am 23.05.2026 16:26
Liebe Community
ich werde demnächst 100.000 Euro erben und möchte dieses für 10 Jahre anlegen, da ich dann 67 bin und in Rente gehe. Benötigt wird das Geld bis dahin nicht. Meine Situation ist folgende:
In mehrere Fachzeitschriften habe ich gelesen, das man in
Eine Aufteilung wäre z.B.
iShares iBonds Dec 2029 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2030 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2031 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
iShares iBonds Dec 2032 Term EUR Corporate UCITS ETF EUR (Acc)
Mich würde nun Eure Meinung interessieren, da viele Fachzeitschriften auch nicht immer unabhängig sind (Werbung) und ich einen Bankberater nicht treue, da er nur seien Produkte verkaufen möchte.
Ist das alles einigermaßen OK? Oder liege ich komplett falsch?
Danke
Carlos
am 24.05.2026 08:40
Hallo Community,
vielen Dank für die Antworten. Wenn ich das alles so lese, dann sieht man, das ich eigentlich keine Ahnung vom Wertpapier-/Finanzgeschäft habe. Besser wäre es wenn ich mich unabhängig beraten lassen würde. Gibt es solche überhaupt, die keine Produkte verkaufen und so ihre Provision bekommen? Ich werde dann natürlich die Unabhängigkeit bezahlen. Hat jemand Erfahrung mit solchen Beratern? Oder gibt es eine Anlaufsstelle wo man sich informieren kann, Stichwort “Verbraucherzentrale”. Ich wohne in Hamburg.
Und zum Schluss die Frage, könnt ihr Literatur empfehlen für den Einstieg in das Wertpapier-/Finanzgeschäft?
am 24.05.2026 08:52
Dazu bräuchtest Du dann einen Honorarberater - der bekommt keine Verkaufsprovision, sondern eben ein Honorar direkt von Dir.
Wobei ich Dir einen Tipp geben möchte: spar Dir das Geld für den Honorarberater!
Dein Fall ist relativ einfach gelagert. Wenn Du ein paar wenige Stunden investierst und Dich hier in der Community ein wenig einliest (bzw. diesen Thread hier fortführst) dann weißt Du am Ende genau so viel. Präziser: Du weißt es - nicht ein Berater erzählt Dir was.
Gruß Crazyalex
24.05.2026 09:07 - bearbeitet 24.05.2026 09:11
24.05.2026 09:07 - bearbeitet 24.05.2026 09:11
@Crazyalex schrieb:Dazu bräuchtest Du dann einen Honorarberater - der bekommt keine Verkaufsprovision, sondern eben ein Honorar direkt von Dir.
Wobei ich Dir einen Tipp geben möchte: spar Dir das Geld für den Honorarberater!
Wobei mein Tipp lautet: Investiere in einen guten Berater. Das ist tatsächlich eine lohnende Investition und keine Ausgabe.
Ob dein Fall 'relativ einfach' oder eher komplex ist, kann niemand hier im dieser Community seriös beurteilen, weil niemand hier deine komplette Situation kennt (und du diese Details sowieso nicht öffentlich preisgeben solltest).
am 24.05.2026 09:10
Ein Standpunkt, den man nachvollziehen und akzeptieren kann.
Ich bin eher der Typ: "lies dich selber ein (und zwar richtig!) und treffe selber eine fundierte Entscheidung" - also noch 'ne Stufe unabhängiger.
Die Frage ist ggf.: wie viel Zeit/Geld will man da investieren - und traut man sich es zu das alleine hinzubekommen.
Gruß Crazyalex
am 24.05.2026 09:14
@nikaze schrieb:Liebe Community
ich werde demnächst 100.000 Euro erben und möchte dieses für 10 Jahre anlegen, da ich dann 67 bin und in Rente gehe. Benötigt wird das Geld bis dahin nicht.
Wenn du das Geld über 10 Jahre nicht brauchst dann ist doch wohl ein Aktien-ETF die beste Anlage. 🙂
Zumal wir aktuell noch ein paar Konflikte haben die auch mal gelöst werden.
Über 100k auf dem TG ist auch nicht unbedingt sinnvoll.
Es reichen doch wohl 30k als Notgroschen?
Den Rest, und vielleicht noch einen Teil des Erbes, packst du besser in einen GMF.
Der Xtrackers ist sehr gut. Habe ich auch.
24.05.2026 09:27 - bearbeitet 24.05.2026 09:31
24.05.2026 09:27 - bearbeitet 24.05.2026 09:31
@Crazyalex schrieb:
Ich bin eher der Typ: "lies dich selber ein (und zwar richtig!) und treffe selber eine fundierte Entscheidung" - also noch 'ne Stufe unabhängiger.
Ja, du kannst das, weil du bereits auf einem höheren Niveau bist. Egal ob Geldanlage oder Klavierspielen (*): ab einem bestimmten Level kann man sich autonom weiterbilden und verbessern; zum Start brauchen aber selbst Genies (Mozart, Buffett) einen Lehrer/Trainer.
Wenn ein Geldanlage-Anfänger in der Buchhandlung einfach zu einem Bestseller (z.B. von Marc Friedrich/Matthias Weik) greift, dann ist Hopfen und Malz schon verloren.
----
(*) : das sind im Grunde identische Tätigkeiten: zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Tasten zu drücken
24.05.2026 09:29 - bearbeitet 24.05.2026 09:32
Einen ganz wichtigen Hinweis möchte ich Dir noch geben:
Zeit
...die Zeit läuft. Kontinuierlich.
Die Frage ist nur: Was machst Du daraus (bzw. aus dem vorhandenen Kapital)?
A) Du kannst das Kapital nahezu risikolos liegen lassen. -> selbst wenn es auf dem Tagesgeldkonto niedrig verzinst liegt, hast Du am Ende effektiv weniger aufgrund der Inflation
B) Beim Geldmarktfonds ist es so ähnlich - Du bist aber näher am Inflationsausgleich.
C) Investieren in einen marktbreiten ETF - mit "Notbremse" (wie von mir vorgeschlagen): Birgt zwar ein - überschaubares - Risiko, aber sehr gute Renditechancen.
D) Investieren in Einzelaktien: deutlich größere Renditechance, deutlich mehr Aufwand - und: deutlich höheres Risiko.
Wenn man sich intensiver (mit Zeitaufwand!) mit D beschäftigen möchte ist D ein Weg der akzeptabel sein kann.
Wenn man hingegen wenig Aufwand haben möchte und ein geringes Risiko zulässt, ist C ein sehr guter Weg.
Über A und B müssen wir m.E. nicht intensiver sprechen.
Gruß Crazyalex
am 24.05.2026 09:43
Da widerspreche ich Dir keinesfalls!
...wobei Klavierspielen in meinen (!) Augen schwieriger ist 😉
Der @nikaze kann sich, wenn er möchte, aber durchaus das notwendige Handwerkzeug hier in der Community aneignen. Die größte Hürde dabei ist, neben dem inneren Schweinehund, nur gute von schlechten Informationen zu unterscheiden.
Dabei sollte man es tatsächlich nicht unnötig kompliziert machen - oder einen zu hohen Einstieg wählen.
Ebenso sollte man sich nicht unnötig verunsichern lassen oder Chancen liegen lassen nur weil ein paar Crashpropheten pauschal ein schwarzes Bild malen.
Vernunft
...die sollte man walten lassen!
Wenn man sich ein klein wenig mit dem Thema beschäftigt ist's weniger kompliziert als man denkt 🙂
Gruß Crazyalex
am 24.05.2026 09:44
Auch von mir ein herzliches Willkommen in der Community @nikaze !
Du hast sehrwohl Ahnung von Finanzen und bist bereit die Verantwortung zu tragen!
Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich unabhängig (!) beraten zu lassen!
Du kannst es sogar verwalten lassen.
Die meisten fangen bei einem freien Volumen von 100.000 € an.
Du kannst ja mal Vermögensverwalter googeln und dir die Angebote genau anschauen!
Nun zum eigentlichen Grund meines Posts:
du hast ja bereits einen guten ETF (A2PKXG) im Körbchen und besparst diesen sogar!
Welche Erfahrung sammelst du damit und, wie lange schon?
Was spricht für dich dagegen, die Erbschaft dort (oder ähnliche Anlagen) reinzuknallen?
10 Jahre ist ein sehr guter Zeithorizont, da kann dein Geld sehr gut in Ruhe arbeiten!
Und ab Zeitpunkt des Geldbedarfs holst du dir 1 oder 2 mal im Jahr einen Batzen Geld und lässt den Rest weiter arbeiten!
Aktien ETF sind durchaus fürs Leben!
Und du bist noch nicht mal 60J! Jung und hoffentlich gesund genug, um dein Vermögen wachsen zu lassen!
Du hast schließlich eine große Menge Bares in festen Zinsklauen (relativ sicher aber frisst sich selber auf).
Große breit gestreute ETF sind nicht so besonders risikobehaftet, mach dir das mal bewusst!
Von Einzelaktien würde ich dir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings abraten, da kann man schon mal Schnappatmung bekommen 😅
Dafür müsstest du doch etwas Wissen aufbauen.
Du bist bereits gut aufgestellt.
Du sammelst Wissen und Erfahrung.
Du brauchst nur noch etwas Mut und Durchhaltevermögen!
Viel Erfolg!
am 24.05.2026 09:53
@Crazyalex schrieb:Da widerspreche ich Dir keinesfalls!
...wobei Klavierspielen in meinen (!) Augen schwieriger ist 😉
'schwierig' ist schwierig zu definieren; ich vermute, daß der Aufwand, in einem der beiden Sphären auf ein Spitzenniveau zu kommen, ähnlich ist.
Empirisch kann man sehen, daß es mehr gute Musiker, die finanziell erfolgreich sind gibt, als erfolgreiche Anleger, die auch gute Musiker sind.