am 21.04.2026 22:12
Hallo zusammen,
ich möchte hier meinen Fall schildern und hoffe auf eure Einschätzung oder ähnliche Erfahrungen.
Am 25.04.2025 wurden ohne mein Zutun zwei Überweisungen (4.000 € und 600 €) von meinem Girokonto auf mein Kreditkartenkonto vorgenommen. Noch am selben Tag habe ich den Kundenservice kontaktiert und gemeinsam mit diesem mein Online-Banking sowie die Kreditkarte sperren lassen. Die Sperrung der PhotoTAN-App wurde jedoch offenbar nicht korrekt umgesetzt.
Einige Tage später (03.05.2025) stellte ich fest, dass am selben Tag zwei Kreditkartenzahlungen über insgesamt 5.500 € durchgeführt wurden (3.000 € und 2.500 €), jeweils mit dem Buchungstext „www.ikea.com/PT/PT“. Diese Transaktionen habe ich weder autorisiert noch bestätigt.
Ich habe umgehend eine Rückbuchung beantragt – diese wurde jedoch abgelehnt. Auch mein anschließender Widerspruch blieb erfolglos. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahme und detaillierter Schilderung (inkl. Strafanzeige bei der Polizei Hannover) blieb die Bank bei ihrer Entscheidung.
Besonders kritisch sehe ich:
Die Transaktionen wurden nicht von mir autorisiert
Es erfolgte keine Freigabe über meine PhotoTAN-App
Der Buchungstext erscheint untypisch
Nach meinem Kenntnisstand nutzt IKEA üblicherweise andere Zahlungsdienstleister
Zusätzlich wurde mir im Nachgang ein Dispokreditvertrag zugesandt, da mein Konto durch die Vorfälle ins Minus gerutscht ist. Dies empfinde ich als unangemessen, da die Überziehung unmittelbar durch den Betrugsfall entstanden ist.
Ich habe mehrfach versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden – sowohl im direkten Austausch mit der comdirect als auch über einen Ombudsmann. Im Rahmen des Ombudsmann-Verfahrens wurde sogar ein Vergleichsvorschlag unterbreitet, wonach der entstandene Schaden zwischen mir und der Bank jeweils zur Hälfte getragen wird. Diesen Vorschlag hat die comdirect jedoch abgelehnt.
Auch ein anwaltliches Schreiben führte zu keiner Einigung, sodass ich bis heute leider keinerlei (auch keine anteilige) Rückerstattung meines Geldes erhalten habe.
Ich habe zudem nie eine persönliche Rückmeldung auf meine Widersprüche erhalten, obwohl ich meine Kontaktdaten mehrfach angegeben habe.
Alles in allem würde ich niemanden empfehlen, ein Konto bei der comdirect zu eröffnen.
Ich hoffe für alle, dass es niemanden so ergangen ist wie mir, falls doch würde ich mich über einen Austausch freuen.
am 21.04.2026 22:25
Das glaube ich jetzt so mal nicht.
Ohne 2FA gibt die Bank solche Zahlungen nicht frei.
Vermutlich hast du bei einem Phishing den Betrügern erlaubt ein weiteres Gerät für dein Konto zu aktivieren.
am 22.04.2026 08:39
@Silver_Wolf schrieb:Das glaube ich jetzt so mal nicht.
Ohne 2FA gibt die Bank solche Zahlungen nicht frei.
Vermutlich hast du bei einem Phishing den Betrügern erlaubt ein weiteres Gerät für dein Konto zu aktivieren.
Könnte eine Möglichkeit sein.
Diese Information gibt der TE allerdings nicht.
Es fehlt auch die Information aus der anwaltlichen Korrespondenz mit welcher Argumentation/ Begründung die Comdirect die Reklamation ablehnt.
Wenn ein Anwalt es nicht schafft darzulegen, dass der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat, dann scheint da doch zusätzlich noch etwas im Argen zu liegen.
am 22.04.2026 09:58
@ehemaliger Nutzer schrieb:
@Silver_Wolf schrieb:Das glaube ich jetzt so mal nicht.
Ohne 2FA gibt die Bank solche Zahlungen nicht frei.
Vermutlich hast du bei einem Phishing den Betrügern erlaubt ein weiteres Gerät für dein Konto zu aktivieren.
Könnte eine Möglichkeit sein.
Diese Information gibt der TE allerdings nicht.
Es fehlt auch die Information aus der anwaltlichen Korrespondenz mit welcher Argumentation/ Begründung die Comdirect die Reklamation ablehnt.
Wenn ein Anwalt es nicht schafft darzulegen, dass der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat, dann scheint da doch zusätzlich noch etwas im Argen zu liegen.
Hier wurde von @Wiebke wohl nur die halbe Geschichte erzählt.
Irgendwie müssen die Betrüger ja an die Freigabedaten gekommen sein und da vermute ich schon dass ein
gewisses Eigenverschulden mit vorliegen könnte.
Zumal der Anwalt wahrscheinlich den gerichtlichen Klärungsweg schon längst vorgeschlagen hätte wenn nur
halbwegs die Chance auf ein postives Urteil für die eigene Mandantschaft zu erwarten wäre.
So passt vieles nicht. Mal schauen ob @Wiebke sich nochmal meldet.
Gruß Morgenmond
24.04.2026 12:50 - bearbeitet 24.04.2026 12:51
Hallo @Wiebke
erst einmal möchten wir dir unser Bedauern aussprechen, dass du augenscheinlich Opfer eines Betruges geworden bist. Die Maschen mit denen sich Betrüger Zugang zu den Konten und Karten fremder Personen erschleichen sind sehr sehr vielseitig und perfide. Davor warnen wir unsere Kunden immer und immer wieder. Was genau in deinem Fall passiert ist, können wir anhand deiner Schilderung nur mutmaßen. Einen Blick in dein Konto ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.
Nur so viel: Grundsätzlich prüfen die Kollegen bei einem Betrugsverdacht den Sachverhalt sehr genau und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Wir möchten an dieser Stelle unbedingt betonen, dass dem Kunden auch eine gewissen Mitwirkungspflicht beim Schutz seines Kontos obliegt. Gemäß deiner Schilderung muss es daher im Vorfeld zu einem Ereignis gekommen sein, durch das die Betrüger Zugriff auf dein Konto erhalten haben. Dies hätte sicherlich durch entsprechende Sorgfaltsmaßnahmen deinerseits verhindert werden können. Aber wie schon erwähnt, um mehr sagen können, müssten wir in dein Konto schauen können. Und das ist von hier aus nicht möglich.
Sollte dein Vorgang bei uns noch in einer Prüfung hängen - z.B. durch ein neuerliches anwaltliches Schreiben - dann wirst du bzw. dein Anwalt sicher bald von uns hören.
Trotz allem wünschen wir dir für die Zukunft alles Gute.
Viele Grüße
Christoph
am 25.04.2026 11:41
Ein - für den Kunden - bedauerlicher Fall.
PS
Ein Tip, die Überweisungslimit ansehen / anpassen
Das Limit für Echtzeitüberweisungen ist neu / und war nicht gesetzt.
am 27.04.2026 09:56
@Biker17 schrieb:
...Das Limit für Echtzeitüberweisungen ist neu / und war nicht gesetzt.
Danke für den Hinweis.
Hab da auch gleich mal ein Limit gesetzt. War mir so nicht bewusst dass da kein Limit hinterlegt war.
Gruß Morgenmond
am 27.04.2026 18:05
@Morgenmond schrieb:
@Biker17 schrieb:
...Das Limit für Echtzeitüberweisungen ist neu / und war nicht gesetzt.
Danke für den Hinweis.
Hab da auch gleich mal ein Limit gesetzt. War mir so nicht bewusst dass da kein Limit hinterlegt war.
Hallo @Biker17 und @Morgenmond ,
ich bin mir nicht sicher, ob Eure Aussagen richtig sind.
Unter "Überweisungslimits" wird zwar bei mir aktuell
Tageslimit für Echtzeitüberweisungen
Gesamtlimit unlimitiert
angezeigt, gehe ich aber auf "Ändern", steht dort (Bildschirmfoto):
Wenn ich den Schalter auf "JA" schiebe, könnte ich offenbar ein Tageslimit für Echtzeitüberweisungen festlegen, während ich für Onlineüberweisungen (Inland und Ausland) offenbar Auftragslimits festlegen kann. Das sind unterschiedliche Dinge.
Liegt für Echtzeitüberweisungen kein Tageslimit vor, so greift trotzdem das Auftragslimit. - So deute ich jedenfalls die Texte.
Sicher bin ich mir aber nicht.
Grüße
Klever
27.04.2026 19:25 - bearbeitet 27.04.2026 19:26
27.04.2026 19:25 - bearbeitet 27.04.2026 19:26
@Klever schrieb:Liegt für Echtzeitüberweisungen kein Tageslimit vor, so greift trotzdem das Auftragslimit. - So deute ich jedenfalls die Texte.
Sicher bin ich mir aber nicht.
So sollte das wohl sein. Man könnte ohne Tageslimit eben innerhalb kürzester Zeit mehrere Echtzeitüberweisungen innerhalb des Auftragslimits aufgeben. Zumindest beim gleichen Empfänger geht das aber auch nur einige Male bevor eine Sperre greift (10 x hat man schon in anderen Threads gelesen).
am 28.04.2026 09:41
Hallo @Klever @Thorsten_
Liegt für Echtzeitüberweisungen kein Tageslimit vor, so greift trotzdem das Auftragslimit.
Kurz: Genauso ist es. Wenn kein Limit für Echtzeitüberweisungen definiert worden ist, greifen die Limits der Standard SEPA Überweisungen.
VG
Christoph