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Diversifizierung über mehrere Assetklassen

ehemaliger Nutzer
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Liebe Leute,

 

es wird hier immer über sinnvolle Anlagestrategien und Diversifizierung diskutiert, aber oft beschränkt sich das auf die Auswahl der "richtigen" Aktienfonds oder ETFs, weil darin oftmals das einzige Heilmittel gesehen wird. Natürlich bieten Aktien einen sehr guten Inflationsschutz, aber sollte man deswegen alles in Aktien investieren?

 

Klares JA in meinen Augen, wenn man noch sehr jung ist und nichts auf der Naht hat. Dann sind langfristige Aktiensparpläne die richtige Wahl, weil man sowieso nichts zu verlieren hat.

 

Aber was ist, wenn man schon Kapital angesammelt hat, was es zu erhalten gilt? An der Stelle sehe ich das anders, weil gerade der heutige Tag zeigt, dass eine Diversifizierung über verschiedene Anlageklassen sinnvoll ist.

 

Ich sehe aktuell S&P500 -2%, FTSE All World -2%, Gold +1,8%, EUR High-Yield ETF -0,2%, Bund-Future auf 10-jährige Bundesanleihen + 1,2%.

 

Wäre ich zu 100% in Aktien investiert, dann wäre ich heute vermutlich etwas unruhig. Mit einem Portfolio über verschiedene Assetklassen kann man der Sache jedoch entspannter begegnen. Was das Thema Anleihen angeht: Es kann gut sein, dass uns jetzt ein Jahrzehnt der Anleihen bevorsteht. Für die Aktienmärkte kann es sehr flau werden, da die erhöhte Inflation und höhere Zinsen zu steigenden Kapitalkosten und Löhnen führt, was auf Margen und Investitionen drückt. Und ich sehe derzeit nicht, dass die Inflation verschwinden wird.

 

Die Aktienperformance dürfte sich in einer solchen Phase irgendwo bei 2-3% p.a. bewegen. Unternehmensanleihen hingegen werfen bereits jetzt deutlich höhere Renditen ab.

 

Daher halte ich es für sinnvoll, das Thema Anleihen im Blick zu behalten und auch Gold nicht ganz ausser Acht zu lassen.

 

Grüsse

Winniefred

40 ANTWORTEN

ehemaliger Nutzer
ohne Rang
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Hier ein recht interessanter Artikel zum Thema: https://thedlf.de/anleihen-performance-glorreiche-vergangenheit-triste-zukunft/

 

Ich denke, generell ist das Timing sehr wichtig, da man sich sonst schnell eine blutige Nase holen kann. Das gilt für Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien - die hier noch gar nicht betrachtet wurden. Ich meine damit speziell die offenen Immobilienfonds, die über Jahrzehnte gute Wertentwicklungen ablieferten. Gern wurden sie von den Banken auch als Festgeldersatz verkauft.

 

Dann kam die Subprime-Krise und es galt die Zeichen rechtzeitig zu erkennen. Ich hatte längere Zeit den SEB-Immoinvest mit ordentlicher Wertentwicklung und kann mich noch an den Tag erinnen, als der erste Fonds dieser Art die Anteilsrücknahmen ausgesetzt hat. https://www.deutsche-versicherungsboerse.de/pressespiegel/KanAm-grundinvest-Fonds-setzt-R%C3%BCcknah...

 

Da dachte ich mir "jetzt fällt der erste Dominostein" und habe sofort verkauft. Was danach mit diesen Fonds passiert ist, wissen wir. Umgeschichtet habe ich damals in hochverzinsliche Unternehmensanleihen u.a. in eine 5-jährige BMW-Anleihe mit knapp 9% Rendite. Glück gehabt oder gutes Timing kann man also sagen.

 

Aktuell stellen Immobilien für mich eine der riskanteren Anlagen dar, da die Unsicherheit aufgrund der Diskussion über künftige Sanierungspflichten (und gestiegener Zinsen) extrem wächst. Gerade ältere Bestandsimmobilien bergen daher enorme Kostenrisiken in sich. Investieren würde ich daher nur in Objekte, die nicht älter als 15 Jahre sind. Vermutlich bin ich nicht der einzige, der so denkt und wenn die anstehenden EU-Vorhaben nicht auf ein vernünftiges Maß zurechtgestutzt werden, dann kann das zu einem enormen Preisverfall bis hin zur Unverkäuflichkeit älterer Immobilien führen, der sich gewaschen hat.

 

Gold wurde hier auch diskutiert und für mich gehört es in ein ausgewogenes Portfolio. Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben ... ich habe in der Vergangenheit regelmäßig in Gold investiert. Durch die erfreuliche Entwicklung hat sich in den letzten zwei Jahren der Anteil in meinem Portfolio in Richtung 20% entwickelt, was in meinen Augen eindeutig zu viel ist. Entsprechend habe ich umgeschichtet, so dass ich jetzt wieder bei 9% liege. Das Geld ist in hochverzinsliche Unternehmensanleihen ETFs gewandert, die in meinen Augen jetzt wieder ein attraktives Chance-Risikoverhältnis bieten.

 

Im Eingangs erwähnten Artikel wird am Ende auf Tagesgeld abgestellt, was zwar richtig aber nicht die ganze Wahrheit und etwas irreführend ist. Denn mit entsprechenden Unternehmensanleihen kauft man sich derzeit Verzinsungen von 7% bis 8% ein, bei einer Duration (Kurshebel) von nur 3-4 Jahren. Da ich mit einem Rückgang der Inflation rechne, gehe ich anders als @hvd nicht davon aus, damit Verluste zu produzieren. Bei Staatsanleihen sieht die Sache anders aus, daher sind Bunds für mich derzeit nicht interessant. Deswegen haben Unternehmensanleihen neben meinen Aktieninvestments einen wichtigen Anteil im Portfolio. Und wenn sich die Aussichten für die Aktienmärkte wieder aufhellen, gibt es auch wieder mehr Aktien 😀. Zur Zeit gehe ich von einer Bärenmarktrally an den Aktienmärkten aus, daher bin ich vorsichtig.

 

Soviel vom langweiligen, diversifizierten Anleger, dem Trendmodelle und Einzelaktien zu anstrengend sind. 😉