"Butter bei die Fische" Apple Pay in Oktober auch bei der comdirect?

kammann
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@Frnk  schrieb:

Das ist vor allem ein Haftungsthema: Die Zahlungsdiensteanbieter beurteilen das Verfahren so sicher, dass sie Betrug (z. B. wie durch gestohlene kontaktlose Karten) im Grunde ausschließen.

Danke für Deine Ausführungen. Das Haftungsthema finde ich beim mobilen Bezahlen das zentrale Thema. Bislang galt bei Nutzung von Girocard und Kreditkarte: Sobald eine Zahlung mittels PIN erfolgte, ist die Bezahlung unwiderrufbar. Beim Mobile Payment wird nun mittels CDCVM, das übrigens Apple hier sehr schön und auf Deutsch beschreibt: https://support.apple.com/de-de/HT202527, und das so auch bei Google Pay angewandt wird, das Haftungsrisiko generell dem Kunden auferlegt. Apple schreibt natürlich nur, dass der Händler kein Haftungsrisiko trägt, aber im Umkehrschluss heisst das, dass eine mittels CDCVM verifizierte Zahlung nicht widerrufbar ist und der Kunde bis zum Kartenlimit haftet.

Ich kenne die Entpsperrmechanismen von Apple nicht im Detail, aber bei Android bleibt z.B. ein Telefon relativ lange entsperrt. Damit wäre man  als Kunde z.B. beim Raub eines entsperrten Telefons in der vollen Haftung  - ein deutlicher Nachteil gegenüber den physischen Karten. Angeblich war diese Hanftungsumkehr der zentrale Punkt bei den Verhandlungen zwischen Apple und den dt. Banken - bislang mussten Banken bei Kartenzahlung immer eine Risikoprämie für betrügerische Zahlungen einplanen - nun kassiert Apple eine Provision bei jeder Transaktion und im Gegenzug können die Banken das Betrugsrisiko auf 0 senken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Apple-Pay-Zahlungen müssen immer autorisiert werden. Die Bestätigung einer Zahlung ist unabhängig vom Entsperren des Telefons. Bis zu welchem Betrag ein Händler Apple Pay akzeptiert, ist übrigens ihm überlassen. Die übliche Grenze von 30 EUR kann gelten, gerade die Händler, die auf Apples Website als "teilnehmende" Parnter beworben werden, akzeptieren vermutlich höhere Beträge?

 

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@kammann  schrieb:

 

Beim Mobile Payment wird nun mittels CDCVM, das übrigens Apple hier sehr schön und auf Deutsch beschreibt: https://support.apple.com/de-de/HT202527, und das so auch bei Google Pay angewandt wird, das Haftungsrisiko generell dem Kunden auferlegt. 

Nicht zwangsläufig. In der Regel gilt, dass ein Kreditkartennetzwerk bzw. der Zahlungsdienstleister dem Händler eine Zahlung garantiert, wenn dieser einer ordentlichen Kundenauthentifizierung folgt, zum Beispiel, indem er die Unterschrift auf einer Quittung tatsächlich mit der Karte / Ausweis vergleicht. Ist ein Verfahren sicherer für den Händler, ist es in der Regel auch teurer. Dafür ist dann das Aufallsrisiko geringer. In den USA haben die Kreditkartennetzwerke zuletzt den Spieß versucht umzudrehen: Sie haben die Garantien für Zahlungen mit Unterschrift verschlechtert, um Händler zum sichereren Chip/PIN-Verfahren zu bewegen. Nur mit eingeschränktem Erfolg: Starbucks zum Beispiel verzichtet bei geringen Beträgen komplett auf jede Autorisierung: einfach swipen, nicht einmal unterschreiben. Natürlich erhöht das die Ausfallrate von Zahlungen. Dafür ist es deutlich schneller.  Deutlich mehr Kunden werden im gleichen Zeitraum bedient. 

 

Die Haftung wiederum für den Kunden bei Kartenmissbrauch ist davon unabhängig. Hier sind die Karten-Issuer betroffen. CDCVM muss hier nicht anders behandelt werden als Chip/PIN. Auch hier gilt, dass der Kunde Sorge tragen muss, dass zum Beispiel die PIN nicht in fremde Hände gerät. Eine Entschädigung im Fall einer missbräuchlichen Zahlung ohne eigenes Verschulden ist in der Regel kein Problem. Ich sehe bislang nicht, dass Banken sich hier bei Google / Apple Pay anders verhalten.

Elbblick
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Mastercard oder Visa (oder beide?) schaffen in den USA gerade die Authentifizierung per Unterschrift ganz ab.

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… und das ist auch gut so.

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@kammann

Bei Andriod sperrt sich das Handy nach 30 Sekunden (Standardeinstellung). Alles andere hat der User selbst verbockt.