividendenstrategien verweisen auf die unterschiedliche Wertentwicklung des "normalen" DAX-Performanceindex (WKN 846900) und des weniger bekannten DAX-Kursindex (WKN 846744), der die Ausschüttungen nicht einbezieht. So hat der DAX-Kursindex in den vergangenen fünf Jahren 44 Prozent zugelegt, der Performance-DAX inklusive Dividenden, Bezugsrechten usw. jedoch 64 Prozent. In den letzten zehn Jahren waren es beim DAX ohne Dividende im Schnitt 6 Prozent pro Jahr und inklusive Dividenden 9 Prozent pro Jahr. Das kennt Ihr genau so auch aus der Fachpresse: Langfristig und über alle Anlageregionen verdanken wir etwa ein Drittel der Wertentwicklung den Dividenden. Außerdem sind doch hohe Dividenden angeblich ein Beweis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Denn:
In der Presse liest man gelegentlich über Dividendenstrategien, die dann beispielsweise "Dogs of the Dow" oder "Dividenden-Aristokraten" genannt werden. Das sind solche vorbereiteten Texte, die die Redaktionen einmal im Jahr aufwärmen, wenn ihnen sonst nichts einfällt; der journalistische Fachbegriff dafür lautet "Stehsatz". Auch ich habe schon darüber berichtet, hier. Die Aussage ist immer, dass man mit solchen Dividendentiteln den Dow Jones oder den DAX schlagen kann. Das mag schon sein, aber ist das Euer Ziel? Es gibt eine Reihe von Aktien, die auch ganz ohne Dividende deutlich den DAX schlagen, die mit durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr (!) steigen, und zwar nicht erst seit gestern, sondern seit 20 Jahren und mehr. Das sind dann Trendaktien.
Dividendenstrategien erlauben also eine kleine Outperformance gegenüber den bekannten Aktienindizes. Doch die Wahrheit ist komplexer:
Profis wissen, dass die Rendite an der Börse aus zwei Komponenten besteht: Da wäre zum einen die Dividende, also die jährliche Ausschüttung an die Aktionäre. Die Dividende wird im Idealfall aus dem Gewinn bezahlt, den das Unternehmen gemacht hat. Manchmal wird aber auch mehr als der Gewinn ausgeschüttet: Die Dividende stammt dann aus der Substanz, aus dem Eigenkapital, und das ist nicht nachhaltig, um mal ein Modewort zu vermeiden. Das war jahrelang bei der Deutschen Telekom so. Zum anderen gibt es Kursgewinne: Wer billig kauft und teuer verkauft, wird ebenfalls Gewinn mit Aktien machen. Und diese zweite Komponente wird von vielen Privatanlegern, die nur auf die Dividende achten, grob unterschätzt! Denn:
Dividendenanleger sehen eine Investition wie einen Baum, der langsam aber stetig wächst und immer größere Früchte (also Dividenden) abwirft. Oder eine Kuh, die man regelmäßig melkt. Oder ein Huhn, das jeden Tag ein Ei legt. Einen Zahlungsstrom ohne Transaktionskosten, ohne dass man etwas dafür tun muss. Einen solchen Dividendenbaum im Garten zu haben ist doch ein durchaus sympathischer Gedanke, oder?
Zunächst einmal möchte ich mit einem großen Missverständnis aufräumen: Dividenden sind kein geschenktes Geld! Das Unternehmen wird bilanziell um den ausgeschütteten Betrag weniger wert, denn das Geld fehlt in der Kasse, und das spiegelt sich am "Dividendenabschlag" im Aktienkurs wider. Wenn eine Firma mit einem Aktienkurs von 100 Euro eine Dividende von 5 Euro ausschüttet, fällt der Kurs am Tag der Ausschüttung ("Ex-Tag", lateinisch "ex" = "ohne", also ohne die Dividende) auf 95 Euro. Wenn ich 20 Aktien halte, hatten die vor der Dividende einen Wert von 20 x 100 = 2000 Euro. Nach der Ausschüttung ist mein Investment nur noch 1900 Euro wert, dafür habe ich 100 Euro in bar erhalten. Und die 100 Euro muss ich auch noch versteuern. Ihr seht:
Die Dividende ist ein linke-Tasche-rechte-Tasche-Geschäft. Und es wird noch schlimmer: Wenn ein Unternehmen ständig hohe Dividenden ausschüttet und auf diese Weise regelmäßig einen starken Kursabschlag erzeugt, kann sich kein guter Trend bilden. Wie die Erfahrung zeigt, mögen die Profis solche Aktien nicht besonders, so dass man langfristig viel weniger Geld damit verdient als mit Aktien ohne Ausschüttung. Mehr dazu später.
Irgendwie ist doch auch verständlich, dass eine rein auf Dividenden fixierte Strategie nicht erfolgreich sein kann. Denn wenn ich mein Unternehmen ständig "melke", wenn ich ständig Geld an die Aktionäre abführe, dann bleibt weniger für Investitionen übrig. Oder sollte das Management einfach keine Ideen für neue Investitionen haben, so dass sie das Geld lieber an ihre Eigentümer -- das sind die Aktionäre -- zurückzahlen? Wenn ich investiere, dann soll das Geld für mich arbeiten und nicht wieder an mich zurückfließen. Sollte ich doch mal Bargeld benötigen, verkaufe ich einfach einige Aktien. Das hat dann mathematisch genau den gleichen Effekt wie eine Dividende: Mein Investment wird weniger wert, dafür habe ich mehr Bargeld auf dem Konto. Auf diese Weise kann man sich übrigens mit fast jeder beliebigen Aktie fast jede beliebige gewünschte Dividendenrendite selbst basteln! Wer bei einer Aktie, die keine Dividende bezahlt, eine Dividendenrendite von 8 Prozent möchte, verkauft einfach 8 Prozent seiner Aktien. Mehr noch:
Ganz wichtig ist, dass die Dividende nicht garantiert ist. Der typische deutsche Sparer kennt das von festverzinslichen Anleihen: Da kann er sich jedes Jahr auf eine vorgegebene, feste Ausschüttung freuen. Bei Aktien ist das ganz anders! Wie oft musste ich in den Jahren 2017 bis 2020 hier in der Community lesen: "Ich kaufe Shell, die zahlen eine hohe Dividende". Ich habe Euch immer vor Shell gewarnt. Naja, das ist eine Ölaktie, und der Ölbranche geht es nicht besonders gut. Und so kam es, dass am 30. April 2020 die vierteljährliche Ausschüttung von 42 auf 14 Cent gedrittelt wurde. Die Quittung für Aktionäre, die auf die hohe Dividendenrendite reingefallen waren, gab es prompt: Von Mai bis Oktober 2020 hat die Aktie gut 40 Prozent verloren. Um das wieder aufzuholen, muss Shell viel Dividende bezahlen. Ob das passiert? Wer das Papier heute noch im Depot hat, darf es mit einem Stopkurs bei 14,50 Euro halten. Es gibt noch weitere Gründe für die Beliebtheit von Dividenden:
Wer nicht hin und her handeln muss um Gewinne zu realisieren, sondern regelmäßige Dividenden kassiert, kann mit einer Buy-and-Hold-Anlage und einem langfristigen Anlagehorizont am Ball bleiben. Langfristiges Investieren birgt viele Vorteile. Eine hohe Dividende ist also auch ein psychologischer Effekt für Aktionäre, die dann den Eindruck haben, ihrem Unternehmen geht es gut und sie bekommen ständig Geld "geschenkt". Was für ein fataler Irrtum! Freilich:
Den steuerlichen Aspekt darf man nicht ganz vernachlässigen. Es ist wichtig, dass Ihr Euren jährlichen Sparerfreibetrag aufbraucht (801 Euro pro Jahr für Ledige und das Doppelte für gemeinsam veranlagte Ehepaare). Das geht mit Dividenden oder auch durch gezielte Verkäufe von Aktien (oder Zertifikaten), die im Gewinn liegen. Letzteres widerspricht der Börsenregel "Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen" und kostet Gebühren. Also Dividenden. Doch sobald der Freibetrag verbraucht ist, besteht kein Grund mehr, Dividenden zu kassieren. Das gilt übrigens analog auch für ETF und sonstige Fonds: Wer seinen Freibetrag anderweitig aufbrauchen kann, der kauft thesaurierende Fonds. Ansonsten helfen ausschüttende Fonds dabei, den Freibetrag zu verwerten. Damit zur Sache:
Ich habe eine große Auswertung aus meiner Datenbank mit vielen tausend Aktien weltweit durchgeführt und untersucht, wie sich die Gewinne nach Dividenden und Kursgewinnen aufteilen. Dazu habe ich für jede Aktie ein Investment von 1000 Euro am 30.12.2010 zum damals aktuellen Kurs simuliert. Das Ergebnis meiner Auswertung: Wieviel ist das Investment heute wert (Kursgewinn per Freitag, 25.06.2021), und wieviel Bargeld habe ich durch Dividenden erhalten? Bei den Dividenden wurden ausländische Quellensteuern abgezogen, aber keine deutschen Steuern berücksichtigt, denn die fallen ja auf Dividenden und Kursgewinne gleichermaßen an. Die jeweils angegebene Dividendenrendite ist die von 2020, also alle im Jahr 2020 gezahlten Ausschüttungen geteilt durch den aktuellen Aktienkurs.
Fangen wir mit der Dividendenrendite an. Angenommen, ich hätte im Jahr 2010 bereits die Dividenden des Jahres 2020 gekannt und entsprechend eingekauft, wären folgende Aktien im Depot gelandet (sortiert nach Dividendenrendite):
-------------------------------------------------------
A2PUXE NortonLifeLock Inc. 781,65 2579,91 42,23%
A0XFSF DEMIRE Dt.Mittelst.R 442,05 2095,93 12,44%
914506 Ebro Foods S.A. Acci 320,26 1448,36 11,49%
TUAG00 TUI AG Namens-Aktien 241,90 691,43 11,44%
765974 Greek Org.of Footbal 499,91 1494,48 9,64%
903000 Imperial Brands (Tob 624,78 1418,68 9,61%
607000 HOCHTIEF AG Inhaber- 312,66 1363,92 8,73%
863272 Klepierre S.A. Actio 281,95 1117,82 8,08%
A1420E LUKOIL PJSC Reg. Shs 146,34 1988,32 7,42%
916018 British American Tob 640,48 1748,78 7,17%
A2DGL0 CoreCivic Inc. Regis 237,85 753,54 6,93%
890454 Omega Healthcare Inv 629,72 2445,80 6,59%
887169 Sinopec Shanghai Pet 301,84 1054,40 6,47%
A0HL9Z AT & T Inc. Register 374,14 1462,02 6,45%
200417 ALTRIA GROUP INC. SH 959,25 3086,32 6,37%
A2ABS0 Tatneft PJSC Reg.Shs 353,15 1833,31 6,13%
A1XA83 VODAFONE GROUP PLC R 465,94 1230,83 6,04%
909622 China Mobile Ltd. Re 419,82 1132,00 6,02%
540510 InnoTec TSS AG Inhab 800,78 3261,72 5,95%
940561 GlaxoSmithKline PLC 617,98 1737,17 5,44%
BAY001 Bayer AG Namens-Akti 322,78 1259,31 5,41%
A0DNAY bet-at-home.com AG I 2629,74 6167,09 5,26%
A2DQWX National Grid PLC Re 313,12 1929,80 5,07%
A0NDBJ Philip Morris Intern 349,36 2209,14 5,02%
BASF11 BASF SE Namens-Aktie 438,55 1538,27 5,00%
-------------------------------------------------------
Die dritte Spalte enthält die Dividendensumme seit dem Kauf, die vierte Spalte den heutigen Wert des Investments (Kurswert plus erhaltene Dividenden), und die letzte Spalte die Dividendenrendite des Jahres 2020.
Lesebeispiel: Die BASF-Aktie hat am 30.12.2010 knapp 60 Euro gekostet. Für meine 1000 Euro hätte ich damals also 16,667 Aktien erhalten. Für diese Aktien hätte ich in den folgenden Jahren bis heute insgesamt eine Dividende von 438,55 Euro (vor Steuern) kassiert. Heute hat die Aktie einen Kurs von 65,95 Euro, meine Aktien sind also 1100 Euro wert; plus Dividende ergibt sich ein Wert von 1538,27 Euro. Die Dividendenrendite von 5 Prozent ergibt sich aus der in 2020 gezahlten Dividende von 3,30 Euro geteilt durch den aktuellen Kurs von 65,95 Euro. Man sieht:
NortonLifeLock (die Virenschutzfirma formerly known as Symantec) hat im Januar 2020 eine Sonderdividende von 12 Dollar pro Aktie ausgeschüttet, die extrem hohe Dividendenrendite ist also schon mal ein erstes Beispiel für eine optische Täuschung.
Hätte man sich für die Aktien mit einer hohen Dividendenrendite entschieden, wäre das Investment heute durchgehend zwischen 1000 und 3000 Euro wert. Mit dem Spielcasino-Anbieter bet-at-home wäre das Vermögen sogar auf knapp 6200 Euro angestiegen. Doch zwei Unternehmen, nämlich TUI und der Gefängnisbetreiber CoreCivic, haben es geschafft, das Vermögen von 1000 Euro sogar zu reduzieren -- trotz großzügiger Dividenden! Alles gerade so akzeptabel, aber nicht richtig toll. Weiter:
Dann untersuchen wir mal, was passiert, wenn man die Höhe der Dividenden der letzten 10 Jahre betrachtet. Hier ist die Tabelle nach der Dividendensumme sortiert:
Tabelle 2. Sortierung nach Summe gezahlter Dividenden
WKN Name Div-Summe Div+Best DivRen
-------------------------------------------------------
A0JK2A Aurelius AG Inhaber- 3313,87 7644,15 0,00%
A0DNAY bet-at-home.com AG I 2629,74 6167,09 5,26%
A2NB65 mutares AG Namens-Ak 2100,00 14369,97 4,89%
A0Z2ZZ freenet AG Namens-Ak 1827,85 4336,71 0,20%
A0NFN3 BB Biotech AG Namens 1623,73 9610,95 2,64%
A1A6V4 KPS AG Namens-Aktien 1473,12 7043,01 3,28%
750750 WashTec AG Inhaber-A 1429,22 7326,86 0,00%
645932 LANG & SCHWARZ WERTP 1381,49 21121,75 0,00%
511000 All for One Steeb AG 1227,99 11568,91 1,88%
605283 Maschinenfabrik Bert 1214,84 5761,72 1,74%
A2JG9Z Broadcom Corp. Regis 1186,76 19523,21 2,50%
A0ETBQ MBB Industries AG In 1164,33 20412,68 0,54%
646450 Leifheit AG Inhaber- 1106,02 6275,07 1,22%
540710 CENIT AG SYSTEMHAUS 1104,90 3701,05 0,00%
723133 SIXT AG Vorzugsaktie 1104,47 6619,03 0,07%
509310 AMADEUS FIRE AG Inha 1090,72 6372,01 0,00%
556520 DUERR AG AKTIEN O.N. 1084,18 6730,44 2,41%
510440 ATOSS Software AG In 992,24 22245,97 0,72%
A0EQ57 HELMA Eigenheimbau A 987,58 8043,48 3,26%
A2YN77 pferdewetten.de AG N 982,91 42008,55 1,04%
658080 Mensch u. Maschine S 976,74 15348,84 1,38%
765723 Villeroy & Boch AG I 976,39 4721,03 3,15%
894648 LOCKHEED MARTIN CORP 968,16 7080,86 2,26%
200417 ALTRIA GROUP INC. SH 959,25 3086,32 6,37%
540868 OEKOWORLD AG Namens- 881,75 26308,95 0,83%
521690 Tradegate AG Wertpap 867,13 21846,15 0,56%
840400 ALLIANZ AG HOLDING V 863,04 3276,73 4,47%
750450 Turbon AG Inhaber-Ak 838,24 1355,88 0,00%
A0JM2M Blue Cap AG Inhaber- 836,12 9598,66 2,86%
784686 Viscom AG Inhaber-Ak 813,95 2968,99 0,36%
-------------------------------------------------------
Nach dieser Strategie hätte man Aurelius kaufen müssen und zwischen 30.12.2010 und heute insgesamt 3314 Euro an Dividenden kassiert. Schade: Für 2019 hat das Unternehmen die Dividende gestrichen, die Rendite (zahlbar im Jahr 2020) ist also Null. Siehe oben: Eine Dividendengarantie gab es nicht. Das Vermögen wäre mit diesen Dividendenaktien auf einen Wert zwischen 1300 und 42.000 Euro angestiegen -- recht ordentlich und schon besser als in der ersten Tabelle!
Doch richtig spannend wird es jetzt, wenn man die große Tabelle mal nach dem aktuellen Vermögenswert (Dividende plus Bestand der Aktien) sortiert:
-------------------------------------------------------
A0MS80 Chemometec AS Navne- 0,00 145108,20 0,00%
A1CX3T Tesla Motors Inc. Re 0,00 132970,93 0,00%
A1MMCC Medios AG Inhaber-Ak 0,00 67133,87 0,00%
716563 Sartorius AG Vorzugs 518,55 64387,64 0,08%
A2AJKS Sartorius Stedim Bio 120,49 64018,09 0,06%
918422 NVIDIA Corp. Registe 205,34 56516,02 0,07%
A2QL4H Texas Pacific Land C 143,65 49446,92 0,00%
870980 RepliGen Corp. Regis 0,00 46146,10 0,00%
549336 HYPOPORT AG Namens-A 0,00 46061,27 0,00%
A2YN77 pferdewetten.de AG N 982,91 42008,55 1,04%
120159 NeoGenomics Inc. Reg 0,00 40020,80 0,00%
565131 GENMAB AS Navne Akti 0,00 39829,55 0,00%
907928 Esker S.A. Actions P 37,24 39378,93 0,09%
A2GS60 wallstreet:online AG 0,00 39007,47 0,00%
938716 Trex Co. Inc. Regist 0,00 37291,90 0,00%
590375 Align Technology Inc 0,00 35359,57 0,00%
A0JM27 Constellation Softwa 524,70 35231,39 0,21%
A0D9T1 DexCom Inc. Register 0,00 34086,12 0,00%
A0B6VQ Domino's Pizza Inc. 442,95 32406,50 0,59%
727650 secunet Security Net 614,48 31840,94 0,42%
510200 Basler AG Inhaber-Ak 802,90 29674,67 0,24%
A2G9K9 Reply S.p.A. Azioni 287,90 28203,06 0,29%
A0YGR4 Generac Holdings Inc 0,00 27230,32 0,00%
A0Z23Q adesso AG Inhaber-Ak 464,68 26561,34 0,33%
A0MM98 YouGov PLC Registere 0,00 26339,44 0,00%
540868 OEKOWORLD AG Namens- 881,75 26308,95 0,83%
A0B897 MarketAxess Holdings 250,44 25594,98 0,46%
-------------------------------------------------------
Mit anderen Worten: Das sind die Aktien, mit denen man wirklich Geld verdient hätte! Richtig gute Aktien zahlen keine Dividende. Wer auf Chemometec gesetzt hätte, der hätte aus 1000 Euro stolze 145.000 Euro gemacht -- das entspricht einem Plus von über 60 Prozent pro Jahr, und zwar ohne einen einzigen Cent Dividende! Aber auch die Vermögensgewinne mit den anderen Titeln sind beeindruckend -- und das durchgehend ohne Dividende oder mit im Verhältnis sehr kleinen Ausschüttungen. Die Aktie aus der dritten Liste mit der höchsten Ausschüttungssumme ist die von Pferdewetten.de, da wären 982 Euro drin gewesen. Aber auch das ist ein lächerlich kleiner Betrag im Vergleich zum Kursgewinn von 40.026 Euro!
Ich habe diese Auswertung übrigens auch für viele andere Kauf- und Verkaufzeitpunkte durchgeführt -- das Ergebnis ist immer dasselbe:
Die Aktien, mit denen Ihr wirklich reich werden könnt, sind nicht die mit hoher Ausschüttung. Und wie schon oben erwähnt ist das auch logisch: Lasst Euer Geld lieber im Unternehmen und verzichtet auf Dividenden. Wenn das Management Euer Geld gut investiert, dann profitiert Ihr von starken Kursgewinnen und seid nicht auf Ausschüttungen angewiesen. Also:
Meine Leser hier in der Community wissen längst, was ich seit Jahren predige: Ein schöner Trend ist viel wichtiger als hohe Dividendenzahlungen. Und die Dividende ist alles andere als ein Zeichen für gute Qualität! Es gibt auch viele weitere wissenschaftliche Auswertungen dazu; meine bescheidene kleine Untersuchung ist nur ein weiterer Beleg. Oder mit anderen Worten: Mit einem Kursgewinn von 7 Prozent pro Jahr plus 3 Prozent Dividende schlage ich den DAX. Mir ist ein Kursgewinn von 15 bis 20 Prozent pro Jahr ohne Dividende aber lieber. Mit guten Trendaktien und striktem Money-Management ist das drin.
Freilich findet Ihr in Börsenzeitschriften gerne Aktien mit hoher Dividende. "340 Milliarden Dividende an deutsche Anleger" ist einfach eine Headline, die Klicks oder verkaufte Magazine verspricht. Und die Redaktionen stellen natürlich vor allem die Dividendentitel vor, die ihre Leser kennen und lieben. Schließlich wollen sie ja Hefte verkaufen! Wer an der Börse aber ein Vermögen aufbauen will, ist mit den Trendaktien besser aufgehoben. Eine große Auswahl solcher Titel findet Ihr hier in der Community in meinen Sternelisten. Die aktuellsten beiden stehen hier und hier, und viele weitere sind in Vorbereitung. Und das alles völlig kostenlos für Euch! Dabei gilt aber immer:
Natürlich ist es nicht ganz ungefährlich, einfach Trends zu folgen. Deswegen sind ja Stopkurse so wichtig: Der Grund für Euren Kauf ist der schöne Trend, und wenn der irgendwann endet, ist Euer Kaufgrund entfallen. Dann lasst Ihr Euch ausstoppen und sackt den hoffentlich enormen Kursgewinn ein. Eben ganz einfach nach der Goldenen Börsenregel: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.
Ich hoffe, Euch damit einen Denkanstoß gegeben zu haben. Damit wünsche ich Euch viel Erfolg an der Börse, und viel Spaß mit der Geldanlage
beste Grüße aus einem hochsommerlichen München
an alle, die das hier lesen mussten
nmh
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
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am 26.07.2021 15:05
Ich möchte aber trotz allem mal eine Lanze für Dividendenaktien brechen.
Für alle, die schon seit längerem die Sternelisten von @nmh verfolgen und damit erfolgreich angelegt haben, liegt auf der Hand, dass diese Strategie erfolgreich ist.
Aber für den Einsteiger, der bisher sein Geld in Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld angelegt hat, ist die Dividende ein Ersatz für die vertrauten Zinsen. Und Unternehmen, die zuverlässig eine Dividende über 2% ausschütten, sind ja auch oft bekannte Unternehmen wie z.B. McDonalds oder Allianz, während Esker oder Constellation nicht ganz so bekannt sind. Das erleichtert den Einstieg und ist immer noch besser als das Geld zinslos oder zu Negativzinsen auf dem Tagesgeldkonto zu lassen.
Und die Dividendenrendite in 10 Jahren kann man nicht exakt vorhersagen, aber prognostizieren.
Dividendenstrategien unterscheiden ja unter anderem zwischen Aktien, die bereits jetzt eine hohe Dividendenrendite haben und Aktien, die ihre Dividende regelmäßig steigern. Und da wird dass die Entwicklung der Vergangenheit auf die Zukunft hochgerechnet ("hat in den letzten x Jahren die Dividende jedes Jahr durchschnittlich um 10%/20%/30% erhöht").
Was eben eine Prognose und keine exakte Vorhersage ist.
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am 26.07.2021 15:41
In der Bewertung einer Dividendestrategie schauen die meisten in die Historie und diskutieren über Vergangenheit und Aktien mit besserer Performance.
Steht man vor einem anderen Szenario, nämlich, nicht mehr Arbeiten und von der Dividende leben, möglichst ohne Kapitalverzehr, muss man in die Zukunft schauen und trotzdem ruhig schlafen können.
Da wird die Dividendenstrategie ganz schnell alternativlos. Letztes Jahr hatte ich eigenen kleinen Einbruch bei meinen Dividenden, bei weitem nicht existenzbedrohend. Ich konnte ohne Panik beim niedrigsten Kurs nachkaufen.
Alternativen hierzu wären früher langlaufende Staatsanleihen (10 Jahre) gewesen.
Der Depotwert ist auch zweistellig gestiegen und hat die alten Werte übertroffen. Das Alles ohne Panikverkäufe und irgendwelche Verkauf- und Kaufgebühren. Wenn die Kurssteigerungen, irgendwo zwischen 5-7% p.a. sind, ist damit auch die Inflation ausgeglichen. Auch die Crashpropheten machen mich nicht nervös.
Ohne Dividenden wäre ich beim Kursinbrüchen von bis zu 40% ganz schön nervös geworden. Dieses Jahr sind die Ausschüttungen wie erwartet wieder gestiegen.
Für hohe Renditen nutze ich Krypto und Technologie Werte, das ist bewusst Spielgeld und selbstverständlich kleinere Summen. Und ohne Stop.
Wir befinden uns aktuell und seit Jahren in einem sehr freundlichen Börsenumfeld, da ist es einfacher mit den Renditen.
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am 26.07.2021 15:50
Danke für die Rückmeldung @Chris65 - ich sehe aber, wir reden aneinander vorbei 😄
@Chris65 schrieb:
Nein, das Anlagekriterium damals wäre natürlich die Dividendenrendite damals gewesen. Versetzen wir das Ganze zum einfacheren Verständnis in die Gegenwart. Wer aktuell eine Dividendenstrategie verfolgt, wird als Maßstab vermutlich die aktuelle Dividendenrendite heranziehen, aber sicher nicht die in 10 Jahren gültige. Zum einen kann man die unmöglich schätzen (geschätzt werden müsste ja nicht nur die Dividendenhöhe, sondern auch das Kursniveau in 10 Jahren).
Da ist der Denkfehler. Du sagst, vor zehn Jahren wäre die Dividendenrendite eine andere gewesen und man hätte eine andere Auswahl getroffen, was völlig richtig ist.
Der Text jedoch sagt, und deswegen sagte ich auch extra "Zugegeben alles sehr theoretisch" (und somit nicht nach realen Maßstäben oder Ereignissen ansetzbar), man blicke in die Zukunft und sieht oder schätzt was heute eine hohe Dividendenrendite hat und wählt danach aus.
Das ist das einzige Kriterium. Und darauf schielt der Beitrag ja hinaus: eine hohe Dividendenrendite ist kein alleiniges Qualitätskriterium.
Denn das ist ja auch das, was du schlussfolgerst und Tabelle 1 zeigt:
@Chris65 schrieb:
Noch wichtiger aber, selbst wenn man sie zuverlässig schätzen könnte (wie die Auswertungen unterstellen), wäre man ja bescheuert, Aktien zu kaufen, von denen man weiß, dass sie in 10 Jahren eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Man hätte dann jede Menge duds im Portfolio, nämlich Aktien, die nur deshalb 10 Jahre später eine hohe Dividendenrendite aufweisen, weil die Kursentwicklung in den 10 Jahren unbefriedigend verläuft. Und genau solche duds sind in Tabelle 1 zahlreich vertreten. Der Kommentar von @nmh dazu ("Hätte man sich für die Aktien mit einer hohen Dividendenrendite entschieden, wäre das Investment heute durchgehend zwischen 1000 und 3000 Euro wert.") ist ein statistischer Kurzschluss.
Und das ist doch das, was die Auswertung sagt: Wenn ihr euch nur (!!!!) auf hohe Dividendenrendite verlasst, dann greift ihr daneben. Du hast somit genau die Quintessenz des Beitrages wiedergegeben: Jede Menge Blödsinn im Depot.
Ich denke bei vielen spukt einfach der Gedanke, dass es um Dividendenaktien allgemein geht, fest im Kopf herum. Nein, bitte vom Gedanken lösen. Es geht um hohe Dividendenrendite als alleiniges und einziges Qualitätsmerkmal. Das drumherum ist nur das (sorry!) typisch arrogante von @nmh (SORRY!) oder seiner Schlussredaktion 😉
Er mag es gerne provokativ, manchmal zumindest 😉
Also sind wir uns einig: Wenn man sich nur auf eine hohe Dividendenrendite verlässt, und man sieht, dass die in der Vergangenheit immer höher wurde und abschätzt, dass diese auch in Zukunft steigen wird (entweder durch höhere Ausschüttungen bei eventuell gleichbleibendem Kurs ODER durch Kursrückgang, ist ja beides möglich), dann ist das eine schlechte Auswahl. Richtig? 🙂
@Chris65 schrieb:Das Problem ist hier wieder, dass die aktuelle Dividendenrendite abgebildet wurde. Diese ist bei den bestperformenden Aktien der letzten Jahre zwangsläufig minimal, die Dividende konnte bei diesen Aktien schlichtweg mit der dynamischen Kursentwicklung nicht Schritt halten. Würde man stattdessen korrekterweise die vor 10 Jahren gültige Dividendenrendite abbilden, wären teilweise ganz andere Zahlen zu sehen.
Ich denke hier liest du die Tabelle falsch. Es geht überhaupt nicht um Dividendenrenditen, sondern um eine Verbindung aus Tabelle 2 und Kursen.
Soll heißen: Es wurde geschaut, mit welchen Aktien du das meiste Geld verdient hast. Hierbei völlig egal wie hoch die Dividendenrendite war, denn es geht einzig und allein um die Gesamtsumme der Ausschüttungen PLUS dem Kurserfolg. Die letzte Spalte kann man auch weglassen, da diese uninteressant ist. Besser gesagt soll sie einfach zeigen, dass eine hohe Dividendenausschüttung (= hohe Dividendenrendite) nicht notwendig ist um Vermögen aufzubauen.
Beispiel: Du hast in den Jahren von Sartorius insgesamt 518,55 Euro an Ausschüttungen bekommen, aber on Top auch noch mal 63.869,09 Euro an Kursgewinn. Insgesamt also einen Vermögenswert von 64.387,64 Euro angehäuft. Das ist einfach deutlich mehr, als du mit einer typischen Dividendenaktie wie Johnson & Johnson, Procter & Gamble, Coca Cola oder sonst einer aufgebaut hättest.
Somit ist die Aussage völlig richtig: Dividendenaktien performen schlechter. Nicht abgrundtief schlecht, aber eben schlechter als diese Titel aus der Liste.
Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken 🙂
Was wirklich interessant wäre, wäre, ob Tabelle 3 noch so aussehen würde, wenn man die Dividenden reinvestiert hätte. Dadurch würde der Aktienbestand ja steigen, die Ausschüttungen wären mit der Zeit höher, die Kursgewinne werden durch mehr Aktien auch höher. Das wird außen vor gelassen, und das ist ja das, was Dividendenliebhaber als "die Kraft der Dividende" bezeichnen 🙂
Stimmst du damit überein @Chris65 ? 🙂
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am 26.07.2021 16:20
@Zilch schrieb:Danke für die Rückmeldung @Chris65 - ich sehe aber, wir reden aneinander vorbei 😄
@Chris65 bezweifelt das Ergebnis gar nicht, hält aber die Art des Nachweises für unzureichend.
Du verteidigst das Ergebnis der Untersuchung und begründest warum es stimmt ohne dabei auf seine Kritik an der Nachweisführung einzugehen.
Ihr redet eigentlich von 2 völlig verschiedenen Dingen die aber beide richtig sein können.
Mal in die reale Welt übertragen:
- Das meiste Zitroneneis wird im Sommer gegessen.
- Im Sommer gibt es eine Häufung von Sonnenbränden.
Wenn man nun untersuchen will ob der Verzehr von Zitroneneis zu einem erhöhten Sonnenbrandrisiko führt, dann reicht es nicht zu zeigen, dass beide Erscheinungen korrelieren. Das kann nämlich auch zufällig geschehen (wie es in diesem Beispiel wohl zweifelsfrei der Fall ist).
Aus statistischer Sicht geht es um die Frage der Kausalität der Dinge indem man alle anderen möglichen Einflussfaktoren systematisch ausschliesst (hier: die intensivere Sonneneinstrahlung und die damit einhergehende Wärme).
Der Blick auf eine zukünftige Dividendenrendite (am Ende des Betrachtungszeitraums) ist insofern kritisch, da sie das Ergebnis einer unguten Entwicklung während des Betrachtungszeitraums ist. Damit sind die hohe Dividenrendite und die schlechte Gesamtperformance keine unabhängigen Größen mehr, was zu einer Schwächung der statistischen Aussage führt.
26.07.2021 16:36 - bearbeitet 26.07.2021 17:30
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26.07.2021 16:36 - bearbeitet 26.07.2021 17:30
Du scheinst du meinen Beitrag nicht in Gänze gelesen zu haben (ich weiß, ist viel, sorry), denn ich bin sehr wohl auf seine Kritik an der Nachweisführung eingegangen und stimme dieser in Punkten sogar zu.
Jedoch sehe ich seine Interpretation (Edit: Und auch Kritik an der Nachweisführung) der Tabelle 3 als nicht richtig an und versuche herauszufinden, ob dem wirklich so ist oder ich ihn missverstanden habe oder ob sogar ich falsch liege. Ist ja gut möglich! Dafür sind Diskussionen da! 🙂
Ich denke, dass er die auf Grund der anderen Sicht über die Entstehung der Tabelle auch anders interpretiert. Somit verteidige ich das Ergebnis nicht, sondern sage lediglich: Die Herkunft des Ergebnisses, die Nachweisführung also, ist meiner Meinung nach anders als du es siehst, und somit sind die Interpretationen auch anders.
@GetBetter schrieb
Der Blick auf eine zukünftige Dividendenrendite (am Ende des Betrachtungszeitraums) ist insofern kritisch, da sie das Ergebnis einer unguten Entwicklung während des Betrachtungszeitraums ist. Damit sind die hohe Dividenrendite und die schlechte Gesamtperformance keine unabhängigen Größen mehr, was zu einer Schwächung der statistischen Aussage führt.
Was ja auch keiner anzweifelt oder negiert. Ich stimme ihm in der Kritik zu Tabelle 1 ja auch vollumfänglich zu und sagte ja bereits: Alles sehr theoretisch und suboptimal.
Edit: Nach unserem kleinen Gespräch im Discord nur zur Klarstellung:
Meiner Meinung nach geht es in Tabelle 3 nicht um die Dividendenrendite. Es geht um die Gesamtheit der Dividenden, also die Summe aller Zahlungen. Sartorius hat die Dividenden zwischendurch auch stark gekürzt. Die Dividendenrendite mag höher gewesen sein, aber die Summe der Ausschüttungen ist gering.
Eine Aktie mit hohem Kurs kann trotz hoher Ausschüttung eine geringe Dividendenrendite haben. Und keine Aktie mit hohen Dividenden, also als absolute Zahl unabhängig vom Kurs und somit nicht die Dividendenrendite, hat es in die Tabelle 3 geschafft. Mit keiner hätte man ein Vermögen annähernd einer der Aktien der Tabelle aufbauen können. Zumindest wenn man die Dividende nicht reinvestiert hat. Das wäre eine vernünftigere Prüfung. Und deswegen ist der kausale Zusammenhang für mich stimmig. Ihr versteift euch meiner Meinung nach (wohlgemerkt nur meinem Anschein nach) zu sehr auf die Dividendenrendite, also die Höhe der Ausschüttung im Verhältnis zum Kurs.
Edit 2: Ich sehe aber ein, dass der Zusammenhang zwischen "Dividende" und "Vermögensaufbauerfolg" zu eng ist und nicht als alleiniger Grund betrachtet werden kann. Sartorius hätte auch eine hohe Dividendensumme haben und dennoch im Kurs so stark gestiegen sein können. Das ist zwar nicht gewesen, aber hätte hätte Fahrradkette 😉 Ich sehe, worauf ihr hinaus wollt. Man kann nicht sagen, weil keine Dividenden ausgeschüttet wurden ist der Kurs so explodiert. Der Kurs ist vielmehr aus anderen Gründen explodiert und das keine Dividende ausgeschüttet wurde nur ein Zufall.
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am 26.07.2021 16:47
Ach, @GetBetter , ich denke die Kausalität ist noch viel verwuschelter, so wie:
a) Das Auto ist gut
b) Ein ehrlicher Verkäufer sagt dir das Auto ist gut
c) Ein guter Verkäufer sagt dir das Auto ist gut
Da treffen zwei Parallelwelten aufeinander, nämlich die harte "Wir verdienen Geld" und die weiche "Wir werden höchstwahrscheinlich noch viel mehr Geld verdienen".
Wenn ein begnadeter Unternehmenschef (m,w,d) sagt, der Gewinn sei im Unternehmen besser aufgehoben als im Portemonnaie der Aktionäre und gleich die Hälfte in sein eigenes steckt, wird der Aktienkurs sicher schnell wieder höher steigen, was ihm also durchaus Recht gibt (und er kann gleich die andere Hälfte als Bonus einsacken).
Wir sind alle Deppen und so sollten wir auch investieren
hx.
(Prof. Dr. A. Celentano, Universität Mailand, 1967, Finanzprognostiker)
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am 26.07.2021 19:34
@DS1 schrieb:Ohne Dividenden wäre ich beim Kursinbrüchen von bis zu 40% ganz schön nervös geworden. Dieses Jahr sind die Ausschüttungen wie erwartet wieder gestiegen.
Hallo @DS1
kann deine Sichtweise grundsätzlich nachvollziehen und wenn man nicht mehr Vermögen aufbauen muss und man (u.a.) von den Dividenden leben will, dann ist das ja auch eine spezielle Situation.
Aber, wieso bist du nicht so nervös geworden bei den Kurseinbrüchen, nur weil Div. gezahlt wurden?
Gruß
KM
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am 26.07.2021 19:56
Wie gesagt bin ich kein Anhänger einer Dividendenstrategie, Du brauchst mich also nicht von ihren Nachteilen überzeugen. Ich wäre auch nicht überrascht, wenn eine eine saubere statistische Analyse zu dem Ergebnis käme, dass in den letzten 10 Jahren Dividendenaktienden signifikant underperformt hätten. Davon gehen wir wahrscheinlich alle aus, schließlich liegt hinter uns eine lange Phase der Growth-Outperformance.
Mein Hinweis ist lediglich, dass die von @nhm vorgenommene Auswertung fehlerhaft ist. Nicht die Tabellen sind falsch (Daten lügen nicht, vorausgesetzt sie sind korrekt ermittelt), aber deren Interpretation. In der Interpretation wird eine künstlich erhöhte Korrelation kausal interpretiert, ein typischer Fehler, der auch versierten Statistikern gelegentlich unterläuft. Zwei solche falschen Interpretationen habe ich ja oben zitiert und dabei in nichttechnischer Sprache zu erläutern versucht, welche Fehler begangen wurden.
Wem der ganze statistische Kram zu kompliziert ist, möge einfach mal einen unvoreingenommenen Blick auf die Tabellen werfen. Es ist offensichtlich, dass die (negative) Korrelation von Dividendenrendite und Gesamtperformance in den Tabellen 1 und 3 viel zu eindeutig ist, um wahr zu sein. Sie ist auch nicht wahr, sondern (mindestens zum Teil) künstlich durch einen handwerklichen Fehler entstanden, nämlich die falsch definierte Dividendenrendite. Diese künstlich erhöhte Korrelation dann kausal zu interpretieren nach dem Motto 'schaut her, wenn man sich für die Aktien mit einer hohen Dividendenrendite entschieden hätte, hätte man durchgehend eine klar unterdurchschnittliche Performance erzielt' (zu Tabelle 1) bzw. 'schaut her, unter den Aktien mit der höchsten Gesamtperformance befinden sich nur Aktien ohne Dividende oder mit im Verhältnis sehr kleinen Ausschüttungen' (zu Tabelle 3) ist schlichtweg Unsinn. Im Unterschied dazu fokussiert die Interpretation der Tabelle 2 auf den Zusammenhang zwischen Dividendensumme und Gesamtperformance. Hier erscheint die Korrelation plötzlich viel weniger eindeutig als bei den anderen Auswertungen. Das liegt daran, dass der handwerkliche Fehler nicht zum Tragen kommt, er betrifft nur die falsch definierte Dividendenrendite und nicht die Dividendensumme.
An dieser Stelle beende ich jetzt aber meinen Statistik-Vortrag, möchte hier niemendem auf die Nerven gehen.
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am 26.07.2021 20:06
@KeepMoving schrieb:
....kann deine Sichtweise grundsätzlich nachvollziehen und wenn man nicht mehr Vermögen aufbauen muss und man (u.a.) von den Dividenden leben will, ...
Aber, wieso bist du nicht so nervös geworden bei den Kurseinbrüchen, nur weil Div. gezahlt wurden?
Ich bin nicht nervös geworden, da ich Kursrücksetzter sehr lange aussitzen kann, solange die Dividende bezahlt wird. Da ich für meine Dividendenstrategie primär auf etf Fonds setztest ein Totalverlust sehr gering.
Ein Beispiel, mein einziger Fond der eine negative Kursperformance zeigt ist der EXXW (iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 50 UCITS ETF (DE)). Stand heute -7k€, ärgert mich, dümpelt vor sich hin. Warum halte ich ihn im Depot? weil er mir bisher knapp 11k Dividende beschert hat. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 4,25%. Daher bleibt er im Depot und ich kassier die Dividende. Hinzu kommt, dass er wichtig für meine Diversifizierung ist.
Wie vorhin gesagt, zum Aufbau setzte ich ausschließlich auf Technologie und immer Krypto. Immer wenn ich Technologie zukaufe, kaufe ich für 1% Krypto. Dann wird beides gehalten ohne Stop. So bin ich zu meinen 10 Teslaaktien aus 2013 gekommen.
27.07.2021 06:39 - bearbeitet 27.07.2021 06:49
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27.07.2021 06:39 - bearbeitet 27.07.2021 06:49
@GetBetter schrieb:Mal in die reale Welt übertragen:
- Das meiste Zitroneneis wird im Sommer gegessen.
- Im Sommer gibt es eine Häufung von Sonnenbränden.
Wenn man nun untersuchen will ob der Verzehr von Zitroneneis zu einem erhöhten Sonnenbrandrisiko führt, dann reicht es nicht zu zeigen, dass beide Erscheinungen korrelieren. Das kann nämlich auch zufällig geschehen (wie es in diesem Beispiel wohl zweifelsfrei der Fall ist).
Aus statistischer Sicht geht es um die Frage der Kausalität der Dinge indem man alle anderen möglichen Einflussfaktoren systematisch ausschliesst (hier: die intensivere Sonneneinstrahlung und die damit einhergehende Wärme).
Ein wunderschönes Beispiel!
Nahezu perfekt.....:
Ein schöner Beitrag dazu wie "Big Data" funktionieren kann.
Es gibt eine Korrelation -> das hat uns der Computer aufgezeigt. Es gibt - wie @GetBetter deutlich und nachvollziehbar darstellt - keinen direkten kausalen Zusammenhang.
Es gibt aber einen indirekten kausalen Zusammenhang: Nämlich die Ursache/der Grund: nämlich der Sommer und die damit verbundene Sonnenstrahlung: Sie ist Ursache/Auslöser für beide Erscheinungen.
-> es handelt sich also nicht um eine zufällige Korrelation sondern um eine systematische Korrelation! (an sich zwar trivial - aber trotzdem eine wichtige Erkenntnis)
Insofern ist es nicht nur ein (Gegen-)Beispiel warum es wichtig ist nach einem direkten kausalen Zusammenhang zu fragen sondern auch ein schönes Beispiel ob man durch eine Erweiterung der Fragestellung bzw. größerem Drang hinsichtlich der Suche nach der Ursache nicht vielleicht doch zu einer Erkenntnis gelangt.
Jetzt könnte man wieder weitermache mit Menschen, Affen und Bananen... aber ich denke das führt uns hier nicht weiter 😉
Gruß Crazyalex
An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!
