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Wie rechtfertigt die comdirect eigentlich noch die Trading-Kosten? (Klassisches Depot)

Rincemac
Autor ★★
12 Beiträge

OK, vielleicht bin ich hier ja schief gewickelt, aber mich würden mal Meinungen der Community hier zum Thema "Kosten des Aktienerwerbs" (vulgo "Tradingkosten") interessieren.

 

Ich trade gerne auch Einzelaktien - nur immer weniger bei der comdirect. Und als ich gerade mal wieder hier einen Trade aufmachen wollte, und die Kosten sah überkam mich die unbändige Lust hier einen Post zu machen.

 

Fakt:

Inzwischen gibt es Neobroker welche teilweise auch den Handel mit einer Aktie (!) zu Bruchteilen der hier noch im klassischen Depot aufgerufenen Provisionen, Gebühren und Börsenplatzentgelten ermöglichen.

Ich lasse die Sinnfrage hier mal bewusst weg - ja, ist schon klar das hier teilweise Leute unterwegs sind die für ein Stück Mercedes sich in der Einkaufspassage (bei Hermés natürlich) nicht bücken werden.

 

Ist "eine Aktie nicht ein bissl zu wenig? Was will man denn damit?" könnte man jetzt natürlich fragen. Kommt darauf an, ob ich eventuell 18 und im Studium/Ausbildung/Schüler bin und mir das Taschengeld zur seite legen will. Kaufe ich eine Aktie in der Woche, habe ich 52 nach einem Jahr usw usf. Just saying.

 

Vielleicht will die comdirect diese Zielgruppe nicht (außerhalb dem "Pure"-Depot) ansprechen?

 

Ich will jetzt keinen generellen Vergleich Neobroker vs. comdirect - obwohl dieser in 2026 nicht ganz unangebracht ist, wenn ihr um "junge Zielgruppen" werben wolltet... wollt ihr das? Vielleicht liege ich daneben und man hat das genau in der MaFo schon abgebügelt weil die Zielgruppen alle bei den neobrokern und am Handy rumhängen (wo die Comdirect auch kein gutes Gesamtbild mit der App abgibt, schade).

 

Hier ein ganz zufällig gewähltes Beispiel für einen "Mini Trade":

 

Ich will bei DEUTZ einsteigen, habe aber keine Tausende verfügbar, plane also mit dem Kauf von erst mal 10 Stück... dieses Beispiel wählte ich weil es knapp 100 € verfügbares Kapital benötigt (aktuell 98 € für 10 Stück)

 

Nur... der Trade kostet dann bei comdirect leider ca. 110,40 €, weil die comdirect, egal wie groß der Posten ist natürlich keine Staffelpreise für kleinere Posten hat, sondern knallhart die Standardpreise abrechnet.

 

Rincemac_0-1785324332982.png

In so einem Fall würde ich den Trade natürlich entweder anders erledigen oder nicht machen.

 

Gehen wir mal auf 100 Deutz AG. Das dann immer noch 1,2% statt 12% (!) Kosten nur für den Spaß bei euch zu traden.

 

Mag sein dass es ein "Pure"-Depot gibt - aber was machen diese Neukunden, die dann auf den Geschmack kommen und uU kleinere Trades wie diesen hier machen würden? Was machen die Kunden nach drei Jahren im Einsteiger-Depot? Weinen oder gehen, wenn sie eure Normalstaffelpreise das erste mal sehen und ggfs. vom Stuhl (oder in der Bahn und im mobile trading vom Sitz) kippen?

 

Der gewitzte Fuchs kann natürlich einen Sparplan anlegen für den Trade... wird doch bestimmt gern gesehen intern? 😉

 

Oder noch gewitzter: der Fuchs geht einfach woanders hin?

 

Daher die ernstgemeinte Frage:

Gibt es irgendwelche Pläne, eure Kostenmodelle mal auf den Prüfstand zu stellen (falls sich überhaupt jemand dazu äußern will, darf oder kann) - oder ist man als langjähriger Kunde, welcher auch andere Depots benutzt und die Kosten bei sehr vielen "anderen" kennt einfach besser dort aufgehoben mit dem Gesamtdepot für seine Trading-Ambition?

 

Die Profitabilität einzelner Trades wird durchaus auch bei 1-2% Kostenanteil für Tradinggebühren berührt wenn man eben nicht 1000er-Lots traded sondern auch mal kleinere Posten oder in Staffeln kauft.

 

Mich würden hier auch mal die Meinungen der anderen Community-Teilnehmer interessieren - vielleicht bin ich ja der "aussätzige" weil ich so eine "Er-hat-Jehova-gesagt"-Frage stelle und darf mich unter 1000er Lots gar nicht hier mit so einer Armutsfrage melden? 😀 

 
11 ANTWORTEN

Crazyalex
Legende
10.192 Beiträge

@Rincemac  schrieb:

Hey @CurtisNewton - danke für die ausführliche, differenzierte Antwort - ich hoffe @Crazyalex wird nicht neidisch dass du auf die Frage richtig eingegangen[...]


nein - überhaupt nicht!
Im Gegenteil: der @CurtisNewton  hatte ja schon ein "Danke" für seine Antwort von mir bekommen.

 

@Rincemac 

Du hattest in Deinem Eingangspost nach Meinungen gefragt - und meine dazu bekommen.

 

Was ich aber tatsächlich nicht gut finde, ist Deine Reaktion darauf:

 


@Rincemac  schrieb:

[...] statt es mit nem schlechten One-Liner abzubügeln.

[...]


stellt eindeutig eine Abwertung meiner Antwort dar, welche schlicht meine Meinung darstellt.

Inhaltlich musst Du da sicherlich nicht übereinstimmen - aber nur weil meine Antwort kurz war muss sie deswegen nicht schlecht sein: letztendlich machen wir uns manchmal nämlich die Welt einfach viel zu kompliziert, wo die doch einfacher sein könnte, wenn wir es selber nur zulassen 😉

 

Gruß Crazyalex

 

 


An alle Neueinsteiger: Appell an alle Neueinsteiger und Interessenten.
ETF-Anfänger: Bitte intensiv durcharbeiten... ETF-FAQ. .................Danke!

CurtisNewton
Legende
5.719 Beiträge

@Silver_Wolf  schrieb:

Nun ja, vorgestern hatte ich die Ausführung einer Auslandsorder in Sydney.

Dafür durfte ich gut 26€ an Gebühren abdrücken.  😞

Nicht so lustig. Aber es hilft ja nichts.

Andere Banken bieten das gar nicht an oder es ist ähnlich teuer.


@Silver_Wolf 

Schau mal was die Grundgebühr für Sydney bei Consors ist. Aber setzt Dich vor hin, nicht das was schlimmes passiert 😉

 

Spoiler
101 Euro, und da hast du noch keine Aktie gehandelt....


 

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"