Hust, hust, keuch, keuch: Geld verdienen mit CO2-Zertifikaten

Legende
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Liebe Diesel-Fahrer (m/w),

 

in Zeiten wie diesen, wenn die meisten Euer Lieblingsaktien müde, traurig und verprügelt in der Ecke liegen, dann suchen wir Instrumente, die wenig Korrelation zum breiten Aktienmarkt aufweisen und die auch jetzt noch im Aufwärtstrend liegen.

 

Und da habe ich etwas für Euch gefunden, das möglicherweise noch nicht jeder kennt. Es geht um Kohlendioxid-Emissionsrechte. Ich zitiere die Wikipedia: "Der Emissionsrechtehandel ist ein Instrument der Umweltpolitik mit dem Ziel, Schadstoffemissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten zu verringern."

 

Unternehmen müssen also CO2-Emissionsrechte kaufen, wenn sie mehr Kohlendioxid in die Luft blasen möchten. Da umweltfreundliche Unternehmen häufig weniger CO2-Emissionsrechte benötigen, als sie zugeteilt bekommen, andere Unternehmen jedoch deutlich mehr Rechte brauchen, können die Emissionsrechte an speziellen Börsen gehandelt werden. Diese Zertifikate gibt es in der EU seit 2005; damals wurden freilich viel zu viele davon ausgegeben, was zu einem Preisverfall geführt hat. Der Markt wurde förmlich mit Emissionsrechten geflutet.

 

Inzwischen hat allerdings das Niveau der Emissionsrechte einen Boden gefunden, und seit Jahresanfang steigen die CO2-Zertifikate deutlich. Der CO2-Preis im EU-Emissionsrechtehandel kletterte im Januar 2018 seit Herbst 2012 erstmals wieder über 9 Euro pro Tonne; inzwischen gut 13 Euro.

 

Die EU-Kommission und im Februar 2018 das Parlament haben nun beschlossen gegenzusteuern und das wichtigste Instrument ihrer Klimapolitik zu reformieren. Neue Zertifikate werden jetzt seltener ausgegeben, um die Emissionsrechte zu verknappen: die EU hat ein "Abschmelzen" der CO2-Gesamtemissionen ab 2021 jährlich um gut 2 % beschlossen. Ein weiterer Grund für den Preisanstieg ist die sogenannte Marktstabilisierungsreserve, die zum 1. Januar 2019 erst noch in Kraft tritt: Bis zu 25 % der Zertifikate können dadurch aus dem Markt genommen werden. Daß die Maßnahmen nachhaltig wirken sieht man an der Preissteigerung der letzten Monate. Und die europäische Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs. Das erhöht den Energieverbrauch und somit auch die Nachfrage nach den Emissionsrechten. Viele Industriebetriebe, die ursprünglich auf fallende CO2-Preise gesetzt haben, mußten jetzt Zertifikate nachkaufen, als sie feststellten, dass die Preise nach oben gehen, wie beispielsweise die "Energie & Management"-Nachrichten melden. Die von einigen Politikern geforderten CO2-Preise in Höhe von 30 Euro pro Zertifikat und Tonne werden allmählich realistisch.

 

Nicht nur die betroffenen Unternehmen handeln Emissionsrechte. Auch Hedgefonds, Investmentbanken, die nmh-Gruppe und andere mehr oder weniger üble Zocker sind dabei.

 

Je nun, und Ihr könnt jetzt auch mitspielen. Ein Zertifikat der Commerzbank mit der WKN CV3Q5L ist seit Herbst 2017 am Markt und in dieser Zeit von 1,50 Euro auf 8 Euro gestiegen. Ein gesunder (trotz Abgasen) Aufwärtstrend, immer wieder unterbrochen durch leichte Korrekturen - so wie heute: minus 3 Prozent.

 

Das Endlos-Zertifikat setzt mit einem leichten Hebel von 1,8 auf den ECX-EUA-Future an der Intercontinental Exchange (übrigens ein Unternehmen der nmh-Gruppe). Ein echtes Trendinvestment, das nicht zum Aktienmarkt korreliert ist. Der Spread ist mit etwas über 1 % fair für ein solches eher exotisches Produkt. Wenn Ihr ein wenig Spielgeld in diese Zertifikate investiert und den Stopkurs nicht vergesst, dann sehe ich gute Chance für Gewinne.

 

Übrigens ist das Commerzbank-Zertifikat im Rahmen der 3,90 Euro-Aktion bei comdirect handelbar.

 

Ich wünsche Euch, dass dieses Zertifikat Eure nächsten Diesel-Tankfüllungen finanziert. Indes: ich war heute das erste Mal dieses Jahr wieder emissionslos (emotionslos?) mit dem Rad im Büro - ein echter Gutmensch halt, jawohl, das bin ich!

 

nmh

 

2 AKZEPTIERTE LÖSUNGEN
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Hallo @nmh,

 

Vielen Dank für deinen Beitrag!

 

mansur

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und morgen die Hinweise auf eine AG, welche Feinstaubpartikelfilter für Humans anbietet Smiley (zwinkernd)

 

LG TutsichGut
DiskLeimEimer:Ich bin nicht dafür verantwortlich für Das, was mein Bauch von sich gibt.
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Liebe Freunde sauberer Luft,

 

viele von Euch haben mich gefragt, was es mit dem Stopkurs auf sich hat, der in das CO2-Zertifikat eingebaut ist. Braucht man dann überhaupt noch einen individuellen Stopkurs?

 

Der Stopkurs, der in das Zertifikat eingebaut ist (derzeit 5,88 EUR, siehe z.B. Informer bei comdirect) bezieht sich nicht auf den Kurs Eures Zertifikates, sondern auf den Kurs des zugrundliegenden Futures.
 
Das Zertifikat hat einen Basispreis (derzeit 5,6832 EUR) und einen Stopkurs (derzeit 5,88 EUR). Beide Werte werden z.B. im Informer bei comdirect angezeigt und ändern sich ständig. Es gilt stets folgende Formel:
 
Preis Eures Zertifikates = (Kurs des zugrundeliegenden Futures) minus Basispreis
 
Da das Zertifikat derzeit 8,40 Euro kostet, dürfte der zugrundeliegende Future bei ca. 14,08 EUR liegen (8,40 plus 5,6832). Eine Tonne CO2 kostet also derzeit 14,08 Euro. Tatsächlich wird z.B. auf der Website
 
 
ungefähr dieser Preis für den Future angezeigt.
 
Wenn nun der Future (also nicht Euer Zertifikat!) unter den Stopkurs von 5,88 EUR fällt, dann ist Euer Zertifikat nach obiger Formel nur noch 0,1968 Euro wert (5,88 minus 5,6832)! Das Zertifikat wird dann automatisch zu 0,197 Euro eingelöst. Ein riesiger Verlust für Euh. So lange wollt Ihr nicht warten. Daher solltet Ihr einen individuellen Stop, der sich auf den Kurs des Zertifikates und nicht auf den Kurs der Futures bezieht, installieren.

 

Ich hoffe, das hilft ein wenig, Missverständnisse zu vermeiden.

 

Schönes Wochenende an alle

viele Grüße aus einem frühsommerlichen München

 

nmh

(der gestern früh mit dem Radl direkt neben der Staatskanzlei fast den Södermarkus™ überfahren hätte, der da spazieren gegangen ist; leider konnte er mir noch ausweichen und hat dann auf fränkisch hinter mir her geschimpft; gut, den Teil der sonst wahren Geschichte habe ich jetzt erfunden)

 

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Ein Update zu den CO2-Zertifikaten habe ich hier veröffentlicht.

 

nmh

 

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Allzeit-Hoch beim CO2-Zertifikat CV3Q5L. Ich hoffe, Ihr seid alle noch dabei und nicht zwischenzeitlich per Stopkurs ausgeschieden.

 

nmh

 

MaoaM
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Hallo,

 

wäre sowas auch für Anfänger geeignet oder lieber die Finger davon lassen? Mit wie viel Geld sollte man dort mindestens einsteigen? Läuft ja gerade eine Aktion drauf 3,90 EUR wenn ich richtig geschaut hab.

Fragen über Fragen...

 

Gruß

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@MaoaM:

 

Vielen Dank für Dein Interesse. Wenn Du die allgemeinen Hinweise zur Risikobegrenzung (bitte hier lesen) befolgst, und wenn Du an die Story, die dem Zertifikate zugrunde liegt, glaubst, dann darfst Du gerne noch mitspielen. Ich würde mindestens 1.000 Euro investieren, damit die 3,90-Aktion greift.

 

Vorschlag: Angenommen, Du willst maximal 400 Euro mit diesem Papier verlieren. Das Papier kostet momentan 11,60 Euro. Also kaufst Du 120 Stück von dem Papier (kostet knapp 1.400 Euro) und setzt einen STRENGEN Stopkurs bei 8,34 Euro.

 

Die Zahlenwerte kannst Du natürlich je nach persönlichem Geschmack variieren.

 

Wenn das Papier nach dem Kauf weiter steigt, dann ziehst Du den Stopkurs regelmäßig nach. Das geht auch automatisch ("trailing stop loss").

 

Es ist spekulativ, aber wenn man das Risiko streng begrenzt, warum nicht?

 

Viel Erfolg dabei!

 

Viele Grüße aus einem sonnigen München

 

nmh

 

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Hallo @MaoaM,

 

beim Allzeit-Hoch einzusteigen halte ich jetzt ehrlich gesagt nicht zwingend für die beste Idee Mann (zwinkernd)

 

Gruß

TP

MaoaM
Autor ★★★
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Vielen Dank euch beide.

Wenn wollte ich mit dem Papier garkeine Verluste machen sondern nur Gewinne Smiley (zwinkernd)

 

Ich lass einfach mal die Finger davon und informier mich noch eine Weile mit dem Thema Zertifikate, Calls, Futures etc. bevor ich damit meine ersten Gehversuche mache.

Leider bin ich mit dem Thema Börse viel zu Spät in berührung gekommen und muss nun einiges nach holen.

Naja besser spät als Nie.

 

Gruß