17.02.2026 09:36 - bearbeitet 17.02.2026 09:43
Mich würde mal die Mehrheitsmeinung zu unserer einzigen, (noch) erfolgreichen, deutschen Softwareschmiede SAP interessieren.
Wurde vom d00fen Anleger irrigerweise alles fallengelassen, was von KI beeinträchtigt werden könnte und der Platzelefanthirsch kehrt zu neuen Höhen zurück?
Oder ist KI der Anfang vom Ende so sperriger und personalintensiver Software mit Bausteinen aus der DOS-Zeit und "wir" wissen das schon?
Ich arbeite mit einer Art SAP für (ganz) Arme, weniger weltumspannend, aber komplex und altbacken genug und wenn ich da aufgefordert werde, das Feld "FertArtKz" im Datensatz "TfrmVorgangEingabe.DoShow;AfterFormShow" zu suchen, überlege ich mir schon, wie einfach komplexe Dinge mit ChatGPT sind.
Ist die Zeit des "SAP-Spezialist gesucht" in fünf Jahren vorbei?
Auf der anderen Seite: Die Aktie hat sich immer wieder hochgerappelt und im logarithmischen Chart ist der Absturz kein Weltuntergang:
Was ist eure Meinung, Hop oder Top oder Baden-Baden?
Ich werde mir vielleicht eine Zocker-Position aufbauen, mit streng limitiertem Verlust.
| Kurs jetzt | 170,42 € | |
| Verkraftbarer Verlust je Aktie | 30 € | |
| Verkraftbarer Verlust gesamt | 1.500 € | |
| Anzahl Aktien | 50 | Stück |
| Einsatz | 8.521 € |
(nur Beispiel)
Bin gespannt. ![]()
hx.
17.02.2026 11:57 - bearbeitet 17.02.2026 12:00
@haxo schrieb:Mich würde mal die Mehrheitsmeinung zu unserer einzigen, (noch) erfolgreichen, deutschen Softwareschmiede SAP interessieren.
...
Ich arbeite mit einer Art SAP für (ganz) Arme, weniger weltumspannend, aber komplex und altbacken genug und wenn ich da aufgefordert werde, das Feld "FertArtKz" im Datensatz "TfrmVorgangEingabe.DoShow;AfterFormShow" zu suchen, überlege ich mir schon, wie einfach komplexe Dinge mit ChatGPT sind.
Ist die Zeit des "SAP-Spezialist gesucht" in fünf Jahren vorbei?
...
Hi @haxo ,
ich arbeite auch mit SAP. Als Kliniksoftware. Altbackenes Layout aber dafür stabil und sicher laufend.
Ich glaube nicht, dass sich hier was ändert. Zumal bei uns die Datensicherheit über alles geht und SAP das bestens leistet.
Ob das die KI auch könnte ?
SAP-Aktien kaufe ich aber nicht.
Ich habe schon genug im Depot und im Plus sind sie auch noch 😊
Aber die bleiben auch im Depot ohne Absicherung.
Gruß Morgenmond
am 17.02.2026 13:26
Danke für die Thread-Idee, @haxo !
SAP war so eine kannste-nix-mit-falschmachen-Aktie, nach der Berg- und Talfahrt zuletzt würde ich sie nur mit ganz spitzen Fingern anfassen.
Ich glaube, dass der Boden noch nicht erreicht ist 😐.
Grüße,
Andreas
am 17.02.2026 14:52
@haxo schrieb:Was ist eure Meinung, Hop oder Top oder Baden-Baden?
Ich habe meine SAP-Aktien kurz vor dem Jahreswechsel mit exakt 100% Gewinn verkauft. Zum damaligen Zeitpunkt war das noch Teil der alljährlichen Steueroptimierung, im Nachhinein betrachtet aber auch aus anderen Gründen eine gute Entscheidung.
Grundsätzlich halte ich die Befürchtung, KI (welche eigentlich? doch nicht irgendeine quasi-kostenlos verfügbare?) könnte das Geschäftsmodell schädigen, für überzogen. Insofern stehe ich einem Wiedereinstieg durchaus positiv gegenüber.
Mein damaliger Kauf erfolgte auch nach einem üblen Rücksetzer, somit sind meine diesbezüglichen Erfahrungen mit SAP also nicht schlecht. Mal schauen – irgendwann meldet sich der Bauch, aktuell sehe ich den Moment aber noch nicht gekommen.
am 17.02.2026 16:55
Vor Jahren hieß das, was heute als KI-Killer-Sau durchs Dorf getrieben wurde, "Death by Amazon" und beeinflusste eine Zeit lang die Kurse von börsennotierten Groß- und Einzelhandelsunternehmen im negativen Sinne. Es kam anders: große US-Player wie z.B. Costco und Walmart haben
ihre Geschäftsprozesse daraufhin angepasst und stehen heute stärker da als früher.
SAP ist in vielen Unternehmen als ERP-Software unverzichtbar, ja "systemrelevant". Die Walldorfer werden ihre Software mit "KI-Features"
anreichern, wenn sie es nicht bereits heute schon tun. Der Aktienkurs wird wohl noch einige Zeit leiden, aber die Leidenszeit wird
irgendwann mal eine Ende haben. Ich rechne eher damit, dass die heute hochgehypten KI-Buden, wenn sie keine Gewinne machen, gewaltig abschmieren werden.
Gruß, Pramax
am 18.02.2026 16:22
Wofür benutzen Firmen SAP? Bilanzierung und Controlling scheinen mir die beiden wichtigen Themen. Was KI (Keine Intelligenz) hier beitragen kann, ist mir schleierhaft. Aktuell können diese Algorithmen aus vorhandenen Dokumenten und Bildern "neue" Dokumente und Bilder erzeugen. Wie immer bei disruptiven Technologien mit deutlich schlechterer Qualität als die manuellen, menschlich erzeugten Vorlagen. Das etwas täuschend echt aussieht, ändert nichts daran, daß der zweite Blick den Fake entdeckt. Selbst dem ZDF in seiner professionellen Selbstverliebtheit gelingt das. Die erforderliche Genauigkeit beispielsweise in der Bilanzierung kann KI nicht leisten. Da stehen schon die Anforderungen an die Genauigkeit der Rechnungslegung der nationalen Behörden dagegen.
Ich vermute, daß vor allem die Kunden von SAP durch KI herausgefordert sind. Da bricht so manches Geschäftsmodell zusammen und damit auch mancher Kunde von SAP. Der Kursrückgang der Aktie wird damit nicht gerechtfertigt. Für mich ist es allerdings nur eine Kaufgelegenheit, wenn man die Nerven besitzt, die Leiden der Aktie in der Sippenhaft der gemutmaßten KI-Opfer auszuhalten. Die kann noch dauern, schließlich leben die Börsen und die Banken vom Umsatz und der steigt, wenn diese Sau durchs globale Dorf getrieben wird.
am 24.02.2026 08:43
…Support im Bereich 170 +- hält; sonst Bodenbildung im Bereich 150.
Langfristig gesehen (10 Jahre +) sind dies wieder Kaufkurse zur Aufstockung des Depots.
Für Cashflow in derzeitiger Kursbewegung von SAP kann z.B. mit Covers calls gesorgt
werden. Kurzfristig ist im z. B. 5 min. Chart der rebound nach mehreren roten Kerzen
zu Kauf und Verkauf zu verwenden. Dies ist ein Ergebnis aus der Chartanalyse.
Diese Aussagen sind keine trading Empfehlung.
am 24.02.2026 09:28
wow, 5 Minuten als Handlungsbasis und 10 Jahre als Investitionshorizont! Das nenne ich einen echten Spagat.
Mich würde das verrückt machen.
Und:
lohnt sich das angesichts der Gebühren hier und mit der Ungewissheit, wann die KI-Verlierer vom Markt "endgültig"(also bis auf weiteres) bestimmt worden sind. Der Umsatz liegt ja wieder auf dem Niveau von 2022, 2023 und damals betrug der Kurs nur die Hälfte von heute. Der Performance-DAX in etwa genauso. Letzteres bedeutet für mich für SAP eine relativ bessere Performance als der DAX in absehbarer Zeit, was mehrere Quartale bedeutet.
24.02.2026 10:17 - bearbeitet 24.02.2026 10:22
24.02.2026 10:17 - bearbeitet 24.02.2026 10:22
@ehemaliger Nutzer schrieb:wow, 5 Minuten als Handlungsbasis und 10 Jahre als Investitionshorizont! Das nenne ich einen echten Spagat.
Mich würde das verrückt machen.
Ich mag solche lakonischen Sprüche, danke! ![]()
Und ich denke ebenfalls, solche auffälligen Ausbrecher sollte man zum Anlass nehmen, einen Schritt nach hinten zu treten, so punktgenaue Analysen zu verlassen und sich zu fragen: Wo ist hier der Sinn?
Wenn man bei einem Unternehmen alle Zukunftsaussichten, Chancen, Wachstum etc. herausnehmen will, sieht man sich den inneren Wert an, also eine fleißig arbeitende Fabrik, die mir jedes Jahr ihren Gewinn gibt.
Eine Rechenmöglichkeit des "Fairen Wertes" der Aktie ist: Fairer Kurs = Free Cashflow je Aktie / Renditeforderung des Aktionärs
FCF je Aktie in 2025 ~8€ , wir bekommen anderweitig 8% -> Fairer Kurs = 100€
Alles darüber ist Zukunft, Wachstum, Marktausweitung, Dämlichkeit der Aktionäre.
Und wenn wir mal ganz, ganz ehrlich zu uns selbst sind: Zumindest bei den ersten drei Punkten ist SAP doch gerade etwas mau, oder?
Immer den inneren Schweinehund Advocatus Diaboli zu Wort kommen lassen. ![]()
am 24.02.2026 13:02
wenn du anderswo 8% ohne Komplettausfallrisiko bekommst, ist die Entscheidung einfach: keine SAP.
Eine Frage nach dem Free Cash Flow habe ich noch. Wie gehst du mit der Bilanzkosmetik a la Volkswagen um? Da werden mal eben schnell (und anscheinend erstmalig) Forderungen verkauft und siehe da: der FCF steigt wie gewünscht. Geld verdient hat da keiner außer dem Faktorierungsunternehmen.
Meine Skepsis gilt hier weniger Volkswagen (ich fahre deren Autos auch wenn die Allüre größer ist als die geleistete Arbeit, es ist halt ein VEB, sorry KdF-Betrieb, der alten Schule). Es geht um den Versuch die Kristallkugel" Aktienmarkt" mit Zahlen zu durchschauen.
Konkret am Beispiel SAP (Zahlen Börse Frankfurt):
Ende 2023 Kurs ca. € 140, CF je Aktie € 5,07
Ende 2025 Kurs ca. € 240, CF je Aktie € 7,45
Sofort entsteht die nächste Frage: wo kam der CF in 2025 her, und: geht diese Steigerung so weiter? Ist der Rückgang des Kurses vor allem KI-Angst oder Enttäuschung über die nächste 50%-Steigerung des FCF in 2027?
Dafür muß man tief in die Bilanz einsteigen. Wer das mag, dann mal los! Für mich funktioniert das nicht. Das Grundprinzip einer Bilanz dieser Größe ist die Fortschreibung der Vorperiode. In einer disruptiven Umgebung ist das nicht mehr sinnvoll. Die Liste der Anmerkungen ist irgendwann länger als die eigentliche Bilanz, etc. pp. Zugleich ist SAP ja selbst das Ergebnis einer Disruption (IBM hat das Produkt damals nicht verstanden). Die werden es besser machen als die Old School Economy. Da bin ich optimistisch.
Man kann vom aktuellen Aktienkurs rückwärts rechnen und die Erwartung der Börse an den CF je Aktie in 2026 auf ca. € 5,50 schätzen. Nur: welchen CF betrachtet die Börse eigentlich: bis Ende 2026 oder nur bis zum Herbst, oder bis Ende 2027?
Der Aktienkurs wird nach meiner Erfahrung nicht von einer einfachen Kennzahl angetrieben. Das ist komplexer, ohne Hexenwerk oder Weltverschwörung zu sein. KI heißt der aktuelle Angstmacher und der ist stärker als die operative Performance.
Am Ende steht die übelste aller Börsenweisheiten: der Markt hat immer Recht!
Fazit: ich glaube nicht, daß irgendeine Kennzahl (und ihre möglicherweise sogar korrekte Vorhersage) Basis für eine Investition sein kann. Das einzige, was eine Kennzahl sicher zeigt, ist der Glaube eines Investors daran.
p.s. damit habe ich mir mein neues Abzeichen "Plaudertausche" wohl endgültig verdient. Vielen Dank an die CoBa für diese Gelegenheit zur Selbstreflektion