am 23.05.2026 16:26
Liebe Community
ich werde demnächst 100.000 Euro erben und möchte dieses für 10 Jahre anlegen, da ich dann 67 bin und in Rente gehe. Benötigt wird das Geld bis dahin nicht. Meine Situation ist folgende:
In mehrere Fachzeitschriften habe ich gelesen, das man in
Eine Aufteilung wäre z.B.
iShares iBonds Dec 2029 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2030 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2031 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2032 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
Mich würde nun Eure Meinung interessieren, da viele Fachzeitschriften auch nicht immer unabhängig sind (Werbung) und ich einen Bankberater nicht treue, da er nur seien Produkte verkaufen möchte.
Ist das alles einigermaßen OK? Oder liege ich komplett falsch?
Danke
Carlos
23.05.2026 16:39 - bearbeitet 23.05.2026 17:19
@nikaze schrieb:
Mich würde nun Eure Meinung interessieren, da viele Fachzeitschriften auch nicht immer unabhängig sind (Werbung) und ich einen Bankberater nicht treue, da er nur seien Produkte verkaufen möchte.
Wenn du Kunde einer Bank bist, deren Beratern du nicht vertraust, dann solltest du als erstes die Bank wechseln. Der Rest ergibt sich dann von selbst.
Nachtrag: da du relativ jung bist, gibt es deutlich bessere, sicherere und lukrativere Anlagemöglichkeiten für dich. Als Erstes das eigene 'Humankapital', als Zweites dein zukünftiger Altersruhesitz
23.05.2026 16:40 - bearbeitet 23.05.2026 17:16
Das ist für meinen Geschmack schon sehr konservativ.
Muss natürlich jeder selber wissen - aber ich würde die "Chance" nicht verspielen wollen...
Ich frag frei von der Leber weg: könntest du ggf. mit 10% Verlust leben? Das wäre das Risiko was bestünde, wenn du es so machen würdest wie ich es in Deiner Situation machen würde: Alles in einen marktbreiten ETF - Dein A2PKXG ist dafür schon geeignet - und dann mit einem 10% TSL absichern.
Das Risiko ist damit auf 10% der Ausgangssumme beschränkt, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Dein Kapital aber in den 10 Jahren verdoppelt recht ordentlich.
Gruß Crazyalex
am 23.05.2026 17:10
@nikaze schrieb:ich werde demnächst 100.000 Euro erben und möchte dieses für 10 Jahre anlegen, da ich dann 67 bin und in Rente gehe. Benötigt wird das Geld bis dahin nicht.
[...]
- Mehr als 100.000 als Tagesgeld auf dem Konto
- [...]
- Niedriges Risiko bzw. Eher konservativ.
[...]
Ist das alles einigermaßen OK? Oder liege ich komplett falsch?
Das Ziel "niedriges Risiko bzw. eher konservativ" wäre damit wohl erreicht. Die sich mir aufdrängende Frage wäre allerdings, ob das ansgesichts ohnehin bereits vorhandenem >100.000 € Tagesgeld nicht vielleicht etwas zu niedriges Risiko und zu konservativ sein könnte.
NUn hast Du schon mitgeteilt, dass Du das Geld in den kommenden 10 Jahre nicht brauchen wirst. VIel spannender fände ich die Frage, wie es anschließend aussieht – Stichwort Rentenlücke. Gibt's die in signifikantem Ausmaß und wird daher die Zugriffsmöglichkeit auf eigene Ersparnisse zwingend sein oder reden wir gerade über das Sahnehäubchen auf dem Erdbeerkuchen?
am 23.05.2026 17:34
Hallo GetBetter,
ich würde ggfls. mit 63 in Rente gehen wollen, hatte daher dann eine Rentenlücke. Das Geld würde dann benötigt werden, da, soweit ich weiß 14,4% Abzug haben werde.
am 23.05.2026 17:36
Hallo Crazyalex,
mit 10% könnte ich leben..
am 23.05.2026 18:12
@nikaze schrieb:Hallo Crazyalex,
mit 10% könnte ich leben..
...zumal das ja nur das "Anfangsrisiko" ist -> beim TSL wird der Stopp ja entsprechend nachgezogen.
Irgendwann bist Du an dem Punkt wio Du zumindest kein Geld mehr verlieren kannst (gegenüber der Ausgangsbasis) - dann ist nur noch die Frage "wie weit riskiere ich's Gewinne wieder zu verlieren?"
Das Risiko liegt halt beim Einstieg...
Gruß Crazyalex
23.05.2026 18:32 - bearbeitet 23.05.2026 18:42
Hallo @nikaze, hallo Community,
erst einmal herzlich Willkommen in der comdirect Community. 😀 Hier findest du ein wahres Füllhorn an Informationen zur Geldanlage. Leute mit super Fachwissen wie @digitus und weitere können dir alles sagen über Aktienfonds und wie du Rendite machst. @FakeAccount ermöglicht dir das Beste aus dem Teil herauszuholen, der in Einzelaktien investiert werden könnte. Die Aktienlisten seines Nachbarns sind legendär.
Gleich zu Anfang, ich will dir nichts Böses und muß dir leider jetzt zuerst den "Kopf waschen".
Das tut mir leid.
@nikaze schrieb:[...]
Ist das alles einigermaßen OK? Oder liege ich komplett falsch?
Danke
Carlos
Bis irgendwo 2018/2019 war alles einigermaßen OK, jetzt liegst du aber komplett falsch.
Die Niedrigzinsphase hat es definitiv kaputtgemacht mit Anleihen im Euro Raum eine positive Rendite zu erzielen. Denk dran: Jedes Prozent Mehrrendite bringt dir etwa 736 Euro pro Jahr nach Steuern mehr Kapitalertrag.
Und die genannten Fonds, bestehend aus Zinspapieren, können fast niemals mehr liefern als die Umlaufrendite ist. Im Klartext du verlierst jede Menge bares Geld. An deiner Stelle würde ich - beraten darf ich ja nicht - mir zuerst das Begrüßungsgeld von comdirect hier auf der Webseite holen. Im Wertpapierdepot kannst du alles verwahren was du bisher genannt hast oder was noch dazukommt.
Mit 5 bis 10 Prozent der Anlagesumme drehst du den Spieß einfach um. Denn die meisten am Markt befindlichen Fonds werden von Aktiengesellschaften notiert, deren Anteile du kaufen kannst. Ein 5-Jahres-Chart der Allianz vor Dividende sieht im Vergleich zu deinem Produkt so aus:
Quelle: comdirect Informer, öffentliche Ansicht, abgerufen am 23. Mai 2026
Dazu kommen noch beim Fonds bzw. der Allianz Aktie die Dividenden:
https://www.allianz.com/de/investor_relations/aktie/dividende.html/
Das ist erst mal die Wissensgrundlage zum Verstehen: Bei der absichtlich herbeigeführten Niedrigzinsphase laufen Festverzinsliche rückwärts. Die Stadt München, Emittent der öffentlichen Hand, hat beispielsweise gerade eine 3,6 % Anleihe auf 10 Jahre. Du würdest damit die Rendite auf maximal 3,6 % pro Jahr vor Steuern und Inflation festtickern.
Es wäre nett, wenn du diesen Gedanken nachvollziehen kannst, und den ersten Schritt heraus aus der vermeintlichen Welt der Sicherheit wagst. Den Aktienanteil kannst du später immer noch reduzieren, wenn es Richtung Rente geht. Jetzt sollen die Geldanlagen erstmal richtig Gas geben.
Hier siehst du aus einer Werbeeinblendung hier bei comdirect wie groß manche Aktienfonds sein können - es ist also ein gängiges Produkt.
Quelle: Symbolbild, Werbeeinblendung bei comdirect, abgerufen am 23. Mai 2026
Und dann am besten am Montag oder so ein bisschen mit der Chartansicht bzw. den Wertpapierinformationen bei comdirect herumprobieren. Du bekommst sehr schnell ein Gefühl.
Und denke immer daran: Keiner der dir die Festverzinslichen angeboten hat, wollte etwas Böses. Es sind oft nur verschiedene Abteilungen oder Zweige einer Bank, die manchmal Kapital für die Bank selber haben wollen und in anderen Fällen einfach nur einen Fonds durchleiten und den Kunden dann paar Jahre nicht sehen. Andere bevorzugen das aktive Trading.
Am Kapitalmarkttag hatte die Citibank gerade ein fürchterliches Video in dem die neuen Provisionsziele pro Arbeitsstunde öffentlich gezeigt wurden. Vor diesem Hintergrund musst du leider selber aktiv werden. Vielleicht macht es aber auch nach Überwinden der Hemmschwellen Spaß.
Liebe Grüße aus dem sonnigen Landkreis München
Gluecksdrache
23.05.2026 18:47 - bearbeitet 23.05.2026 18:48
23.05.2026 18:47 - bearbeitet 23.05.2026 18:48
Hallo Community,
und natürlich genau lesen wann und wie es Begrüßungsgeld für Girokonto und/oder Depot gibt:
Quelle: comdirect Webseite, abgerufen am 23.05.2026
Es empfiehlt sich einen Screenprint während der Kontoeröffnung zu machen, da oftmals sehr viele Aktionen gleichzeitig laufen. (Ich glaube die ehemalige Lufthansa/Payback-Aktion bot wesentlich weniger).
Liebe Grüße
Gluecksdrache
24.05.2026 00:34 - bearbeitet 24.05.2026 00:52
1. und 2. kämen für mich nicht in Frage, da zu geringe Verzinsung. Abgesehen davon sind Staatsanleihen für mich inzwischen ein no-go, da diese mal eben per Gesetz wertlos werden können.
3. würde ich auch nicht nehmen - denn wozu Laufzeitfonds und alles nur in Euro gefällt mir auch nicht. Ich bevorzuge da eher:
https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/251843/
https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/251833/
Beide sind zwar High Yields, aber breit gestreut, die Verzinsung von derzeit deutlich über 5% ist attraktiv und wird die nächsten Jahre nach meiner Einschätzung nicht sinken, sondern eher steigen. Die Duration (Kurshebel) ist niedrig, also wirken sich Zinssteigerungen am Markt relativ gering im Kurs aus. Ich habe beide seit vielen Jahren im Depot und damit gute Erfahrungen gemacht.
Sofern - wie zuvor empfohlen - auch Aktien in Frage kommen, würde ich einen All-World-ETF dazunehmen.