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Altersvorsorge Depot

Krügerrand
Mentor
943 Beiträge

Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz verabschiedet werden, welches das Altersvorsorgedepot einführt. Ab dem 01.01.2026 soll es dann möglich sein ein solches zu eröffnen.

 

Zwar ist noch nichts beschlossen, aber es sickern immer mehr Einzelheiten zu den Plänen durch.

 

Wie soll das Ganze aussehen:

Ganz stark angelehnt an das Konzept der Riester Rente:

- Steuerlich abziehbare Sparbeiträge

- Zulagen vom Staat

 

Allerdings mit zwei wesentlichen Unterschieden:

- Keine Beitragsgarantie

- Keine lebenslange Rente

 

Die Umsetzung erfolgt in einem getrennten Vorsorgedepot. Investieren soll man in eine Positivliste an Anlageklassen können. Bisher wird oft von ETF, Fonds und Aktien gesprochen. Von Anleihen finde ich bisher noch nichts gesichertes. Derivateanbieter wünschen sich natürlich, dass Anlagezertifikate (Idexzertifikate, Aktienanleihen, Discountzertifikate u. ä.) erlaubt werden. Nicht auf dieser Liste werden offensichtlich gehebelte Produkte und Kryptoassets sein.

Ein weiterer Clou ist, dass Umschichtungen im AVD ohne ein Steuerabzug möglich sein sollen. Das bedeutet, dass es einen nicht zu vernachlässigenden Zinseszinseffekt gibt. Eine Verlustverrechnung wird es aber damit auch nicht geben.

Interessant ist aber, dass man auch Wertpapiere von einem regulären Depot übertragen können soll. Dadurch könnte man Positionen mit einem hohen Buchgewinn einfach in das AVD übertragen, um bei Verkauf den Steuerabzug zu vermeiden. Inwiefern man diese Einlagen von der Einkommensteuer abziehen können soll, ist noch nicht durchgesickert. Aus meiner Sicht passend wäre, wenn man den Einstandswert dieser Papiere als steuerlich abzugsfähig anrechnen würde. Das ist deswegen relevant, weil ein Steuerabzug dann in der "Rentenphase" kommt. Ebenfalls soll es möglich sein gegen Gebühr einen Riestervertrag einzubringen.

Es gibt noch nichts festes, was der geförderte Sparbetrag sein wird. Im Raum stehen 2.100 (wie beim Riester), und Beträge zwischen 3.000 und 6.000 EUR pro Jahr. Eine Beschränkung von nicht geförderten Beiträgen soll es nicht geben.

 

Wie auch beim Riester sind die Auszahlungen wohl komplett zu versteuern. Eine Auszahlung soll ab dem 65 Lebensjahr möglich sein. Diese soll als Rate bis zum 85. Lebensjahr, einer Einmalauszahlung möglich sein. Relevant wäre zu wissen, was mit Beiträgen verfahren wird, die über die steuerliche Abzugsfähigkeit sind, oder Wertpapierüberträge. 

 

Wer vorher an das Geld möchte, muss den Steuervorteil und die Zulagen zurückzahlen. Wie beim Riester soll aber eine wohnwirtschaftliche Verwendung (Kauf, Restschuldablöse) eines eigengenutzten Eigenheims wieder möglich sein. 

 

Quellen: Altersvorsorgedepot: Steuerfrei in ETFs investieren? | justETFAltersvorsorgedepot: Steuervorteile, Aktien, ETFs und mehr (extraetf.com)Das Altersvorsorgedepot – was Sie jetzt tun sollten! (finanzen.net)Neues Altersvorsorgedepot: Start ab 2026 geplant | Rente (t-online.de), Details von Lindner: So soll die neue private Rente funktionieren - WELT (Paywall), 

189 ANTWORTEN

Floppy85
Mentor ★
1.440 Beiträge

Wo ist der Unterschied, ob 100€ in einen Riester gehen oder 100€ in einen ETF ? ETF - Anteile zu erwerben hat nix mit Besser - oder Schlechtverdiener zu tun. Natürlich kann man auch zu ner Versicherung gehen und erstmal 3 Jahre für die Versicherung einzahlen.

Krügerrand

Nochmal: die 1% Deckel gelten ausschließlich beim Standarddepot. Und beziehen sich auf eine Reduktion der Effektivverzinsung.

 

Neben dem Standarddepot, das alle anbieten können, gibt es auch noch ein staatlich angebotenes Depot, bei dem keine Bank, Versicherung oder Bausparkasse dahinter steht.

 

Ich empfehle die Lektüre der angehängten Datei.

 

Aber statt jetzt zu spekulieren, würde ich eher auf die Angebote warten und diese analysieren und bewerten. Schließlich müssen die Anbieter ihre Angebote und die Fondsgesellschaften ihre Fonds erst noch zertifizieren lassen.

CurtisNewton
Legende
5.441 Beiträge

@Floppy85  schrieb:

Wo ist der Unterschied, ob 100€ in einen Riester gehen oder 100€ in einen ETF ? ETF - Anteile zu erwerben hat nix mit Besser - oder Schlechtverdiener zu tun. Natürlich kann man auch zu ner Versicherung gehen und erstmal 3 Jahre für die Versicherung einzahlen.


Stelle diese Frage doch mal als Leserbrief an die Zeit.

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@Krügerrand  schrieb:

Nochmal: die 1% Deckel gelten ausschließlich beim Standarddepot. Und beziehen sich auf eine Reduktion der Effektivverzinsung.

 

 


Und diese Reduktion ist etwas ganz anderes als ein Ausgabeaufschlag o.Ä. 

Siehe auch hier:  https://hartmutwalz.de/altersvorsorgedepot/

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

infosearch
Experte ★
187 Beiträge

@Krügerrand 

Du sagst es.... ich warte auf das was da angeboten werden wird...

Klimaaprima
Mentor ★★★
2.027 Beiträge

Altersvorsorgedepot, einiges ist schon bekannt und lässt eine erste Einschätzung zu......Einem geschenkten Gaul, schaut man doch besser vorab ins Maul......

Nach einigen Auszahlungssimulationen (mit unterschiedlichen Beitragshöhen, individuellen Steuersätzen vor und nach der Rente und unterschiedlichen Sparplandauer) sind zu meiner Zustimmung, einiges an Fragezeichen und Achtungszeichen dazu gekommen.

Ein gravierender Nachteil dürfte für manchen Anleger sein, dass nach der steuerlich günstigen Ansparphase (sofern Gewinne und Dividenden generiert werden), eine Einkommenssteuer im Rentenalter auf die gesamte Summe (Gewinne und die kompletten Einzahlungsbeträge) bei Auszahlung erhoben wird. Bei Aktien und ETFs werden nur die Gewinne versteuert.
Je nach Sparsummen, Spardauer und persönlicher Einkommenssteuer (vor und nach) können sogar schlechtere Renditen bzw. Auszahlungen generiert werden verglichen mit einem bisher selbst angelegten und verwalteten ETF/ Aktienportfolio.
Und was wird aus möglichen Verlusten im Altersvorsorgedepot? Steuerlich verwertbar? Wohl kaum.....

Zudem ist eine individuelle Verfügbarkeit/ Gestaltung im Vergleich zum eigenen Portfolio deutlich eingeschränkt.
Vorzeitig Entnahmen sind förder- und steuerschädlich, auch Teilentnahmen werden kaum möglich sein. Bei einer Anlagedauer von 30-40 Jahren könnte das zum Problem werden. 

 

Und mal abgesehen von Standardprodukt. Was kommt zum TER derETFs noch dazu? Auch noch einmal 1%? Versteckte Verwaltungs- oder Auszahlungkosten? Das könnte den Zinseszins deutlich mindern. Genau hinschauen, was für Paktete vom Anbieter gepackt werden!

Auch die Möglichkeiten des Vererbens sollte genau angeschaut werden. Hier könnten sich Nachteile für vorzeitig Ablebende und deren Erben entstehen. Besonders beim Modell Leibrente.

Und eine Frage lässt mich nicht los. Wie lange kann unser Staat diese Zulagen und steulichen Vergünstigungen tatsächlich garantieren.  10, 20 Jahre oder mehr..... die Zeiten sind so rasant und "disruptiv" geworden. 

Besser als Riesterrente dürfte es werden. Aber das ist auch keine Herausforderung. Ich bin auf die vielen Details der Ausgestaltung sehr gespannt. 

 

Silver_Wolf
Legende
5.614 Beiträge

@Klimaaprima  schrieb:


Ein gravierender Nachteil dürfte für manchen Anleger sein, dass nach der steuerlich günstigen Ansparphase (sofern Gewinne und Dividenden generiert werden), eine Einkommenssteuer im Rentenalter auf die gesamte Summe (Gewinne und die kompletten Einzahlungsbeträge) bei Auszahlung erhoben wird. Bei Aktien und ETFs werden nur die Gewinne versteuert.

 


Eine Besteuerung der Einzahlungen kann ja wohl nicht sein.  😞

Wo hast du das her?

CurtisNewton
Legende
5.441 Beiträge

@Silver_Wolf  schrieb:Eine Besteuerung der Einzahlungen kann ja wohl nicht sein.  😞

 


Doch, das kann sein, zumindest für den förderfähigen Anteil von 1800 Euro, aber....

 


@Silver_Wolf  schrieb:

@Klimaaprima  schrieb:


Ein gravierender Nachteil dürfte für manchen Anleger sein, dass nach der steuerlich günstigen Ansparphase (sofern Gewinne und Dividenden generiert werden), eine Einkommenssteuer im Rentenalter auf die gesamte Summe (Gewinne und die kompletten Einzahlungsbeträge) bei Auszahlung erhoben wird. Bei Aktien und ETFs werden nur die Gewinne versteuert.

 


 

@Klimaaprima  hast du bei Deiner Überlegung auch berücksichtigt, das der eingezahlte Betrag von dem zu versteuernden Einkommen während des Ansparens abgezogen wird, was bei einem "privaten" ETF Sparplan nicht der Fall ist? Praktisch liegt also eine Steuerstundung vor, von der man normalerweise schon wegen des im Alter niedrigeren Steuersatzes (da Rente niedriger als Einkommen) profitiert   

 

https://www.justetf.com/de/academy/altersvorsorgedepot-entwurf-2027.html#steuern 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

frustrierter
Mentor ★
1.077 Beiträge

Ich sehe auch ,man sollte nicht zu sehr jubeln. 

Klar niemand weiß was koomt,aber wer sagt,ob der Staat in 15 Jahren noch Zuschüsse zahlen kann,ob die Gen Z das Geld nicht andersweitig benötigt... 

Daher m.e nur ein kl.Beitrag,den man viell. dafür verwenden sollte.

Aber jede Situation ist natürlich anders

Klimaaprima
Mentor ★★★
2.027 Beiträge

@CurtisNewton  schrieb:


.........

@Klimaaprima  hast du bei Deiner Überlegung auch berücksichtigt, das der eingezahlte Betrag von dem zu versteuernden Einkommen während des Ansparens abgezogen wird, was bei einem "privaten" ETF Sparplan nicht der Fall ist? Praktisch liegt also eine Steuerstundung vor, von der man normalerweise schon wegen des im Alter niedrigeren Steuersatzes (da Rente niedriger als Einkommen) profitiert   

 

https://www.justetf.com/de/academy/altersvorsorgedepot-entwurf-2027.html#steuern 


Das habe ich auch so verstanden, viele steuerliche Vorteile in der Ansparphase. Auch den von dir genannten. Aber so weit ich verstehe, entstehen bei der Auszahlung auch steuerliche Nachteile. (nicht für jeden Anleger gleich). Eine umfassende Expertise wage ich jetzt nicht, für mich und meinen erwachsenen Kinder habe persönlich in manchen Konstellationen Nachteile bei der Simulation festgestellt. 

 

"Die Regeln zur Versteuerung beim AV-Depot haben wir aber berücksichtigt. Was Du dazu wissen musst:

Geförderte Beiträge: Hier gilt bei Auszahlungen aus dem AV-Depot Dein persönlicher Grenzsteuersatz bei der Einkommenssteuer. Je kleiner der in der Auszahlphase sein wird, desto größer ist der Vorteil.


Ungeförderte Beiträge: Hier gilt auch Dein Grenzsteuersatz. Es wird aber nur die Hälfte der Erträge damit versteuert (Halbeinkünfteverfahren). Voraussetzung: Dein Vertrag muss mind. 12 Jahre gelaufen sein und Du mind. 5 Jahre eingezahlt haben. Erfüllst Du diese Bedingungen nicht, gilt die Abgeltungssteuer."

 

aus:

https://share.google/Qn7fnVBRSwutdelVN

 

"Geförderter Anteil (bis 1.800 € + Zulagen): Diese Auszahlungen (inkl. Gewinne) versteuerst du im Alter komplett mit deinem dann gültigen persönlichen Einkommensteuersatz."

 

aus justETF

https://share.google/6gjorF4F2fs2BLcZz