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Altersvorsorge Depot

Krügerrand
Mentor
987 Beiträge

Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz verabschiedet werden, welches das Altersvorsorgedepot einführt. Ab dem 01.01.2026 soll es dann möglich sein ein solches zu eröffnen.

 

Zwar ist noch nichts beschlossen, aber es sickern immer mehr Einzelheiten zu den Plänen durch.

 

Wie soll das Ganze aussehen:

Ganz stark angelehnt an das Konzept der Riester Rente:

- Steuerlich abziehbare Sparbeiträge

- Zulagen vom Staat

 

Allerdings mit zwei wesentlichen Unterschieden:

- Keine Beitragsgarantie

- Keine lebenslange Rente

 

Die Umsetzung erfolgt in einem getrennten Vorsorgedepot. Investieren soll man in eine Positivliste an Anlageklassen können. Bisher wird oft von ETF, Fonds und Aktien gesprochen. Von Anleihen finde ich bisher noch nichts gesichertes. Derivateanbieter wünschen sich natürlich, dass Anlagezertifikate (Idexzertifikate, Aktienanleihen, Discountzertifikate u. ä.) erlaubt werden. Nicht auf dieser Liste werden offensichtlich gehebelte Produkte und Kryptoassets sein.

Ein weiterer Clou ist, dass Umschichtungen im AVD ohne ein Steuerabzug möglich sein sollen. Das bedeutet, dass es einen nicht zu vernachlässigenden Zinseszinseffekt gibt. Eine Verlustverrechnung wird es aber damit auch nicht geben.

Interessant ist aber, dass man auch Wertpapiere von einem regulären Depot übertragen können soll. Dadurch könnte man Positionen mit einem hohen Buchgewinn einfach in das AVD übertragen, um bei Verkauf den Steuerabzug zu vermeiden. Inwiefern man diese Einlagen von der Einkommensteuer abziehen können soll, ist noch nicht durchgesickert. Aus meiner Sicht passend wäre, wenn man den Einstandswert dieser Papiere als steuerlich abzugsfähig anrechnen würde. Das ist deswegen relevant, weil ein Steuerabzug dann in der "Rentenphase" kommt. Ebenfalls soll es möglich sein gegen Gebühr einen Riestervertrag einzubringen.

Es gibt noch nichts festes, was der geförderte Sparbetrag sein wird. Im Raum stehen 2.100 (wie beim Riester), und Beträge zwischen 3.000 und 6.000 EUR pro Jahr. Eine Beschränkung von nicht geförderten Beiträgen soll es nicht geben.

 

Wie auch beim Riester sind die Auszahlungen wohl komplett zu versteuern. Eine Auszahlung soll ab dem 65 Lebensjahr möglich sein. Diese soll als Rate bis zum 85. Lebensjahr, einer Einmalauszahlung möglich sein. Relevant wäre zu wissen, was mit Beiträgen verfahren wird, die über die steuerliche Abzugsfähigkeit sind, oder Wertpapierüberträge. 

 

Wer vorher an das Geld möchte, muss den Steuervorteil und die Zulagen zurückzahlen. Wie beim Riester soll aber eine wohnwirtschaftliche Verwendung (Kauf, Restschuldablöse) eines eigengenutzten Eigenheims wieder möglich sein. 

 

Quellen: Altersvorsorgedepot: Steuerfrei in ETFs investieren? | justETF, Altersvorsorgedepot: Steuervorteile, Aktien, ETFs und mehr (extraetf.com), Das Altersvorsorgedepot – was Sie jetzt tun sollten! (finanzen.net), Neues Altersvorsorgedepot: Start ab 2026 geplant | Rente (t-online.de), Details von Lindner: So soll die neue private Rente funktionieren - WELT (Paywall), 

#TANSTAAFL "There ain't no such thing as a free lunch."
465 ANTWORTEN

Floppy85
Mentor ★
1.479 Beiträge

Am Ende wird es wieder ne Art 2-Klassen-Gesellschaft. Leute, die bei nem Anbieter sind, wo sie Kosten haben, sich aber um Nix kümmern wollen (demnach auch kein Bewusstsein für Finanzthemen entwickeln) und den Selbstentscheidern, die sich ihre ETF's selber aussuchen und nachjustieren und sich bei Finanzfluss und Co. up to date halten.

dg2210
Legende
8.226 Beiträge

@Floppy85  schrieb:

Am Ende wird es wieder ne Art 2-Klassen-Gesellschaft.


Eher eine 3-Klassen-Gesellschaft!

Du hast die Gruppe derjenigen vergessen, die sagen: Qualität hat ihren Preis und für mich ist es günstiger, eine Beratungsleistung von einem Profi einzukaufen, als meine eigene, teurere Zeit zu investieren. Darum habe ich ja auch eine Steuerberater oder Rechtsanwalt oder gehe zum Facharzt, um die Google-Diagnose bestätigen zu lassen.

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

huhuhu
Legende
9.403 Beiträge

@Floppy85  schrieb:

Am Ende wird es wieder ne Art 2-Klassen-Gesellschaft. Leute, die bei nem Anbieter sind, wo sie Kosten haben, sich aber um Nix kümmern wollen (demnach auch kein Bewusstsein für Finanzthemen entwickeln) und den Selbstentscheidern, die sich ihre ETF's selber aussuchen und nachjustieren und sich bei Finanzfluss und Co. up to date halten.


Guten Morgen @Floppy85 

 

Schließt das eine, dass andere denn aus ?

 

Ich meine nein,

eher dass die 3. Klasse noch hinzu kommt 😉

 

Grüße

Daniel

Klever
Mentor ★★★
2.594 Beiträge

@Floppy85  schrieb:

Am Ende wird es wieder ne Art 2-Klassen-Gesellschaft. Leute, die bei nem Anbieter sind, wo sie Kosten haben, sich aber um Nix kümmern wollen (demnach auch kein Bewusstsein für Finanzthemen entwickeln) und den Selbstentscheidern, die sich ihre ETF's selber aussuchen und nachjustieren und sich bei Finanzfluss und Co. up to date halten.


Es wird auch noch die Leute geben, die einfach das Standarddepot nehmen mit z.T. wirklich sehr geringen Kosten (hoffentlich bleiben die auch niedrig - wir werden sehen) und die sich ebenfalls um nichts kümmern bzw. um nichts kümmern brauchen. 

 

Grüße

Klever

Thorsten_
Legende
5.153 Beiträge

Und dann gibt es noch die (vermutlich nicht sehr kleine) Gruppe, die einfach nicht mitmacht.

 

Ein Teil tut dies bewusst und ein Teil unbewusst (die "Fraktion Girokonto", die ihr gesamtes Erspartes auf Girokonten parkt - die "Fortschrittlichen" dieser Gruppe haben dann noch Tages- und Festgeldkonten).

dg2210
Legende
8.226 Beiträge

@Thorsten_  schrieb:

Und dann gibt es noch die (vermutlich nicht sehr kleine) Gruppe, die einfach nicht mitmacht.

 


Du meinst Leute wie mich, die nach dem Motto 'Lieber Proffe als Klingbeil' Geld anlegen. Ich weiß nicht, ob ich Teil einer großen Gruppe bin... 

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)