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Türchen 6: Puuuuuh, ist das kalt hier

dg2210
Legende
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Winterzeit!  Am Fenster widerspiegelt sich der flackernde Lichterschein zweier Kerzen und durch das Haus zieht der Duft von Lebkuchen, Glühwein und Surströmming...stopp! Das klingt doch alles zu vertraut. Tatsächlich bleiben wir auch in diesem Jahr in Schweden, aber es geht in das  gut 250 km von Linköping entfernte Uppsala. Ob der klaren Luft und der langen Nächte befand sich an der dortigen Universität früher eines der Zentren der europäischen Astronomie.

Da die Observatorien aus den bekannten Gründen nicht beheizt werden konnten, bedeutete astronomische Arbeit immer, lange Nächte in der A...kälte zu verbringen und sich den Allerwertesten abzufrieren. Kein Wunder, dass die Forscher immer damit prahlten, welche A...kälte sie in ihren Beobachtungszeiten ausgehalten hätten und welche Körperteile sie sich dabei abgefroren hätten. Diese Prahlereien inspirierten den Held unserer Geschichte dazu, eine objektive Kälteskala zu entwickeln: er setzte dazu die höchste in Schweden vorkommende Temperatur (kochendes Wasser) auf 0 (= keine Kälte) und wies der Normaltemperatur (gefrierendes Wasser) den Wert 100 zu.

[Historischer Einschub: Wir befinden uns am Anfang des 18. Jahrhunders, d.h. in der Spätphase der kleinen Eiszeit, als es auf der Erde von Generation zu Generation kälter wurde, sich Missernten und Hungersnöte häuften und die wissenschaftlichen Methoden zu deren Bekämpfung (z.B. Hexenverbrennungen) sich zusehends als nicht nachhaltig herausstellten. Gleichzeitig war das Konzept der negativen Zahlen in der europäischen Mathematik noch nicht verbreitet und galt als esoterische Spinnerei (ähnlich wie heute die Christoffel-Symbole). Die Entscheidung, eine Kälteskala ohne negative Werte und zukunftssicher (d.h. ausgelegt für immer größere Kälte) zu entwerfen, war daher aus damaliger Sicht naheliegend und sinnvoll.]      

Damit konnte er die Kälte quantifizieren und die sinnlose Angeberei stoppen. Anders Celsius, so der Name unseres Helden, hätte bestimmt noch mehr nützliche Dinge entdeckt, wäre er nicht mit Anfang 40 an einer Lungenentzündung gestorben, die er sich in den langen, kalten Nächten zugezogen hatte. So bleibt die von ihm inspirierte Temperaturskala und das von ihm inspirierte Unternehmen Celsius Holdings (WKN  A0YH6K).

Das Geschäftsmodell von Celsius (die Firma, nicht der tote Astronom) ist simpel: Sie verkaufen pure Gesundheit und Energie...in Dosen...zum trinken.


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Das klingt jetzt nicht so spannend, ist es aber.

 

Celsius produziert keine normale Limonade, sondern ein höchstgradig patentiertes Produkt, das mit Hilfe von grünem Tee, Epigallocatechingallat, Ingwer (ja, dem Alfons sein Spezl) und Chia nach dem Genuss 93% mehr Fett verbrennt und die Konsumenten gesund, glücklich und schlank macht -- fett werden dabei nur die Depots der Aktionäre.

Nüchtern betrachtet macht Celsius einen Mix aus Red Bull (Koffein) und Bio-Brause  (wilde Geschmacksrichtung wie Traubenrausch  oder Drachenfrucht-Bärlauch), allerdings für eine größere Zielgruppe. Der Vertrieb läuft mehrkanalig, über die Fitness/Supplement-Schiene, über Drogerien, den Lebensmitteleinzelhandel und online (Amazon) und ist auf allen Kanälen erfolgreich.

Weiteres Potential wird aus der internationalen Expansion erwartet, in Schweden (na klar!) gibt es die Produkte schon, Kerneuropa wird folgen.

Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist und die Celsius-Produkte sind (bzw werden beworben als) eine echte Alternative für alle, die keinen “echten” Sport machen können oder dürfen. Wir kennen das Prinzip aus der Yogurette-Werbung: Junge Frauen stehen vor der Wahl, entweder stundenlang zu joggen, oder den gleichen Effekt durch den Genuss einer ganz leichten Schokolade zu erzielen.

Die Umsatzzahlen überzeugen; im Durchschnitt der letzten Jahre ist der US-Umsatz jedes Jahr um 60 % gewachsen (CAGR : compound annual growth rate). Für das Gesamtunternehmen ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate von 50%, da die internationale Expansion noch nicht weit fortgeschritten ist. In den nächsten Jahren kann diese einen nochmaligen Wachstumsschub liefern.
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Darum hat sich der Kurs sehr erfreulich entwickelt, die 200-Tage-Linie (grün) riet letztes Jahr bei 4$ zum Kauf des Papiers, bis Jahresende hat sich der Wert ver-zwölf-facht. Das Jahr 2021 lief nicht ganz so gut, bis zum September schaffte die Aktie ”lediglich” eine Verdoppelung.

 

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Aktuell notiert an bzw leicht unter der 200-Tage-Linie und ist damit ein ganz heißer (no pun intended) Beobachtungskandidat. Idealerweise würde die Aktie einige Zeit unter dieser Linie bleiben, um danach wieder nachhaltig und kraftvoll darüber zu steigen. Dies wäre ein klares Kaufsignal.

 

Hier entlang zu allen Türchen

 

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Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)
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CurtisNewton
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Celsius Holdings, Inc. meldete die Ergebnisse für das am 31. Dezember 2023 beendete Geschäftsjahr. Für das Gesamtjahr meldete das Unternehmen einen Umsatz von 1.318,01 Mio. USD, verglichen mit 653,6 Mio. USD im Vorjahr. Der Nettogewinn belief sich auf 226,8 Mio. USD gegenüber einem Nettoverlust von 187,28 Mio. USD vor einem Jahr.


Löuft bei Celsius.

 

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"I am a dwarf and I'm digging a hole. Diggy diggy hole, diggy diggy hole. I am a dwarf and I′m digging a hole. Diggy diggy hole, digging a hole" - Wind Rose