am 11.01.2026 07:02
Ich war über 10 Jahre Kundin bei comdirect und habe die Bank in dieser Zeit mehrfach Freunden und Bekannten empfohlen – viele davon sind ebenfalls Kund:innen geworden. Nach meinen aktuellen Erfahrungen kann ich das leider nicht mehr mit gutem Gewissen tun.
Ich wurde Opfer eines professionellen Betrugs. Mir ist bewusst, dass Banken nicht für jeden Betrug haften müssen. Was mich jedoch tief enttäuscht hat, war die Kommunikation und der Umgang mit mir als langjährige Kundin.
Unmittelbar nach dem Vorfall habe ich innerhalb von Minuten reagiert: Karte gesperrt, Bank informiert, Umsatz reklamiert und noch am selben Abend Strafanzeige erstattet. Am Telefon wurde mir mehrfach signalisiert, dass ich alles richtig gemacht habe und durchaus Chancen bestünden. Die Betrugsabteilung vermittelte mir sogar den Eindruck, dass eine Rückerstattung möglich sei.
Parallel dazu erhielt ich jedoch ausschließlich standardisierte Ablehnungen per E-Mail – ohne echte Auseinandersetzung mit meinem individuellen Fall. Auch eine später gestellte Anfrage auf Kulanz wurde vollständig und kommentarlos abgelehnt.
Besonders belastend: Der gesamte Vorgang fiel in meine 7. Schwangerschaft. Der enorme Stress, die Unsicherheit und das Gefühl, allein gelassen zu werden, haben mich schwer getroffen. Die Schwangerschaft endete schließlich in einer Frühgeburt. Mir ist klar, dass eine Bank nicht für persönliche Schicksale verantwortlich ist – aber ein Mindestmaß an Menschlichkeit, Transparenz und echter Prüfung hätte ich mir erwartet.
Für mich unverständlich bleibt zudem, dass offenbar nicht einmal versucht wurde, gemeinsam mit Visa nach einer Lösung zu suchen, obwohl es sich um eine für mich völlig untypische Auslandszahlung handelte und ich sofort reagiert habe.
Am Ende spielten weder meine schnelle Reaktion, noch die Anzeige, noch meine langjährige Kundentreue eine Rolle. Zurück bleibt große Erschöpfung, Enttäuschung und das Gefühl, dass man als Kunde im Ernstfall allein gelassen wird.
Sehr schade. Genau für solche Situationen wünscht man sich eine Bank, der man vertraut.
11.01.2026 15:32 - bearbeitet 11.01.2026 15:38
11.01.2026 15:32 - bearbeitet 11.01.2026 15:38
@Crazyalexhat ja bereits in mehreren Beiträgen sachlich und verständnisvoll geantwortet;
inklusive deutlichem Hinweis auf die kundenseitige Eigenverantwortung.
Auch ich schreibe hier als Bankkunde, möglicherweise aber eher kritisch und nicht so empathievoll.
Beim Lesen deiner Beiträge stört mich etwas, dass mehrere wesentliche Dinge erst auf Nachfrage - und dann auch nur teilweise - geschildert wurden.
Im Erstbeitrag fehlt der Hinweis auf das bereits ergebnislose Schlichtungsverfahren komplett.
Im Folgebeitrag ist der Schadensbeitrag mit 4.4.406,30 Euro angegeben.
Da kann ich nur raten wie hoch der Betrag wirklich ist.
Du beziehst dich regelmässig auf ein von dir tatsächlich oder vermeintlich vereinbartes Limit für Online-Zahlungen.
Wie und wann wurde das von dir veranlasst und wie hoch war das Limit.
Üblicherweise gibt es hier nämlich kein Limit bei Visa-Debit-Zahlungen ( ausser Kontodeckung)
am 11.01.2026 15:47
Ich möchte klarstellen, dass ich diesen Beitrag nicht geschrieben habe, um nach Hilfe zu fragen, sondern um meine Frustration loszuwerden und vielleicht anderen zu helfen.
Ich weiß, dass ich nichts mehr tun kann, aber das gibt mir nicht das Recht, mit der Bank einverstanden zu sein. Im Vertrag steht leider anders, und keinesfalls war mir bewusst, dass dieses Limit nicht für Debit gilt.
Die Kommunikation und der Service der Bank waren enttäuschend. Ich habe nichts abgewälzt, aber es hätte mehr getan werden können, um solche Situationen zu vermeiden.
am 11.01.2026 16:48
Ich möchte das an der Stelle abrunden. Kritikerin66 spricht einen wichtigen Punkt an: Für eine sachliche Bewertung sind vollständige und konsistente Angaben entscheidend – sowohl hier im Forum als auch gegenüber Bank, Ombudsmann oder Anwalt.
Unabhängig davon, wie belastend die Situation war, ändert sich das Ergebnis nicht durch nachträgliche Ergänzungen oder allgemeine Erwartungen an Limits oder Sicherheitssysteme. Maßgeblich ist allein, ob die konkrete Zahlung autorisiert war und ob zum Zeitpunkt der Autorisierung ein klar dokumentierter Regelverstoß der Bank vorlag.
Genau das scheint hier – auch nach allem, was inzwischen geschildert wurde – nicht der Fall zu sein. Deshalb sind sowohl Schlichtungsverfahren als auch weitere rechtliche Schritte leider ohne Aussicht auf Erfolg geblieben.
Die Diskussion dreht sich inzwischen weniger um den Einzelfall als um grundsätzliche Erwartungen an Banken und Kartensysteme. Das ist legitim, ändert aber nichts an der Bewertung dieses konkreten Vorgangs.
Ich denke, damit ist das Thema aus fachlicher Sicht hinreichend eingeordnet.
Gruß Crazyalex
11.01.2026 18:12 - bearbeitet 11.01.2026 18:34
11.01.2026 18:12 - bearbeitet 11.01.2026 18:34
@Albcan schrieb:Ich möchte klarstellen, dass ich diesen Beitrag nicht geschrieben habe, um nach Hilfe zu fragen, sondern um meine Frustration loszuwerden und vielleicht anderen zu helfen.
Der Verlauf dieses Beitragsfadens zeigt für mich deutlich, dass wesentliche Informationen nur zögerlich oder überhaupt nicht gegeben wurden.
Der Nutzen für andere Leser erschliesst sich mir auch nicht wirklich.
Im Kern: man darf nach einem Ebay- Verkauf keine Freigabe zur Zahlung mit einer Debit- Visa-Karte über xxx ind. Rup. geben.
@Albcan schrieb:
Wenn eine Bank mein Limit manipuliert, ohne dass ich es merke oder informiert werde, stellt sich für mich die Frage, ob ich in der richtigen Bank bin, um eine sichere Zahlungserfahrung zu haben.
und keinesfalls war mir bewusst, dass dieses Limit nicht für Debit gilt.
Auf konkrete Nachfrage nach dem „Limit“ kommen dann solche Ungereimtheiten und Widersprüche.
Die Überschrift ist irreführend und die Beitragstexte sind kein seriöser „ Erfahrungsbericht“ und auch kein Bericht um anderen zu helfen.
Es ist kein Alleinstellungsmerkmal derComdirect, dass der Tel. Kundenservice in solchen Fällen allenfalls den Eingang von Unterlagen bestätigt und gegebenenfalls aufmunternde Worte verteilt, die letzten Entscheidungen aber an anderer Stelle nach rein objektiven Kriterien getroffen werden.
Es fehlt m.E. an der grundlegenden Akzeptanz, dass es bei diesem Betrug nur 1 „Schuldigen“ gibt.
Die Bank ist es nicht.
am 11.01.2026 18:35
@Kritikerin66 schrieb:
@Albcan schrieb:Ich möchte klarstellen, dass ich diesen Beitrag nicht geschrieben habe, um nach Hilfe zu fragen, sondern um meine Frustration loszuwerden und vielleicht anderen zu helfen.
Der Verlauf dieses Beitragsfadens zeigt für mich deutlich, dass wesentliche Informationen nur zögerlich oder überhaupt nicht gegeben wurden.
Der Nutzen für andere Leser erschliesst sich mir auch nicht wirklich.
Im Kern: man darf nach einem Ebay- Verkauf keine Freigabe zur Zahlung mit einer Debit- Visa-Karte über xxx ind. Rup. geben.
@Albcan schrieb:
Wenn eine Bank mein Limit manipuliert, ohne dass ich es merke oder informiert werde, stellt sich für mich die Frage, ob ich in der richtigen Bank bin, um eine sichere Zahlungserfahrung zu haben.
und keinesfalls war mir bewusst, dass dieses Limit nicht für Debit gilt.
Auf konkrete Nachfrage nach dem „Limit“ kommen dann solche Ungereimtheiten und Widersprüche.Das ist kein seriöser „ Erfahrungsbericht“ und auch kein Bericht um anderen zu helfen.
Es fehlt m.E. an der Akzeptanz, dass es bei diesem Betrug nur 1 „Schuldigen“ gibt. Die Bank ist es nicht.
@Kritikerin Ich habe niemals eine Freigabe für die Zahlung in Höhe des Betrags oder in Rupiah erteilt. Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, dass mein Debitkarten-Limit – von dem ich dachte, es gelte für alle Zahlungen – nicht für diese Transaktion berücksichtigt wurde (ich habe immer ein Limit gehabt und laut Vertrag ist das für Debit auch geltend).
Für das Schlichtungsverfahren und die Reklamationen habe ich alle Details korrekt angegeben und Nachweise angefügt. In einem Forum muss ich jedoch nicht jedes Detail auflisten, vor allem, wenn es um eine persönliche Erfahrung geht und keine konkrete Anfrage vorliegt. Es geht mir nicht darum, Schuldzuweisungen zu machen, sondern vielmehr um eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Aspekten, die in dieser Situation schiefgelaufen sind.
Akzeptanz habe ich in diesem Forum auch nicht verlangt. Der Beitrag bezieht sich als Kritikpunkt auf die Kommunikation seitens der Bank und die falsche Hoffnung, die mir gemacht wurde. Leider wurde der Kernpunkt dieses Beitrags nicht verstanden. Nichtsdestotrotz danke das ihr euch die Zeit genommen habt, und ich entschuldige mich das es euch verwirrt hat, deutsch ist nicht meine Muttersprache und Missverständnisse können dadurch passieren.
am 11.01.2026 20:02
@Crazyalex schrieb:
Danke für die Schilderung!
Damit wird leider sehr klar, warum der Fall aus Sicht der Bank nicht anders ausgehen konnte.
Sachlich betrachtet handelt es sich um einen klassischen Phishing-Betrug, bei dem eine autorisierte Kartenzahlung ausgelöst wurde. Eine Visa- oder Debitkarte ist jedoch niemals ein Auszahlungsmittel – weder bei Kleinanzeigen noch bei anderen Plattformen. Auch eine „Verifizierung“ durch Eingabe von Kartendaten gehört zu keinem legitimen Verkaufsprozess. Und erst recht nicht die Übermittlung der CVV, die ausschließlich zur Zahlungsautorisierung dient.
Für zukünftige Verkäufe (und für Mitlesende):
Wenn überhaupt, dann Zahlung über PayPal oder vergleichbare Dienste, natürlich ohne Weitergabe von Zugangsdaten (niemals!) sondern ausschließlich der E-Mail-Adresse.
Alternativ eine Auszahlung auf das eigene Konto, ebenfalls ohne Login- oder Kartendaten weiterzugeben.
In deinem konkreten Fall hat die Bank den Schaden nicht verursacht und formal korrekt gehandelt. Eine Kulanzentscheidung wäre theoretisch denkbar, wird in Fällen autorisierter Zahlungen jedoch bewusst nicht getroffen, da sonst kaum noch eine Abgrenzung zwischen Betrug und Eigenverantwortung möglich wäre. Das ist hart, aber aus Sicht der Bank nachvollziehbar.
Das ist natürlich wieder ein bedauerlicher Fall.
Aber letztlich von der Kontoinhaberin selbst verursacht.
Wieso sollte man Kartendaten irgendwo eingeben wenn man eine Zahlung erhalten will? 😞
Vollkommen klar dass weder die Bank noch VISA etwas erstattet wenn die Zahlung autorisiert wurde.
Ein Limit bei der VISA Debit für Online-Zahlungen sehe ich nicht.
Das gilt nur für den Geldautomaten.
Wer mit diesen Dingen nicht umgehen kann oder will hat die Möglichkeit in den Einstellungen
am 11.01.2026 20:15
@SlowTrader Also bei vinted habe ich niemals das Problem gehabt, nutze ich seit Jahren. Kleinanzeige kannte ich nicht. Das System wollte für die Verifizierung meiner Bankdaten, ein Bild meiner Karte haben. Das schien mir fragwürdig und habe es nicht getan. Wenn es zur "Auszahlung" kam sollte ich dann meine Kontodaten (ähnlich wie bei Klarna) die Daten eingeben. Da fand die Täuschung statt
Ich war vor diesem Vorfalls die, die sich niemals vorstellen könnte das sowas passieren kann. Ist aber passiert und ich werde daran immer leiden. Aber Ziel dieses Beitrags war nicht nochmal lesen was ich falsch gemacht habe, das ist mir nach 1s des Betrugs klar geworden.
am 11.01.2026 20:26
@Albcan schrieb:@SlowTrader Also bei vinted habe ich niemals das Problem gehabt, nutze ich seit Jahren. Kleinanzeige kannte ich nicht. Das System wollte für die Verifizierung meiner Bankdaten, ein Bild meiner Karte haben. Das schien mir fragwürdig und habe es nicht getan. Wenn es zur "Auszahlung" kam sollte ich dann meine Kontodaten (ähnlich wie bei Klarna) die Daten eingeben. Da fand die Täuschung statt
Es ist leider immer noch nicht klar was genau du gemacht hast.
Was ist mit Kontodaten und Kartendaten gemeint?
Der Ort ist ja sicherlich kein Zufall.
Es gibt immer noch viele Entwicklungsländer wo VISA Zahlungen ohne 2FA akzeptiert.
Oder gefälschte Karten per Magnetstreifen ohne Prüfung des Chips funktionieren.
am 11.01.2026 21:43
@SlowTrader schrieb:
@Albcan schrieb:@SlowTrader Also bei vinted habe ich niemals das Problem gehabt, nutze ich seit Jahren. Kleinanzeige kannte ich nicht. Das System wollte für die Verifizierung meiner Bankdaten, ein Bild meiner Karte haben. Das schien mir fragwürdig und habe es nicht getan. Wenn es zur "Auszahlung" kam sollte ich dann meine Kontodaten (ähnlich wie bei Klarna) die Daten eingeben. Da fand die Täuschung statt
Es ist leider immer noch nicht klar was genau du gemacht hast.
Was ist mit Kontodaten und Kartendaten gemeint?
Der Ort ist ja sicherlich kein Zufall.
Es gibt immer noch viele Entwicklungsländer wo VISA Zahlungen ohne 2FA akzeptiert.
Oder gefälschte Karten per Magnetstreifen ohne Prüfung des Chips funktionieren.
. Wichtig: Ignorieren Sie Links von angeblichen Käufern, klicken Sie niemals darauf und geben Sie niemals Bank- oder Kreditkartendaten außerhalb der offiziellen App ein, da die Funktion immer innerhalb der Plattform abläuft und Sie nur Ihre Bankverbindung hinterlegen müssen, nicht Kreditkartendaten
am 11.01.2026 23:54
@Albcan schrieb:
Ich habe niemals eine Freigabe für die Zahlung in Höhe des Betrags oder in Rupiah erteilt.
Das widerspricht Deiner Aussage von weiter oben. Dort hattest Du noch Folgendes geschrieben:
@Albcan schrieb:
Im Rahmen dieser Phishing-Masche kam es zur Autorisierung einer Visa-Debitkartenzahlung in indonesischer Rupiah.
Ich habe Deinen Fall zwar nicht im Detail verstanden, aber evtl. ist § 675x BGB interessant für Dich.
Allerdings wärst Du bzgl. der genauen Umstände in der Nachweispflicht und meine Vermutung ist, dass an diesem Punkt die Hoffnung schon wieder stirbt.