am 16.02.2026 13:55
Girokonto und Depot wurden heute von Code ohne angäbe von Gründen gekündigt!
Am Telefon wird jede Aussage verweigert.
Noch mysteriöser wird es dadurch, dass mein abgeltungssteuerfreies Depot NICHT gekündigt wurde...
Hat vielleicht irgendjemand Tips, was man machen könnte?
Bin echt fassungslos
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
am 16.02.2026 14:19
Verweigerung der Angabe von Gründen, heißt eigentlich immer Geldwäscheverdacht, ob berechtigt oder auch nicht.
Die einzige realistische Option für dich ist neues Konto woanders eröffnen.
Wenn direkte Verwandtschaft auch ein Konto bei der Comdirect hat, könnten die auch noch gekündigt werden.
am 16.02.2026 14:30
@__dpk schrieb:
Wenn direkte Verwandtschaft auch ein Konto bei der Comdirect hat, könnten die auch noch gekündigt werden.
Ich erweitere auf den kompletten Commerzbank-Konzern.
Verstehe ich das richtig: Du hast 2 Depots und dir wurde "nur" 1 Depot gekündigt (samt Girokonto)? Das ist zumindest seltsam - ich gehe aber stark davon aus, dass das Verbliebene auch noch gekündigt wird.
Ansonsten das, was @__dpk geschrieben hat: Aufgrund irgendeiner Verhaltensweise könnte es sein, dass ein "Geldwäschepräventionsalgorithmus" zugeschlagen hat und es das Einfachste ist, dir zu kündigen. Für den Kunden unbefriedigend, für die Bank (die bezüglich Geldwäscheprävention immer mehr unter Druck stehen) die einfachste Möglichkeit, "sauber" zu bleiben.
Ich gehe davon aus, dass du Hinweise zur Datenaktualisierung (kam bei mir kürzlich auch per Popup) nicht einfach weggeklickt hast?
Viele Grüße,
Jörg
am 16.02.2026 14:45
Habe noch das Depot meiner minderjährigen Tochter dort. Das wurde auch in Ruhe gelassen
am 16.02.2026 14:49
Genau, Hauptdepot und Girokonto mit separater Stammnummer (halte ich vom Investieren separat) gekündigt, Zweitdepot und Tochter nicht.
Hinweis zur Datenaktualisierung erinnere ich nicht... worum ging es da?
Was mich in den Geldwäschealgorithmus gebracht haben könnte, sind unregelmäßige Dividendeneingänge aus Südafrika. Stammen von einer alten DepotPosition die private gegangen ist. Da bin ich regelmäßig angefunkt worden und habe brav alle Formulare ausgefüllt.
Nur beim letzten Mal haben sie mich gar nicht mehr gefragt...
am 16.02.2026 14:55
@nebukad schrieb:
Hinweis zur Datenaktualisierung erinnere ich nicht... worum ging es da?
Gelegentlich fragen Banken nach, ob die bei ihnen hinterlegten Daten (v.a. Adresse) noch aktuell sind. Bei der comdirect muss man dazu die hinterlegten Daten mit einer TAN bestätigen; vergisst man das oder klickt das entsprechende Popup gedankenlos weg (und bestätigt die Daten nicht), wird das zur Kündigung führen.
Allerdings:
@nebukad schrieb:Was mich in den Geldwäschealgorithmus gebracht haben könnte, sind unregelmäßige Dividendeneingänge aus Südafrika. Stammen von einer alten DepotPosition die private gegangen ist. Da bin ich regelmäßig angefunkt worden und habe brav alle Formulare ausgefüllt.
Nur beim letzten Mal haben sie mich gar nicht mehr gefragt...
Das ist vermutlich der Grund dafür. Regelmäßige Zahlungsvorgänge aus/ins Ausland (v.a. Nicht-EU-Ausland) können die Alarmglocken schrillen lassen (wie du an den bislang auszufüllenden Formularen gesehen hast). Es macht zumindest nach außen hin den Eindruck, als hätte die comdirect darauf keine "Lust" mehr.
Bereite dich bitte darauf vor, dass das Depot deiner Tochter möglicherweise auch gekündigt wird.
Viele Grüße,
Jörg
am 16.02.2026 15:25
Danke für die weitere Kommentierung!
Wenn es tatsächlich Südafrika sein sollte, wäre es einfach zu lösen, indem ich einfach ein anderes Konto angebe...
Dazu kommt, das habe ich mir inzwischen angesehen, dass sie eben nicht bei jedem Eingang nachgefragt haben. In 2025 2 von 3 Mal.
Und im Verhältnis zum Gesamtvolumen ist das ein sub-1 Promille Ding.
Echt mysteriös
am 16.02.2026 16:04
Um mal die Rahmenbedingungen zu skizzieren: 2024 gaben Finanzdienstleister und andere Verpflichtete hierzulande 265.700 Geldwäscheverdachtsfälle oder solche wegen Terrorfinanzierung bei der deutschen Financial Intelligence Unit (FIU) ab. In diesen Fällen werden Konten regelmäßig für Tage oder Wochen komplett blockiert, sehr oft auch seitens der Bank gekündigt.
Den Kunden verweigern die Banken in solchen Fällen aus gutem Grund jede Auskunft: Ihnen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 €, wenn sie "Tatverdächtige" während einer schwebenden Ermittlung etwas davon wissen lassen. Ebenfalls nachzusehen ist den Banken die Praxis, im Zweifelsfall lieber tausend unbegründete Verdachtsmeldungen als eine zu wenig abzugeben: Bei Nichtabgabe einer Verdachtsmeldung droht bis zu fünf Millionen Euro Strafe oder zehn Prozent des Jahresumsatzes als Bußgeld.
Bedanken wir uns bei den Gesetzgebern für für den daraus resultierenden hunderttausendfachen Wahnsinn.
am 16.02.2026 17:07
@nebukad schrieb:Danke für die weitere Kommentierung!
Wenn es tatsächlich Südafrika sein sollte, wäre es einfach zu lösen, indem ich einfach ein anderes Konto angebe...
Dazu kommt, das habe ich mir inzwischen angesehen, dass sie eben nicht bei jedem Eingang nachgefragt haben. In 2025 2 von 3 Mal.
Und im Verhältnis zum Gesamtvolumen ist das ein sub-1 Promille Ding.
Echt mysteriös
Dazu ist es jetzt zu spät. Die Kündigung wird garantiert nicht mehr zurückgenommen.
Da wäre es besser gewesen gleich nach dem 1.Schreiben der Bank in 2025 ein anderes Konto für den Geldeingang zu nehmen.
Und die Höhe ist zweitrangig. Geldwäscheverdacht kann auch bei einstelligen Eurobeträgen vorkommen.
Und, wie andere schon schrieben, kann die Kündigung für die anderen Depots noch kommen. Das kann durchaus 4-8 Wochen noch dauern.
Gruß Morgenmond
16.02.2026 19:07 - bearbeitet 16.02.2026 19:41
16.02.2026 19:07 - bearbeitet 16.02.2026 19:41
@dromm schrieb:
Bedanken wir uns bei den Gesetzgebern für für den daraus resultierenden hunderttausendfachen Wahnsinn.
Eigentlich ist es ja im Interesse aller das Geldwäsche verhindert bzw. verfolgt wird. Das administrative Umfeld - sei es durch die Vorgaben von Politik und Aufsichtsbehörden oder in der Umsetzung durch die Unternehmen - hat inzwischen aber ein Ausmaß angenommen, welches vermuten lässt, das an der einen oder anderen Stelle in der Judikative und Exekutive klein kleiner, sondern ein großer Kasimir Blaumilch sitzt.
Ich hatte letztes Jahr firmenintern die Abteilung gewechselt, und zum Abschied eine 120 Euro Einkaufsgutschein eines großen Online Händlers von den Kollegen bekommen (der Name ähnelt einem Fluß in Südamerika). Letzte Woche wollte ich den Gutschein einlösen. Ergebnis: Ich musste zum Einlösen des Gutscheins online eine Identitätsfeststellung durchführen, schließlich sei ein Einkaufsgutschein ein anonymer Geldtransfer zwischen Personen (kein Witz!). In einer Welt, in der man bei einer Unterhosenbestellung über gut 100 EUR seine Identität nachweisen muss, überlege ich mir, die Kollegen das nächste mal zu bitten, mir den Betrag in gebrauchten, nicht durchgehend nummerierten 5 Euro Noten auszahlen zu lassen. Die kann ich dann ganz anonym im nächsten Bahnhofsviertel verjubeln, und ich bin auch ganz sicher das alle Beteiligten dann ganz brav Umsatz-, Gewerbe- und Mehrwertsteuer zahlen. Von Sozialabgaben reden wir da noch gar nicht 😉
Schöne Grüße aus einem Staat, der sich zunehmend von seinen Bürgern entfremdet.