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Frohe Weihnachten 2020
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am 15.12.2020 14:16
Liebe Bordmitglieder,
einige haben es sicher bemerkt, meine voluminösen Beiträge hier im Bord erscheinen seltener, denn ich beschränke mich inzwischen mehr auf das Lesen, und die eingestellten Beiträge gehen auch nicht aus, immer stoßen neue Mitglieder dazu und schließlich wächst die Mitgliederzahl auch rasant.
Ein großer Anteil daran wird sicher den Moderatoren geschuldet, welche öfters helfend eingreifen und dieses Bord zu einer angenehmen Ausnahme im Umgang miteinander hervorheben.
Schon wieder stehen wir kurz vor dem Jahreswechsel und auch dieses Jahr ist es mein Anliegen, euch allen ein frohes und sorgenfreies Weihnachtsfest zu wünschen.
In den vorherigen Jahren habe ich dies immer verbunden mit kleinen Ratschlägen, wie: einfach mal ein paar Tage aus zu spannen, abschalten vom Börsenalltag, den nervösen Blicken auf Kursveränderungen oder der Suche nach noch unbekannten Perlen.
Aber dieses Jahr haben wir noch eine ganz besondere Situation. In Zeiten der Coronapandemie treten nun weitere Gedanken schmerzlich in den Vordergrund und tun besonders weh, zumal auch Familienkontakte drastisch reglementiert sind.
So langweilig es mir immer erschien, bei Eltern oder Großeltern eintönige Dialoge beim Nachmittagskaffee zu führen, werde ich es nun sogar vermissen.
Aber schlimmer noch betrifft es Alten-und Pflegeheime, in welchem wir sicher auch Angehörige haben und diese nicht verstehen werden, warum sie niemand besucht.
Das auch ich in meinem Alter noch einmal Ärger bekommen kann, wenn ich um 20:00 Uhr nicht zu Hause bin, hätte ich mir bestimmt nicht träumen lassen.
So lasse ich einfach mal allgemeine Redefloskeln wie Weltfrieden, Gesundheit, Hunger usw. außen vor und wünsche uns, daß das Jahr 2020 aus gesundheitlicher Sicht eine Ausnahmejahr bleiben wird und wir es ohne persönliche traurige Erfahrungen beenden können.
Auf ein besseres Jahr 2021
frohe Weihnachten und einen tollen Start ins neue Jahr !
wünscht euch - Shane
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am 03.01.2021 13:05
@Ihr Nickname, wow 😳
Gut gebrüllt, Löwe 🦁
(Meine ich sehr anerkennend! Chapeau!)
Grüße,
Andreas
FAQ zu Finanz-Informationsquellen im Internet | FAQ zu Apps | Papiere mit monatlicher Aussschüttung
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am 03.01.2021 17:07
...sehr gelungene und nachdenkliche Antwort
...was so alles hinter einem anfänglichen hmmmmm und hhmmmmmm stecken kann
...freut mich, dass ich es herauskitzeln durfte
Na klar sind viele Verbote sinnvoll, das wissen wir seid Moses, die Frage ist nur wie viele und an welchen Stellen und mit welchem Zweck, siehe Kant:
Der kategorische Imperativ ist das grundlegende Prinzip ethischen Handelns in der Philosophie Immanuel Kants. Als Kriterium, ob eine Handlung moralisch gut sei, wird hinterfragt, ob sie einer Maxime folgt, deren Gültigkeit für alle, jederzeit und ohne Ausnahme akzeptabel wäre und ob alle betroffenen Personen nicht als bloßes Mittel zu einem anderen Zweck behandelt werden, sondern auch als Zweck an sich. Der Begriff wird als Bestimmung des guten Willens von Kant in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten vorgestellt und in der Kritik der praktischen Vernunft ausführlich entwickelt. Er lautet in einer seiner Grundformen: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Auf unmittelbare Kritik reagierte Kant mit einem Anwendungsbeispiel in dem Aufsatz Über ein vermeintes Recht, aus Menschenliebe zu lügen.
Esken möchte Corona-Demonstrationen verbieten, das Handelsblatt meint dazu:
Gabriel nannte die Pegidademonstranten "Braunes Pack", er hätte sie auch gerne verboten obwohl die überwiegende Zahl damals normale Bürger waren. Anschließend wählten 1,1 Millionen ehemaliger Spdler AFD
Damit wurden sie über Nacht zu "Faschos", die öffentliche Wortwahl Kippings zu AFDler, sie möchte die AFD gerne verbieten.
Kühnert möchte gerne den Besitz von mehr als einer Wohnung verbieten (von mir zugespitzt)
Hofreiter möchte gerne Großkonzerne verbieten (von mir zugespitzt)
Ska Keller (Europa-Grüne) möchte gerne ohne Rücksicht auf die deutschen Autokonzerne die Luft-Grenzwerte (auch ein Verbot) so schnell anschärfen, dass die Automobilindustrie dabei drauf gehen könnte. Ihr lakonischer Fernseh-Kommentar dazu, die haben ohnehin geschlafen, dann müssen sie sich halt was anderes überlegen wenn sie nicht draufgehen wollen (fast wörtlich)
...usw, usw
...die da oben (wie bildlich zu dem Begriff "Die da oben2) haben ihren Kant wohl nicht gelesen. Sie benutzen ihre Moral als Waffe und dann ist sie keine Moral mehr im ethischen Sinne! Und das 8. Gebot von Moses:
DU SOLLST NICHT FALSCH ZEUGNIS REDEN WIDER DEINEN NÄCHSTEN!
ist denen mit Sicherheit "scheißegal". Wer Verbote und die Forderungen danach instrumentalisiert um daraus persönliche Vorteile zu ziehen macht genau den gleichen Egoismus, den Du anfänglich beklagtest.
Wer etwas umbauen will, muss das vorsichtiger tun und möglichst viele Menschen mitnehmen, dazu sollte man Zwangsmaßnehmen auf das absolut Notwendigste beschränken.
Es war übrigens Habeck, der seinen Grünen aus "Kalkül" verbot möglichst nicht mehr vom Verbieten zu sprechen:
https://www.kultura-extra.de/literatur/rezensionen/buchkritik_WerWirSeinKoennten.php
Interessesant in der Rezession der Auszug:
Man fragt sich: Ist das hier der altbekannte grüne Moralismus? Habeck wäre nicht der gewiefte Politiker, der er ist, wenn er nicht versuchen würde, diesen Einwand aus der Welt zu schaffen, denn natürlich weiß er, dass am Horizont die Sorge vor einem Neusprech droht. Und tatsächlich liegt ein feines Odeur zwischen den Zeilen dieses Buches. Ist sie wieder zurück, die biedere moralistische Verbotskultur der Grünen? Man will es nicht beschreien. Aber sagt uns hier ein grüner Politiker nicht wieder einmal, was man denken und sagen und tun darf? Jedenfalls muss man kein politischer Rechter sein, um Habecks Plädoyer als neue Version des grünen Rigorismus misszuverstehen: Hier das Richtige. Dort das Falsche.
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am 03.01.2021 18:50
@Noxx kurze Zwischenfrage: woher weißt du, dass die SPDler nicht was anderes wählten und von anderen Parteien Wähler AfD gewählt haben? Soweit ich weiß sind Wahlen immer noch geheim und bei Umfragen wird viel Müll erzählt und ist fehleranfällig. Solange man nicht jede Stimme offen registriert weißt du schlicht nicht ob 1,1 Millionen SPDler nun AfD gewählt haben. Ich kenne genügend, die nun Grüne und CDU gewählt haben. Mache ich eine eigene Umfrage und rechne hoch käme ich auf andere Ergebnisse. Politik ist schwierig zu diskutieren, solche Aussagen sind aber sehr sehr vorsichtig zu treffen.
Research alone won't ensure a profit. Your main goal should be to make money, not to get an A in How to Read a Balance Sheet. - RD
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am 03.01.2021 19:21
@Zilch schrieb:@Noxx kurze Zwischenfrage: woher weißt du, dass die SPDler nicht was anderes wählten und von anderen Parteien Wähler AfD gewählt haben? Soweit ich weiß sind Wahlen immer noch geheim und bei Umfragen wird viel Müll erzählt und ist fehleranfällig. Solange man nicht jede Stimme offen registriert weißt du schlicht nicht ob 1,1 Millionen SPDler nun AfD gewählt haben. Ich kenne genügend, die nun Grüne und CDU gewählt haben. Mache ich eine eigene Umfrage und rechne hoch käme ich auf andere Ergebnisse. Politik ist schwierig zu diskutieren, solche Aussagen sind aber sehr sehr vorsichtig zu treffen.
...stammt aus der Wähler-Wanderungsbewegungstatistik (Ard oder ZDF) nach der letzten Bundestagswahl, soweit ich mich erinnere
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am 03.01.2021 19:31
Hm, schonwieder Kant. Nagut.
Du hast aus Wikipedia: Kategorischer Imperativ zitiert, dann benutze ich den im Folgenden ebenfalls als Quelle.
Der kategorische Imperativ ist eine Verpflichtung, sich moralisch gut zu verhalten. Dabei verfolgt Kant den Ansatz, dass alle Menschen vernünftig sind und daher moralisch gutes Handeln als solches auch unter der Prämisse der Vernunft bewerten.
Kurzes Beispiel: Ist es vernünftig, gegen staatliche Maßnahmen zu demonstrieren, mit denen man nicht einverstanden ist? Und ist immer noch vernünftig, auf dieser Demonstration während einer Pandemie die empfohlenen Schutzmaßnahmen nicht einzuhalten?
Der Knackpunkt an Kant ist daher, dass ein Mensch sich nicht ausschließlich objektiv vernünftig verhält, sondern zugleich eigenen Willen hat. Daher ist es sicherlich schwierig, jegliches Handeln puristisch mit Kant zu bewerten, egal ob es nun grüne Politiker oder Covid-Demonstrierer sind.
Durch den verpflichtenden Charakter des kat.Imperativs ist es im Übrigen nicht so, dass die persönliche Freiheit über allem steht. Vielmehr lassen sich dadurch viele Verbote als "moralisch gut" belegen, wenn man so will. Man könnte als Beispiel vielleicht den Mindestlohn wählen – jeder soll durch einen Vollzeitarbeitsplatz ein zum Leben geeignetes Gehalt erwirtschaften können. Das greift jedoch erheblich in die Freiheit von Geschäftsleuten ein, Löhne und Preise Ihrer Produkte frei zu bestimmen.
Die Konsequenz vom Mindestlohn ist übrigens nicht ausschließlich, dass das Produkt von Arbeit immer teuerer wird, sondern dass Arbeit, welche sich bei hohen Personalkosten (scheinbar) nicht wirtschaftlich durchführen lässt stattdessen von Maschinen erledigt wird (Beispiel: Backwaren). Daraus resultiert dann auch für die Zukunft, dass nicht-automatisierbare Arbeit deutlich an Wert gewinnen muss. Wir könnten als nächstes über ein BGE und den vermutlichen Einfluss auf undankbare oder schlecht bezahlte Arbeit diskutieren, aber das würde wohl zu weit führen 😉
Um Deine Beispiele der "Verbots-Politiker" mit Kant in Verbindung zu bringen, stünde nun also quasi die Frage im Raum, ob moralisch gutes Handeln für alle Menschen konkrete Vorteile bringen muss oder einige dadurch auch Nachteile haben können.
Sicherlich könnte eine Regelung, maximal eine Immobilie besitzen zu dürfen, dazu führen, dass Immobilienpreise sinken und daher mehr Menschen sich zum einen eine angenehmere Wohnsituation leisten könnten, alsauch (durch gesunkene Mieten) mehr Geld zur Verfügung steht, was letztlich in andere Wirtschaftszweige fließen kann (vielleicht die Automobilindustrie 😉 ).
Wäre das denn moralisch gutes Handeln? Es ermöglich jedem Menschen (auch denen mit mehreren Immobilien) eine stabile Wohnsituation sowie den grundsätzlichen Immobilienbesitz, als Altervorsorge oder auch zur objektiven Steigerung der persönlichen Freiheit, weil man z.B. dann beliebig Wanddurchbrüche machen kann.
Aber es resultiert darin, dass Menschen (oder Unternehmen) mit mehreren Immobilien die überzähligen veräußern müssten. Ich selbst fände es in Ordnung, aber ich habe auch nicht mehr als eine Immobilie und insofern nichts zu verlieren :).
Ich kann mir aber trotzdem vorstellen, dass es als Maxime nach Kant taugt.
Wir kommen daher sicherlich an die Grenzen von objektiver Moral oder Ethik, weil wir, wie schon beschrieben, keine reinen Vernunftsmenschen sind. Eine Gesellschaft von Vernunftsmenschen würde vermutlich den Kommunismus ermöglichen, der ansonsten eher nicht funktionieren kann. Im Kommunismus hätte von vorneherein wohl niemand mehrere Häuser und würde es dann auch nicht als Verlust empfinden, wenn per Gesetz der Besitz von mehr verboten würde.
@Noxx schrieb:Wer Verbote und die Forderungen danach instrumentalisiert um daraus persönliche Vorteile zu ziehen macht genau den gleichen Egoismus, den Du anfänglich beklagtest.
Wer etwas umbauen will, muss das vorsichtiger tun und möglichst viele Menschen mitnehmen, dazu sollte man Zwangsmaßnehmen auf das absolut Notwendigste beschränken.
Ich sehe den Egoismus als Gegenströmung zum Vernunftsmenschen. Ich kann aber an den von Dir genannten Beispielen nicht direkt erkennen, wo der Vorteil für die jeweiligen Personen liegen soll.
Wenn ich Gruppen von Menschen als braunes Pack oder Faschos bezeichne, mag es sein, dass ich dabei vielen aus der gemeinten Gruppe Unrecht tue. Ob nun nach Kant oder dem achten Gebot, das ist sicherlich für die Gesellschaft nicht förderlich. Trotzdem entsteht daraus nicht unbedingt ein Vorteil. Von daher bin ich nicht sicher, wo Du hier Egoismus als Grundlage siehst.
Was Du hier wohl eigentlich kritisierst, ist eine Hypermoral. Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass Moral (= Prinzip Deines Handelns) alleine nicht reicht, sondern Du zusätzlich auch die Auswirkung Deines Handelns und die Interpretation Deines Handelns durch andere berücksichtigungen musst. Das heißt, dass Du z.B. durch Teilnahme an einer Demonstration, an der auch tatsächliche Faschos teilnehmen, Dich unmoralisch verhältst, auch wenn die Teilnahme an der Demonstration ansich nicht unmoralisch ist. Durch die Teilnahme würde man die Aufmerksamkeit für Faschos und deren Themen stärken und begünstigen und möglicherweise Opfern von Faschos Angst machen. Die Konsequenz wäre dann, dass Du Dich dem selben Urteil hingeben müsstest.
Ich sehe als Ursache für dieses Dilemma die Unmündigkeit eines gewissen Teils der Gesellschaft. Wenn ich nämlich davon ausgehen könnte, dass jeder Mensch in der Lage wäre, sich seine eigene Meinung nach den allgemeinen Grundsätzen unseres Grundgesetzes und meinetwegen einer minimalen sekulären Moralvorstellung zu bilden, dann könnte es mir egal sein, wenn Faschos demonstrieren gehen – weil sie damit niemanden beeinflussen würden, der nicht eh schon ebenso denkt.
Die Hypermoral ist daher in meinen Augen die menschliche Überreaktion auf die eigene Hilflosigkeit gegenüber einer unmündigen Gesellschaft, welche sich radikalisieren und polarisieren lässt: Ich erwarte von den eigentlich verbündeten Menschen quasi noch mehr Moral, um es für die unmündigen leichter zu machen, sich für "meine Seite" zu entscheiden. Doch dadurch, dass ich den "Standard für Moral" weiter anhebe, mache ich ihn über kurz oder lang nicht nur unerreichbar, ich erzeuge dadurch auch Ablehnung in den ansonsten der Moral und Vernunft wohlwollend Zugeneigten, was dann in "sowas wird man ja wohl noch sagen dürfen" mündet.
Die der Hypermoral zugrundeliegende Motivation sehe ich aber nicht als egoistisch oder böshaft an, sondern als Panikreaktion aus Hilflosigkeit heraus. Daher verurteile ich sie nicht, versuche aber wenn es geht darauf hinzuweisen, dass es oft bessere/wichtigere Baustellen unserer Gesellschaft gibt. Das kommt leider nicht immer gut an.
Das Thema spielt aber in meiner Wahrnehmung keine große Rolle. Den Tonfall (der übrigens von beiden Seiten abartig ist!) haben wir bereits verurteilt, und der hat nichts mit Hypermoral zu tun.
Zuletzt möchte ich noch betonen, dass ein Umbauen der Gesellschaft meiner Meinung nach nicht nur vorsichtig möglich ist. Natürlich hast Du recht, dass ich Menschen mitnehmen muss, wenn ich will, dass etwas überall positiv aufgenommen wird.
Eine Zwangsmaßnahme ist in meinen Augen nicht unbedingt etwas, was niemand akzeptieren kann. Damit spräche ich ja quasi den negativ betroffenen Mensch die Fähigkeit ab, selbstlos und hilfsbereit und fürsorglich und liebevoll zu sein – denn unter der Annahme, dass mein Verbot ein moralisch gutes Handeln zur Maxime hat, sollten ja bereits alle Vernunftsmenschen direkt überzeugt sein und alle anderen im Rahmen Ihres freien Willens die Möglichkeit haben, sich empathisch zu verhalten.
Im WP-Artikel zur Moral steht im Abschnitt "Moral als Aspekt der menschlichen Natur" geschrieben, dass der Mensch eigentlich diese Eigenschaften haben sollte, also auch in der Lage ist, sie zu verstehen und "anzuwenden".
Daraus folgt für mich: Wenn ich es schaffe, diese Werte in meinem Verbot in den Vordergrund zu stellen, sollten selbst Menschen, welche dadurch subjektive Nachteile erleiden, es dennoch zumindestens akzeptieren können.
Ich vertraue also auf meine Mitmenschen, dass sie es schaffen, Ihre willentlichen Bewertungsgrundlagen der Vernunft und dem Gemeinwohl unterzuordnen, bzw. würde in Bildung und Öffentlichkeitsarbeit investieren, die das zum Ziel hat.
Dass es aktuell eher nicht klappt, ist meiner Meinung nach die große Hürde in unserer heutigen Gesellschaft. Der sozusagen "gesellschaftliche Zusammenhalt", das "Füreinander", könnte sich durchaus erst noch ein paar Jahre weiter verschlimmern, bevor es dann hoffentlich schnell wieder besser wird.
Da ich ab morgen wieder arbeiten werde, soll das mein letzter Beitrag mit dieser Tiefe (und Länge) sein. Für sowas reicht die Zeit dann leider nicht mehr.
Trotzdem habe ich das sehr genossen und danke allen Beteiligten!
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am 03.01.2021 19:51
...vielen Dank für die Replik
...ich antworte gerne aber dafür brauche ich mehr Zeit und ich muss jetzt Nudeln kochen
Nur zwei ganz schnelle Hinweise zum Egoismus und zur Demo:
Wenn ein "Linksspektrum-Politiker" ein "Rechts-Konservativen" als Fascho oder Nazi beschimpft, tut er das aus dem Motiv heraus, sich und seine Haltungen zu überhöhen und den anderen zu erniedrigen, dann ist das Egoismus, weil er politischen Nutzen für sich draus ziehen will
Wenn man demonstriert (wobei auch ich der Meinung bin, die Coronademonstranten hätten sich an die nun mal erlassenen Hygieneregeln halten simüssen) kann man nicht verhindern, dass sich unliebsame Genossen anschließen und andere Themen skandieren. Ausschluss derselben ist ohne Gewalt nicht möglich. Wenn das die Folge hätte wie von Dir postuliert nicht mehr moralisch gut zu demonstrieren und man gehen müsste, würde die Versammlunbgsfreiheit ad Absurdum geführt, denn eine kleine 5te Kolonne Andersdenkende könnte damit jede Demo konterkarieren. Da hinkt dein ansonsten blitzsauberer Gedankenzug gewaltig, denn das ist "Sippenhaft"
03.01.2021 20:47 - bearbeitet 03.01.2021 20:56
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03.01.2021 20:47 - bearbeitet 03.01.2021 20:56
Danke für die angeregte Diskussion hier. Bezüglich der Querdenker aka Coronaleugner fällt mir aber auch nichts mehr als "Covidioten" ein:
Als medizinisches Personal, das seit Wochen und Monaten in einzelnen Bereichen für einen mäßigen Lohn auf dem Zahnfleisch geht, kommt man sich da zwangsläufig verar***t und alleingelassen vor.
Und für Hinterbliebene von Covid-Opfern ist dieses Verhalten ebenso herzlos und verletzend.
Massenhafte Verstöße gegen Auflagen, und die Polizei sieht zu ...
Grüße,
Andreas
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03.01.2021 20:56 - bearbeitet 03.01.2021 20:57
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03.01.2021 20:56 - bearbeitet 03.01.2021 20:57
Danke für Deine kurzen Erläuterungen. Den Egoismus kann ich jetzt nachvollziehen, wenngleich ich lieber weiterhin Unfähigkeit anstatt Böswilligkeit unterstellen möchte. Ich hoffe, dass diese Einschätzung keine Fehlannahme ist.
Zur Klarstellung: Ich habe die Hypermoral und die Kant'schen Einordnungen beschrieben, wie sie sich mir darstellen. Daraus folgt nicht, dass ich das beschriebene selbst gutheiße. Ich postuliere im besonderen nicht, dass eine Hypermoral für Demonstrationen richtig oder sinnvoll sei, sondern beschreibe nur, wie sie mMn funktioniert.
Nenn eine hypotetische Demo einfach "Gegen Corona-Maskenpflicht und für die unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen aus den Mittelmeerlagern". Das sollte entsprechende Unterwanderung unwahrscheinlich machen 😉
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am 15.02.2021 16:47
...ich wollte beizeiten noch auf deinen interessanten Beitrag antworten, aber die Zeit rannte und viele anderen Themen drängten sich in der Vordergrund
...da ich aber meine Beiträge in diesem Forum massiv reduzieren werde, Hintergründe dazu könntest Du im Bitcoin-Forum lesen, noch eben diese eine Antwort zu unserem Thema
...nicht nur das @SMT-Team, sondern viele Teile unserer Gesellschaft werden zu moralischen Sprachpolizisten
...meine witzige Verballhornung über ein Sinti und Roma- Schnitzel wird zum Rassismus ( @nmh) und zur Streichung meines Kommentars
...also wo leben wir denn hier?
...wiederbelebtes Spießertum jetzt durch die Social Media Gestählten
...wir, die wir unserer nachfolgenden Generation gegen massiven Widerstand gegenüber unseren Eltern eine Freiheit garantierten, die es so noch nie vorher in Mitteleuropa gegeben hat, werdn jetzt zu Tätern, weil wir sagen: Achtung: Restriktion beginnt immer mit Sprachpolizisten
...war schön mit Dir zu diskutieren
So long
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am 15.02.2021 18:14
Ich habe das von Dir angesprochene Thema "Sprachpolizei" nicht mitbekommen.
Ich bin vermutlich etwas jünger als Du und habe daher eine andere Erfahrung in meiner Auseinandersetzung mit meinen Eltern gemacht.
Meine Eltern wollten mir beibringen, nicht zu fluchen. Das war in den 80ern einfach nicht der feine Ton, der gesellschaftlich anerkannt war, und meine Eltern wollten gesellschaftlich anerkannt sein.
Ich habe hauptsächlich das typische Wort für Exkrement verwendet, um Emotionen wie Frust, Wut, Enttäuschung loszuwerden. Dafür wurde ich dann regelmäßig zurechtgewiesen, ohne es wirklich zu verstehen.
Ich habe es aber nach Möglichkeit vermieden, persönliche Auseinandersetzungen mit anderen mit beleidigenden Schimpfwörtern zu garnieren, denn die Zurechtweisung meiner Eltern dafür war etwas härter – eine Backpfeife.
Dabei war ein Motto meiner Eltern das bekannte "In Deinen eigenen vier Wänden kannst Du die Sau raus lassen, aber in der Öffentlichkeit benimmst Du Dich gefälligst." Die Idee war natürlich, dass der meiste Umgang mit anderen Menschen eben nicht in den eigenen vier Wänden stattfindet und ich mich daher einfach immer benehmen würde. Man sage, meinten meine Eltern, anderen Menschen höchstens in feinstem Hochdeutsch, was man von Ihnen hält, gebrauche dafür aber keine Kraftausdrücke. Kraftausdrücke gäbe es am Stammtisch oder im Fussballstadion. Meine Eltern hielten sich für bessere Menschen, die das nicht nötig hätten.
Mir wurden also Worte verboten, die sie nicht "fein genug" fanden, damals haben sie das "Proletendeutsch" genannt. Ich sollte nicht so sprechen, damit ich nicht so wahrgenommen werde und vor allem natürlich sie selbst nicht als Proletenhaushalt galten, wo die Kinder solche Worte lernten. Hätte ich das wort damals gekannt, hätte ich es wohl verwendet: Ich vermute, so etwas ähnliches meinst Du mit "Sprachpolizei".
So elitär meine Eltern damals gedacht haben, so ging es doch trotzdem nie darum, dass z.B. Kritik an ihnen selbst (der Obrigkeit) verhindert werden sollte oder Tabuthemen etabliert würden. Es waren weiterhin alle Themen und vor allem auch Gedanken in Ordnung und erlaubt, ich sollte mich nur angemessen ausdrücken. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass man aus Teilen der Gesellschaft ausgeschlossen wird, z.B. bestimmte Arbeitgeber/Positionen oder Vereine.
Das macht z.B. auch die richtige Polizei/Justiz, sie sorgt dafür, dass Menschen, die sich falsch verhalten (in diesem Fall Straftäter), für eine Weile nicht an der Gesellschaft teilhaben können. Einsicht und Reue werden dabei als mildernde Umstände gewertet und können eine Strafe reduzieren.
Die Erziehungsmethoden und -motivation meiner Eltern lehne ich jedenfalls heute genau so wie damals ab, aber nicht mehr den eigentlichen Inhalt. Dabei ist "sich richtig verhalten" etwas schwammig, es geht mehr um den Respekt für andere Menschen. Zu einem respektvollen Umgang gehört z.B., dass man sich anderen nicht zu sehr körperlich nähert (ein toller Aspekt der Pandemie, viele halten Abstand 🙂 ). Dass man Ihnen in die Augen sieht und nicht auf sexuell relevante Körperteile. Und wenn eine mir männlich erscheinende Person sagt, ich möge sie mit "Frau" anreden (oder andersherum, oder ganz anders), dann tue ich das. Oder wenn ich Paprikaschnitzel im Restaurant bestelle, damit sich die Bediensteten nicht gedemütigt fühlen.
Ich gehe respektvoll mit meinen Mitmenschen um und werde Begriffe, mit denen sie nicht beschrieben werden wollen, nicht verwenden. Ich halte das aus einem sehr einfachen Grund für richtig: Es tut deutlich weniger Menschen weh als es nicht zu tun. Mir tut es nicht weh, weil ich kein Egoist bin, der von jeder gesellschaftlichen Weiterentwicklung seine individuellen Freiheiten bedroht sieht, und den respektvoll behandelten Menschen tut es auch nicht weh, aus offensichtlichen Gründen.
Gleichzeitig zur Erbringung von Respekt gegenüber anderen Personen gehe ich davon aus, dass man mir gestattet, Fehler zu machen, ohne mir Boshaftigkeit zu unterstellen. Auch das ist respektvoller Umgang. Daran, wie ich mit der Kritik an meinem Verhalten umgehe, kann man dann entscheiden, ob ich diesen Respekt verdient habe oder nicht. Mildernde Umstände und so.
Ich kenne Dich nicht über Deine Beiträge in diesem Forum hinaus, und – wie erwähnt – weiß auch nicht, was in irgendwelchen Threads vorgefallen ist. Aber ich habe noch nie in meinem Leben das Problem gehabt, dass jemand meine Sprache für rassistisch hält.
Bei Dir hingegen überrascht es mich nicht wirklich.
Ich wünsche Dir in jedem Fall alles Gute und dass Du nie aufhörst zu lernen.

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