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Gewinn-/Verlustrechnung bei geerbtem Depot

Katzenfreund
Autor
4 Beiträge

Guten Abend,

 

ich habe ein Depot geerbt, das verschiedene Aktien enthält, die zu einem höheren Preis erworben wurden als sie jetzt wert sind. Andererseits befinden sich auch diverse Aktien im Depot, bei denen der Fall genau umgekehrt liegt (also der eigentlich wünschenswerte Fall vorliegt).

 

Wie verhält es sich jetzt bei Verkäufen?  Kann ich den Verlust von Aktie A, gekauft am xx für  100 Euro, heutiger Wert 75 Euro, mit einem Aktiengewinn beim Verkauf von Aktie B verrechnen lassen, so dass ggf. nicht nur keine Abgeltungssteuer für den Veräußerungsgewinn von Aktie A anfällt, sondern vielleicht sogar weitere Aktien mit Gewinn verkauft werden können, ohne dass Abgeltungssteuer gezahlt werden muss, weil der Verlust beim Verkauf von Aktie B entsprechend hoch war?

 

Bekomme ich für das Depot also einen neuen Verlusttopf, für den die Anschaffungspreise maßgeblich sind, die mein Vater damals für die einzelnen Werte gezahlt hat?

 

Vielen Dank

14 ANTWORTEN

CurtisNewton
Legende
5.805 Beiträge

a.) ja

b.) ein bereits existierender Verlusttopf Deines Vaters (also Aktien, die noch Dein Vater mit Verlust verkauft hat, aber noch nicht verrechnet wurden) verfällt allerdings.

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

Katzenfreund
Autor
4 Beiträge

Hallo CurtisNewton,

 

vielen Dank für die Antwort. 

 

Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?

Silver_Wolf
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5.879 Beiträge

Bei einer Erbschaft erhältst du die Aktien mit den usprünglichen Anschaffungsdaten.

Die Gewinne und Verluste können also wie gewohnt verrechnet werden.

 

Ein möglicherweise noch vorhandener Verlusttopf des Erblassers ist natürlich erloschen da dieser an das Leben der Person gebunden ist und nicht vererbt wird.

Silver_Wolf
Legende
5.879 Beiträge

@Katzenfreund  schrieb:

Hallo CurtisNewton,

 

vielen Dank für die Antwort. 

 

Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?


Wie ich gerade geschrieben verfällt der Verlusttopf beim Tode.

Ob das nun schlimm ist hängt wohl von der Summe ab.

Auf jeden Fall ist es ärgerlich mit einem Verlusttopf zu sterben.  😞

 

 

CurtisNewton
Legende
5.805 Beiträge

@Katzenfreund  schrieb:

 

Eine Nachfrage: Unter den gegebenen Umständen ist es aber doch auch nicht schlimm, dass der Verlusttopf meines Vaters verfällt, oder? Ich habe ja einen neuen Verlusttopf. Oder übersehe ich hier etwas?


Schlimm nicht, aber halt wie @Silver_Wolf  schon schrub, mehr oder weniger ärgerlich, je nachdem wieviele in dem Topf halt drin war. Wenn überhaupt was drin war, danach hatte Du ja nicht gefragt, das war nur eine Ergänzung von mir. Verlusttöpfe werden nicht vererbt, sondern lediglich die Wertpapiere die beim Tod noch da sind.

 

Wenn man dem Staat nichts schenken will, ist es daher gut, Verluste nicht ewig vor sich her zu schieben sondern einfach am Jahresende mal was zu verkaufen und wieder zurück kaufen wenn größere Verluste aufgelaufen sind. 

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

Katzenfreund

Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.

 

Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?

Silver_Wolf
Legende
5.879 Beiträge

@CurtisNewton  schrieb:

Wenn man dem Staat nichts schenken will, ist es daher gut, Verluste nicht ewig vor sich her zu schieben sondern einfach am Jahresende mal was zu verkaufen und wieder zurück kaufen wenn größere Verluste aufgelaufen sind. 

 


Ja, Verluste über längere Zeit fort zu schreiben ist nicht unbedingt sinnvoll.

Gerade wenn man nicht mehr so lange hat.

 

Wenn ich mal Verluste im Topf habe dann werden zum Jahresende ein paar Gewinne realisiert um das aufzubrauchen.  🙂

CurtisNewton
Legende
5.805 Beiträge

@Katzenfreund  schrieb:

Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.

 

Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?


Verluste werden ins nächste Jahr fortgeschrieben, verfallen also nicht.

Gewinne die am Ende des Jahres nicht verrechnet wurden, verfallen dann zum 31.12.

 

 

 

 

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Silver_Wolf
Legende
5.879 Beiträge

@Katzenfreund  schrieb:

Stand Ende 2023 war der Verlusttopf leer. Das sagt natürlich nichts über die zweieinhalb folgenden Jahre aus, aber es ist schon ziemlich wahrscheinlich, dass er leer geblieben ist, da mein Vater seinen Schwerpunkt dann aufs Festgeldsparen verlegt hat.

 

Wie lange kann ich den Verlusttopf denn nutzen? Müssen Gewinne, die in einem Jahr angefallen sind, mit Verlusten verrechnet werden, die im selben Jahr entstanden sind? Oder können solche Transkationen jahrübergreifend erfolgen?


Der Verlusttopf deines Vaters hat keine Relevanz mehr da er erloschen ist.

 

Dein eigener Verlusttopf gilt so lange du lebst und wird jedes Jahr vorgetragen.