am 27.02.2026 16:39
Wow. Also wer bei seiner Altersvorsorge ernsthaft und dauerhaft mit Renditen von > 30 % p.a. kalkuliert, degradiert ja selbst Warren Buffett auf Dauer zum Anfänger. Das als verlässliche Benchmark für ein Depot anzunehmen sowie einen "Proffe-Thread" in einem Forum als empirischen Beweis anzuführen, ist schlicht und ergreifend unrealistisch. Ich habe mir den von dir zitierten Thread aber tatsächlich mal angesehen. Dort warnen ja sogar andere User vor den massiven Drawdowns, wie dem fast Totalverlust im "POT", der auf die viel beworbene Million folgte - wurde erst im Januar dort diskutiert. Solche Abstürze werden im Marketing für Börsenbriefe natürlich gerne ausgeblendet und dafür mit den theoretischen Höchstständen geworben wird. Ein System, das nach einem Crash hunderte Prozent Rendite braucht, um überhaupt wieder auf null zu kommen, vernichtet jeden Zinseszins.
Und das ist ja auch genau der Punkt, warum die Auflagen für das Altersvorsorgedepot völlig richtig sind. Es ist vom Gesetzgeber als unantastbare, pfändungssichere Basis-Absicherung fürs Alter konzipiert. Da verbieten sich irgendwelche Trendfolge-Strategien mit Derivaten und massivem Totalverlustrisiko von ganz allein. Wer dieses Risiko für die Chance auf schnelle 30 % eingehen möchte, hat im privaten Depot alle Freiheiten der Welt. Für einen staatlich geförderten Teil der Altersvorsorge ist dieser Ansatz aber schlicht das falsche Werkzeug.
27.02.2026 17:59 - bearbeitet 27.02.2026 20:32
27.02.2026 17:59 - bearbeitet 27.02.2026 20:32
@Infinity schrieb:Wow. Also wer bei seiner Altersvorsorge ernsthaft und dauerhaft mit Renditen von > 30 % p.a. kalkuliert, degradiert ja selbst Warren Buffett auf Dauer zum Anfänger.
So ein krummer Vergleich diskreditiert nur dich selbst. Warren 'heute' hat nichts mit einem Privatanleger 'heute' gemein; beide operieren in ganz unterschiedlichen Welten. Als Warren noch selbst eine Art Privatanleger ("Anfänger") war (also vor Berkshire) hat er ganz ohne Derivate noch höhere Renditen erzielt. Aus einem alten Brief an seine Anleger (Jahr 1958):
The five partnerships that operated throughout the entire year obtained results averaging slightly better than this 38.5%. Based on market values at the end of both years, their gains ranged from 36.7% to 46.2%. Considering the fact that a substantial portion of assets has been and still is invested in securities, which benefit very little from a fast-rising market, I believe these results are reasonably good.
Dort warnen ja sogar andere User vor den massiven Drawdowns, wie dem fast Totalverlust im "POT", der auf die viel beworbene Million folgte - wurde erst im Januar dort diskutiert. Solche Abstürze werden im Marketing für Börsenbriefe natürlich gerne ausgeblendet und dafür mit den theoretischen Höchstständen geworben wird. Ein System, das nach einem Crash hunderte Prozent Rendite braucht, um überhaupt wieder auf null zu kommen, vernichtet jeden Zinseszins.
Doppeltes "Nein" : Seriöse Anbieter blenden Rücksetzer nicht aus und stellen den Kunden auch ein Archiv mit allen alten Newslettern zur Verfügung ; damit wird vollkommene Transparenz erreicht. Die temporären Rücksetzer vernichten den Zinseszins eben nicht, deshalb ist ja die Durchschnittsrendite > 30 % p.a.
Wichtig ist auch: Private Anleger im Alter < 40 können Rücksetzer in aller Ruhe aussitzen. Ein angestellter Vermögensverewalter ist seinen Job los, wenn das Porttfolio Jahr-zu-Jahr ein paar Prozent verliert.
12.03.2026 17:03 - bearbeitet 13.03.2026 11:59
Ich für meinen Teil schon gespannt auf die Ausgestaltung des Produkts bei der comdirect und den Wettbewerbern:
- Wird es nur ein eigenes Produkt, in Form eines Depots mit Auszahlplan, geben?
- Werden kombinierte Produkte mit einer lebenslangen Rente oder Wohnförderkonto ebenfalls angeboten?
- Und am wichtigsten von allen: Wie wird die Gebührenstruktur aussehen?
Gerne dürfen @SMT_Chris (Edit) et al. hier im Forum Marktforschung betreiben 😛
am 12.03.2026 19:37
@Krügerrand schrieb:
Gerne dürfen @SMT_Erik et al. hier im Forum Marktforschung betreiben 😛
Der ist allerdings ein ehemaliger Mitarbeiter. Darum @SMTcomdirect .
am 13.03.2026 05:59
Ich warte nur noch auf die Leute, die a) zocken und am Ende der Meinung sind, die Gesellschaft kommt dafür auf und b) die Leute, die sich mit diesem "Zeug" nicht beschäftigen wollen, dennoch die gleichen Vorteile und Outcomes genießen wollen. Mal sehen, wie die verstaubten Verbraucherzentralen da jetzt aufspringen, weil die sind nun am wenigsten geeignet, den Leuten in Sachen Finanzen zu helfen.
13.03.2026 12:01 - bearbeitet 13.03.2026 12:01
Du meinst Kreditfinanziert ins Altersvorsorgedepot, das insolvenzgeschützt ist, und dann in Privatinsolvenz gehen?
Ist bestimmt unschlagbar, was die Rendite angeht.
am 20.03.2026 14:17
@Krügerrand schrieb:Ich für meinen Teil schon gespannt auf die Ausgestaltung des Produkts bei der comdirect und den Wettbewerbern:
[...]- Und am wichtigsten von allen: Wie wird die Gebührenstruktur aussehen?
Finanztip hat eine Petition gestartet deren Ziel es ist, die Gebühren auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen. Statt der in den aktuellen Gesetzesentwürfen als Obergrenze definierten 1,5% sollen die Kosten auf maximal 0,5% gedeckelt werden.
Wer unterschreiben will, wird hier fündig: klick.
am 20.03.2026 14:48
Ich bin auch gespannt,ob die Codi hier aktiv wird
am 23.03.2026 16:55
Hallo @frustrierter
ich bin zwar nicht @SMT_Ines, melde mich aber dennoch gerne in dieser Angelegenheit zu Wort. Das Thema ist bereits in Bearbeitung, sobald es etwas Spruchreifes gibt, geben wir hier gerne ein Update dazu.
Herzlichen Gruß
Birgit
am 24.03.2026 22:21
Heute hat sich die Koalition auf die neuen Regeln für das Altersvorsorgedepot geeinigt. Verglichen mit dem letzten Entwurf gibt es noch einge Änderungen zum Positiven:
Am Freitag soll das alles im Bundestag beschlossen werden und ab dem kommenden Jahreswechsel gültig sein.