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Umbuchung von Fondsanteilen ohne vorherige Mitteilung

ehemaliger Nutzer
ohne Rang
0 Beiträge

Hallo,

heute Morgen fand ich im comdirect-Postfach die Mitteilung, dass meine bisherigen Fondsanteile mit der WKN A2PWQA ausgebucht worden seien und Wertpapiere mit der WKN A1JGBM dem Depot hinzugefügt worden seien, allerdings "im Verhältnis: 1,000000000 zu 0,000939614". Damit ist mir ein Verlust entstanden, zugegebenermaßen ein sehr geringer, aber nur deswegen, weil ich nur wenige Anteile des Fonds gehalten hatte. Ich habe beim Kundenservice der comdirect nachgefragt, und man sagte mir, das sei eine Entscheidung des Emittenten gewesen, er dürfe das und man habe vorher keine Mitteilung erhalten, ich solle mich an den Emittenten wenden. Das ist für mich eine verblüffende Antwort. Es widerspricht allem, was ich bisher an Erfahrungen im Wertpapierhandel gemacht habe. Selbst wenn ich annehmen würde, dass die AGB und die Emissionsbedingungen das dem Fonds erlauben - welcher größere Anleger würde bei so einem Fonds investieren, der sich solche Freiheiten herausnehmen wollte? Mag sein, ich habe das Kleingedruckte nicht gelesen. Wer aber viel Geld investiert, wird es lesen und hat auch eine Rechtsabteilung, die sich so etwas nicht bieten lassen würde und im Zweifelsfall in einen solchen Fonds gar nicht investieren würde. Dann könnte er aber auch nicht existieren.

 

 

 

25 ANTWORTEN

Antonia
Mentor ★★★
3.549 Beiträge

Herzlich willkommen hier in der Community @ehemaliger Nutzer !

 

Der Fonds wurde mit einem anderen fusioniert und die Anteile neu berechnet.

Dadurch sind keine Verluste entstanden.

Grüße von Antonia
____________________
Alle Männer haben nur zwei Dinge im Sinn: Geld ist das andere. Jeanne Moreau

ehemaliger Nutzer
ohne Rang
0 Beiträge

Doch, es sind Verluste entstanden. Hier ist die Antwort der KI, mit der ich das durchgerechnet habe, und die Reklamation an die comdirect: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich reklamiere hiermit die Wertpapierabrechnung vom 30.07.2026 (Geschäftstag 28.07.2026) bezüglich der Fusion von WKN A2PWQA in WKN A1JGBM.

Laut Abrechnung erfolgte der Umtausch im Verhältnis 1,000000000 zu 0,000939614. Bei meinem Ausgangsbestand von 24,000 Anteilen ergibt sich daraus ein mathematischer Anspruch von exakt 0,022550736 Anteilen des neuen Fonds.

Eingebucht wurden meinem Depot jedoch nur 0,022 Anteile. Auf dem Beleg weisen Sie explizit darauf hin: „Die angefallenen Bruchteile werden nicht bar abgegolten, da diese handelbar sind.“

Da kein Barausgleich erfolgt, steht mir die ungekürzte Einbuchung des exakten mathematischen Bruchteils zu. Durch das Abschneiden der Nachkommastellen nach der dritten Stelle unterschlägt mir die comdirect ohne Rechtsgrundlage einen Gegenwert von rund 6,42 Euro (basierend auf dem aktuellen Fondskurs).

Ich fordere Sie daher auf:

  1. Den verbleibenden Bruchteil von 0,000550736 Anteilen umgehend in mein Depot nachzubuchen, ODER
  2. Mir diesen Differenzbetrag rein kulant auf mein Verrechnungskonto gutzuschreiben."

Klar, ich habe nur wenige Anteile, daher geringer Verlust, der ist aber nicht fiktiv, sondern sehr real.

 

Weinlese
Mentor ★
1.484 Beiträge

@ehemaliger Nutzer  schrieb:

Ich habe beim Kundenservice der comdirect nachgefragt, und man sagte mir, das sei eine Entscheidung des Emittenten gewesen, er dürfe das und man habe vorher keine Mitteilung erhalten, ich solle mich an den Emittenten wenden. Das ist für mich eine verblüffende Antwort. Es widerspricht allem, was ich bisher an Erfahrungen im Wertpapierhandel gemacht habe.


Dagegen entspricht es meiner bisherigen Erfahrung zu 100%. Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, egal ob Einzelaktie oder Fonds, bei dem vor einem Split/Reverse Split vorab eine Meldung über die comdirect erfolgt ist. Die einzige Meldung war immer nur die über die tatsächlich ausgeführte Ein- und Ausbuchung. Beim Emittenten hätte man diese Information vermutlich vorher dennoch in Erfahrung bringen können, wenn man dessen Webseite regelmäßig nach Veränderungen am Fonds überprüft hätte.

 

Was die "verlorenen" Fondanteile angeht, sicher ist das ärgerlich. Meine Vermutung ist allerdings, die Genauigkeit bei der Verwahrung von Fondsanteilen ist hier an ihre Grenzen gestoßen. Die Anzahl von Anteilen dürfte nur mit einer gewissen Genauigkeit gespeichert werden (drei Nachkommastellen?). Alles, was sich unterhalb dieser Genauigkeit abspielt, wäre dann nicht mehr abbildbar. (Bei Kryptowährungen ist das zum Beispiel weiniger ein Problem, da die Genauigkeit hier meist deutlich höher ist.)

 

Dein Depotbestand von nur 24 Anteilen war damit einfach zu gering, um eine verlustfreie Umbuchung zu überstehen. Da Du Anleger angesprochen hast, die viel Geld in solche Fonds anlegen, denen sind Fehlbeträge im einstelligen Eurobereich vermulich herzlich egal, wenn es um Handelssummen von mehreren Millionen Euro geht. 😉

 

Viele Grüße

Weinlese

ehemaliger Nutzer
ohne Rang
0 Beiträge

Tja, offenbar kann man verschiedene Meinungen dazu haben. Ich und die KI sehen es anders. Die Buchungsmitteilung ist hier eindeutig:

"FUSION
unter Ausbuchung von:
Amundi Short Term Yi.Solution Wertpapier-Kenn-Nr. A2PWQA
Act.au Port.E EUR(3 Déc.) o.N.
STK 24,000
FRANKREICH (AKV)
Referenzierungsnummer 26INM002TVU00032
haben wir Ihrem Depot beigefügt:
Amundi ENH.UlTRA SH-T. BD SEL. Wertpapier-Kenn-Nr. A1JGBM
Act.au Porteur E 3 Dec. o.N.
im Verhältnis: 1,000000000 zu 0,000939614
STK 0,022
FRANKREICH (AKV)
Referenzierungsnummer 26INM002TVU00033
Die angefallenen Bruchteile werden nicht bar abgegolten, da diese handelbar
sind."

Ich kann nicht erkennen, auf welcher Rechtsgrundlage die comdirect die Nachkommastellen nach der dritten unterschlagen darf. Das ist ja auch ganz unabhängig von der Anlagesumme. Wenn ich 10000 Stück besitzen würde, könnte man es vielleicht nicht einfach so freihändig wegwedeln.

Glücksdrache

Hallo @ehemaliger Nutzer, hallo Community, 

 

erst einmal herzlich Willkommen in der comdirect Community. Unabhängig von der Bearbeitung dieses einmaligen, mutmaßlichen Fehlverhaltens des Emittenten und des dadurch entstandenen Schadens (wenn ich mich nicht vertippt habe - 6,54 Euro, der in deinem Beitrag genannte Wert scheint realistisch) möchte ich dich auf eine ganz andere Art und Weise voranbringen.

 


@ehemaliger Nutzer  schrieb:

Doch, es sind Verluste entstanden. Hier ist die Antwort der KI, mit der ich das durchgerechnet habe, und die Reklamation an die comdirect: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich reklamiere hiermit die Wertpapierabrechnung vom 30.07.2026 (Geschäftstag 28.07.2026) bezüglich der Fusion von WKN AMUNDI SHT TERM YLD SO.3D(A2PWQA) in WKN AMU.ENULSHTEBDSEL E(A1JGBM).

Laut Abrechnung erfolgte der Umtausch im Verhältnis 1,000000000 zu 0,000939614. Bei meinem Ausgangsbestand von 24,000 Anteilen ergibt sich daraus ein mathematischer Anspruch von exakt 0,022550736 Anteilen des neuen Fonds.

Eingebucht wurden meinem Depot jedoch nur 0,022 Anteile. Auf dem Beleg weisen Sie explizit darauf hin: „Die angefallenen Bruchteile werden nicht bar abgegolten, da diese handelbar sind.“

Da kein Barausgleich erfolgt, steht mir die ungekürzte Einbuchung des exakten mathematischen Bruchteils zu. Durch das Abschneiden der Nachkommastellen nach der dritten Stelle unterschlägt mir die comdirect ohne Rechtsgrundlage einen Gegenwert von rund 6,42 Euro (basierend auf dem aktuellen Fondskurs).

Ich fordere Sie daher auf:

  1. Den verbleibenden Bruchteil von 0,000550736 Anteilen umgehend in mein Depot nachzubuchen, ODER
  2. Mir diesen Differenzbetrag rein kulant auf mein Verrechnungskonto gutzuschreiben."

Klar, ich habe nur wenige Anteile, daher geringer Verlust, der ist aber nicht fiktiv, sondern sehr real.

 


Ist dir schon aufgefallen, dass dieses Produkt auch bei "korrekter" Abrechnung jedes einzelne Jahr rückwärts laufen muß - seitdem es die Niedrigzinsphase gibt? Die Staatshaushalte und Big Tech sind inzwischen so überschuldet, dass ein massiver Zinsanstieg in weite Ferne  gerückt zu sein scheint. Deshalb wird es, auch wenn das Fondsmanagement rund um die Uhr arbeiten würde, nicht viel besser weitergehen können.

 

Zwei Symbolbilder: 

Quelle: comdirect Informer, abgerufen am 30.07.2026Quelle: comdirect Informer, abgerufen am 30.07.2026

 

Die größten Positionen: 

Quelle: comdirect Informer, abgerufen am 30.07.2026Quelle: comdirect Informer, abgerufen am 30.07.2026

 

Mathematisch gesprochen ist der "obere Deckel" dieses Produkts die Umlaufrendite minus Transaktionskosten  minus 0,45 % p.a. Verwaltung.

 

Der wahrscheinlich beste Weg, um Wissen aufzubauen, ist das Geld zu evakuieren. Selbst bei einem ordentlichen Geschäftsbetrieb bekommst du Brutto - Steuern - Inflation einen negativen Ertrag in Kaufkraft gerechnet. Das tut mir leid.

 

Nehme also das Positive zusätzlich zur Reklamation mit. Lerne Schritt für Schritt die Märkte kennen und denke daran, dass die Hersteller dieser Produkte oftmals gut florierende Aktiengesellschaften sind.

 

Wie diese hier: ALLIANZ SE NA O.N.(840400) oder CREDIT AGRICOLE INH. EO 3(982285) (der Hersteller der Amundi Fonds). Lass mal die 5-Jahres-Charts gegeneinander laufen  und addiere die Dividende manuell. :happyrobot:

 

Du wirst staunen. Und so verwandeln sich knapp 6,50 Euro seitens des Emittenten Amundi mutmaßlich vorenthaltene Gelder in Wissensvorsprung und Wohlstand.

 

Viel Erfolgt.

 

Liebe Grüße 

 

Gluecksdrache 

 

Edit 12:55 Uhr/Ergänzung: Wie immer alles nur zu Bildungs- und Unterhaltungszwecken, keine Anlageberatung.

Thorsten_
Legende
5.113 Beiträge

@ehemaliger Nutzer  schrieb:

Selbst wenn ich annehmen würde, dass die AGB und die Emissionsbedingungen das dem Fonds erlauben - welcher größere Anleger würde bei so einem Fonds investieren, der sich solche Freiheiten herausnehmen wollte? Mag sein, ich habe das Kleingedruckte nicht gelesen. Wer aber viel Geld investiert, wird es lesen und hat auch eine Rechtsabteilung, die sich so etwas nicht bieten lassen würde und im Zweifelsfall in einen solchen Fonds gar nicht investieren würde. Dann könnte er aber auch nicht existieren.


Nun, du solltest vielleicht in Zukunft öfter das Kleingedruckte lesen. Dann müsstest du dich jetzt nicht aufregen.

 

Und den Großinvestor mit Rechtsabteilung interessiert es aus mindestens 2 Gründen nicht:

1. Ist das Vorgehen rechtens und 2. hat er in Mathe aufgepasst (Tipp: rechne mal ein Beispiel mit 100 Mio. Kaufwert).

Crazyalex
Legende
10.182 Beiträge

Da kann ich dem @Thorsten_ nur beipflichten. 

Mit einer einzigen kleinen Einschränkung: bei Brokern welche mit mehr Nachkommastellen arbeiten wird das 'Problem' kleiner.

 

Letztendlich aber sehe ich das deutlich entspannter als andere Kosten, die hier bei der Comdirect üblicherweise zu Buche schlagen und für deren Höhe ich als Kunde keinen Grund sehe, der es mir erlaubt, diese guten Gewissens zu bezahlen. 

 

Gruß Crazyalex 


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

FakeAccount
Mentor
956 Beiträge

Ich kann die Verärgerung von @ehemaliger Nutzer  durchaus nachvollziehen.

 

Um es kurz zu machen: comdirect hat völlig richtig gehandelt. Die Systeme der Commerzbank können bei Retailkunden beim Depotbestand nur drei (3) Nachkommastellen verarbeiten (und übrigens auch nur 10 Vorkommastellen, ist halt COBOL). Es ist völlig normal, dass dabei kaufmännisch gerundet wird, denn normalerweise bewegen sich die Abweichungen dann im Bereich von wenigen Cent oder Cent-Bruchteilen. Es ist auch völlig normal, dass eine solche Umbuchung kommt, ohne dass die Depotbank (comdirect) den Kunden vorher informiert. Der Kunde ist verpflichtet, sich über seine Wertpapiere informiert zu halten. All dies ist in den Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte so geregelt (sog. "Börsenusancen").

 

Doch was Amundi hier macht kommt mir überaus seltsam vor. Ein derart niedriges Umtauschverhältnis habe ich noch nie gesehen. Das erinnert mich an den Fall von Balaton-Aktien, wo es am 21.08.2018 einen 100:1-Reverse-Split gab (also 1:0,01), um alle Kleinaktionäre, die weniger als 100 Stück hatten, aus dem Unternehmen herauszudrängen. Diesen Zweck hat Balaton damals auch so kommuniziert. Immerhin wurden die Bruchstücke damals automatisch abgefunden.

 

Aber in diesem Fall geht es um den Umtausch eines Publikumsfonds. Interessanterweise sind beide Gattungen (A2PWQA und A1JGBM) nach meiner Datenbank Retail-Anteilsklassen, also KEINE Anteile, die sich nur an institutionelle Anleger (mit entsprechend hohen Anlagebeträgen) richten! Entsprechend sind auch die laufenden Kosten höher als bei den I-Klassen.

 

Die hingegebene Klasse (A2PWQA) wurden mit einem marktüblichen Kurs von knapp 11 Euro pro Stück gehandelt, aber die neu eingebuchten Stücke (A1JGBM) haben einen sehr hohen Kurs von über 11 000 Euro pro Stück. Derart hohe Kurse gibt es bei Fonds sonst nur bei den institutionellen Anteilsklassen.

 

Ich würde eine freundliche (!) Nachricht an Amundi richten (nicht den Quatsch, den die KI da formuliert hat) und höflich um Auskunft und einen Vorschlag zur Regulierung des kleinen Schadens bitten. Falls Amundi nicht befriedigend antwortet, würde ich mir künftig zweimal überlegen, ob ich Fonds von Amundi kaufen möchte. Auch wenn es nur um 6 Euro geht, finde ich diese Umbuchung von Amundi überaus ungewöhnlich.

 

Viel Erfolg dabei!

 

Hochachtungsvoll

der Nachbar von nmh

 

Wenn alle immer nur über das schreiben würden, was sie, wenn sie das, was sie schreiben, tatsächlich auch schreiben dürfen, dann schreiben könnten, jedoch nicht wissen, was sie sonst schreiben sollten, weil sie von dem, was sie schreiben wollen, eigentlich keine Ahnung haben, dann wäre, äh, also, äh, dann stünde hier jetzt ein lustiger Spruch. Aber solche Kalenderweisheiten überlasse ich lieber meinem wichtigtuerischen Nachbarn nmh.

CurtisNewton
Legende
5.713 Beiträge

@FakeAccount Wirf mal einen Blick auf die TER (0,09% vs 0,46%), dann ist naheliegend was Amundi da im Schilde führt.

Amundi gilt aber, zumindest in Hardcore ETF Kreisen, seit der steuerschädlichen Umlagerung von ETF, eh als nicht mehr investierbar.

 

 

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"