am 23.09.2020 10:04
schönen Mittag wünsche ich! 🙂
ich habe schon jegliche Kombi von Begriffen in der Suchfunktion eingegeben, allerdings habe ich nur einen Beitrag von .nmh gefunden, der in die richtige Richtung ging: 30.000€ Startkapital wäre ideal als Neueinsteiger.
Ist das aktuell?
ich bespare momentan einen ETF mit 130€ im Monat und habe mich hier durchs Forum gearbeitet. Mir gefallen die Strategien und das Beobachten und würde sehr gerne mitmachen, allerdings habe ich keine 30.000€.
Würdet ihr mir raten wirklich erstmal bis 30.000€ zu sparen oder lohnt sich ein Einstieg auch vorher schon?
Gesunde Grüsse!
am 25.09.2020 11:21
Den 847652 hatte ich auch mal, wahrscheinlich kein Zufall, war er doch in "Nachkriegsjahren" ein beliebtes Anlageobjekt…
ETF's habe ich relativ spät entdeckt und die ersten Investments in solche ab 2014 getätigt, da hatte ich schon ein kleines Aktiendepot, welches eher schlecht als recht dahindümpelte, nicht der schlechten Auswahl wegen, eher der kleinen Summe, die ich mich traute zu investieren, geschuldet.
Die Vorsicht und auch "Desinteresse" war dem "Neuen Markt" zu zuschreiben als ich tatenlos zuguckte wie eine Intershop AG (nicht die Schweizer Firma) von 100 auf null abbremste in einem Tempo, welches jedem Autobauer noch heutzutage imponieren würde.
Ausserdem hatte ich mich zu dem damaligen Zeitpunkt eher wenig drum geschert, frei nach dem Motto lass mal laufen Kumpel, mal sehen was bei rauskommt.
gruss ae
25.09.2020 11:30 - bearbeitet 25.09.2020 11:39
25.09.2020 11:30 - bearbeitet 25.09.2020 11:39
@Deno schrieb:Ich denke aber, dass ich 5 Minate lang 70€ in einen Aktiensparplan stecke, einfach um es Mal zu testen und um such zu sehen, wie ich auf die Schwankungen reagiere.
Hallo,
Du merkst schon, dass Du hier von verschiedensten Mitgliedern je wohlwollend beraten wirst.
Im Gegensatz zu CrazyAlex finde ich das absolut cool und richtig, die Erfahrung auch zu machen. Wie erläutert natürlich nur, wenn es bei der Proportion Salz / Suppe bleibt. Es gibt keinen Grund dafür, dass eine Einzelaktie etwa 10 % Deines Portflolios ausmachne sollte. Warren Buffet argumentiert zwar anders ("there are no 50 Coca-Cola's") aber der beschränkt sich dafür, dass seine Strategie funktioniert, auch auf berechenbare Firmen in berechenbaren Märkten.
Das käme für mich nicht in Frage, also muss ich anders Handeln.
Das Look & Feel eines Einzelwertes - bei mir ist es vor allem eine, die wie ein Flummi mit Motorantrieb hoch- und runtergeht - und vor allem Die Wirkung auf Dich musst Du tatsächlich durch Erfahrung aufbauen. Diese Erfahrung - das ist hier wohl der common sense, kann man allerdings von der sichenen Seite her aufbauen, und natürlich kann man in einem gestreckten Vermögensaufbau auch reagieren:
Ist's Dir zu heiß fährst Du Einzelwerte runter und konzentrierst Dich auf Streuung und Antizykliker.
Ist's Dir zu kalt kannst Du Dir ja noch'n Einzelwert hinzuholen.
Während viele hier sich selbst im Corona-Crash ganz gut kennenlernen konnten, solltest Du Deine Nerven wohl nicht überschätzen.
Im meinem privaten Umfeld haben Menschen sehr unterschiedlich reagiert, obwohl wir miteinander reden.
Ganz wichtig: Es geht aber nur insoweit um Deine Mentalität, wie die Dir im Wege stehen könnte.
Ein Gierhals mit 90% Staatsanleihen wird nicht lange gut gehen.
Ein Angstmensch mit 90% Aktien passt auch nicht.
Die Vernunft und Berechnung, mit der Du irgendwann ein Dir gerecht werdendes Portfolio gezielt beschreiben kannst, erfordert das nüchterne Kalkül und Wissen, das hier ja überall in den Tipps durchsickert.
Also spring' ruhig in's Wasser und werde "echt" aber ,mein Tipp, mit Kleingeld und nicht mit der Substanz, die Dir mit den ersten Anfängerfehlern wehtun könnte.
Die Comdirect ist doch ein Eldorado für Anfänger! Du kannst hochpreisige Sparplanfähige Aktien aussuchen und je unter 1 Stück ankaufen, so dass Du die gebührenfrei wieder abstoßen kannst. Das ganze mit einem verschmerzbar geringen Anteil an Deinem Portfolio. Ist doch eine absolute Supermöglichkeit für einen möglichst harmlosen Erfahrungsafbau.
Später, wenn Du Substanz hast und mit Erfahrung an die Sache herangehst, wirst Du vermutlich über Dein "Gestückel am Anfang" schmunzeln. Aber ohne Lehrjahre keine Herrenjahre.
Gruß: KWie2
... irgendwo in 'nem Portfolio zwischen Graham und Bogle ...
am 25.09.2020 11:37
@KWie2 : teilweise Zustimmung...
vor allem in dem Punkt, dass mit einem soliden Fundament (in diesem Falle World ETF) sich gut arbeiten lässt.
Man kann mit einem Gefühl der Stärke agieren und braucht nicht ängstlich zu reagieren.
gruss ae
am 25.09.2020 12:16
Den von Dir beschriebenen Weg kann man natürlich auch gehen. ![]()
Aber er ist deutlich schwieriger zu beherschen als der "einfache" von mir:
In Deinem Fall bleibt der Anfänger immernoch mit der Problematik behaftet: Wieviel Suppe? Wieviel Salz? -> Welches Verhältnis von Salz und Suppe ist richtig/schmachhaft bzw. schon versalzen?
In meinem Fall hast Du eine (quasi) starre Grenze an die man sich mit (verhältnismäßig) wenig Disziplin halten kann. In Deinem Fall gibt es eine nicht eindeutig definierte Grenzen die man als Anfänger natürlich nur schwerer richtig einschätzen kann.
Stark überspitzt formuliert kann man sagen, dass bei meiner Variante der anfänger nichts falsch machen kann während er bei Dir doch ordentlich aufpassen muss nicht vom Weg abzukommen (wenn man das mal als Extrembeispiele gegenüberstellt)
Insofern muss man sich selber einschätzen wie gefestigt man ist und wieviel Spieltrieb man sich selber zugestehen möchte während das eigentliche Ziel lautet: "möglichst rational nüchtern erst mal 'n Grundstock aufbauen"
Gruß Crazyalex
am 25.09.2020 12:24
@KWie2 schrieb:Das Look & Feel eines Einzelwertes [...] und vor allem Die Wirkung auf Dich musst Du tatsächlich durch Erfahrung aufbauen. Diese Erfahrung - das ist hier wohl der common sense, kann man allerdings von der sichenen Seite her aufbauen, und natürlich kann man in einem gestreckten Vermögensaufbau auch reagieren
[...]
Während viele hier sich selbst im Corona-Crash ganz gut kennenlernen konnten, solltest Du Deine Nerven wohl nicht überschätzen.
Im meinem privaten Umfeld haben Menschen sehr unterschiedlich reagiert, obwohl wir miteinander reden.
Das finde ich den springenden Punkt: Es muss zum persönlichen Risikoprofil passen.
Dazu muss man sich selber fragen ab welchem Drawdown man beginnt unruhig zu werden. Meine Erfahrung: So gut wie jeder überschätzt sich, teilweise maßlos.
Das war in der Corona-Krise sowohl hier als auch in persönlichen Gesprächen wieder gut zu beobachten. Viele derjenigen, die vorher auf den Hinweis, mit 50% müsse man schon rechnen noch ganz cool mit der Schulter zucken, kriegen im Ernstfall bei spätestens 20% kalte Füße.
Daher sollte man immer von der sicheren Seite kommen. Zum Risiko steigern ist meistens noch Jahrzehnte Zeit. Zum Risiko minimieren kommt man aber nicht mehr wenn man nach dem ersten Schockerlebnis der Börse den Rücken kehrt.
am 25.09.2020 12:32
Ich kann da dem @GetBetter nur zustimmen: Lieber am Anfang (etwas) weniger Geld gewinnen als viel Geld verlieren ![]()
Gruß Crazyalex
am 25.09.2020 12:34
@ae schrieb:Den 847652 hatte ich auch mal, wahrscheinlich kein Zufall, war er doch in "Nachkriegsjahren" ein beliebtes Anlageobjekt…
Ich habe den sogar heute noch im Depot, sogar als zweitgrößte Position ![]()
Den weit überwiegenden Teil davon habe ich vor 2009 gekauft, Gewinne sind also steuerfrei. Und da der Fonds in den letzten Jahren praktisch parallel zum MSCI World läuft sehe ich momentan keinen Grund auch nur einen Anteil zu verkaufen ![]()
am 25.09.2020 12:36
Der läuft - wenn ich es richtig sehe - etwa um die TER schlechter als der MSCI World ![]()
Gruß Crazyalex
am 25.09.2020 12:44
Auf welchen komischen Seite guckst Du denn?
Innerhalb der letzten 12 Monate war es sogar ein +6,55% zu +0,8% zugunsten des DWS.
Du machst mir einen Fonds nicht madig – Du nicht! ![]()
am 25.09.2020 12:57
Hab nur 'n ganz flüchtigen Blick hier drauf geworfen:
Gruß Crazyalex