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Altersvorsorge Depot

189 ANTWORTEN

Infinity
Experte
84 Beiträge

Wow. Also wer bei seiner Altersvorsorge ernsthaft und dauerhaft mit Renditen von > 30 % p.a. kalkuliert, degradiert ja selbst Warren Buffett auf Dauer zum Anfänger. Das als verlässliche Benchmark für ein Depot anzunehmen sowie einen "Proffe-Thread" in einem Forum als empirischen Beweis anzuführen, ist schlicht und ergreifend unrealistisch. Ich habe mir den von dir zitierten Thread aber tatsächlich mal angesehen. Dort warnen ja sogar andere User vor den massiven Drawdowns, wie dem fast Totalverlust im "POT", der auf die viel beworbene Million folgte - wurde erst im Januar dort diskutiert. Solche Abstürze werden im Marketing für Börsenbriefe natürlich gerne ausgeblendet und dafür mit den theoretischen Höchstständen geworben wird. Ein System, das nach einem Crash hunderte Prozent Rendite braucht, um überhaupt wieder auf null zu kommen, vernichtet jeden Zinseszins.

 

Und das ist ja auch genau der Punkt, warum die Auflagen für das Altersvorsorgedepot völlig richtig sind. Es ist vom Gesetzgeber als unantastbare, pfändungssichere Basis-Absicherung fürs Alter konzipiert. Da verbieten sich irgendwelche Trendfolge-Strategien mit Derivaten und massivem Totalverlustrisiko von ganz allein. Wer dieses Risiko für die Chance auf schnelle 30 % eingehen möchte, hat im privaten Depot alle Freiheiten der Welt. Für einen staatlich geförderten Teil der Altersvorsorge ist dieser Ansatz aber schlicht das falsche Werkzeug.

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@Infinity  schrieb:

Wow. Also wer bei seiner Altersvorsorge ernsthaft und dauerhaft mit Renditen von > 30 % p.a. kalkuliert, degradiert ja selbst Warren Buffett auf Dauer zum Anfänger.


So ein krummer Vergleich diskreditiert nur dich selbst. Warren 'heute' hat nichts mit einem Privatanleger 'heute' gemein; beide operieren in ganz unterschiedlichen Welten. Als Warren noch selbst eine Art Privatanleger ("Anfänger") war (also vor Berkshire) hat er ganz ohne Derivate noch höhere Renditen erzielt. Aus einem alten Brief an seine Anleger (Jahr 1958):

 

The five partnerships that operated throughout the entire year obtained results averaging slightly better than this 38.5%. Based on market values at the end of both years, their gains ranged from 36.7% to 46.2%. Considering the fact that a substantial portion of assets has been and still is invested in securities, which benefit very little from a fast-rising market, I believe these results are reasonably good.

 

 


Dort warnen ja sogar andere User vor den massiven Drawdowns, wie dem fast Totalverlust im "POT", der auf die viel beworbene Million folgte - wurde erst im Januar dort diskutiert. Solche Abstürze werden im Marketing für Börsenbriefe natürlich gerne ausgeblendet und dafür mit den theoretischen Höchstständen geworben wird. Ein System, das nach einem Crash hunderte Prozent Rendite braucht, um überhaupt wieder auf null zu kommen, vernichtet jeden Zinseszins.

Doppeltes "Nein" : Seriöse Anbieter blenden Rücksetzer nicht aus und stellen den Kunden auch ein Archiv mit allen alten Newslettern zur Verfügung ; damit wird vollkommene Transparenz erreicht. Die temporären Rücksetzer vernichten den Zinseszins eben nicht, deshalb ist ja die Durchschnittsrendite > 30 % p.a.

 

Wichtig ist auch: Private Anleger im Alter < 40 können Rücksetzer in aller Ruhe aussitzen. Ein angestellter Vermögensverewalter ist seinen Job los, wenn das Porttfolio Jahr-zu-Jahr ein paar Prozent verliert.



Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

Krügerrand
Mentor
943 Beiträge

Ich für meinen Teil schon gespannt auf die Ausgestaltung des Produkts bei der comdirect und den Wettbewerbern:

- Wird es nur ein eigenes Produkt, in Form eines Depots mit Auszahlplan, geben?

- Werden kombinierte Produkte mit einer lebenslangen Rente oder Wohnförderkonto ebenfalls angeboten?

- Und am wichtigsten von allen: Wie wird die Gebührenstruktur aussehen?

 

Gerne dürfen @SMT_Chris (Edit) et al. hier im Forum Marktforschung betreiben 😛

Klever
Mentor ★★★
2.274 Beiträge

@Krügerrand  schrieb:

 

Gerne dürfen @SMT_Erik et al. hier im Forum Marktforschung betreiben 😛


Der ist allerdings ein ehemaliger Mitarbeiter. Darum @SMTcomdirect . 

 

Floppy85
Mentor ★
1.441 Beiträge

Ich warte nur noch auf die Leute, die a) zocken und am Ende der Meinung sind, die Gesellschaft kommt dafür auf und b) die Leute, die sich mit diesem "Zeug" nicht beschäftigen wollen, dennoch die gleichen Vorteile und Outcomes genießen wollen. Mal sehen, wie die verstaubten Verbraucherzentralen da jetzt aufspringen, weil die sind nun am wenigsten geeignet, den Leuten in Sachen Finanzen zu helfen.

Krügerrand
Mentor
943 Beiträge

Du meinst Kreditfinanziert ins Altersvorsorgedepot, das insolvenzgeschützt ist, und dann in Privatinsolvenz gehen?

Ist bestimmt unschlagbar, was die Rendite angeht. 

GetBetter
Legende
8.295 Beiträge

@Krügerrand  schrieb:

Ich für meinen Teil schon gespannt auf die Ausgestaltung des Produkts bei der comdirect und den Wettbewerbern:

[...]

- Und am wichtigsten von allen: Wie wird die Gebührenstruktur aussehen?


Finanztip hat eine Petition gestartet deren Ziel es ist, die Gebühren auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen. Statt der in den aktuellen Gesetzesentwürfen als Obergrenze definierten 1,5% sollen die Kosten auf maximal 0,5% gedeckelt werden.

 

Wer unterschreiben will, wird hier fündig: klick.

frustrierter
Mentor ★
1.077 Beiträge

Ich bin auch gespannt,ob die Codi hier aktiv wird

@SMT_Ines 

SMT_Birgit
Social-Media-Team
Social-Media-Team
346 Beiträge

Hallo @frustrierter 
ich bin zwar nicht @SMT_Ines, melde mich aber dennoch gerne in dieser Angelegenheit zu Wort. Das Thema ist bereits in Bearbeitung, sobald es etwas Spruchreifes gibt, geben wir hier gerne ein Update dazu.

Herzlichen Gruß
Birgit

GetBetter
Legende
8.295 Beiträge

Heute hat sich die Koalition auf die neuen Regeln für das Altersvorsorgedepot geeinigt. Verglichen mit dem letzten Entwurf gibt es noch einge Änderungen zum Positiven:

  • Die Förderstaffel wird etwas umstrukturiert. Jetzt soll es bis zu einer Einzahlung von 360 € einen Zuschuss von 50% geben, darüber hinaus bis zu einer Einzahlung von 1.800 € dann 25%. Auf diese Art ergibt sich ein jährlicher Höchstzuschuss von 540 €, bei der bisherigen Planung waren max. 480 € möglich.
  • Die Kosten werden auf 1% gedeckelt. Außerdem soll es einen Staatsfonds geben, der sicherlich deutlich unter diesem Level liegen wird und für entsprechenden Druck auf gewerbliche Anbieter sorgen dürfte.
  • Auch Selbständige dürfen mitmachen.

Am Freitag soll das alles im Bundestag beschlossen werden und ab dem kommenden Jahreswechsel gültig sein.