am 18.09.2025 14:15
Ich würde eigentlich gerne die Sparpläne, die für eine langfristige Investition gedacht sind, von den Neobrokern auf mein comdirect-Depot umschreiben. Aber gerade wegen der langfristigen Anlage bin ich mir nicht sicher, weil es mMn total undurchsichtig ist, warum welche Provisionen bei ETFs gelten und wie lange. Ich würde ungerne nach ein paar Jahren ohne gesonderte Information auf einmal Gebühren zahlen wollen ...
Mir sind die Aktionssparpläne bekannt, die zeitlich befristet sind. Aber daneben habe ich immer wieder ETFs gefunden, bei denen "Provision: z. Zt. 0,00 %" steht. Wo finde ich aber Informationen dazu, wie lange dieses "z. Zt." gilt und wie die Gebühren danach aussehen?
Kann natürlich sein, dass ich auch einfach etwas übersehen habe, aber würde mir hier mehr Übersichtlichkeit auf den ersten Blick wünschen.
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
am 04.06.2026 00:17
@Pramax schrieb:Ich erhielt diese Woche ein Schreiben von meinem S(econd)Broker, dass dort ab 15.06.2026 sämtliche Sparpläne auf Aktien
und ETFs kostenfrei werden. Clearstream-Abwicklungsgebühren von 2,90 EUR bei gewissen Wertpapiertransaktionen wie bei comdirect fallen dort auch nicht an.
Da muss sich die Codi warm anziehen.
In der Tat!
Nach ING und Consors bald auch beim S Broker alle ETF-Sparpläne kostenlos. (Außerdem werden beim S Broker die Ordergebühren gesenkt.)
Unsere liebe Comdirect hingegen fährt immer noch das Modell der Aktions-ETFs, welches überholt ist. Die Anzahl der Aktions-ETFs wird offenbar sogar verringert.
Liebe Comdirect, habt Ihr den Schuss nicht gehört? Bei euren direkten Mitbewerbern (ich rede nicht von Neobrokern) sind ETF-Sparpläne generell kostenlos und was macht Ihr?
Ok, es gibt das Pure Depot, aber das hat nur ein begrenztes Leistungsangebot.
04.06.2026 06:54 - bearbeitet 04.06.2026 08:54
04.06.2026 06:54 - bearbeitet 04.06.2026 08:54
Der Wettbewerb wird härter - und das offensichtlich nicht nur bei den Neobrokern: selbst wenn man das gedanklich nur auf die Sparpläne begrenzt dann sind es inzwischen sehr viele wo man diese kostenlos bekommt oder für eine günstige Pauschale.
Eine prozentuale Gebühr lässt einen jedenfalls nicht mehr vorne mitspielen.
Wenn man das Gesamtpaket betrachtet hat der S-Broker schon ordentlich was rausgehauen: bei einer Order an einem beliebigen Handelsplatz in sehr vielen Fällen günstiger als die Codi, bei der Variante mit Handelsplatzauswahl über Best Execution Policy sogar auf Neobroker-Niveau.
Ich bin mal gespannt wie es weitergeht!
An anderer Stelle hier in der Community hatte ich vor einiger Zeit ja schon mal geschrieben, das 2026 diesbezüglich ein spannendes Jahr wird und sich die Anleger hinsichtlich der Konditionen freuen dürfen...
Gruß Crazyalex
am 04.06.2026 13:19
Sie erhalten zurzeit einen oder mehrere ETFs als ETF-Special im Wertpapiersparplan zu Sonderkonditionen – ohne Orderentgelt. Zum 01.07.2026 werden wir im Rahmen der regelmäßigen Angebotsanpassung die folgenden ETFs aus dem ETF-Special-Angebot nehmen:
Bitte beachten Sie: Ab 01.07.2026 gelten die Standardkonditionen von 1,5 % des Volumens im Wertpapiersparplan.
am 04.06.2026 13:24
Die werden bald 1,5% kosten
Sie erhalten zurzeit einen oder mehrere ETFs als ETF-Special im Wertpapiersparplan zu Sonderkonditionen – ohne Orderentgelt. Zum 01.07.2026 werden wir im Rahmen der regelmäßigen Angebotsanpassung die folgenden ETFs aus dem ETF-Special-Angebot nehmen:
Bitte beachten Sie: Ab 01.07.2026 gelten die Standardkonditionen von 1,5 % des Volumens im Wertpapiersparplan.
04.06.2026 14:33 - bearbeitet 04.06.2026 14:33
04.06.2026 14:33 - bearbeitet 04.06.2026 14:33
Hallo @Crazyalex, hallo Community,
mit lt. Eigenwerbung der Sparkasse gerade einmal 200.000 Kunden ist der sbroker nicht unbedingt den großen Häusern zuzuordnen. Derartige Rabatt- und Verramschungsaktionen zeigen mir, dass das Unternehmen in Wiesbaden nicht rund laufen könnte.
Abgesehen davon sind die 1,5 % Gebühren beim Neukauf auf den Betrag der monatlichen Einzahlung in den Wertpapiersparplan zu vernachlässigen. Diese werden ja nur auf den "addierten" Betrag fällig und wer seine Fonds dann beispielsweise im Schnitt 2 Jahre hält, der ist so etwa knapp über 0,75 % p. a. Renditeschmälerung. Anstatt die Zeit für die Suche nach dem jeweils besten Sonderangebot zu verwenden, sollte man innerhalb der Kategorie der Aktien, ETFs oder auch wikifolio Zertifikate diejenigen finden, die am besten zur Geldanlage Strategie passen.
Das Angebot aus Wiesbaden wird sich wahrscheinlich nur sehr schwer rechnen. Lange wird das nicht durchgehalten werden können, so fürchte ich, ohne das Cross-Selling Druck aufgebaut wird.
Da es ja maximal um eine Monatseinzahlung von knapp unter 670 Euro gehen dürfte, ab der dann bei comdirect die normalen Konditionen besser sein könnten: Ein Monatsbetrag von unter 9 Euro für die Inanspruchnahme der Full-Service-Leistungen einer Vollbank lohnt sich fast auf jeden Fall.
Der Anleger, der sich für comdirect oder einen Wettbewerber in Nürnberg entscheidet, stärkt auf alle Fälle die deutsche und europäische Bankenlandschaft. Die Mehrrendite durch die hier angebotenen Informationen, die Möglichkeit des Wissensaustauschs oder auch den großen Desktop-Bildschirm statt des kleinen Handy-Screens sollten die Entscheidung eigentlich in eine Richtung lenken.
Oder ganz kurz: Wegen 9 Euro im Monat könnte Bankenwechsel Zeitverschwendung sein. Immer die günstigste Kondition, die höchsten Rabatte zu jagen führt langfristig nicht zu einem Aufwärtstrend.
Liebe Grüße
Gluecksdrache
04.06.2026 16:03 - bearbeitet 04.06.2026 16:10
04.06.2026 16:03 - bearbeitet 04.06.2026 16:10
@Glücksdrache schrieb:Hallo @Crazyalex, hallo Community,
mit lt. Eigenwerbung der Sparkasse gerade einmal 200.000 Kunden ist der sbroker nicht unbedingt den großen Häusern zuzuordnen. Derartige Rabatt- und Verramschungsaktionen zeigen mir, dass das Unternehmen in Wiesbaden nicht rund laufen könnte.
...
Das ist auf den ersten Blick sicherlich ein Manko, das in erster Linie an der der Zerfaserung der Sparkassen liegt.
Einmal gibt es von S Broker (ehemals pulsiv AG, HSBC / Trinkaus) das S Broker Depot. Die Sparkassen vor Ort können das integriert in ihr eigenes Angebot anbieten, müssen es aber nicht.
Dann gibt es das S Neo Depot. Dies wird ebenfalls von Dachverband angeboten, und hier gilt das gleiche: Kann von den Sparkassen vor Ort angeboten werden, muss aber nicht. Im Gegensatz zum S Broker kann hier jede Sparkasse auch individuelle Gebühren festlegen. Als Backbone für das S Neo Depot dient entweder wieder ein S Broker Depot (das man als Kunde aber nicht sieht) oder die dwpbank.
Dazu können jetzt die Sparkasse noch individuelle Lösungen anbieten, ein "Sparkassen Depot", hier läuft die Abwicklung auch wieder über S Broker oder dwpbank. Und natürlich auch wieder mit individuelle PLVs. Vielerorts noch mit Gebühren die sich prozentual am Depotwert orientieren, oder mit "Lagerungsgebühren" die jährlich pro WKN anfallen (haha, im nächsten Leben gründe ich eine Bank)
Zusätzlich gibt es noch ein Deka Depot, da kann man aber keine Aktien handeln, und die Abwicklung läuft, damit uns nicht langweilig ist, über die Dekabank.
Für junge Menschen gibt es noch ein "Mein Depot", was aber nur ein rabattiertes Sparkassendepot ist.
Wer bisher noch nicht den Überblick verloren hat, hat die Frage warum die lokalen Banken oft keine konkurrenzfähigen Angebot haben, zum Teil beantwortet.
Überflüssig zu erwähnen, dass meine Sparkasse im Siemensspeckgürtel rund um Mittelfranken natürlich weder S Neo noch S Broker anbietet, sondern lediglich die eigenen Modelle mit Preisfindungen aus dem letzten Jahrtausend.
Wenn man sich jetzt die Produktpaletten und Kosten ansieht, ist aus Kundensicht eigentlich das S Broker Depot die einzige tragbare Variante innerhalb des Sparkassen Universums (Anleihen, Auslandsorder, Teilnahme an IPO, CFD Trader, Festpreishandel über KVG , Fremdwährungskonten, zu Neo Gebühren).
Die geringe Kundenzahl stimmt natürlich bedenklich, allerdings ist der S Broker wie erwähnt auch gut im B2B und Whilelabeling innerhalb der Sparkassen unterwegs (auch wenn dwp den größeren Anteil hat), und last but not least, der S Broker hält sich mit seinen Ursprüngen bei HSBC jetzt auch schon über 25 Jahre am Markt. Die letzte Bilanz die ich im Bundesanzeiger gefunden hatte (2021) weist noch einen Gewinn von 14 Mill. bei einem Verlustvortrag von ca, 100 Mill. auf. Das Unternehmensregister als Nachfolger ist aktuell leider gerade down, Gemini behauptet aber die Gewinne hätten in den letzten Jahren eher bei einer schwarzen Null gelegen. Die KI behauptet ebenfalls die hohen Verlustvorträge seihen in erster Linie auf die Bilanzierung von (IT) Investitionen der Sparkassengruppen über die S Broker Holding zurück zu führen, ob das plausibel ist, kann ich allerdings mangels buchhalterischer Kenntnisse nicht bewerten,
am 05.06.2026 09:27
Finde denn S Broker schon eine alternative.
am 05.06.2026 16:03
Mal in Kurzfassung: welchen handfesten Vorteil habe ich als Kunde, wenn ich die 1,5% beim Sparplan an die Comdirect abdrücke?
Wo ist das Merkmal das es mir als Kunde ermöglicht dabei das Gefühl zu haben das Richtige zu tun?
Und unabhängig davon: wieso sind die 1,5% nicht nach oben gedeckelt? Warum ist es möglich, dass eine Sparplanausführung mehr kosten kann als eine Einzelorder (das empfinde ich ehrlich gesagt schon als pervers)?
Aus meiner Sicht: Die Zeit der "Aktions-ETFs" ist aus Marktsicht/Kundensicht schlicht vorbei: 0€ für den Sparplan ist die Messlatte. Für alles darüber braucht es echt gute Gründe...
Gruß Crazyalex
05.06.2026 18:50 - bearbeitet 05.06.2026 22:31
05.06.2026 18:50 - bearbeitet 05.06.2026 22:31
@Glücksdrache schrieb:Hallo @Crazyalex, hallo Community,
...
Abgesehen davon sind die 1,5 % Gebühren beim Neukauf auf den Betrag der monatlichen Einzahlung in den Wertpapiersparplan zu vernachlässigen. Diese werden ja nur auf den "addierten" Betrag fällig und wer seine Fonds dann beispielsweise im Schnitt 2 Jahre hält, der ist so etwa knapp über 0,75 % p. a. Renditeschmälerung. Anstatt die Zeit für die Suche nach dem jeweils besten Sonderangebot zu verwenden, sollte man innerhalb der Kategorie der Aktien, ETFs oder auch wikifolio Zertifikate diejenigen finden, die am besten zur Geldanlage Strategie passen.
Ich stelle ja gerne mal Narrative und gefühlte Wahrheiten auf die Probe. Also habe ich mal wieder Mr. Excel bemüht und eine kleine Tabelle geschrieben. Ich wollte endlich wissen wie groß ist der Unterschied wirklich ist. Also geschwind das alte Tabellenmopet angeworfen und nachgerechnet.
Es gibt zwei Eingabeparameter, die Sparrate und den durchschnittlichen Zinssatz. Aus dem Zinssatz wird erst der monatliche Zins ermittelt und dann monatlich eine Sparrate addiert und mit dem monmatlichen Zins verzinst. Wie bei einem Sparplan eben.
Ich erhalte dann drei Ergebnisse.
Nach zehn Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite so aus:
Nach zwanzig Jahren, einer Sparrate von 100€ und 10% Rendite pa sieht das Ergebnis, also die reine Rendite, so aus:
Das alles bei einer Sparrate von 100€, wer wissen will, wie das für andere Sparraten im Detail aussieht, bitte melden.
Ob man das nun vernachlässigbar findet, muss jeder für sich selbst entscheiden. 🙂
Gruß kio
am 05.06.2026 19:22
Den Glücksdrachen habe ich im Filter - und wenn ich das so lese, was Du da so von ihm zitierst, denke ich, dass er da für mich gut aufgehoben ist.
Ich hätte mir den Aufwand - gleichwohl er sehr gering ist - das mal in absoluten Zahlen auszurechen nicht gegeben: letztendlich sind und bleiben das verschenkte 1,5%: egal wie lang und egal was das als absolute Zahl ausmacht.
Solange es keinen vernünftigen (für mich nachvollziehbaren und geeigneten) Grund gibt mehr auszugeben, werde ich das sicherlich auch nicht machen.
Wieso sollte ich mit aller Gewalt alles durch die gelbe Brille sehen?
Wer für mich das beste Gesamtpaket (bzw. teilweise auch "Einzelpäckchen") schnürt, bekommt den Auftrag: das ist schlicht der freie Markt mit seinen "Gesetzen".
Ich bin mit keiner Bank/keinem Broker verheiratet. Ich bin an sich ein sehr treuer Kunde - aber wenn andere ein besseres Paket schnüren und mein aktueller Anbieter auch auf Nachforderung dem nicht einmal ansatzweise nachkommt, dann weiß ich: er will nicht - und andere wollen schon. Also muss ich entsprechend tätig werden.
An der Stelle sei noch einmal gesagt: einen Kunden zu behalten ist leichter (& günstiger!) als einen neuen Kunden zu gewinnen. Und einen neuen Kunden gewinnt man i.d.R. NICHT, indem man die gleiche Leistung anbietet wie ein anderer. Einen Alten Kunden gewinnt man aber erst recht nicht zurück, wenn man NUR die gleiche Leistung anbietet wie ein anderer. Besser wäre: den Kunden erst gar nicht gehen zu lassen... Dazu muss man aber halt auch mal dem Kunden zuhören und ggf. ein Stückchen auf ihn zugehen.
Ich habe mich diesbezüglich hier in der Community lange genug geäußert - und auch die Bank auf direktem Wege kontaktiert. Wenn da aber nichts kommt, verstehe ich das Zeichen.
Gruß Crazyalex