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zur Info: Kaufwerte vs. Anschaffungskosten bei comdirect

nmh
Legende
9.962 Beiträge

Servus miteinander,

 

hier in der community werden immer wieder Fragen nach den "Einstandskosten", nach den "steuerlichen Anschaffungskosten" und nach den "Kaufwerten" gestellt. Nicht nur für Einsteiger ist das manchmal schwierig zu verstehen. Daher hier der Versuch einer umfassenden Erklärung für alle comdirect-Kunden.

 

Bei comdirect gibt es pro Wertpapierposition (= pro WKN) zwei unterschiedliche Einstandswerte:

 

1.   Zum einen den "Kaufkurs" bzw. "Kaufwert"; die beiden sieht man im persönlichen Bereich unter "Depotübersicht". Die Angabe ergibt sich aus dem beim Kauf gezahlten Kurswert. Darin sind die sog. "Anschaffungsnebenkosten" (beim Kauf gezahlte Gebühren, Spesen) manchmal, aber nicht immer enthalten. Meine Erfahrung: Meistens ist es nur der reine Kurswert ohne die Gebühren und Spesen.

Außerdem sind die Angaben hier manchmal unvollständig, nämlich insbesondere, wenn Wertpapiere per Depotübertrag von einer anderen Bank zu comdirect übertragen wurden. In diesem Fall kann der Kunde unter dem Drop-Down-Menüpunkt "Kaufwerte bearbeiten" beliebige (!) Kaufwerte nachtragen, die dann am nächsten Tag in der Übersicht erscheinen (die Daten werden über Nacht eingearbeitet). Online ist das pro übertragener WKN einmalig möglich. Weitere Änderungen nimmt die Kundenbetreuung auf Wunsch vor. (Nachtrag: seit 14.09.2020 können Kunden die Kaufwerte beliebig oft ändern)

 

Der Nachtrag von Kaufwerten ist oft auch die Lösung, wenn aus unerklärlichen Gründen der Bestand in einer WKN in zwei Depotpositionen unterteilt ist. Meistens liegt es daran, daß einer der beiden Bestände aus einem Depotübertrag stammt, zu dem die Kaufwerte fehlen. Wenn der Kunde den Kaufwert händisch nachgetragen hat, wird am nächsten Tag die WKN in nur noch einer Position gesammelt angezeigt.


Die hier angezeigten Kaufwerte haben aber beim Verkauf von Wertpapieren steuerlich keinerlei Bedeutung. Sie dienen nur der persönlichen Belustigung Information.

2. Für Verkäufe sind die Angaben unter "Steuersimulation" (den Link findet Ihr in der Depotübersicht) relevant. Dort werden die für die Abgeltungsssteuer relevanten "Anschaffungskosten" für jede Position aufgelistet. In den Anschaffungskosten sind, steuerlich korrekt, die Anschaffungsnebenkosten (Kaufspesen) enthalten. Für diese Angaben gibt es in der IT der Commerzbank ein eigenes System, das "FAS" (fiskalisches Abrechnungs-System). Und nur die Angaben unter "Steuersimulation" verwendet comdirect beim Verkauf, um den steuerlich relevanten Gewinn/Verlust zu berechnen. Die "Kaufwerte", die der Kunde nach Belieben einstellen kann, spielen keine Rolle dafür.

Nach einem Depotübertrag (von einer Fremdbank zu comdirect) dauert es zwei oder drei Tage, bis die Daten unter "Steuersimulation" aktuell sind. Das liegt daran, daß die Anschaffungsdaten (Datum und Kurs) nicht zusammen mit den Wertpapierbestandsdaten übertragen werden. Im Gegensatz zu den Kaufwerten (siehe oben) werden aber die Anschaffungsdaten nach einigen Tagen automatisch nachgetragen.

 

Nachtrag: Für die Übermittlung der steuerlichen Anschaffungskosten (Rechtsgrundlage: Par. 43a Abs. 2 Satz 3 EstG) nutzen die Banken in Deutschland das sogenannte Taxbox-System. Dazu habe ich schon einige Beiträge geschrieben, die Ihr findet, wenn Ihr in Google eingebt:   nmh taxbox

 

Diese Trennung zwischen Kaufwerten und Anschaffungskosten gibt es m.W. nur bei comdirect. Andere Banken unterscheiden hier nicht. Was für den Kunden besser und verständlicher ist, sei mal dahingestellt.


Falls mein Beitrag hilfreich für Euch ist, freue ich mich über einen entsprechenden Klick von Euch. Danke!

Viele Grüße aus einem eiskalten München

nmh

 

Disclaimer: Ich habe leider kein scharfes ß auf meiner Schweizer Tastatur.
41 ANTWORTEN

Luft
Autor
3 Beiträge

Noch als ergänzende Frage: Nach Verkauf der Aktien, sind die Verkaufsgebühren dann in der Steuersimulation mit drin? Oder sind generell nur die Kaufgebühren integriert in der Rechnung?

 

Vielen Dank.

Zilch
Legende
8.174 Beiträge

@Luft  schrieb:

Noch als ergänzende Frage: Nach Verkauf der Aktien, sind die Verkaufsgebühren dann in der Steuersimulation mit drin? Oder sind generell nur die Kaufgebühren integriert in der Rechnung?

 

Vielen Dank.


Wie willst du nach Verkauf der Aktien eine Steuersimulation durchführen? Die Aktien sind weg, verkauft, das Guthaben ohne Verkaufsgebühren auf deinem Verrechnungskonto (die werden bei Erstellung der Abrechnung also in der Nacht zum nächsten Bankarbeitstag abgezogen)... 

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Research alone won't ensure a profit. Your main goal should be to make money, not to get an A in How to Read a Balance Sheet. - RD

Ihr Nickname
Experte ★★★
636 Beiträge

Die Frage hätte man besser formulieren können, aber es ist eigentlich klar, was er meint:

Werden die Verkausgebühren vom Netto oder Brutto abgezogen?

 

Antwort: Die Gebühren werden vom Bruttowert des Verkaufes abgezogen, vom Rest wird der zu versteuernde Gewinn oder Verlust ermittelt.

Geht dann aus der Wertpapierabrechnung genau hervor.

 

Zilch
Legende
8.174 Beiträge

@Ihr Nickname das ist eine Frage in der das Wort Steuersimulation nicht vorkommen sollte, denn die hat damit nichts zu tun. Aber zum Glück war es ja so klar und ich nur zu dumm es zu verstehen 😉 😛 sodass du eine andere Frage stellen/diese Frage korrigieren und diese richtig beantworten konntest 😉 

 

Edit: ich weiß, deins war auch nur unglücklich formuliert, keine Sorge 🙂 

 

 

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Ihr Nickname
Experte ★★★
636 Beiträge

Ich wollte damit keineswegs unterstellen, dass Du die Frage nicht verstanden hättest. Tut mir leid, wenn das so rübergekommen sein sollte!

Ich nahm an, Du hast Dich dafür entschieden, sie wörtlich zu verstehen um Missverständnisse zu vermeiden.

 

Ich gehe das Risiko ein falsch zu liegen, @Luft kann mich ja korrigieren 🙂

 

Zilch
Legende
8.174 Beiträge

@Ihr Nickname  schrieb:

Ich wollte damit keineswegs unterstellen, dass Du die Frage nicht verstanden hättest. Tut mir leid, wenn das so rübergekommen sein sollte!

Ich nahm an, Du hast Dich dafür entschieden, sie wörtlich zu verstehen um Missverständnisse zu vermeiden.

 

Ich gehe das Risiko ein falsch zu liegen, @Luft kann mich ja korrigieren 🙂

 


Alles gut! Wie gesagt hab ich schon verstanden wie es von dir gemeint war 🙂 Ich war einfach nur einmal etwas kleinlich 😉 Ich nehem sehr stark an, dass du richtig liegst, denn es macht absolut Sinn was du aus dem Beitrag gelesen hast. Manchmal bringt ein Wort den Sinn einer Frage durcheinander, und das Wort hat mich aus der Bahn geworfen (Steuersimulation). Du hast es ausgeblendet und höchstwahrscheinlich richtig umformuliert 🙂

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Luft
Autor
3 Beiträge

Vielen dank für das Feedback. Ich habe mich evtl. falsch ausgedrückt.

Es gibt unter Steuersimulation einen Stand vor der Simulation. Dieser bezieht sich auf bereits verkaufte Wertpapiere. Meine Frage bezieht sich darauf. Sind in dieser Berechnung die Verkaufsgebühren eingerechnet?

Gewinne/Verluste Aktien (Saldo): Hier Ordergebühren eingerechnet?

 

Und welche Gewinne/Verluste sind mit dieser Position gemeint? Dividenden?

Gewinne/Verluste Sonstige (Saldo):

 

Einen Screenshot habe ich beigefügt.

Herzlichen Dank

Zilch
Legende
8.174 Beiträge

@Luft Der Stand vor der Simulation zeigt dir nur deine bisherigen Gewinne oder Verluste die du vor der Simulation bereits realisiert hast. Inklusive allem. Das sind im Prinzip deine sogenannten Verlustverrechnungstöpfe.

 

Bitte Verrechnungstöpfe googlen, sehr umfangreiches Thema. 

Kurzform:

Du verkaufst Aktien mit Gewinn und hast keinen Freistellungsauftrag mehr. Du zahlst Steuern. Dieser Gewinn wird notiert. 

Du machst Verluste und diese werden den Gewinnen gegengerechnet, du bekommst bereits gezahlte Steuern zurück. 

 

Verrechnungstopf Sonstiges bezieht sich auf Dividende, ETFs, Derivate, alles was keine Aktien sind 😉

 

Wie gesagt, Verrechnungstöpfe googlen. 

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Ihr Nickname
Experte ★★★
636 Beiträge

Und ich lag daneben. So ist das eben 🙂

 

Zilch
Legende
8.174 Beiträge

@Ihr Nickname  schrieb:

Und ich lag daneben. So ist das eben 🙂

 


Ich fand deine Interpretation viel besser 😉 🙂 

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