Die Perspektive macht´s
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am 18.01.2022 09:46
Normalerweise schreibe ich keine Off-Topic Beiträge. Als ich allerdings gestern Abend diesen Text gelesen habe, wollte ich ihn Euch nicht vorenthalten.
Ein reicher Vater wollte, dass sein Sohn weiss, was es bedeutet, arm zu sein. Er brachte ihn für ein paar Tage zu einer Bauernfamilie. Das Kind verbrachte dort 3 Tage und 3 Nächte.
Als der Vater seinen Sohn nach drei Tagen wieder abholte und mit ihm im Auto auf dem Rückweg in die Stadt war, fragte ihn der Vater: "Und deine Erfahrung?" "Gut", antwortete der Junge. "Was hast du gelernt? "
Daraufhin erklärte der Junge: "Wir haben einen Hund und sie haben vier davon. Wir haben einen Pool mit behandeltem Wasser, der in den Garten kommt. Sie haben einen Fluss mit kristallklarem Wasser, Fischen und anderen guten Dingen. Wir haben elektrisches Licht in unserem Garten, aber sie haben die Sterne und den Mond, um sie zu erleuchten. Unser Garten reicht bis zum Zaun. Ihre bis zum Horizont. Wir kaufen unser Essen. Sie kultivieren, ernten und kochen es. Wir hören CDs. Sie hören eine anhaltende Symphonie von Vögeln, Grillen und anderen Tieren. All das, manchmal begleitet von dem Gesang eines Nachbarn, der auf dem Feld arbeitet. Wir benutzen die Mikrowelle. Sie kochen ihre Mahlzeiten auf dem Feuer und nehmen sich Zeit. Wir sind, um uns zu schützen, von Alarmzäune umgeben. Sie leben mit offenen Türen, geschützt durch die Freundschaft ihrer Nachbarn. Wir sind mit Telefon, Computer, Fernsehen verbunden. Sie sind mit Leben, Himmel, Sonne, Wasser, Feldern, Tieren, Schatten und Familien in Gemeinschaft."
Der Vater war beeindruckt von den Gefühlen seines Sohnes. Endlich kommt der Sohn zum Schluss: "Danke, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind. Jeden Tag werden wir immer ärmer, weil wir nicht mehr auf die Natur schauen und kleine Dinge zu schätzen wissen."
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18.01.2022 10:12 - bearbeitet 18.01.2022 10:12
Ja, schöne Geschichte.
Allerdings glaube ich nicht, dass der Bauer in sich so zufrieden und glücklich wäre, wenn er zwei Ochsen vor dem Pflug hätte und sein Nachbar einen ->John Deere.
Erst recht nicht, wenn alle seine Nachbarn treckerfahrend ihre Felder bestellten, ebenso wenig wie die Tochter glücklich wäre, wenn sie die einzige im Dorf wäre ohne spotify, da verlieren die Vögel schnell an Glamour.
Menschen sind nicht für die Zufriedenheit gemacht und im gewissen Sinn ist das auch gut so.
hx.
(Prof. Dr. A. Celentano, Universität Mailand, 1967, Finanzprognostiker)
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am 18.01.2022 10:12
Danke!
Hast du eine Quelle/Autor?
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Alle Männer haben nur zwei Dinge im Sinn: Geld ist das andere. Jeanne Moreau
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am 18.01.2022 10:23
Hallo @MMJ, hallo Community,
mir gefällt die Überschrift dieses Beitragsbaumes ganz gut: "Die Perspektive macht's"
Warum? Im Moment scheint es nicht nur in der in der Presse veröffentlichten Meinung, sondern in der Gesamtgesellschaft eine enorme Tendenz zum Zurücklehnen zu geben. Der Text beschreibt einen kleinen Agrarunternehmer, der extrem hart körperlich arbeitet und dessen G+V wohl nicht so toll aussieht. Anstatt den nächsten Schritt zu mehr Reichtum zu gehen, lässt er sich von einem (jungen) Menschen aus der Stadt für seine "Ursprünglichkeit" oder "Naturverbundenheit" bewundern.
Das gefällt mir ganz und gar nicht. Und wer diese Geschichte auf die eigene Kindheit überträgt, der würde feststellen: Die Verinnerlichung dieser freizeitorientierten Schonhaltung verschließt viele Türen.
Der Text selbst ist aber super, um diese Fehlllokation von menschlicher Zeit zu beleuchten und zum Nachdenken anzuregen. Danke für diese Perspektive!
Liebe Grüße
Gluecksdrache
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am 18.01.2022 11:26
@Glücksdrache schrieb:Der Text beschreibt einen kleinen Agrarunternehmer, der extrem hart körperlich arbeitet und dessen G+V wohl nicht so toll aussieht. Anstatt den nächsten Schritt zu mehr Reichtum zu gehen, lässt er sich von einem (jungen) Menschen aus der Stadt für seine "Ursprünglichkeit" oder "Naturverbundenheit" bewundern.
Was Du schreibst, ist Deine Assoziation des Textes. In diesem Text wird weder der Agrarunternehmer noch die harte Arbeit und schon gar nicht die mögliche G+V beschrieben. Möchte der Agrarunternehmer mehr Reichtum? Oder geht es ihm um Bewunderung?
@Glücksdrache schrieb:Das gefällt mir ganz und gar nicht. Und wer diese Geschichte auf die eigene Kindheit überträgt, der würde feststellen: Die Verinnerlichung dieser freizeitorientierten Schonhaltung verschließt viele Türen.
Du schreibst von einem extrem hart und körperlich arbeitenden Agrarunternehmer und im nächsten Abschnitt von "freizeitorientierter Schonhaltung" 🤔 Abgesehen davon mag das u. U. die ein oder andere Tür verschließen, dafür gehen an anderer Stelle andere Türen auf.
Klassisches Beispiel für "Die Perspektive macht's" 😉
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am 18.01.2022 11:29
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am 18.01.2022 11:48
Danke @MMJ
Habe jetzt selber mal ein wenig recherchiert und fast immer "Autor unbekannt" gefunden.
Aber auch eine besonders schmalzige Variante , die sich jemand auf seine eigene Fahne schreibt.
So oder so ist diese Geschichte eine Metapher und ich mag sie, weil sie schwarz und weiß klar definiert und dann doch vertauscht. Ein bissl, wie das Yin/Yang Zeichen.
Letzten Endes ist es doch so, dass wir sehr gerne zur reichen Familie gehörten und auch die Armut romantisieren würden. Was spräche denn sonst dagegen, das Licht im Garten zu löschen um Cassiopeia zu sehen?
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am 18.01.2022 18:07
Also für mich ist das wieder so eine Verklärte Geschichte. Zurück zum Anfang. Nee ohne mich. Wieder Plumpsklo und mit Kalten Wasser waschen. 🙂
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am 18.01.2022 18:13
Hallo @MMJ ,
vielen Dank für deine recht liebevolle, auch etwas naive Kurzgeschichte, als Gegenüber einer zurzeit immer komplexer, polarisierter und für viele unverständlicher werdende Gesellschaft und damit täglich verbundene Herausforderungen. Auch wenn ich das nicht im Ansatz so lebe, es hat mich angesprochen.
Ohne Frage, der der harte Alltag landwirtschaftlichen Daseins wird hier ausgeblendet. Ich denke, vielmehr wird darin erinnert, das wir mit der Entscheidung zu einem Wohlstand, wie er allgemein definiert wird, damit einiges verloren haben, Bodenhaftung, Verlässlichkeit, Verständlichkeit, ein Innehalten und eine etwas naive Demut oder oft auch den Blick auf das Wesentliche und Unaufgeregte.
Ein bisschen Entspannung und Durchatmen tut immer wieder mal gut.....
