14.09.2026 08:10 - bearbeitet 14.09.2026 08:25
Der Threadöffner erreicht so langsam die magische Altersstufe, wo man sich mehr um die Ernte seiner Früchte kümmern sollte als um die ewige Aussaat. Ziemlich bitter und macht vor allem sehr viel weniger Spaß, als sein Geld mit vollen Händen unter Leute zu verteilen, die vorrangig ihr Geld damit verdienen, so zu tun, als wäre es bei ihnen besser angelegt.
Dazu kommt: Liest man die entsprechenden Ratgeber, sieht man die langweiligen, grauen Männer mit den schweren Meinungen förmlich vor sich. Dazu die komplizierten Methoden: “Sprossen”, “Leitern”, “Eimer”, bei mir bewirken solche abstrakten Vorgehensweisen nur eines: Ich mache es nicht halb, ich mache es nicht dreiviertel: Ich mache es gar nicht.
Als Rentner/Pensionär/Privatier hat man meistens eine oder mehrere Haupteinnahmequellen, sei es Rente, Mieteinnahmen, Dividenden, kleine Nebenjobs etc. und hätte gern ein kalkulierbares “Zuckerli”, statt seinen Aktienpool ungeachtet von Bärenmarkt, Zyklen etc einfach unkalkuliert abzuschmelzen.
Ehrenvoller Nebenjob im Alter, z.B. Nachtwächter im Museum, wie hier in der Gemäldegalerie Dresden.
Die Zuckerli-Methode ist denkbar simpel und damit ideal für den Ungefähr-Anleger.
Man evaluiert, in welchem Jahr man wohl welches monatliche Zuckerli benötigt, um gut über die Runden zu kommen, entscheidet sich für eine Jahresscheibe in der das Zuckerli von einer Einmalzahlung in der Zukunft ausgezahlt werden soll, ich entscheide mich meist für zwei Jahre, weniger: Man verzettelt sich in zu vielen Anleihen, mehr: Geld liegt zu lange ungenutzt herum, und entscheidet sich für eine Inflationsrate, denn das Zuckerli ist natürlich der Barwert, um 2045 auch mit 2055 vergleichen zu können.
Man sucht eine Anleihe nach seinem eigenen Risiko-Empfinden, die dann fällig wird, wenn das monatliche Zuckerli beginnen soll.
Wichtig: Kupons sind nur Beifang, unwichtig, sie landen einfach “nur” auf dem Verrechnungskonto, entweder man investiert sie in neue Zuckerlis oder nimmt die S-Klasse statt der E-Klasse, wen juckt's? Wir sind eben die 80%-Anleger.
Daher Anleihen mit hoher Rendite, aber wenig Nominalverzinsung wählen, dann wird die höchste Tranche ausgezahlt.
Ist das Zuckerli ausreichend für die ausgewählten Jahre: Anleihe kaufen und einfach vergessen. Notizzettel dran, ob man mit dem Barwert richtig gelegen hat und sich wieder um die schönen Dinge des (restlichen, vergänglichen) Lebens kümmern.
Berechnung natürlich mit KI, wir sind ja keine verstaubten, alten 80er-Jahre-Knacker, und da der comdirect-Leitsatz “sharing is caring” ist, und eifersüchtig zurückgehaltene Informationen im KI-Zeitalter ohnehin nur affig sind, hier auch der entsprechende Prompt:
ZUCKERLI™-BERECHNUNG
Ich will aus einer einzelnen Anleihe ein "Zuckerli" bauen:
einmal kaufen, bis zur Fälligkeit vergessen, danach eine
feste Zahl von Monaten lang einen festen Monatsbetrag
entnehmen.
MEINE EINGABEN
- Papier: [WKN/ISIN]
- Zielrate: [XXX] € pro Monat, in HEUTIGER Kaufkraft
- Dauer: [M] Monate ab Fälligkeit
WAS DU TUN SOLLST
Falls Kurs, Kupon, Fälligkeit oder Stückzinsen nicht
bekannt sind: nachschlagen. Rendite IMMER selbst
nachrechnen, nie die Anzeige von Finanzportalen
übernehmen – die ist bei Anleihen regelmäßig falsch.
RECHENWEG (exakt so)
1. Restlaufzeit t = Jahre bis Fälligkeit (auf 2 Dezimalen).
2. Aufzinsungszeitraum T = t + (M ÷ 24) Jahre.
(M ÷ 24 ist die halbe Auszahlungsdauer in Jahren, also
der Schwerpunkt der Ausgaben nach Fälligkeit.)
3. Zielbetrag = Zielrate × M × (1 + π)^T,
gerechnet für π = 2,0 % / 2,5 % / 3,0 %.
4. Nettofaktor je 100 € Nennwert:
N = 100 − 0,26375 × (100 − Kurs)
Abgeltungsteuer inkl. Soli auf den Rückzahlungsgewinn.
5. Nennwert = Zielbetrag ÷ (N ÷ 100)
6. Einsatz = Nennwert × (Kurs + Stückzinsen) ÷ 100
Bei Zerobonds: Stückzinsen = 0.
ANNAHMEN
- Kupons werden NICHT wieder angelegt (Variante B).
Sie sind Bonus, nicht Teil der Rechnung.
- Nennwert auf volle 1.000 € aufrunden, und zwar so,
dass die Zielrate auch im 3-%-Inflationsszenario
noch erreicht wird. Bei kleinen Beträgen (Nennwert
unter 5.000 €) auf volle 500 € runden.
AUSGABE
a) Tabelle: Inflation (2,0/2,5/3,0 %) → Zielbetrag,
Nennwert, Einsatz
b) Empfehlung: glatter Nennwert + Einsatz in Euro
c) Fälligkeitstag: Rückzahlung, abzüglich Steuer,
Netto, geteilt durch M = Monatsbetrag nominal
d) Was dieser Monatsbetrag in heutiger Kaufkraft
ist – bei 2,0 / 2,5 / 3,0 % Inflation
e) Orderzettel: WKN, Nennwert, Limit, Handelsplatz
f) Falls Kupons anfallen: Höhe netto pro Jahr,
als Bonus ausgewiesen
g) Wenn M größer als 36 ist: Hinweis, ob eine
Aufteilung auf zwei Fälligkeiten sinnvoller wäre
STIL
Deutsch, du, knapp, Tabellen. Kein Advocatus Diaboli.
Keine Anlageberatung, nur Rechnung.
Bonusmaterial:
Hier einfach als Gedankenanregung, eine Excel Übersicht, in der man seine Zuckerlis anordnen kann. Da ich noch in der Planungsphase bin, sind einzelne Positionen (noch) nicht getätigt und/oder werden noch feingeschliffen und natürlich ergänzt. Die “Salami-Anlage” basiert auf @nmhs genialen Argentinien-Anleihen und ist eigentlich noch viel einfacher. Bei Interesse kommt auch hier ein Prompt.
Zusatzfrage:
Der Thread bietet wenig Diskussionsmöglichkeiten, daher an euch die Frage:
Was sind bei euch die Aufstockungen zur Rente/Pension außer euren Aktien/Anleihen?
Bei mir stehen überschaubare Mieteinnahmen, meine selbständige Tätigkeit aber mit stark gebremstem Schaum und ggf. eine völlig artfremde Hobby-Tätigkeit als Mini-Mini-Job, ich bin z.B. ein begeisterter Fahrrad-Bastler. Was macht ihr?
Euch noch eine erfolgreiche Woche,
hx.
15.09.2026 16:07 - bearbeitet 15.09.2026 16:11
@dg2210 schrieb: [...] Im Übrigen ist der Kauf von Anleihen ohne sinnvolle Steuerung der Duration eine riskante Zockerei, auf die man sich im Alter nicht unbedingt einlassen sollte.
Verstehe den Einwand nicht, die Steuerung besteht darin, dass Fälligkeit und Mittelbedarf zusammenfallen, Zwischenkurse sind dann logischerweise nur Buchwerte. Aber egal, ein ausgedehntes Thema für lange Winterabende. ![]()
@Morgenmond , steht bei mir auch auf der Liste, ohne Flax.
Die einfachste und machbarste Möglichkeit ist KDP (Kindle Desktop Publishing), Vorkosten Null und entweder 35% oder 70% Tantieme, je nach Tiefe. Ich checke gerade ein paar dünne "Anlegen für Faule" Ratgeber ab, da ist die Schreibtiefe naturgemäß eher dürftig, Claude hat mir zwischen 30 und 50 € Verdienst p.A. in Aussicht gestellt. Wenn wir zusammen mal den Literaturmarkt rocken wollen: PN ![]()
15.09.2026 16:36 - bearbeitet 15.09.2026 21:43
Früher habe ich auch mit Anleihen herumjongliert. Dazu habe ich keine Lust mehr, weil man immer einen Blick auf die Emittenten haben muss. Jetzt regele ich das mit zwei ETF´s die insgesamt acht mal im Jahr zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausschütten. Passt für mich.
am 15.09.2026 19:14
@haxo schrieb:
@dg2210 schrieb: [...] Im Übrigen ist der Kauf von Anleihen ohne sinnvolle Steuerung der Duration eine riskante Zockerei, auf die man sich im Alter nicht unbedingt einlassen sollte.
Verstehe den Einwand nicht, die Steuerung besteht darin, dass Fälligkeit und Mittelbedarf zusammenfallen, Zwischenkurse sind dann logischerweise nur Buchwerte.
Die 'Zwischenkurse' sind es, die aus einer grundsätzlich hochflexiblen und hochliquiden Anlage eine 'immobile' Anlage machen, wie eine Kapitallebensversicherung o.ä. So eine Anlage setzt voraus, daß man sein Leben langfristig korrekt(!) plant und alle Kapitalbedarfe im Alter exakt vorhersagen kann. Ich traue mir das nicht zu.
21.09.2026 11:48 - bearbeitet 21.09.2026 11:49
Ist man erstmal in Rente ist es eigentlich egal solange das Vermögen nicht wie die Gletscher abschmelzen. Hat man dann noch Risiko im Depot, dann hat man es auch verdient 😁
am 22.09.2026 08:25
@TutsichGut schrieb:Ist man erstmal in Rente ist es eigentlich egal solange das Vermögen nicht wie die Gletscher abschmelzen. Hat man dann noch Risiko im Depot, dann hat man es auch verdient 😁
naja, wenn man als Rentner seine Hände in den Schoß legt und nur noch Enten füttern geht vielleicht
mit Rentenbeginn möchte ich aber noch 20,30 gute aktive Jahre haben, da darf vom Zeithorizont her auch noch bissi Risiko ins Depot
wie sagt man so schön.... no risk no fun 😉
22.09.2026 12:11 - bearbeitet 22.09.2026 14:31
22.09.2026 12:11 - bearbeitet 22.09.2026 14:31
@infosearch schrieb:
@TutsichGut schrieb:Ist man erstmal in Rente ist es eigentlich egal solange das Vermögen nicht wie die Gletscher abschmelzen. Hat man dann noch Risiko im Depot, dann hat man es auch verdient 😁
naja, wenn man als Rentner seine Hände in den Schoß legt und nur noch Enten füttern geht vielleicht
mit Rentenbeginn möchte ich aber noch 20,30 gute aktive Jahre haben, da darf vom Zeithorizont her auch noch bissi Risiko ins Depot
wie sagt man so schön.... no risk no fun 😉
Richtig @infosearch
SO denkt und handelt Vaddern, und auch Mam 😇
Ich nicht, bin noch zu Jung 😉
Grüße Daniel
am 22.09.2026 13:08
am 22.09.2026 14:27
@infosearch schrieb:
@huhuhu schrieb:
SO denkt und handelt Vaddern, und auch Mam auch 😇
Ich nicht, bin noch zu Jung 😉
Grüße Daniel
es sei ihnen gegönnt und keine Angst, Deine Zeit kommt auch noch 🤣
so wie meine, wenn die wahrscheinlich auch etwas eher kommt 🤔
gruß infosearch
wohl war 🙂
Isch sach mal so...in 13 Jahren wäre mein Wunsch 😇
Grüße
Daniel
am 22.09.2026 15:01
@huhuhu schrieb:
@infosearch schrieb:
@huhuhu schrieb:
SO denkt und handelt Vaddern, und auch Mam auch 😇
Ich nicht, bin noch zu Jung 😉
Grüße Daniel
es sei ihnen gegönnt und keine Angst, Deine Zeit kommt auch noch 🤣
so wie meine, wenn die wahrscheinlich auch etwas eher kommt 🤔
gruß infosearch
wohl war 🙂
Isch sach mal so...in 13 Jahren wäre mein Wunsch 😇
Grüße
Daniel
das mit dem Wünschen ist so ne Sache,
erstmal muss beschlossen werden, was und wie mit Rente 63 festgelegt wird, dann kann ich meine persönliche Planung finalisieren, so von wegen mit oder ohne Abschlag und vor allem wann genau (evtl. hab ich ja Glück und rutsche in sowas wie Bestandsschutz o.ä. mit rein)
aber egal wie, ich bin vorbereitet und mach es dann einfach so wie es (mir) passt...
dass ich vorbereitet bin, hatte und habe ich zum Glück selbst auch ein wenig in der Hand, deswegen treibe ich mich ja auch hier rum 😅
am 22.09.2026 15:55
@infosearch schrieb:
@huhuhu schrieb:
@infosearch schrieb:
@huhuhu schrieb:
SO denkt und handelt Vaddern, und auch Mam auch 😇
Ich nicht, bin noch zu Jung 😉
Grüße Daniel
es sei ihnen gegönnt und keine Angst, Deine Zeit kommt auch noch 🤣
so wie meine, wenn die wahrscheinlich auch etwas eher kommt 🤔
gruß infosearch
wohl war 🙂
Isch sach mal so...in 13 Jahren wäre mein Wunsch 😇
Grüße
Daniel
das mit dem Wünschen ist so ne Sache,
erstmal muss beschlossen werden, was und wie mit Rente 63 festgelegt wird, dann kann ich meine persönliche Planung finalisieren, so von wegen mit oder ohne Abschlag und vor allem wann genau (evtl. hab ich ja Glück und rutsche in sowas wie Bestandsschutz o.ä. mit rein)
aber egal wie, ich bin vorbereitet und mach es dann einfach so wie es (mir) passt...
dass ich vorbereitet bin, hatte und habe ich zum Glück selbst auch ein wenig in der Hand, deswegen treibe ich mich ja auch hier rum 😅
Nu ja @infosearch
dann wären wir ja schon mal zwei 😊
Ich habe mit den Zahlen <R.m.63,65,67 - Arbeitsjahren 35/45 usw.> stand heute wohl nichts zu tun 😇 ...wenn alles so bliebt, und läuft.
Anscheinend gehören wir zu den Menschen denen es gut geht,und hoffentlich auch bleibt.
Maloche zahlt sich eben aus.
Deshalb treibe ich mich hier auch nicht so oft rum 😉
Grüße
Daniel