am 16.12.2025 21:23
Hallo zusammen!
Ich möchte ja nicht immer nur kritisch sein, sondern auch mal kreativ-konstruktiv...
ich hab mir mal ein bisschen den Kopf zerbrochen – und dachte mir: Warum nicht mal völlig frei spinnen und unsere eigene Comdirect 2.0 zusammenbauen?
Also so richtig: eine Bank, die wieder Pionier ist, innovativ, kundenfreundlich, agil – ein echter Wachstumsmotor.
Warum? Weil es schön wäre, wenn die Bank wieder zu alter Stärke kommen würde. Ungeachtet ob es eine Übernahme durch die Unicredit gibt oder die Commerzbank sich besinnt und die Comdirect wieder in die Eigenständigkeit auslagert.
Da könnte man echt etwas Geniales daraus machen!
Warum Comdirect 2.0?
Service: Seit der Commerzbank-Übernahme teils echt frustrierend… lange Wartezeiten, komplexe Prozesse, Kundenprobleme häufen sich.
Gebühren: Klar, man zahlt fürs Trading, aber die Clearstream-Gebühr von 2,90 € ist mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal, und zwar im schlechtesten Sinne.
Markt: Neo-Broker wie Trade Republic und Scalable haben viele Kunden abgezogen – Comdirect könnte wieder das Maß aller Dinge sein, wenn man clever vorgeht.
Also hab ich mir gedacht: Warum nicht mal die perfekte, agile, kundenfreundliche Comdirect 2.0zusammenbauen – und schauen, welche Vorteile das für uns Kunden und die Commerzbank hätte...
So könnte die Comdirect 2.0 aussehen:
Agil, wieder eigenständig, schlank, schnelle Entscheidungen.
Probleme werden sofort gelöst, keine ellenlangen Standardprozesse über 72 Fachabteilungen mit 24 Hirachieebenen...
Fokus auf Kernkompetenzen: Trading, Sparpläne, Kontoführung.
Gebühren: Fair & transparent
Clearstream-Gebühr? Weg damit!
Ordergebühren aggressiv: kleine Orders fast kostenlos, große Orders immer noch günstiger als derzeit.
Sparpläne & ETFs: kostenlos oder sehr günstig, ggf. volumenabhängige Rabatte.
Mal eine konkrete aber grobe Preisidee für die Comdirect 2.0:
Ordergröße / Preis
500 € 0–5 €
1.000 € 0–5 €
5.000 € 10–12 €
10.000 € 15–20 €
Dann geht es weiter:
Service: Premium-Level - so wie früher...
Schneller Support, persönliche Ansprechpartner für Trader.
Proaktive Infos & Problemlösung: Benachrichtigungen, Fehlerbehebung.
Ziel: Kundenbindung durch exzellente Erfahrung
Produkte & Innovation
Alles in einer App - auch wenn ich das nicht brauche; aber der Zeitgeist verlangt es und die jüngeren Kundne werden es danken: Banking + Trading + Sparpläne + Tools.
KI-gestützte Portfolio-Empfehlungen, individuelle Insights - habt ihr ja sicherlich in der Beta-Community auf dem Schirm.
Die Vorteile auf einen Blick
Für Kunden:
Günstige, transparente Gebühren
Exzellenter Service
Innovative Tools, einfache Bedienung
Für die Bank (Commerzbank oder UniCredit):
Wieder Marktführer im digitalen Brokerage
Wieder mehr Neukunden, höhere Handelsvolumina
Es wäre ein Leuchtturmprojekt und Kundenmagnet
Für den Markt:
Die Neo-Broker überholen - die müssen nachziehen, sofern sie können.. in jedem Fall: mehr Innovation, Wettbewerb belebt Qualität.
Die Idee ist: Comdirect wieder auf Kurs bringen, aber diesmal alles besser, moderner, fairer und kundenfreundlicher.
Gebühren fair, keine unnötigen Extras wie Clearstream, dafür der Service herausragend.
Produkte innovativ - nicht nur offensichtlich auf Gewinn getrimmt und der Kunde fühlt sich abgezockt.
Wenn die Commerzbank wirklich die Chancen nutzt, könnte Comdirect nicht nur wieder zur Top-Direktbank werden, sondern sich als Innovationsmotor und Wachstumsmotor für den gesamten Konzern etablieren.
Also, liebe Community: Wer ist dabei nicht immer nur zu meckern, sondern mal gedanklich die Ärmel hochzukrempeln und die perfekte Comdirect 2.0 weiter zusammenzuspinnen?
Präsentieren wir dem Vorstand die neue Bank auf dem Silbertablett - fix und fertig!
So, dass am Ende der Vorstand nicht anders kann als das Ding so abzunicken!? 😉
...und wenn der Vorstand es nicht macht, dann liest's hoffentlich ein Marktbegleiter und freut sich, dass er damit mächtig Kohle macht 😉
Gruß Crazyalex
am 17.12.2025 23:01
Die Revolution frisst ihre Kinder. Ich für meinen Teil denke, dass man das Rad der Zeit nicht zurück drehen kann und die comdirect das online Angebot des Commerzamt sein wird
18.12.2025 01:35 - bearbeitet 18.12.2025 01:36
Ich mache den Kram mit Depot und kaufen und so ja noch nicht so besonders lange, aber mal ein paar Beobachtungen, die nicht besonders originell sind, aber aus einer Außenansicht vielleicht helfen.
Mein Gehaltskonto liegt bei der DKB, ich kaufe also manchmal schnell dort etwas. Ich habe dann ein Papier im Depot dort und mir wird keine "Entwicklung" angezeigt, die Daten sind "unvollständig" und "nicht verfügbar", es dauert dort einen Tag, bis man "etwas sieht". Da lächelt man milde und weiß, dass es bei der Comdirect besser ist, und guckt dort halt im Informer, ob das Papier gestiegen oder gefallen ist. Wenn man das Papier dann zur Comdirect überträgt, dann erkannt man, dass etwas passiert, daran, dass das Papier bei der DKB plötzlich "keine Entwicklung" hat, also quasi ausgebucht ist. Soweit gut, es passiert etwas. Am nächsten Tag ist das Papier dann wieder mit Werten im Depot dort, und nach 2-3 Tagen verschwindet es, es taucht dann irgendwann bei der Comdirect auf. Soweit normal, erwartbar. Gut, die Werte muss man selber eintragen, aber immerhin kann man das, das ist halt bei der Comdirect so, wird wohl Usus sein.
Nun kauft man in sein Depot bei der Consors etwas rein. Oh, da stehen sofort Werte, gar nicht so schlecht, besser als die DKB. Man überlegt hin und her, und man überträgt den Wert zur Comdirect. Das Papier ist sehr schnell einfach raus aus dem Depot, prima, wird wohl auf dem Weg sein. Von Consors kriegt man zwei Nachrichten, einmal den Übertrag, und dann noch eine Nachricht mit der 'berühmten' TAX-ID, sogar mit Nummer, fein. Man wartet.
Am 17.12. bekommt man bei der Comdirect eine Nachricht, dass der Wert am 15.12. übertragen worden und eingebucht sei. "Auftragsgemäß haben wir nachstehende Werte Ihrem Depot beigefügt." Zu sehen ist der Wert nicht. Da man eh kurz gucken will, wie die Börse in Australien in den Tag startet, wartet man noch den ominösen Tageswechsel +1 Stunde ab, in der die Depotansicht eh lustige Dinge über die Wertentwicklung 'seit Kauf' behauptet. Man hofft dann, dass es danach schon passen werde. Es wird also der 18., die Werte 'oben' behaupten lustige Dinger über den Kaufpreis, und die eingebuchten Werte sind - nicht da.
Den rudimentären Broker der DKB hinter sich gelassen zu haben darf nicht ein Ruhekissen für die Comdirect 2.0 sein. Im Tempo, in der Zuverlässigkeit der Durchläufe, in der Automatisierung und in der Information der Kunden blöder dazustehen als die Consors'bank', das muss sein dringender Antrieb sein.
am 18.12.2025 05:42
Ja: Die Comdirect 2.0 darf nicht nur irgendeine weitere Bank sein.
Sie muss den Anspruch haben, der Branchenprimus schlechthin zu sein: Wenn jemand ein Konto und/oder ein Depot eröffnen möchte, dürfen die Leute nicht überlegen, ob ich das bei Bank X, Y oder Z mache - NEIN! Es muss so sein, dass die Leute an gar keine andere Bank denken als die Comdirect 2.0.
Die Comdirect 2.0 muss das Synonym für Bank und Broker sein! Schlimmstenfalls darf sich der Kunde die Frage stellen "warum sollte ich mein Konto/Depot bei einer anderen Bank eröffnen?" - aber die Frage "bei welcher Bank eröffne ich mein Konto/Depot" an sich muss schon quasi absurd sein. Nicht weniger darf das Ziel sein - selbst wenn man es möglicherweise nicht erreicht.
Wenn wir keine Visionen mehr haben, können wir es sonst nämlich auch sein lassen - Mittelmäßigkeit (oder gar noch weniger) ist das, was man überall (oder aktuell bei der jetzigen Comdirect) bekommt. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal.
Und die Comdirect 2.0 hat natürlich auch - weiterhin - eine Community. Das Schöne daran ist: Dort tauschen sich die Leute konstruktiv aus, reden über Verbesserungen, neue Produkte und Wertpapiere. Gemecker über Probleme der Bank ist nicht zu finden - weil es schlicht keine Probleme gibt 😉
Gruß Crazyalex
am 19.12.2025 16:35
Dass dieser Thread nicht zwingend durch die Decke geht, war mir ja klar...
...aber ein bisschen mehr Resonanz hätte ich schon erwartet bzw. erhofft.
Deshalb mal anders gefragt: Was an der Comdirect 2.0 Idee triggert euch am meisten – Gebühren, Service, Einfachheit, Bestandskunden vs. Neukunden?
Würde mich echt interessieren, wo ihr den größten Hebel seht – oder ob viele innerlich schon gesagt haben: "Bringt eh nix mehr…"
Gruß Crazyalex
am 19.12.2025 17:08
Hallo @Crazyalex
Ich wäre schon froh, wenn comdirect 1.0 zuverlässig funktionieren würde.
Was da wären:
Gruß, Pramax
am 19.12.2025 17:09
Spontan fallen mir ein:
- sofortige Verbuchung von Wertpapierumsätzen
- sofortige Erstellung von Wertpapierabrechnungen
- Ausweis von Valutensalden
- Buchungen auf dem Girokonto sofort (ohne Vormerkung)
- Information über Kontoumsätze via E-Mail (individuell konfigurierbar)
- Wiedereinführung Finanzmanager
- Vorabinfo über eingehende Lastschriften
- sofortige Freischaltung neuer TAN-Geräte
- Uploads von Dokumenten im persönlichen Bereich ermöglichen
Depot-Performanceanalyse inkl. Erträgen wäre auch schon - aber das bekommt nach meiner Kenntnis aktuell keine Bank hin. Nur die DAB konnte das.
am 19.12.2025 17:17
Wiedereinführung Multibanking wäre auch gut. Andere Banken bieten das an.
am 19.12.2025 17:30
Soeben habe ich eine Info bekommen, was die Sparkassen jetzt anbieten:
Anforderung SCHUFA-Auskunft online: https://www.sparkasse.de/pk/produkte/immobilien/schufa-bonitaetscheck.html
Natürlich nicht umsonst, aber man spart sich die Anmeldung bei der SCHUFA. Hier könnte comdirect auch mitziehen.
am 20.12.2025 18:17
@Crazyalex schrieb:Würde mich echt interessieren, wo ihr den größten Hebel seht – oder ob viele innerlich schon gesagt haben: "Bringt eh nix mehr…"
Wenn ich "von außen" auf den derzeitigen Zustand gucke, dann kann man eigentlich gar nicht an einen großen Innovationssprung denken. Dazu scheint es - neutral betrachtet - an zu vielen Stellen zu klemmen, über deren Zustandekommen man natürlich nur Mutmaßungen anstellen kann. Das SMT kann und darf sich da gar nicht äußern, weil es zu sehr Interna preisgeben würde. Aber es hat Auswirkungen auf eine Art "gefühltes Kundenerlebnis", das natürlich nicht mit Zahlen abbildbar ist.
Als Kunde sehe ich zum Monatswechsel Schwierigkeiten mit den unterschiedlichsten Ausführungen im Kerngeschäft (Buchungen, Ausführungen von Sparplänen, Abrechnungen), die so wirken, als seien die Systeme überlastet, zumindest jedoch nicht mit einer Reserve ausgestattet.
Umzuprogrammierungen (Updates) führen zu Nebeneffekten, die nicht kurzfristig behoben werden. Die "Funktionsstörungen" sind ja dokumentiert, der plötzliche Ausfall von "Basisfunktionen" wie die Übernahme in ein Musterdepot scheinen dabei so nachhaltig gestört zu sein, dass es nicht mit 5 Zeilen altem Code wieder funktioniert. In der Betrachtung fühlt es sich also so an, als sei das "gewachsene System" schwer zu warten und mit zu wenig Programmierpower besetzt.
Das führt zumindest bei mir dazu, dass ich mich gar nicht mehr darüber aufrege, wenn ich vor einem Kauf gar nicht genau weiß, was er mich kosten wird, sondern fast schon froh bin, wenn die drehende Eieruhr irgendwann die Ausführung der Order bestätigt. Quasi Freude darüber, dass es überhaupt funktioniert. Dass es sich "nicht gut anfühlt", wenn neue Kunden durch die Gnade der späten Geburt offenbar durchgängig geringere Orderkosten erhalten, ist an der Stelle kaum der Rede wert. Es fühlt sich alles wackelig an.
Wenn es nicht eine Bank wäre, sondern beispielsweise ein Sportverein, der diesen Eindruck erweckt, dann würde man vermuten, dass fähige Leute gegangen sind, die aktuell verantwortlichen Personen mit der Organisation überfordert sind, der Verein noch von viel Arbeit in der Vergangenheit lebt, aber der Schein nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Vermutlich kümmert sich der Präsident nur noch um die Alten Herren, aber die große Jugendabteilung dient nur der Beitragsgewinnung. Der Kiosk wundert sich, warum Schweinebratwurst und die liebevoll gebackene Schwarzwälder-Kirsch nicht mehr den Umsatz "wie früher, weißte noch?" bringen...in ein paar Jahren spielen die guten Kids halt beim Nachbarverein und keiner weiß, warum man keine A-Jugend mehr hat.
Ja, wünschen kann man sich viel, Ideen formulieren auch. Dazu muss aber verstanden und akzeptiert werden, dass der Niedergang offensichtlich und im Gange ist. Nur dann kann man neu anfangen.
am 20.12.2025 19:32
Gewiss: Derzeit wird die Frustrationstoleranz der Kunden arg geprüft.
Aber Weihnachten naht und da kann man schon mal "wünsch Dir was" spielen - und Ideen, Vorschläge und Visionen zusammenschreiben.
Wenn die Bank einen konkreten "Wunschzettel" hat, kann sie zumindest nicht behaupten, die Kunden äußern nicht deutlich genug, was sie gerne hätten.
Natürlich ist diese Sicht sehr kundenlastig - und so soll es eigentlich ja auch sein: der Kunde steht im Mittelpunkt!
Natürlich muss ein Unternehmen Geld verdienen - aber da steckt eben auch das Wort "verdienen" mit drin: Das Geld will im wahrsten Sinne des Wortes verdient werden. Dafür braucht ein Unternehmen ja irgendwie auch eine Existenzberechtigung. Und die geht, das möchte ich nicht unnötig diplomatisch schönreden, derzeit bei der comdirect immer mehr verloren.
Aber gerade hier können die Kunden helfen: klar formulierte Ansprüche helfen, den Kurs richtig zu setzen.
...oder sie prallen ab - dann ist's aber Vorsatz seitens der Unternehmensführung.
Vielleicht wird's nichts - aber wenn wir es nicht zumindest versuchen, wird es ganz sicher nichts!
Gruß Crazyalex