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👴👵Altersvorsorge für den Ungefähr-Anleger: Die “Zuckerli-Methode”™ 🪾 💰💶

haxo
Legende
3.946 Beiträge

Der Threadöffner erreicht so langsam die magische Altersstufe, wo man sich mehr um die Ernte seiner Früchte kümmern sollte als um die ewige Aussaat. Ziemlich bitter und macht vor allem sehr viel weniger Spaß, als sein Geld mit vollen Händen unter Leute zu verteilen, die vorrangig ihr Geld damit verdienen, so zu tun, als wäre es bei ihnen besser angelegt.

 

Dazu kommt: Liest man die entsprechenden Ratgeber, sieht man die langweiligen, grauen Männer mit den schweren Meinungen förmlich vor sich. Dazu die komplizierten Methoden: “Sprossen”, “Leitern”, “Eimer”, bei mir bewirken solche abstrakten Vorgehensweisen nur eines: Ich mache es nicht halb, ich mache es nicht dreiviertel: Ich mache es gar nicht.

 

Als Rentner/Pensionär/Privatier hat man meistens eine oder mehrere Haupteinnahmequellen, sei es Rente, Mieteinnahmen, Dividenden, kleine Nebenjobs etc. und hätte gern ein kalkulierbares “Zuckerli”, statt seinen Aktienpool ungeachtet von Bärenmarkt, Zyklen etc einfach unkalkuliert abzuschmelzen.

 

20260101_154250_resized.jpg20260101_154250_resized.jpg

Ehrenvoller Nebenjob im Alter, z.B. Nachtwächter im Museum, wie hier in der Gemäldegalerie Dresden.

 

Die Zuckerli-Methode ist denkbar simpel und damit ideal für den Ungefähr-Anleger.

 

Man evaluiert, in welchem Jahr man wohl welches monatliche Zuckerli benötigt, um gut über die Runden zu kommen, entscheidet sich für eine Jahresscheibe in der das Zuckerli von einer Einmalzahlung in der Zukunft  ausgezahlt werden soll, ich entscheide mich meist für zwei Jahre, weniger: Man verzettelt sich in zu vielen Anleihen, mehr: Geld liegt zu lange ungenutzt herum, und entscheidet sich für eine Inflationsrate, denn das Zuckerli ist natürlich der Barwert, um 2045 auch mit 2055 vergleichen zu können.

 

Man sucht eine Anleihe nach seinem eigenen Risiko-Empfinden, die dann fällig wird, wenn das monatliche Zuckerli beginnen soll.

Wichtig: Kupons sind nur Beifang, unwichtig, sie landen einfach “nur” auf dem Verrechnungskonto, entweder man investiert sie in neue Zuckerlis oder nimmt die S-Klasse statt der E-Klasse, wen juckt's? Wir sind eben die 80%-Anleger.

 

Daher Anleihen mit hoher Rendite, aber wenig Nominalverzinsung wählen, dann wird die höchste Tranche ausgezahlt.

Ist das Zuckerli ausreichend für die ausgewählten Jahre: Anleihe kaufen und einfach vergessen. Notizzettel dran, ob man mit dem Barwert richtig gelegen hat und sich wieder um die schönen Dinge des (restlichen, vergänglichen) Lebens kümmern.

 

ChatGPT Image 14. Sept. 2026, 07_44_25.pngChatGPT Image 14. Sept. 2026, 07_44_25.png

 

Berechnung natürlich mit KI, wir sind ja keine verstaubten, alten 80er-Jahre-Knacker, und da der comdirect-Leitsatz “sharing is caring” ist, und eifersüchtig zurückgehaltene Informationen im KI-Zeitalter ohnehin nur affig sind, hier auch der entsprechende Prompt:

 

 

Spoiler

ZUCKERLI™-BERECHNUNG

Ich will aus einer einzelnen Anleihe ein "Zuckerli" bauen:
einmal kaufen, bis zur Fälligkeit vergessen, danach eine
feste Zahl von Monaten lang einen festen Monatsbetrag
entnehmen.

MEINE EINGABEN
- Papier: [WKN/ISIN]
- Zielrate: [XXX] € pro Monat, in HEUTIGER Kaufkraft
- Dauer: [M] Monate ab Fälligkeit

WAS DU TUN SOLLST
Falls Kurs, Kupon, Fälligkeit oder Stückzinsen nicht
bekannt sind: nachschlagen. Rendite IMMER selbst
nachrechnen, nie die Anzeige von Finanzportalen
übernehmen – die ist bei Anleihen regelmäßig falsch.

RECHENWEG (exakt so)
1. Restlaufzeit t = Jahre bis Fälligkeit (auf 2 Dezimalen).
2. Aufzinsungszeitraum T = t + (M ÷ 24) Jahre.
(M ÷ 24 ist die halbe Auszahlungsdauer in Jahren, also
der Schwerpunkt der Ausgaben nach Fälligkeit.)
3. Zielbetrag = Zielrate × M × (1 + π)^T,
gerechnet für π = 2,0 % / 2,5 % / 3,0 %.
4. Nettofaktor je 100 € Nennwert:
N = 100 − 0,26375 × (100 − Kurs)
Abgeltungsteuer inkl. Soli auf den Rückzahlungsgewinn.
5. Nennwert = Zielbetrag ÷ (N ÷ 100)
6. Einsatz = Nennwert × (Kurs + Stückzinsen) ÷ 100
Bei Zerobonds: Stückzinsen = 0.

ANNAHMEN
- Kupons werden NICHT wieder angelegt (Variante B).
Sie sind Bonus, nicht Teil der Rechnung.
- Nennwert auf volle 1.000 € aufrunden, und zwar so,
dass die Zielrate auch im 3-%-Inflationsszenario
noch erreicht wird. Bei kleinen Beträgen (Nennwert
unter 5.000 €) auf volle 500 € runden.

AUSGABE
a) Tabelle: Inflation (2,0/2,5/3,0 %) → Zielbetrag,
Nennwert, Einsatz
b) Empfehlung: glatter Nennwert + Einsatz in Euro
c) Fälligkeitstag: Rückzahlung, abzüglich Steuer,
Netto, geteilt durch M = Monatsbetrag nominal
d) Was dieser Monatsbetrag in heutiger Kaufkraft
ist – bei 2,0 / 2,5 / 3,0 % Inflation
e) Orderzettel: WKN, Nennwert, Limit, Handelsplatz
f) Falls Kupons anfallen: Höhe netto pro Jahr,
als Bonus ausgewiesen
g) Wenn M größer als 36 ist: Hinweis, ob eine
Aufteilung auf zwei Fälligkeiten sinnvoller wäre

STIL
Deutsch, du, knapp, Tabellen. Kein Advocatus Diaboli.
Keine Anlageberatung, nur Rechnung.

 

 

Bonusmaterial:

Hier einfach als Gedankenanregung, eine Excel Übersicht, in der man seine Zuckerlis anordnen kann. Da ich noch in der Planungsphase bin, sind einzelne Positionen (noch) nicht getätigt und/oder werden noch feingeschliffen und natürlich ergänzt. Die “Salami-Anlage” basiert auf @nmhs genialen Argentinien-Anleihen und ist eigentlich noch viel einfacher. Bei Interesse kommt auch hier ein Prompt.

 

Screenshot 2026-09-13 213816.pngScreenshot 2026-09-13 213816.png

Zusatzfrage:

Der Thread bietet wenig Diskussionsmöglichkeiten, daher an euch die Frage: 

Was sind bei euch die Aufstockungen zur Rente/Pension außer euren Aktien/Anleihen?

Bei mir stehen überschaubare Mieteinnahmen, meine selbständige Tätigkeit aber mit stark gebremstem Schaum und ggf. eine völlig artfremde Hobby-Tätigkeit als Mini-Mini-Job, ich bin z.B. ein begeisterter Fahrrad-Bastler. Was macht ihr?

 

Euch noch eine erfolgreiche Woche,

 

hx.



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