01.09.2026 16:24 - bearbeitet 01.09.2026 16:28
Discountzertifikate sind der Stoff, aus dem Community-Helden gemacht werden - das wissen wir seit heute.
Ebenfalls seit heute hat eine 'Bank' aus Nürnberg ein Werkzeug, um sich Discountzertifikate selbst zu bauen, a-la-carte aber ohne die Franzosen, sozusagen.
Wirtschaftlich gesehen ist das so, daß man eigene Aktien in entsprechende Discount-Zertifikate tauscht, wobei der Kunde selbst Laufzeit und Preis bestimmen kann. Am Beispiel Allianz:
Screenshot_20260901_161337.png
Dafür gibt es dann die entsprechende Prämie, allerdings fallen auch Gebühren an. Am Ende der Laufzeit erhält man (wie bei einem normalen Discounter) entweder das Geld oder die Aktien. Eine vorzeitige Beendigung kostet auch Geld.
Lesebeispiel: wenn ich die Option 60 Tage / 463,20 Euro wähle, bekomme ich heute 6,61 Euro ( minus Provision) pro Aktie. Am 02.11.26 bekomme ich entweder eine Allianz-Aktie oder 463,20 Euro (minus Ordergebühr).
Wer hat einen Großrechner und kann dieses Produkt bewerten? Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die BNP/SocGen Discount-Zertifikate gebührenfrei handelbar/einlösbar sind erscheint mir das Nürnberger Angebot prima facie nicht besonders attraktiv.
01.09.2026 17:30 - bearbeitet 01.09.2026 17:32
Just über dieses Angebot bin ich heute auch gestolpert, da keiner der 100 langweiligen Basiswerte für die das Angebot aktuell verfügbar ist in meinem Depot ist, konnte ich es allerdings nicht im Detail anschauen.
Ein ähnlicher Discounter Allianz kostet hier z.B. 437 Euro mit Cap 460 und Laufzeit 12/26 (stand eben gerade) --> Entweder eine Allianz Aktie oder (460 - 437) = 23 Euro Gewinn, keine Ordergebühren (sofern man, ja nach Broker, über 250/500/1000 Euro kommt)
Bei drei Stück um hier oder bei Consors die kostenfreien Zertifikate abzugreifen
Unter dem Cap --> 3 Aktien, oder "Prämie" je nach Kurs 0-69 Euro wenn man vor dem Tausch wieder gebührenfrei verkauft
Über dem Cap --> Keine Aktien, 69 Euro "Prämie"
Bei dem Angebot der Nürnberger Bank müsste man ja erstmal die Aktie kaufen --> ca. 10 Euro Ordergebühren + 3 x 452 Euro. Bei drei Stück bekommt man dann 3 x 6,60 minus 1,5% Provision --> 19,50 Euro Optionsprämie
Unter dem Cap landet man dann bei 3 Aktien bei 19,50 - 10 Euro = 9,50 Euro Prämie und behält die drei Aktien. Man hat den noch einen Kursgewinn zwischen 3 x ( 0 ... 463-451) --> max 36 Euro. Behält man die Aktien, hat man ingesamt ( 3 x 451 + 10 - 19,50) =1.343,5 Euro gezahlt. Verkauft man die Aktien fallen nochmal 10 Euro Ordergebühr an, Gewinn max. (36 + 19,50 - 2x10) = 35,5 vs max 69 Euro beim Discounter
Bei einer Seitwärtsbewegung (Kurs bleibt bei 451 Euro) wären es (19,50 - 2x10) =-0,5 Euro vs 3 x (451 - 437) = 42 Euro beim Discounter
Über dem Cap bekommt man die (3x463 Euro + 19,50) - (3 x 451 + 1x10) =45,50 Euro vs. 69 Euro beim Discounter.
Der Vergleich passt nicht genau, da ich keine Discounter mit Mitte November mit Cap 463 gefunden habe, aber ich denke der Discounter ist Punktsieger.
Meiner Meinung nach ist es auch eher ein direkter Covered Call, den man Kunden zugänglich machen will die kein F&O Konto haben. Sprich, ich habe die Aktie eh schon im Depot, der Markt läuft seitwärts und ich möchte paar Euro dazu verdienen.
am 01.09.2026 18:12
Der einzige Unterschied, den ich bei dieser Variante sehe ist, dass man sich nicht an die Optionsverfallstage an der Terminbörse hält, sondern zu jedem Zeitpunkt die Laufzeiten 30/60/90/180 Tage wählt. Wichtig wäre es auch den Basispreis freier zu wählen.
Interessant würde ich finden, wie sie die "Verkaufswahrscheinlichkeit" errechnen. Was steht denn unter dem "i"?
Historische Jahresvolatilität mit Wurzel-Zeit Parametrisierung und der Cap entspricht dann dem x-% Quantil, das die Wahrscheinlichkeit ausdrückt?
am 01.09.2026 19:05
@Krügerrand schrieb:
Interessant würde ich finden, wie sie die "Verkaufswahrscheinlichkeit" errechnen. Was steht denn unter dem "i"?
Die Verkaufswahrscheinlichkeit ist das 'Delta' der zugrundeliegenden Option. Da Consors 'krumme' Ausübungspreise und Fälligkeiten anbietet, ist der Verglich mit den standardisierten Option an den Börsen umständlich. Wenn jemand einen Großrechner hat, kann er die Terminbörsenpreise nehmen und die Consors-Option bewerten.