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"Barzahlen" funktioniert nicht mehr

Vorstand
Autor ★★★
47 Beiträge

Hallo,

 

beim Aufruf von "Barzahlen" in der App bekomme ich heute folgende Fehlermeldung: "Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut. ...". Ist dein gerade ein allgemeiner Fehler?

 

Die Comdirect-App ist auf dem aktuellen Stand und ein Neustart des Samsung-Phones ändert an der Fehlermeldung nichts.

 

Beste Grüße

20 ANTWORTEN

Crazyalex
Legende
10.239 Beiträge

Gibt es irgendwo so eine Art Wörterbuch "Deutsch-Comdirect / Comdirect-Deutsch"?

 

Da könnte der interessierte Kunde dann nachlesen was "zeitnah" im Comdirect-Sprachgebrauch alles bedeuten kann...

 

"Zeitnah" ist eines diese inhaltsleere, wachsweiche Floskel welche Unternehmen verwenden, wenn sie keine Antwort geben wollen, die den Kunden verärgen könnte.

"Zeitnah" kann vollkommen unterschiedliche Bedeutungen haben bzw. Assoziationen hervorrufen: In der Geologie hat "zeitnah" chronologisch eine vollkommen andere Bedeutung (die Kontinentalplatten driften aufeinander, zeitnah erhob sich daraufhin (Abstand von mehreren 100 über 1000 bis hin zu Millionen) Jahren als wenn man Durchfall hat und sagt "es rumort - ich brauche zeitnah ein stilles Örtchen" 😉 

 

Gruß Crazyalex


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

Thorsten_
Legende
5.129 Beiträge

"Zeitnah" heißt: Es ist fertig, wenn es fertig ist. Und eine Aussage zur geplanten Dauer gibt es nicht, weil sich bei Nichterreichen sonst wieder alle aufregen und beschweren.

Crazyalex
Legende
10.239 Beiträge

@Thorsten_ 

Auch eine Interpretationsmöglichkeit.

 

Und damit kommen wir zum Punkt: Ein klassisches Sender-Empfänger-Problem: Wenn schwammige Floskeln verwendet werden kommt beim Empfänger nicht zwingend immer das an, was der Sender zum Ausdruck bringen möchte.  

Daraufhin entsteht beim Empfänger aber eine Erwartungshaltung, welche am Ende zu Enttäuschung führt.

 

Und das kann ja auch nicht gewollt sein...

 

Gruß Crazyalex


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Crazyalex
Legende
10.239 Beiträge

@Thorsten_ 

Andererseits....:

 

We choose to go to the Moon. We choose to go to the Moon... We choose to go to the Moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard; because that goal will serve to organize and measure the best of our energies and skills, because that challenge is one that we are willing to accept, one we are unwilling to postpone, and one we intend to win, and the others, too. (JFK, 1962)

 

Ich bin gespannt, ob "zeitnah" hier ähnlich ausgelegt wird wie einst die Mondlandung: also innerhalb eines Jahrzehnts.

Der Unterschied: JFK hat damals den Zeitrahmen vorher genannt.

Zugegeben: Die Aufgabe war auch deutlich weniger komplex – schließlich musste damals nur ein Mensch zum Mond gebracht werden. 😉

 

Gruß Crazyalex


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SMT_Mario
Social-Media-Team
Social-Media-Team
60 Beiträge

Hallo @Crazyalex,

 

wenn du Kritik hast, äußere sie bitte konkret. Diese kleinen Sticheleien, auch an anderer Stelle, sind heute schon etwas anstrengend.

 

Viele Grüße

Mario

Crazyalex
Legende
10.239 Beiträge

@SMT_Mario 

Danke für den Hinweis!

 

Ich habe es zwar schon angesprochen - formuliere es aber gerne nochmal etwas anders: Der Kritikpunkt bezieht sich auf die Kommunikation im Allgemeinen, hier im Thread auf den Begriff "zeitnah" im Besonderen, nachdem das Problem bereits eine Woche als ist.

 

Daher der Hinweis, dass unklare Begriffe beim Kunden Erwartungen erzeugen können, die später zu Enttäuschung führen. Die Frage wäre also: Welche Formulierung wäre aus Kundensicht hilfreicher?

 

Dies ist ein generelles Kommunikationsproblem und, jedenfalls unter meiner Annahme, dass es eine Kommunikationsrichtlinie bei der comdirect - eine Marke der Commerzbank AG gibt, ich denke, dass da inhaltlich nochmal justiert werden sollte.

 

Gruß Crazyalex


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dg2210
Legende
8.258 Beiträge

Ich glaube, es gibt Wichtigeres, als sich darüber zu streiten, warum bestimmte Begriffe im 'Corporate Communication Style Guide' stehen.

 

Die -meiner Ansicht nach- wichtigeren Punkte sind:

 

a) Die Comdirect-IT hat (nicht das erste Mal in 2026) irgendwo einen Fehler eingebaut

b) Die fehlerhafte Software wurde (nicht das erste Mal in diesem Jahr) als Feldtest ausgerollt, d.h. die Stufe 'Test' im Produktzyklus wurde an die Kunden outgesourced.

c) Die Kunden (nicht zum ersten Mal in 2026) entdecken die Fehler  

d) Die Comdirect-IT hat (nicht das erste Mal in 2026) keine Rollback-Strategie 

 

Die Kernfrage ist nicht 'zeitnah' oder 'zeitfern' sondern: Warum repariert niemand im Management den fehlerhaften IT-Prozess, bevor die neuen Besen aus Mailand eintreffen ?

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

CurtisNewton
Legende
5.752 Beiträge

@dg2210  schrieb:

 

Die Kernfrage ist nicht 'zeitnah' oder 'zeitfern' sondern: Warum repariert niemand im Management den fehlerhaften IT-Prozess, bevor die neuen Besen aus Mailand eintreffen ?


Die Commerzbank hat bei den aktuellen Quartalszahlen Rekordergebnisse vorgelegt. Also macht man doch im Sinne der Aktionäre alles richtig 😉

 

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

Crazyalex
Legende
10.239 Beiträge

@dg2210 

Deine Punkte sind aus meiner Sicht vollkommen unstrittig.

 

Die Probleme existieren, zumindest nach meiner bescheidenen Ansicht, auf mehreren Ebenen: z.B. Prozessqualität gleich auf zweien - generelle (technische) Funktion an sich und kundenfreundliche Gestaltung, Entscheidungswege im Haus, Fehlerkultur/-managment und eben auch Kommunikation.

 

Dass man das Übel an der Wurzel bekämpfen muss, steht für mich ebenfalls außer Frage: Prozesse in den Griff bekommen. Da hat der Andrea ja bereits angekündigt, dass er - so meine Interpretation aus einem kürzlich veröffentlichten Interview, dies verbessern möchte, indem er die Entscheidungswege im Hause "verbessert" (ebenfalls meine Interpretation): der möchte ja einige Stellen abbauen wo es unnötige Reibungsverluste gibt, die dafür aber auch zu viel Geld kosten ("Die eigentlichen Einschnitte beträfen eher höher dotierte Managementfunktionen als klassische Kundenberater. „Die Commerzbank verfügt aus unserer Sicht über zu viele Hierarchieebenen“, sagte Orcel" *)

Dieser Ansatz gefällt mir!  Es gibt bei der Commerzbank nicht zwingend zu viele Indianer, sondern zu viele Häuptlinge...

 

Und die Kommunikation ist eben ein weiterer Aspekt: diese kann, besonders im Fehlerfall, eben möglichst defensiv sein (Verschwurbeln bis zum Erbrechen, Schönreden was nur geht - aber immer erst, wenn es sich nicht mehr wegignorieren lässt, Formulierung nach dem Motto "Hauptsache nicht angreifbar" - und für den Kunden inhaltlich vollkommen wertlos, weil im Grunde inhaltlich keine aussage mehr vorhanden) oder eben "ehrlicher", klarer, direkter und damit für die Bank selber natürlich im ersten Moment auch schmerzhafter. Jedoch mit dem Ergebnis, dass der Kunde mehr Klarheit hat und dadurch, so geht es zumindest mir, das Vertrauen nicht überstrapaziert wird.

 

Das SMT ist leidtragendes Organ, weil die sich mit den Kunden an vorderster Front herumschlagen müssen - und bekommen den Frust der Kunden ab. Die haben die undankbare Aufgabe Übermittler spielen zu müssen: Das, was die Bank vorgibt, muss an die Kunden herangetragen werden - und das was dann als Reaktion daraufhin erfolgt wieder an die Bank zurück. Ist halt so.

 

Es bleibt spannend: Wo die Reise hingeht werden wir sehen...

 

Gruß Crazyalex

 

P.S.: Im weiteren Sinn ähnlich sieht es auch die Frau Palla bei der Deutschen Bahn: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Palla-sieht-organisierte-Verantwortungslosigkeit-im-Bahn-Management-i...

 

https://www.welt.de/wirtschaft/article6a63668e166bc12eb54f4de2/unicredit-plaene-commerzbank-und-hvb-...

 


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
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dg2210
Legende
8.258 Beiträge

@Crazyalex  schrieb:

("Die eigentlichen Einschnitte beträfen eher höher dotierte Managementfunktionen als klassische Kundenberater. „Die Commerzbank verfügt aus unserer Sicht über zu viele Hierarchieebenen“, sagte Orcel" *)

Dieser Ansatz gefällt mir!  Es gibt bei der Commerzbank nicht zwingend zu viele Indianer, sondern zu viele Häuptlinge...

 

Und die Kommunikation ist eben ein weiterer Aspekt: diese kann, besonders im Fehlerfall, eben möglichst defensiv sein (Verschwurbeln bis zum Erbrechen, Schönreden was nur geht - aber immer erst, wenn es sich nicht mehr wegignorieren lässt, Formulierung nach dem Motto "Hauptsache nicht angreifbar" - und für den Kunden inhaltlich vollkommen wertlos, weil im Grunde inhaltlich keine aussage mehr vorhanden)


Zwei Seiten derselben Medaille : Die zu vielen Häuptlinge machen sich selbst Arbeit und entwickeln dann die 'Corporate Communication Guidelines' mit den verbindlichen Leer-Phrasen..

 

Andreas' Absichten sind löblich, in der Praxis ist es eher so, daß die guten Leute im Management freiwillig gehen und man den Rest zumindest übergangsweise noch braucht, auch wenn dieser unqualifiziert ist. Dann wird es eher schlimmer. Ich erinnere an das Schicksal einer norddeutschen Online-Bank, die (solange sie rechtlich selbständig war) als Management-Kaderschmiede für den Konzern diente.

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)