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Warum sind die Kosten für ETF-Sparpläne so undurchsichtig?

Yoqi745
Autor ★
2 Beiträge

Ich würde eigentlich gerne die Sparpläne, die für eine langfristige Investition gedacht sind, von den Neobrokern auf mein comdirect-Depot umschreiben. Aber gerade wegen der langfristigen Anlage bin ich mir nicht sicher, weil es mMn total undurchsichtig ist, warum welche Provisionen bei ETFs gelten und wie lange. Ich würde ungerne nach ein paar Jahren ohne gesonderte Information auf einmal Gebühren zahlen wollen ...

 

Mir sind die Aktionssparpläne bekannt, die zeitlich befristet sind. Aber daneben habe ich immer wieder ETFs gefunden, bei denen "Provision: z. Zt. 0,00 %" steht. Wo finde ich aber Informationen dazu, wie lange dieses "z. Zt." gilt und wie die Gebühren danach aussehen?

 

Kann natürlich sein, dass ich auch einfach etwas übersehen habe, aber würde mir hier mehr Übersichtlichkeit auf den ersten Blick wünschen.

28 ANTWORTEN

Joerg78
Mentor ★★★
3.410 Beiträge

@Crazyalex  schrieb:

 

Ich habe mich diesbezüglich hier in der Community lange genug geäußert - und auch die Bank auf direktem Wege kontaktiert. Wenn da aber nichts kommt, verstehe ich das Zeichen.

 


Ohne deine genauen finanziellen Verhältnisse zu kennen, aber ich gehe mal nicht davon aus, dass wir hier von einem Volumen sprechen, bei dem dir  als Privatkunde individuelle Konditionen eingeräumt werden.

Das Privatkundengeschäft ist schlicht auf Masse aus, und wenn du die nicht hast (und ich gehe davon aus, 99% der Communauten haben die nicht), dann wirst du schlicht mit den Standardkonditionen leben müssen (oder eben wechseln) - denn jedem Kunden individuelle Konditionen anzubieten (und wenn die Bank damit anfängt, wird das irgendwann publik - und dann wird das von mehreren Kunden eingefordert) ist schlicht nicht machbar. Im B2B-Bereich ist das sicher anders.

 

Crazyalex
Legende
9.959 Beiträge

@Joerg78 

Ja - das muss man als Kunde tolerieren (Wortwahl aus gegebenem Anlass im Zusammenhang mit einem anderen Thread 😉 )

 

...und die Bank muss tolerieren, dass meinerseits die Musik eben beim Marktbegleiter spielt.

Jedenfalls kann mir hinterher keiner vorwerfen ich hätte vorher nichts gesagt.

 

Gruß Crazyalex


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

Silver_Wolf
Legende
5.712 Beiträge

@Crazyalex  schrieb:

 

Ich hätte mir den Aufwand - gleichwohl er sehr gering ist - das mal in absoluten Zahlen auszurechen nicht gegeben: letztendlich sind und bleiben das verschenkte 1,5%: egal wie lang und egal was das als absolute Zahl ausmacht.

 

Solange es keinen vernünftigen (für mich nachvollziehbaren und geeigneten) Grund gibt mehr auszugeben, werde ich das sicherlich auch nicht machen.

 


Ich sehe auch keinerlei Grund warum man der Bank 1,5% von seiner Einlage schenken sollte.

Für was, für nichts?   😞

Ein Sparplan kostet die Bank doch praktisch nichts.

 

Das ist ähnlich absurd wie Banken die eine Depotgebühr verlangen.

Nur weil ein paar Zahlen in einer DB stehen?

Lächerlich.

 

Wenn man in dem Beispiel die Sparrate auf 1000€ setzt dann dürften da schon nennenswerte Beträge heraus kommen.

 

Glücksdrache
Legende
4.487 Beiträge

Hallo @Silver_Wolf, hallo Community, 

 

jetzt geht das schon wieder mit den abwertenden, verletzenden Vokabeln los. Obwohl  doch spätestens seit der Missions-Spezialistin Christina Koch von Artemis II gilt: 

 

We are a crew 

 

Deshalb nur in aller Kürze: Diese Buchungen bestehen aus der Disposition der Gesamtmenge, dem  Kauf zu der in den Unterlagen beschriebenen Uhrzeit, dem Aufteilen auf die einzelnen Depots, dem Weiterführen ungerader Bruchstücke auf den nächsten Monat oder Abrechnungstermin , der Einbuchung der Stücke auf den Depots, die Depotführung und Verrechnung der Dividenden etc..

 

Da es keinen Mindermengenzuschlag gibt, kannst du die von dir genannten 1.000 Euro aber auch auf 6, 7 Transaktionen verteilen und dann Anlagevehikel im echten Leben gegeneinander laufen lassen. Dann nur noch Ausschüttungen und Dividenden berücksichtigen und könntest du einen Vorteil haben im  hohen einstelligen Prozentbereich pro Jahr wohingegen du die 1,5 % nur einmal bei der Einzahlung bezahlst.

 


@Silver_Wolf  schrieb:

[...}

Ich sehe auch keinerlei Grund warum man der Bank 1,5% von seiner Einlage schenken sollte.

Für was, für nichts?   😞

Ein Sparplan kostet die Bank doch praktisch nichts.

 

Das ist ähnlich absurd wie Banken die eine Depotgebühr verlangen.

Nur weil ein paar Zahlen in einer DB stehen?

Lächerlich.

 

Wenn man in dem Beispiel die Sparrate auf 1000€ setzt dann dürften da schon nennenswerte Beträge heraus kommen.

 


Deine These, dass man "für nichts" bezahlen würde, ist damit falsifiziert. Übrigens kommt  mir das genauso vor wie einige bayerischen Städte und Gemeinden, die zum normalen Verwaltungslehrgang neuerdings einen Bachelor-Abschluss dazugeben und sich dann wundern warum der Stadtkämmerer nicht rechnen kann. 

 

Ich wünsche dir über alle Meinungsgrenzen hinweg ein schönes Wochenende.

 

Liebe Grüße 

 

Gluecksdrache 

Silver_Wolf
Legende
5.712 Beiträge

@Glücksdrache  schrieb:

 

Deshalb nur in aller Kürze: Diese Buchungen bestehen aus der Disposition der Gesamtmenge, dem  Kauf zu der in den Unterlagen beschriebenen Uhrzeit, dem Aufteilen auf die einzelnen Depots, dem Weiterführen ungerader Bruchstücke auf den nächsten Monat oder Abrechnungstermin , der Einbuchung der Stücke auf den Depots, die Depotführung und Verrechnung der Dividenden etc..


Deine These, dass man "für nichts" bezahlen würde, ist damit falsifiziert. Übrigens kommt  mir das genauso vor wie einige bayerischen Städte und Gemeinden, die zum normalen Verwaltungslehrgang neuerdings einen Bachelor-Abschluss dazugeben und sich dann wundern warum der Stadtkämmerer nicht rechnen kann. 

 

 


Ach, hör doch mit diesem Quatsch auf.   😞

Der eine Kauf an der Börse und die Einbuchung bei Clearstream kostet die Bank keine 10€.

Für 100 oder mehr Kunden.

 

Was dann noch passiert läuft vollkommen automatisch im BackOffice und kostet die Bank gar nichts.

 

Floppy85
Mentor ★
1.454 Beiträge

Die Themenüberschrift müsste heißen: 

 

Warum sind die Kosten für ETF-Sparpläne für mich so undurchsichtig?

GetBetter
Legende
8.348 Beiträge

@Kio  schrieb:

Also habe ich mal wieder Mr. Excel bemüht und eine kleine Tabelle geschrieben. Ich wollte endlich wissen wie groß ist der Unterschied wirklich ist. Also geschwind das alte Tabellenmopet angeworfen und nachgerechnet. 

[...]

Ich erhalte dann [zwei] Ergebnisse.

  1. Die Rendite ohne jegliche Gebühren
  2. Die Rendite mit 1,5% Gebühren gerechnet

[...]

Nach zehn Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite so aus:

  1. 8146€
  2. 7844€ => 302 Euro weniger als ohne Gebühren.

[...]

Nach zwanzig Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite, so aus:

  1. 48.399€
  2. 47.313€ => 1086 Euro weniger als ohne Gebühren.

Die Frage, wie groß der Unterschied wirklich ist, ist sehr einfach zu beantworten. Unter der Annahme einer Gebührenhöhe von 1,5% differiert auch das Endergebnis um exakt 1,5% – ganz egal welche Sparrate, Anlagedauer oder Rendite man ansetzt.

Das Distributivgesetz lässt grüßen 😉

 

Das heißt im Umkehrschluss allerdings auch, dass Du bei Deiner Excelberechnung mal irgendwo vom mathematisch korrekten Weg abgekommen sein musst. Bei einem Endergebnis 1 ohne Gebühren von 48.399 € müsste das Endergebnis 2 nämlich 47.673 € betragen (726 € weniger).

 

Ob man eine Differenz von 1,5% am Ende von 20 Jahren für relavant hält, darf natürlich jeder selbst entscheiden. Weil es gerade so schön passt sei aber erwähnt, dass der A1JX52 am gestrigen Freitag alleine in den 5 Stunden zwischen 16:00 und 21:00 das gleiche verbrannt hat, was man sich vorher über 20 Jahre so schön zusammenoptimiert hat.

 

Ich bleibe daher dabei: Kostensensitivität ist gut und schön, der eigentliche Hebel sitzt aber ganz woanders. Insofern wird einer meiner ETFs weiter zu 1,5% hier bespart, obwohl er bei etlichen anderen Anbietern kostenlos zu haben wäre.

Crazyalex
Legende
9.959 Beiträge

Selbstverständlich eine legitime Sichtweise.

Und das kann, darf und muss jeder, wie Du bereits ja auch geschrieben hast, für sich selber entscheiden!

 

Mein Standpunkt ist: ja, das mag nur eine mögliche Tagesschwankung (eines eher vergleichsweise schlechten Tages) sein.

Das ist ein Parameter, den ich tatsächlich ja auch nicht wirklich beeinflussen kann - höchsten kann ich mal versuchen an einem vergleichsweise guten Tag mal zu verkaufen, wenn es so weit ist.

 

Die 1,5% Orderkosten sind jedoch struktureller Art. Die kann ich ganz direkt beeinflussen. Und die sind ein garantierter Minderertrag von 1,5% gegenüber einer ansonsten identischen Alternative. Das weiß ich heute bereits mit Sicherheit.

 

Ich sehe es für mich daher für opportun an diesen Parameter anzupassen, zumal der dafür benötigte Aufwand gegen Null tendiert.

 

Das die Auswahl des passenden ETFs, eine möglichst hohe/angepasste Sparrate etc. größere Einflussfaktoren für das Ergebnis sind steht außer Frage - aber diese Faktoren sind den natürlichen Ungewissheiten unterworfen - und wenn die sonstigen Rahmenbedingungen gleich sind bleiben die strukturellen Unterschiede. In dem Fall schon mal jene 1,5%.

 

Gruß Crazyalex


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

Kio
Mentor ★
1.016 Beiträge

@GetBetter  schrieb:

@Kio  schrieb:

Also habe ich mal wieder Mr. Excel bemüht und eine kleine Tabelle geschrieben. Ich wollte endlich wissen wie groß ist der Unterschied wirklich ist. Also geschwind das alte Tabellenmopet angeworfen und nachgerechnet. 

[...]

Ich erhalte dann [zwei] Ergebnisse.

  1. Die Rendite ohne jegliche Gebühren
  2. Die Rendite mit 1,5% Gebühren gerechnet

[...]

Nach zehn Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite so aus:

  1. 8146€
  2. 7844€ => 302 Euro weniger als ohne Gebühren.

[...]

Nach zwanzig Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite, so aus:

  1. 48.399€
  2. 47.313€ => 1086 Euro weniger als ohne Gebühren.

Die Frage, wie groß der Unterschied wirklich ist, ist sehr einfach zu beantworten. Unter der Annahme einer Gebührenhöhe von 1,5% differiert auch das Endergebnis um exakt 1,5% – ganz egal welche Sparrate, Anlagedauer oder Rendite man ansetzt.

Das Distributivgesetz lässt grüßen 😉

 


Das stimmt, so etwas merke ich oft hinterher. 😂 Wobei der Aufwand ja wirklich nicht so groß war.

 


@GetBetter  schrieb:

...

😉

Das heißt im Umkehrschluss allerdings auch, dass Du bei Deiner Excelberechnung mal irgendwo vom mathematisch korrekten Weg abgekommen sein musst. Bei einem Endergebnis 1 ohne Gebühren von 48.399 € müsste das Endergebnis 2 nämlich 47.673 € betragen (726 € weniger).

Meine Zahlen oben sind die reinen Renditen. Die 1,5% muss man aber von der Gesamtsumme, also inklusive Sparraten berechnen.

Also 48.399€ + 24.000€ = 72.399€

72.399€ * 1,5% = 1085,985€ ~ 1086€

 

Gruß kio

 

Phantasie ist etwas, was sich die meisten Leute gar nicht vorstellen können. (Gabriel Laub)