am 01.12.2025 09:01
Viele Leute, die ihr Vermögen (unabhängig von der Größe) selbst verwalten, nutzen als Unterstützung irgendein Tool - sei es eine "Profiverwaltungssoftware" oder "nur" Excel (wobei man dessen Komplexität ja auch fast beliebig ausbauen kann). Mich würde interessieren: Welche Tools nutzt ihr für Depot- und Finanzverwaltung und wie intensiv? Oder nutzt ihr überhaupt kein Tool?
Ich nutze hauptsächlich 3 Programme:
Für die Depotverwaltung kommt bei mir Portfolio Performance zum Einsatz; es handelt sich hier um ein Open Source-Tool, mit dessen Hilfe man diverse Kennzahlen seiner Depots und Konten ermitteln kann. Das Programm mag am Anfang etwas sperrig erscheinen - je tiefer man sich einarbeitet, desto mehr Möglichkeiten erschließen sich einem. Ich selbst nutze tatsächlich nur einen Bruchteil davon: Hauptsächlich überwache ich damit das Verhältnis der Anlageklassen und der Regionen-Allokierung und tracke die Dividenden-Entwicklung. Es gibt auch eine mobile App, eine Datenerfassung ist mit dieser - zumindest in der Free-Variante - nicht möglich. Mögliche Alternativen zu diesem Programm sind beispielsweise die diversen Portfolio-Manager von ExtraETF oder JustETF (gibt noch ein paar Weitere); diese sind dann allerdings webbasiert, die eigenen Daten liegen auf dem Server der jeweiligen Anbieter.
Das Programm gibt es (neben der bereits erwähnten mobilen Varianten) für Windows, MacOS und Linux (auch als Flatpak).
Für das Tracking der regelmäßigen Ausgaben nutze ich Hibiscus , das ein Framework namens "Jameica" nutzt. Das initiale Setup des quelloffenen Programms kann etwas Arbeit verursachen, insbesondere wenn man die Umsätze automatisiert diversen Kategorien zuordnen will. Voraussetzung ist ein HBCI-/FinTS-Zugang der Bank; es gibt zwar für einige Banken Plugins, die Screenscraping durchführen (also die Webseite auslesen), das ist aber ziemlich fehleranfällig. War übrigens auch ein Grund, warum ich meine täglichen Ausgaben mittlerweile nicht mehr mit Fremd-Kreditkarten tätige, sondern mit der comdirect debit 😉 Mit dem Programm lassen sich auch beispielsweise Überweisungen tätigen - ich nutze es allerdings rein zur Kategorisierung. Das Framework "Jameica" gibt es für Windows, MacOS und Linux (auch als Flatpak), das Plugin "Hibiscus" (also quasi die eigentliche Homebanking-Software) wird innerhalb von Jameica nachinstalliert.
Als drittes Tool wird LibreOffice Calc (Open Source Excel-Alternative) verwendet. Hier protokolliere ich unter anderem zusätzliche Informationen mit (monatliche variable Sparrate, Vermögensentwicklung, fixe monatliche Ausgaben, etc.). Auch der vergebene Zugriff auf Konten oder Karten ist hier protokolliert (sinnvoll, wenn mal die Bank oder der Kreditkartenanbieter gewechselt wird - dem automatischen Kontowechselservice traue ich nicht 😁). Zudem habe ich mir hier einen Vorsorgerechner einprogrammiert (vergleichbar mit diesem Webtool , nur um Einmalausgaben (z.B. neues Auto), Inflationsrate oder auch gesetzliche/betriebliche Rentenansprüche ergänzt).
Mehr Tools nutze ich tatsächlich nicht. Das für mich Wichtigste ist vermutlich Libreoffice, da dessen Calc-(=Excel-)Mappe grundsätzlich zumindest Portfolio Performance ablösen könnte. Die Homebanking-Software ist nur zur Interessenbefriedigung ("für welche Kategorien gebe ich pro Monat wieviel aus?") da, nicht weil ich es beispielsweise zum Sparen nutzen "muss".
Wie siehts bei euch aus?
15.02.2026 10:12 - bearbeitet 15.02.2026 10:13
15.02.2026 10:12 - bearbeitet 15.02.2026 10:13
Danke für den Tipp!
Die tägliche Datenpflege stellt für mich aber keinen nennenswerten Aufwand dar: die (derzeit) ca. 1260 Kurse sind schnell eingetippt 😉
Aber damit einher geht ja auch gleich die Analyse des Depotbestands -> ich muss Excel ja sowieso täglich starten und mir einen Überblick über das (Familien-)Portfolio zu verschaffen.
Gruß Crazyalex