am 17.08.2026 20:47
Guten Abend,
ich habe ein Depot geerbt, das verschiedene Aktien enthält, die zu einem höheren Preis erworben wurden als sie jetzt wert sind. Andererseits befinden sich auch diverse Aktien im Depot, bei denen der Fall genau umgekehrt liegt (also der eigentlich wünschenswerte Fall vorliegt).
Wie verhält es sich jetzt bei Verkäufen? Kann ich den Verlust von Aktie A, gekauft am xx für 100 Euro, heutiger Wert 75 Euro, mit einem Aktiengewinn beim Verkauf von Aktie B verrechnen lassen, so dass ggf. nicht nur keine Abgeltungssteuer für den Veräußerungsgewinn von Aktie A anfällt, sondern vielleicht sogar weitere Aktien mit Gewinn verkauft werden können, ohne dass Abgeltungssteuer gezahlt werden muss, weil der Verlust beim Verkauf von Aktie B entsprechend hoch war?
Bekomme ich für das Depot also einen neuen Verlusttopf, für den die Anschaffungspreise maßgeblich sind, die mein Vater damals für die einzelnen Werte gezahlt hat?
Vielen Dank
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
am 17.08.2026 21:10
a.) ja
b.) ein bereits existierender Verlusttopf Deines Vaters (also Aktien, die noch Dein Vater mit Verlust verkauft hat, aber noch nicht verrechnet wurden) verfällt allerdings.
am 17.08.2026 21:23
Hallo CurtisNewton,
vielen Dank für die Antwort.
Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?
am 17.08.2026 21:25
Bei einer Erbschaft erhältst du die Aktien mit den usprünglichen Anschaffungsdaten.
Die Gewinne und Verluste können also wie gewohnt verrechnet werden.
Ein möglicherweise noch vorhandener Verlusttopf des Erblassers ist natürlich erloschen da dieser an das Leben der Person gebunden ist und nicht vererbt wird.
am 17.08.2026 21:32
@Katzenfreund schrieb:Hallo CurtisNewton,
vielen Dank für die Antwort.
Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?
Wie ich gerade geschrieben verfällt der Verlusttopf beim Tode.
Ob das nun schlimm ist hängt wohl von der Summe ab.
Auf jeden Fall ist es ärgerlich mit einem Verlusttopf zu sterben. 😞
17.08.2026 22:00 - bearbeitet 17.08.2026 22:02
17.08.2026 22:00 - bearbeitet 17.08.2026 22:02
@Katzenfreund schrieb:
Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?
Schlimm nicht, aber halt wie @Silver_Wolf schon schrub, mehr oder weniger ärgerlich, je nachdem wieviele in dem Topf halt drin war. Wenn überhaupt was drin war, danach hatte Du ja nicht gefragt, das war nur eine Ergänzung von mir. Verlusttöpfe werden nicht vererbt, sondern lediglich die Wertpapiere die beim Tod noch da sind.
Wenn man dem Staat nichts schenken will, ist es daher gut, Verluste nicht ewig vor sich her zu schieben sondern einfach am Jahresende mal was zu verkaufen und wieder zurück kaufen wenn größere Verluste aufgelaufen sind.
am 17.08.2026 22:12
Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.
Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?
am 17.08.2026 22:14
@CurtisNewton schrieb:
Wenn man dem Staat nichts schenken will, ist es daher gut, Verluste nicht ewig vor sich her zu schieben sondern einfach am Jahresende mal was zu verkaufen und wieder zurück kaufen wenn größere Verluste aufgelaufen sind.
Ja, Verluste über längere Zeit fort zu schreiben ist nicht unbedingt sinnvoll.
Gerade wenn man nicht mehr so lange hat.
Wenn ich mal Verluste im Topf habe dann werden zum Jahresende ein paar Gewinne realisiert um das aufzubrauchen. 🙂
am 17.08.2026 22:17
@Katzenfreund schrieb:Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.
Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?
Verluste werden ins nächste Jahr fortgeschrieben, verfallen also nicht.
Gewinne die am Ende des Jahres nicht verrechnet wurden, verfallen dann zum 31.12.
am 17.08.2026 22:23
@Katzenfreund schrieb:Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.
Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?
Der Verlusttopf deines Vaters hat keine Relevanz mehr da er erloschen ist.
Dein eigener Verlusttopf gilt so lange du lebst und wird jedes Jahr vorgetragen.