am 23.02.2026 14:10
In diesem Thread möchte ich mal fragen, wie ihr eure Versorgungslücke im Alter berechnet bzw. welche Annahmen ihr der Berechnung zugrunde legt.
Wir wissen ja, dass die gesetzliche Rente vermutlich zum Überleben reicht, aber nicht unbedingt zum Erhalt des eigenen Lebensstandards. Daher sorgen viele von uns mit ihrem Wertpapierdepot fürs Alter vor - entweder, um einen guten Lebensstandard auch im Rentenalter beibehalten zu können oder auch vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand zu gehen (oder auch Beides).
Um die Lücke zwischen dem, was von der gesetzlichen Rentenversicherung (und ggf. von privaten Rentenversicherungen oder Betriebsrenten) im Alter zu erwarten ist und dem, was man gerne hätte, muss man ja einige hypothetische Annahmen treffen.
Das sind u.a.:
- Steuersatz auf Renten
- Sozialversicherungssatz auf Renten (Betriebsrenten sind meist abzgl. einer Freigrenze voll SV-pflichtig!)
- voraussichtliches Endalter (=Sterbealter)
- Rentenerhöhungen
- erwartete Inflationsrate pA
- erwartete Depotperformance pA
- benötigtes Geld pro Monat (im Rentenalter)
Klingt alles einfacher, als gedacht, denn: Rechnet man zu optimistisch und die Depotperformance entwickelt sich nicht erwartungsgemäß wirds irgendwann eng - rechnet man zu pessimistisch (weil man vielleicht mit einem Sterbealter von 100 rechnet - was bzgl. Lebenserwartung zwar positiv sein kann, aber das durchschnittlich pro Monat entnehmbare Vermögen zu niedrig erscheinen lässt), erreicht man ggf. die auf dem Papier gesteckten Ziele nicht und schränkt sich bereits jetzt teilweise unnötig ein.
Wie geht ihr mit dieser Unsicherheit um?
Ich setze bei meinen Simulationen (die eh nur eine Näherungslösung sein kann) auf:
- Endalter von 95 (vermutlich zu hoch)
- durchschnittliche Depotperformance von 4% pA für den Aktienteil und 2% pA für den Anleiheteil (jeweils vor Steuern)
- Inflationsrate 2,5% (die haut bei den Simulationen übrigens so richtig kräftig rein!)
- gesetzliche Rentenerhöhungen auf 1% pA (sind aktuell höher, aber die Demographie arbeitet dagegen)
- Steuersatz 25% (nicht %-Punkte!) über dem aktuellen Steuersatz basierend auf der aktuell zu erwartenden Bruttorente
- 21,5% KV-Beitrag, 6% PV-Beitrag
Vermutlich ist das Ergebnis in Summe zu negativ (d.h. das aktuell monatlich entnehmbare Vermögen dürfte eigentlich höher sein als es die Simulation ergibt), aber kA, was in 10 oder 15 Jahren realistische Werte sind.
Und bitte bitte beachtet die Inflationsrate! Wenn ihr Stand heute pro Monat 1000€ entnehmen könnt, müsstet ihr (bei den von mir verwendeten 2,5% Inflationsrate) in ca. 28 Jahren bereits das doppelte entnehmen, um den Kaufkraftverlust ausgleichen zu können!
am 03.03.2026 15:00
Guten Tag,
vielleicht passt es hierhin.
Ein Kollege,Single <Stahbetonbauer> 63 ab 1.1.26 in Rente, letztes Gehalt Netto 2730.-
Rente Netto 1.890.- ...Dank seines netten AG um 376.- Betriebsrente
in Summe, Netto 2.266.-
Sparsumme bis Renteneintritt 160.000.-
Ich meine, nein...ich weiß, er kommt gut hin.
Grüße
Daniel
am 03.03.2026 16:11
@Morgenmond schrieb:Rentenlücke hin oder her. Es ist im Grunde müßig sich darüber den Kopf zu zerbrechen.
Was nutzt es mir zu wissen dass meine Rentenlücke z.B. 1.500€ beträgt wenn ich nur z.B. 400€ zurücklegen kann ?
Selbst wenn mein zurückgelegtes und investiertes Geld sich verdoppelt und die Sparrate entfällt fehlen (400*2)+400 = 1.200
1.500 - 1.200 = 300€.
Der Trick ist natürlich so früh anzufangen, dass sich die 400 € nicht nur verdoppeln sondern mindestens vervierfachen. Die Faustformel sagt, dass sich bei einer angenommenen Rendite von 7% p.a. der Betrag alle 10 Jahre verdoppelt, 20 Jahre vor Rentenbeginn wäre also ein guter Zeitpunkt zu starten. Fast so gut wie 30 Jahre vorher, oder 40.
Dann reden wir von (400*4)+400 = 2.000 €. In Deinem Beispiel kömen wir dann auf 1.500 - 2.000 = -500 €, wobei das Minus in dem Fall von Vorteil ist.
Ohnehin ist das natürlich eine sehr vereinfachte Rechnung, da sie den Faktor Zeit nicht vollumfänglich berücksichtigt. Es ist nicht realistisch die Monatsrate einer Einzahlung mit der Monatsrate der Entnahme wie mit einem unsichtbaren Band aneinander zu koppeln.
am 04.03.2026 22:11
Ob justETF hier mitliest?
Rentenlücke berechnen: So planst du deinen Ruhestand mit ETFs
Grüße und gute Nacht,
Andreas
am 04.03.2026 22:13
@digitus schrieb:Ob justETF hier mitliest?
Rentenlücke berechnen: So planst du deinen Ruhestand mit ETFs
Grüße und gute Nacht,
Andreas
Mindestens justETF, Handelsblatt, Aktionär, BO.
am 04.03.2026 22:31
Nö Jungs
6 min. lesen 🤔
WIR haben doch EUCH 😉
und zum ende des Tages
ein guter Sherry, mit der Freundin,
und die Nacht kann kommen.
Gut Nächtle
Daniel und ...Ihr wisst schon 😊