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Altersvorsorge Depot

Krügerrand
Mentor
985 Beiträge

Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz verabschiedet werden, welches das Altersvorsorgedepot einführt. Ab dem 01.01.2026 soll es dann möglich sein ein solches zu eröffnen.

 

Zwar ist noch nichts beschlossen, aber es sickern immer mehr Einzelheiten zu den Plänen durch.

 

Wie soll das Ganze aussehen:

Ganz stark angelehnt an das Konzept der Riester Rente:

- Steuerlich abziehbare Sparbeiträge

- Zulagen vom Staat

 

Allerdings mit zwei wesentlichen Unterschieden:

- Keine Beitragsgarantie

- Keine lebenslange Rente

 

Die Umsetzung erfolgt in einem getrennten Vorsorgedepot. Investieren soll man in eine Positivliste an Anlageklassen können. Bisher wird oft von ETF, Fonds und Aktien gesprochen. Von Anleihen finde ich bisher noch nichts gesichertes. Derivateanbieter wünschen sich natürlich, dass Anlagezertifikate (Idexzertifikate, Aktienanleihen, Discountzertifikate u. ä.) erlaubt werden. Nicht auf dieser Liste werden offensichtlich gehebelte Produkte und Kryptoassets sein.

Ein weiterer Clou ist, dass Umschichtungen im AVD ohne ein Steuerabzug möglich sein sollen. Das bedeutet, dass es einen nicht zu vernachlässigenden Zinseszinseffekt gibt. Eine Verlustverrechnung wird es aber damit auch nicht geben.

Interessant ist aber, dass man auch Wertpapiere von einem regulären Depot übertragen können soll. Dadurch könnte man Positionen mit einem hohen Buchgewinn einfach in das AVD übertragen, um bei Verkauf den Steuerabzug zu vermeiden. Inwiefern man diese Einlagen von der Einkommensteuer abziehen können soll, ist noch nicht durchgesickert. Aus meiner Sicht passend wäre, wenn man den Einstandswert dieser Papiere als steuerlich abzugsfähig anrechnen würde. Das ist deswegen relevant, weil ein Steuerabzug dann in der "Rentenphase" kommt. Ebenfalls soll es möglich sein gegen Gebühr einen Riestervertrag einzubringen.

Es gibt noch nichts festes, was der geförderte Sparbetrag sein wird. Im Raum stehen 2.100 (wie beim Riester), und Beträge zwischen 3.000 und 6.000 EUR pro Jahr. Eine Beschränkung von nicht geförderten Beiträgen soll es nicht geben.

 

Wie auch beim Riester sind die Auszahlungen wohl komplett zu versteuern. Eine Auszahlung soll ab dem 65 Lebensjahr möglich sein. Diese soll als Rate bis zum 85. Lebensjahr, einer Einmalauszahlung möglich sein. Relevant wäre zu wissen, was mit Beiträgen verfahren wird, die über die steuerliche Abzugsfähigkeit sind, oder Wertpapierüberträge. 

 

Wer vorher an das Geld möchte, muss den Steuervorteil und die Zulagen zurückzahlen. Wie beim Riester soll aber eine wohnwirtschaftliche Verwendung (Kauf, Restschuldablöse) eines eigengenutzten Eigenheims wieder möglich sein. 

 

Quellen: Altersvorsorgedepot: Steuerfrei in ETFs investieren? | justETFAltersvorsorgedepot: Steuervorteile, Aktien, ETFs und mehr (extraetf.com)Das Altersvorsorgedepot – was Sie jetzt tun sollten! (finanzen.net)Neues Altersvorsorgedepot: Start ab 2026 geplant | Rente (t-online.de), Details von Lindner: So soll die neue private Rente funktionieren - WELT (Paywall), 

#TANSTAAFL "There ain't no such thing as a free lunch."
403 ANTWORTEN

Klever
Mentor ★★★
2.583 Beiträge

@Silver_Wolf  schrieb:

Also ich finde es gut dass der Staat da mal etwas sinnvolles für die Vorsorge macht.

 

Ja, eine der sinnvollsten und besten Regelungen seit langem! 

 


@Silver_Wolf  schrieb:

 

Man kann doch wohl so einen kleinen Betrag von 1800€ in so ein Depot stecken und bekommt 540€ Zulage.

Das sind 30% Rendite geschenkt!

Keine Ahnung was der Spaß den Bund kosten wird.


Möglicherweise mehr als man im Finanzministerium - falls nur die Anzahl der Riestersparer betrachtet wurde - gedacht hat. 

Das Altersvorsorgedepot könnte nämlich eine echte Erfolgsgeschichte werden. 

Im Idealfall wird zwar Geld für die Förderung ausgegeben, aber durch vermiedene Grundsicherung im Alter bei einigen z.T. wieder eingespart. 

 

Grüße

Klever

AlexB
Autor ★★
19 Beiträge

Ich hab's ja schon vermutet: 

https://lnkd.in/p/dDns5t96 

 

Sparkasse/Deka werden ihre Kunden über den Tisch ziehen - wortwörtlich und wie schon seit Jahrzehnten. Sie können gar nichts anderes.

Floppy85
Mentor ★
1.473 Beiträge

Welchen "Service" benötigt man denn beim AvD ? Das Ding ist was Langfristiges - da muss der "Noob" nicht jeden Monat zur Bank und Irgendwas fragen oder machen. Ich würde das AvD nur mit einem absoluten Minimum an Aufwand beraten, weil die Leute sollen sich bitte endlich selbst kundig machen, ansonsten kann man immer viel rumjammern, warum Deutschland als Industrienation Nr. 3 die Bürger mit relativ wenig Vermögen hat - weil die Bürger einfach Jahrelang falsch gespart haben ... also nichtmal investiert haben, sondern sich von der Inflation haben "auffressen" lassen

dg2210
Legende
8.399 Beiträge

@Silver_Wolf  schrieb:

 

Man kann doch wohl so einen kleinen Betrag von 1800€ in so ein Depot stecken und bekommt 540€ Zulage.

Das sind 30% Rendite geschenkt!

Keine Ahnung was der Spaß den Bund kosten wird.

 


NEEEIIIIIIN!

 

Das kostet den Bund gar nichts, das zahlt der Steuerzahler! Und die 540 Euro, die man 'geschenkt bekommt' haben die Steuerzahler zuvor mit Zuschlag gezahlt.  Sprich: man nimmt dem Steuerzahler ca 700 Euro ab, finanziert den Apparat und gibt 540 Euro zurück. Das ist ein schlechtes Geschäft für den Bürger.

 

Es gilt immer noch das alte Sprichwort:  Lehrst du einem Mann fischen, hat er sein Leben lang zu essen. Gibt du ihm aber dem Fisch eines Anderen, so stimmt er für dich.

 

 

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

CurtisNewton
Legende
5.936 Beiträge

@dg2210  schrieb:

NEEEIIIIIIN!

 

Das kostet den Bund gar nichts, das zahlt der Steuerzahler! Und die 540 Euro, die man 'geschenkt bekommt' haben die Steuerzahler zuvor mit Zuschlag gezahlt.  Sprich: man nimmt dem Steuerzahler ca 700 Euro ab, finanziert den Apparat und gibt 540 Euro zurück. Das ist ein schlechtes Geschäft für den Bürger.

 

Es gilt immer noch das alte Sprichwort:  Lehrst du einem Mann fischen, hat er sein Leben lang zu essen. Gibt du ihm aber dem Fisch eines Anderen, so stimmt er für dich.

 

 


Noch dämlicher wäre es allerdings, wenn man die 540 nicht nimmt, die 700 Euro aber trotzdem zahlt respektive zahlen muss.

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

huhuhu
Legende
9.390 Beiträge

@Floppy85  schrieb:

Welchen "Service" benötigt man denn beim AvD ? Das Ding ist was Langfristiges - da muss der "Noob" nicht jeden Monat zur Bank und Irgendwas fragen oder machen. Ich würde das AvD nur mit einem absoluten Minimum an Aufwand beraten, weil die Leute sollen sich bitte endlich selbst kundig machen, ansonsten kann man immer viel rumjammern, warum Deutschland als Industrienation Nr. 3 die Bürger mit relativ wenig Vermögen hat - weil die Bürger einfach Jahrelang falsch gespart haben ... also nichtmal investiert haben, sondern sich von der Inflation haben "auffressen" lassen


Nun ja @Floppy85  bei der ersten hälfte bin ich bei Dir.

 

Bei der zweiter eher nicht,

also die hu´s haben Jahrelang richtig gespart, und dementsprechend Vermögen 😉

und investiert ohne Ende 😏

 

...selbst die Jugend ist schon dabei 😇

 

Nur mal so 😜 <damit sich nun wieder einige aufregen können> 

 

Grüße

einer der hu´s 

 

 

Morgenmond
Mentor ★★★
2.718 Beiträge

@Silver_Wolf  schrieb:

Also ich finde es gut dass der Staat da mal etwas sinnvolles für die Vorsorge macht.

 

Man kann doch wohl so einen kleinen Betrag von 1800€ in so ein Depot stecken und bekommt 540€ Zulage.

Das sind 30% Rendite geschenkt!

Keine Ahnung was der Spaß den Bund kosten wird.

 

Natürlich gibt es auch Nachteile.

Aber wenn man dieses Kleingeld bis 65 eh nicht braucht dann kann man das doch machen.


Für dich in deiner Bubble sowie für viele die hier und in diersen Finanzforen unterwegs sind ist es nur "Kleingeld".

Ich bin mir aber sicher (kenne einige Beispiele) für viele ist es das nicht. Da sind 150€ im Monat verdammt viel Geld und eben nicht einfach mal so übrig.

Hab leider nur ne Grafik von 2013 gefunden wo man sehr schön sehen kann das man zu den obersten 40% gehören muss um überhaupt daran zu denken evtl. 1.800€ in das AVD zu zahlen. Wird aktuell leider auch nicht viel anders sein.

 

Morgenmond_0-1789538513674.png

Quelle Hans Böckler Stiftung 

 

Deswegen immer etwas Demut haben dass es einem finanziell nicht so schlecht gehen kann wenn man 1.800€/Jahr als Kleingeld bezeichnet.

 

Gruß Morgenmond

 

huhuhu
Legende
9.390 Beiträge

Guten Morgen @Morgenmond 

 

meiner Ansicht nach, wird hier von einigen, sowieso mehr aufgetragen als vorhanden ist.

 

Aber dies ist in Deutschland ja fast schon normal, also auch hier.

 

Grüße

Daniel  

Klimaaprima
Mentor ★★★
2.059 Beiträge

Mit diesem "geringen Betrag" bzw. Kleingeld kann der Anleger, sofern 7% Aktienrenditen p.a. auch in Zukunft erreichbar sein werden, mehr als 500000€ (alo eine halbe Mille) nach 40 Jahren generieren. Für Frau Klatten und Co. möglicherweise noch Kleingeld, für mich eine gute zusältzliche Altersversorgung, die aktuell vielen nicht zu Verfügung steht.

 

Für "Finanz-/ Internetforen üblich, leider viele Aufschneider und Selbstdarsteller ohne Mehrwert. 

Nachtrag: ..... und Wichtigtuer und "Klügelei" Schwätzer vergessen🤔

dg2210
Legende
8.399 Beiträge

@Klimaaprima  schrieb:

Mit diesem "geringen Betrag" bzw. Kleingeld kann der Anleger, sofern 7% Aktienrenditen p.a. auch in Zukunft erreichbar sein werden, mehr als 500000€ (alo eine halbe Mille) nach 40 Jahren generieren. (...)  für mich eine gute zusältzliche Altersversorgung, die aktuell vielen nicht zu Verfügung steht.

 


Wenn man historische Daten zugrundelegt, dann reicht diese 'zusätzliche Altersvorsorge' gerade einmal für einen Laib Brot (z.B. im Jahr 1923).

 

Wir sollten zwei Dinge nicht vermischen (und evtl einen neuen Beitragsstrang starten):

 

a) die Diskussion über tatsächlich vorhandene, konkrete Produkte (Comdirect vs. Sparkassen)

 

b) die Diskussion über das generelle, langfristige politische und wirtschaftliche Risiko. Zur Erinnerung: der heute (zumindest zu  dieser Uhrzeit) noch amtierende Kanzler hat bereits im Wahlkampf vorgeschlagen, die Bankguthaben der Bürger zu beschlagnahmen mobilisieren (nur für 'gute Zwecke', natürlich). Das könnte man mit dem AV-Depot durch eine winzige Änderung an den Fonds-Zertifizierungsbedingungen umsetzen. 

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)