Bausparvertrag sinnvoll?

CharlyB
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Mitglied seit: 10.09.2018

Hallo liebe Community,

 

ich hätte eine Frage bzg. Bausparvertrag. Und zwar wollte ich wissen, ob es zum aktuellen Zeitpunkt noch Sinn, bzw. überhaupt Sinn macht einen Bausparvertrag abzuschließen.

 

Kurz zu mir.

Ich bin Mitte 20, befinde mich nach meinem Studium seit 2 Jahren in einem festen und unbefristeten Arbeitsverhältnis mit regelmäßigem Einkommen.

Ich weiß heute schon, dass ich in absehbarer Zeit (5-10 Jahre) ein Haus kaufen/ bauen möchte.

Würdet ihr mir Stand heute, einen Bausparvertrag ans Herz legen um sich die aktullen Niedrigzinsen zu sichern, oder lieber mit dem Geld einzelne Positionen im Depot erweitern.

Bei der Aufstockung des Depots dachte ich an weiteren Zukäufen in ETF´s MSCI Wordl und MSCI World EM Markets.

 

Ich hoffe ihr könnt mir bei der Entscheidung ein paar Anregungen geben.

Besten Dank und viele Grüße,

 

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Matthias_com
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Mitglied seit: 05.09.2018
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Generell lohnen sich Bausparverträge kaum noch. Ich kann mir jedoch Möglichkeiten vorstellen, wo sich Bausparverträge lohnen können.

 

1. Du gehst davon aus, dass die Zinsen in 5-10 Jahren steigen werden, dann sicherst Du Dir mit einem Bausparvertrage die aktuellen Zinsen. Sozusagen eine Versicherung gegen steigende Zinsen.

 

2. Der Staat fördert den Vertrag durch Prämien, damit wird der Bausparer wenigstens etwas attraktiver (Einkommensgrenze checken).

 

3. Soweit ich weiß geben sich Bausparkassen im Grundbuch mit einem niederen Rang zufrieden als Bankdarlehen. Das kann bei der Finanzierung, gerade wenn sehr viel Fremdkapital eingesetzt wird, interessant sein.   

 

4. Man wird zum Zwangssparer, kann das Geld auch nirgendwo anders verplanen.

 

Meine persönliche Einschätzung zu 1. - es ist eher unwahrscheinlich, dass die Kreditzinsen in nächster Zeit steigen werden. Die letzten Jahre ging es nur nach unten. Die Zinspanik machen vor allem die Bausparkassen und Banken. Sie wollen ihre Produkte verkaufen. In den letzten Jahren stiegen in vielen Städten  (München, Berlin, Hamburg,...) die Immobilienpreise so stark, dass viele Menschen gar nicht soviel sparen konnten. Die Sparquote hätte schon extrem hoch sein müssen.

 

Suche am besten ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater. Viel Erfolg.  

 

 

Experte ★★
Beiträge: 383
Mitglied seit: 11.10.2017
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Ich würde auf jeden Fall ganz genau in die Vertragsdetails schauen und die Entwicklung der Sparsummen in Abhängigkeit verschiedener Zinsentwicklungen durchrechnen. Beim Abschluss eines Bausparvertrages wird sofort eine Abschlussgebühr, üblicherweise in Höhe von 1% der Bausparsumme, fällig. Bei den niedrigen Zinsen kann das am Ende sogar ein Negativgeschäft werden.

 

Geht man davon aus, dass in den nächsten 5 Jahren nochmal eine (längst überfällige) Rezession stattfindet, dürfte sich das aktuelle Zinsniveau in diesem Zeitraum nicht wesentlich erhöhen. Es wäre unterm Strich also ggf. sinnvoller, das Geld bis zum Hauskauf auf einem Tages- und/oder Festgeldkonto zwischenzuparken. Damit wäre man auch wesentlich flexibler, sollten sich die Hauskaufpläne zwischenzeitlich nochmal ändern.

 

Viele Grüße

Weinlese

Experte ★★
Beiträge: 376
Mitglied seit: 02.11.2017

Solltest Du unter 17.900€ p.a. verdienen, dann fiele mir als einziges Argument die Arbeitnehmersparzulage ein. Keine Ahnung ob es die Wohnungsbauprämie noch gibt.

Als Uni-Absolvent liegst Du aber vermutlich über der Grenze.

Highlighted
Experte ★
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Mitglied seit: 15.08.2016

Bedenke, dass es je nach Anbieter und Tarif auch noch so etwas wie ne jährliche Kontoführungsgebühr geben kann, was den schon recht mageren Ertrag zusätzlich mindert.