am
09.01.2019
13:06
- zuletzt bearbeitet am
09.01.2019
14:29
von
SMT_Chris
Liebe Börsenfreunde (m/w),
aus aktuellem Anlass hier einmal eine Zusammenstellung über alle Ordertypen und Orderzusätze, die comdirect so anbietet. Erfahrungsgemäss gibt es immer wieder Schwierigkeiten und Unfälle, weil es für Einsteiger nicht einfach ist, die unterschiedlichen Optionen auseinanderzuhalten. Wer beispielsweise eine Aktie mit Limit verkaufen will und versehentlich "Stop Loss" wählt, erlebt den ungewollten sofortigen Verkauf. Umgekehrt gilt das genauso. Autsch! Wenn man die Aktie dann zurückkaufen muss, ist das ärgerlich, weil mindestens 20 Euro an Gebühren durch die Unachtsamkeit flöten gegangen sind.
In meinem Beitrag gebe ich auch (sehr subjektive) Empfehlungen zu den einzelnen Ordertypen aufgrund meiner über 20-jährigen Erfahrung an der Börse. Natürlich kann man sich drüber streiten; viel Lust habe ich freilich nicht dazu.
Also. Fangen wir mit den Käufen an, danach die Verkäufe. Alles gilt (falls nicht anders angegeben) sowohl für den Handel an der Börse, als auch für den ausserbörslichen Handel (das sog. "LiveTrading"). Wie Ihr wisst, empfehle ich Euch dringend, normalerweise nicht an der Börse zu handeln, sondern im LiveTrading. Mehr dazu steht hier - bitte nachlesen.
Alle Zahlenwerte in den folgenden Beispielen sind völlig beliebig und rein exemplarisch.
I. Käufe
1. unlimitierter Kauf (ohne Limit, und ohne Orderzusatz Stop Buy)
kaufe die Aktie sofort zum nächstmöglichen Kurs, egal wie hoch der ist
man sagt dazu auch: "kaufe billigst" oder "market-order"
2. limitierter Kauf (ohne Orderzusatz Stop Buy, aber mit Limit)
"kaufe mit Limit 50 Euro"
Derzeit steht die Aktie beispielsweise bei 55 Euro.
Kaufe die Aktie, sobald der Kurs unter 50 Euro (das ist das "Limit") fällt, sie kostet dann 50 Euro oder weniger (auf keinen Fall über 50 Euro). Ich bezahle also höchstens 50 Euro für die Aktie.
Das sollte man nicht tun, weil man Aktien, die fallen, nicht kaufen darf.
Allerdings kann ein solches Limit bei marktengen Aktien sinnvoll sein. Angenommen, die Aktie steht derzeit bei 49,80 Euro, ich will kaufen und nur sicherstellen, dass ich nicht mehr als 50 Euro bezahle.
Hier besteht eine Garantie, dass ich nicht mehr bezahle als das Limit.
3. normaler Stop Buy
"kaufe bei 40 Euro mit Stop Buy"
Die Aktie wird automatisch gekauft, sobald der Kurs über 40 Euro steigt, und zwar zum nächsterreichbaren Kurs. Dieser Kaufkurs wird in der Regel ungefähr bei 40 Euro liegen, es können aber auch mehr oder weniger als 40 Euro sein. Die 40 Euro sind daher kein Limit. Denn: Es gibt keine Garantie, dass der Kurs 40 Euro oder billiger sein wird.
Das eignet sich für Aktien, die momentan beispielsweise bei 35 Euro notieren.
Diese Funktion benutzen Profis, um Aktien einzusammeln, die nach einer Talfahrt wieder zu steigen beginnen. Aktien, die steigen, dürfen gekauft werden. Das geht bequem per Stop Buy.
Diese 40 Euro werden oft als "Limit" bezeichnet (auch in der comdirect-Ordermaske). Das ist aber eigentlich falsch; die korrekte Bezeichnung lautet "Aktivierungsschwelle"!
4. Stop Buy mit Limit (selten!)
"kaufe bei 30 Euro Stop Buy mit Limit 32 Euro"
Die Aktie wird automatisch gekauft, sobald der Kurs über 30 Euro steigt, und dann zu höchstens 32 Euro. Es gibt eine Garantie, dass der Kurs nicht über 32 Euro liegt - FALLS der Kauf stattfindet. Denn es gibt zwei Möglichkeiten:
a) wenn die Aktie z.B. von 28 Euro direkt auf 40 Euro steigt (z.B. Übernahmeangebot), wird zwar die Stop-Buy-Aktivierungsschwelle bei 30 Euro ausgelöst. Da danach der Kurs aber bei 40 Euro liegt, also oberhalb von 32 Euro (das Limit), wird erst mal nicht gekauft, und zwar so lange nicht, bis die Aktie nicht wieder auf 32 Euro fällt.
b) die Aktie steigt langsam über 30, bleibt aber noch unter 32. In diesem Fall wird zum Beispiel zu einem Kurs von 30,15 Euro gekauft.
In diesem Beispiel werden die 30 Euro (fälschlicherweise) als "Limit" bezeichnet (korrekt: Aktivierungsschwelle), und die 32 Euro nennt man korrekt "Limit nach Aktivierung".
Diese Option (Nr. 4) gibt es bei comdirect nur im Livetrading, nicht an der Börse.
5. trailing stop buy
Das funktioniert so ähnlich wie der obige Fall Nr. 3, allerdings wird der Stopkurs regelmässig nach unten gezogen, wenn die Aktie fällt. Man kann entweder einen Prozentsatz oder einen absoluten Euro-Betrag vorgeben, zum Beispiel immer 10 Prozent (oder alternativ 3 Euro) über dem letzten Tiefstkurs. Der Stopkurs wird an den jeweils letzten Tiefstkurs angepasst.
II. Verkäufe
1. unlimitierter Verkauf (ohne Limit, und ohne Orderzusatz Stop Loss)
verkaufe die Aktie sofort zum nächstmöglichen Kurs, egal wie hoch der ist
man sagt dazu auch: "verkaufe bestens" oder "market-order"
2. limitierter Verkauf (ohne Orderzusatz Stop Loss, aber mit Limit)
"verkaufe mit Limit 50 Euro"
Derzeit steht die Aktie beispielsweise bei 40 Euro.
Verkaufe die Aktie, sobald der Kurs über 50 Euro (das ist das "Limit") steigt, dann bekomme ich 50 Euro oder mehr (auf keinen Fall weniger als 50 Euro)
Das sollte man nicht tun, weil man Aktien, die steigen, nicht verkaufen sollte.
Allerdings kann ein solches Limit bei marktengen Aktien sinnvoll sein. Angenommen, die Aktie steht derzeit bei 50,10 Euro, ich will verkaufen und nur sicherstellen, dass ich mindestens 50 Euro erhalte.
Hier besteht eine Garantie, dass ich nicht weniger bekomme als das Limit.
3. normaler Stop Loss
"verkaufe bei 40 Euro mit Stop Loss"
Die Aktie wird automatisch verkauft, sobald der Kurs unter 40 Euro fällt, und zwar zum nächsterreichbaren Kurs. Dieser Verkaufskurs wird in der Regel ungefähr 40 Euro sein, es kann aber auch ehr oder weniger als 40 Euro sein. Die 40 Euro sind daher kein Limit. Denn: Es gibt keine Garantie, dass der Kurs 40 Euro oder besser sein wird.
Das eignet sich für Aktien, die momentan beispielsweise bei 45 Euro notieren.
Diese Funktion benutzen Profis, um Gewinne zu sichern und Verluste zu begrenzen - ganz so, wie ich es hier eingehend erklärt habe. Aktien, die fallen, müssen verkauft werden. Das geht bequem per Stop Loss.
Diese 40 Euro werden oft als "Limit" bezeichnet (auch in der comdirect-Ordermaske). Das ist aber eigentlich falsch; die korrekte Bezeichnung lautet "Aktivierungsschwelle"!
4. Stop Loss mit Limit (selten!)
"verkaufe bei 30 Euro Stop Loss mit Limit 28 Euro"
Die Aktie wird automatisch verkauft, sobald der Kurs unter 30 Euro fällt, und dann zu mindestens 28 Euro. Es gibt eine Garantie, dass der Kurs nicht weniger als 28 Euro liegt - FALLS der Verkauf stattfindet. Denn es gibt zwei Möglichkeiten:
a) wenn die Aktie z.B. von 50 Euro direkt auf 20 Euro abstürzt (z.B. Gewinnwarnung), wird zwar die Stop-Loss-Aktivierungsschwelle bei 30 Euro ausgelöst. Da danach der Kurs aber bei 20 Euro liegt, also unterhalb von 28 Euro (das Limit), wird erst mal nicht verkauft, und zwar so lange nicht, bis sich die Aktie nicht wieder auf über 28 Euro erholt hat.
b) die Aktie fällt langsam unter 30, bleibt aber noch über 28. In diesem Fall wird zum Beispiel zu einem Kurs von 29,85 Euro verkauft.
In diesem Beispiel werden die 30 Euro (fälschlicherweise) als "Limit" bezeichnet (korrekt: Aktivierungsschwelle), und die 28 Euro nennt man korrekt "Limit nach Aktivierung".
Diese Option (Nr. 4) gibt es bei comdirect nur im Livetrading, nicht an der Börse.
5. trailing stop loss
Das funktioniert so ähnlich wie der obige Fall Nr. 3, allerdings wird der Stopkurs regelmässig nach oben gezogen, wenn die Aktie steigt. Man kann entweder einen Prozentsatz oder einen absoluten Euro-Betrag vorgeben. Der Stopkurs wird an den jeweils letzten Höchstkurs angepasst, zum Beispiel immer 10 Prozent (oder alternativ 3 Euro) unter dem letzten Höchstkurs. Das ist eine sehr praktische Funktion, die ich selbst aber nicht nutzen kann, weil leider meine selbstprogrammierte altmodische EDV das nicht kann. Euch empfehle ich, diese Funktion mal auszuprobieren.
6. "OCO" ("one cancels [the] other" oder auf deutsch "eine löscht die andere")
Diese Option gibt es nur bei Verkäufen, nicht für Käufe. Sie funktioniert so:
"verkaufe, wenn die Aktie unter 30 Euro fällt (Stop Loss, ohne Garantie), oder wenn die Aktie über 50 Euro steigt" (garantiert nicht weniger als 50 Euro). In meinem Beispiel steht die Aktie derzeit bei 40 Euro, also zwischen den beiden Vorgaben von 30 und 50 Euro.
Je nachdem, welche der beiden Orders zuerst ausgeführt wird, wird die andere automatisch gelöscht ("cancel"). Weil man eine Aktie, die man im Depot hat, ja nur höchstens einmal verkaufen kann.
Hier haben wir es mit einer Kombination der obigen Option Nr. 2 und 3 zu tun. Da man Aktien nicht verkaufen darf, wenn sie steigen, rate ich Euch von OCO-Orders ab.
Wichtig: Alle diese Eingabemöglichkeiten erscheinen bei "LiveTrading MIT Limit" oder in der Börsenmaske erst, wenn man in der Zeile "Ausführung" auf "ändern" geklickt hat! Wer nicht ändert, kauft oder verkauft ohne Limit (also jeweils obiger Fall Nummer 1).
Ergänzend möchte ich auch auf den Beitrag hier hinweisen. Bitte nachlesen! Denn da werden Erfahrungsberichte zu den unterschiedlichen Ordertypen gegeben.
Viele Grüsse aus einem frisch verschneiten München
nmh
_______________________
Disclaimer: Ich habe leider kein scharfes "ß" auf meiner Schweizer Tastatur!
Gelöst! Gzum hilfreichen Beitrag.
20.12.2024 17:01 - bearbeitet 20.12.2024 17:02
Danke für den konstruktiven Vorschlag. Ich finde, BISONapp hat das auch ganz gut durch Textbausteine gelöst:
Und hinter dem Infokreiszeichen verbirgt sich der Erklärtext zum ausgewählten Ordertyp. Je nachdem welchen Betrag man eingibt (über oder unter dem aktuellen Kurs), werden dann ggf. Hinweise zum resultierenden Ausführungszeitpunkt eingeblendet:
Offtopic: Ich für meinen Teil hätte aktuell aber lieber erstmal die Länderzusammensetzung meines Portfolios von comdirect (zurück). Der eine Programmierer kann ja nicht alles gleichzeitig machen. 😉
am 26.02.2026 12:13
Wird es bei CD absehbar einen Ordertyp "trailing stop mit limit" geben? Ich meine damit eine Order, die bei erreichen der "trailenden" Auslöseschwelle aktiviert wird, jedoch dann nur bis zum gesetzten Limit ausgeführt würde.
Beispiel:
Aktie XY liegt aktuell bei 110€, ein trailing-stop-loss Verkauf ist mit 10% Abstand im Orderbuch, jedoch mit einem Limitzusatz auf 5% unter der Auslöseschwelle versehen.
Szenario 1 - Aktie XY fällt, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst und erfolgt dann auch tatsächlich bei 99€
Szenario 2 - Aktie XY crasht, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst, erfolgt jedoch nicht, da kein Verkauf für 95€ (oder besser) mehr zustande kommt, Aktie bleibt im Depot
@nmhhatte ja in seinem Erstbeitrag hier im Faden die "stop-loss-limit" Order erwähnt, welche es leider nur im Live-Trading gibt. Wenn diese nun noch mit einer Trailing Funktion kombinierbar wäre, hätte man doch ein tolles Werkzeug, um Positionen langfristig abzusichern.
Bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.
am 26.02.2026 12:59
@offlinebroke schrieb:
...Szenario 2 - Aktie XY crasht, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst, erfolgt jedoch nicht, da kein Verkauf für 95€ (oder besser) mehr zustande kommt, Aktie bleibt im Depot
...
Bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.
Hi @offlinebroke ,
ich kann deinen Wunsch nachvollziehen.
Jetzt kommt das ABER.
Aber wenn eine Aktie (wie du schreibst) wirklich crasht und nicht nur stark schwankt dann möchte ich die unbedingt loswerden und nicht weiter im Depot halten müssen weil der Mindest-Wunschwert unterschritten wurde.
Ein echter Crash einer Aktie hat immer einen Grund (z.B. Wirecard) und es ist unwahrscheinlich dass die Aktie sich davon erholt.
Dann lieber weg mit Verlust anstatt die Aktie weiter im Depot halten zu müssen.
Das ist so meine Meinung.
Gruß Morgenmond
am 26.02.2026 14:28
@offlinebroke schrieb:
@nmhhatte ja in seinem Erstbeitrag hier im Faden die "stop-loss-limit" Order erwähnt, welche es leider nur im Live-Trading gibt. Wenn diese nun noch mit einer Trailing Funktion kombinierbar wäre, hätte man doch ein tolles Werkzeug, um Positionen langfristig abzusichern.
@Morgenmond hat Recht.
Deine Idee funktioniert i.d.R. weder theoretisch noch praktisch. Typischerweise gibt es zwei Szenarien:
a) starker Absturz mit Verbleib auf niedrigem Niveau oder weiterem Kursverlust (z.B. Wirecard)
b) starker Absturz mit schneller (Teil)Erholung
Im Fall (a) bleibst du auf den (fast wertlosen) Papieren sitzen, womit der Zweck der Aktion nicht erfüllt wird
Im Fall (b) verkauft du in die laufende Intraday-Erholung hinein, was ebenfalls schlecht ist
Der einzig sinnvolle Anwendungsfall wäre, wenn du die Zukunft genau kennst und z.B. vorhersagen kannst:
Ich bin die nächsten zwei Wochen im Survival-Training in Dschungel in Borneo und in dieser Zeit wird der Wert X von z.Z 150 auf 70 fallen, sich intraday wieder bis auf 110 erholen und dann weiter bis auf 50 fallen.
am 26.02.2026 21:55
Danke für die Rückmeldungen @Morgenmond und @dg2210 .
Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.
Diesen Ordertyp scheint es ja unter dem Namen "Trailing Stop Limit Order" auch bei einigen Anbietern zu geben, nur nicht bei der CD.
27.02.2026 01:37 - bearbeitet 27.02.2026 02:23
27.02.2026 01:37 - bearbeitet 27.02.2026 02:23
@offlinebroke schrieb:
Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.
Genau dieses Szenario habe ich oben skizziert. Das kommt aber in der Praxis kaum vor. Meine Vermutung: knapp 100% aller Privatanleger verlieren mit diesem Ordertyp im Durchschnitt Geld. Ebenso halten sich knapp 100% der Privatanleger für die besten/fähigsten 1% aller Privatanleger.
Es gibt allerdings eine sinnvolle Anwendung auf der long-Seite, also Stop-Buy mit Limit. Dieser Typ bewahrt davor, bei einem Kurssprung (z.B. einem Übernahmeangebot) zu teuer einzusteigen
am 27.02.2026 02:00
@dg2210 schrieb:
@offlinebroke schrieb:
Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.
Genau dieses Szenario habe ich oben skizziert. Das kommt aber in der Praxis kaum vor. Meine Vermutung: knapp 100% aller Privatanleger verlieren mit diesem Ordertyp im Durchschnitt Geld. Ebenso halten sich knapp 100% der Privatanleger für die besten/fähigsten 1% aller Privatanleger.
Dieser Ordertyp macht in der Tat wenig Sinn.
Entweder will ich bei einem Absturz raus oder eben nicht. 🙂
Dann noch ein Limit zu setzten ist doch Quatsch.
Bei liquiden Werten - wie heute NVIDIA - kommt man da mit einer SL Market Order problemlos raus. Wer es denn wollte.
Bei illequiden Pennystocks sieht das natürlich anders aus.
am 27.02.2026 10:45
@offlinebroke schrieb:Danke für die Rückmeldungen @Morgenmond und @dg2210 .
Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.
Diesen Ordertyp scheint es ja unter dem Namen "Trailing Stop Limit Order" auch bei einigen Anbietern zu geben, nur nicht bei der CD.
Kannst du bitte mal solche Szenarien benennen ?
Ich wüßte nicht ein Szenario.
Entweder die Aktie crasht, dann will ich verkaufen. Sofort.
Die Aktie schwankt stark aus diversen Gründen (allg. Baisse, Marktumfeld, neg. Prognose der AG etc), dann will ich eher nicht verkaufen bzw. nur wenn sie unter einem bestimmten Wert fällt. Aber dann ohne einen Mindestwert den die Aktie noch haben muss.
Ein Beispiel das mir spontan einfällt PAYPAL HDGS INC.DL-,0001(A14R7U) .
Da wäre der von dir gewünschte Ordertyp äußerst kontraproduktiv gewesen.
Gruß Morgenmond
am 27.02.2026 17:38
Nehmen wir als Beispiel mal Meta WKN A1JWVX am 2.2.2022, als das Papier in kürzester Zeit massiv nachgelassen hat.
Eine trailing stop loss Order mit 10% Abstand hätte an dem Tag bei knapp über 255€ ausgelöst. Der unlimitierte Verkauf wäre jedoch ggf erheblich darunter erfolgt. Ein Limitverkauf für 242€ (Limit=Trailing -5%) wäre für den Anleger akzeptabel gewesen, ein Verkauf "bestens" erst bei 200€ aber schmerzhaft, jedoch an dem Tag nicht ausgeschlossen. Für 200€ hätte er das Papier vielleicht lieber behalten, um die Erholung abzuwarten, die man dem Unternehmen grundsatzlich zutraut.
Anderes Beispiel - ein nicht sehr liquider Wert, in den ich langfristig investiert habe und um den ich mich nicht selbst "kümmern" kann (langer Aufenthalt auf einsamer Insel):
Der Wert steigt und steigt und ich bin gut im Plus. Nun dreht er aber irgendwann und der Wertzuwachs schmilzt. Ich hätte gerne vor der Abreise auf meine Insel einen automatisierten Verkauf bei Nachlassen um X Prozent programmiert, möchte aber auch dabei nicht verramschen müssen. Die Gefahr, dass bei einem unlimitierten stop-loss das Papier erst mit großem Abschlag abverkauft wird, ist mangels Liquidität gegeben. Die trailing-stop-limit Order würde mir die Möglichkeit geben, selbst zu bestimmen, was ich als untersten Preis akzepieren möchte.
Da es diesen Ordertyp bei manchen Onlinebroker schon gibt, vermute ich auch einen use-case dafür?
am 27.02.2026 22:46
@offlinebroke schrieb:
Eine trailing stop loss Order mit 10% Abstand hätte an dem Tag bei knapp über 255€ ausgelöst. (...) um die Erholung abzuwarten, die man dem Unternehmen grundsatzlich zutraut.
Der Denkfehler: Wenn man dem Unternehmen grundsätzlich vertraut, ist es unsinnnig, mit so engem Stops zu arbeiten.