am 27.01.2026 12:24
Mein Nachbar nmh hat gestern wieder sein neuestes Produkt, den sogenannten "nmh-Newsletter", rausgeschickt. Ein arrogantes, besserwisserisches, aufgeblasenes Machwerk, nicht anders als seine Beiträge sonst hier in der Community. Ich rate daher ausdrücklich davon ab, nmh zu kontaktieren und den völlig überteuerten (Warnung!!) Newsletter zu abonnieren. Am Ende muss man sich noch regelmäßig dafür bedanken (absurd!) und neugierige Fragen von nmh beantworten, weil man sonst vom Verteiler gestrichen wird.
Ich höre seine Aussendungen ja immer ab, weil ich wissen muss, was mein Nachbar so treibt. Leider war gestern ein Wackelkontakt in meiner Abhörtechnik, deswegen konnte ich nur einen Teil des aufgeblasenen Newsletters mitschneiden. Der gestrige Newsletter enthielt nach dem aktuellen Marktkommentar und einigen aktuellen Meldungen eine neue SWAN-Aktienliste mit langweiligen Trendaktien (völliger Unsinn), erklärt lang und breit, wie die Vorabpauschale berechnet wird (laaaangweilig), und beantwortet wieder seitenlang Leserfragen. Gute Leserfragen, aber die Antworten von nmh interessieren echt niemanden. Wie gesagt: Ich rate dringend ab.
Bei der SWAN-Liste und auch bei seinen anderen Empfehlungen sind immer konkrete Stopkurse dabei. Das hatten die Juristen bei comdirect ihm ja ausdrücklich verboten, so dass wir hier in der Community glücklicherweise davor verschont bleiben.
Und damit die Leute hier sehen, wie abgehoben und langweilig der nmh-Newsletter daherkommt, bin ich mir nicht zu schade, die (leider nur) kurze Passage, die ich abgefangen habe, hier zu reproduzieren. Ich würde Euch jetzt viel Spaß beim Lesen wünschen, aber Spaß werdet Ihr keinen haben. Stattdessen empfehle ich Euch eine Kopfschmerztabelle einzuwerfen, bevor Ihr das hier lest:
Strangler reloaded
Der Discount-Strangle aus dem Newsletter vom 20.12.2025 hat unangemessen gut bei Euch eingeschlagen. Ganz viel Feedback hat mich dazu erreicht, und viele Leser möchten diese schöne Idee mal ausprobieren. Allerdings haben einige angemerkt, dass der Strangle aus dem Weihnachtsnewsletter doch etwas pessimistisch ausgestattet war. Bereits über einem DAX-Stand von 24 000 ist nicht mehr die volle Rendite drin, danke dafür an den Discount-Put (siehe Newsletter vom 6.01.2026). Gibt es so ein Produkt nicht auch etwas bullischer ausgerichtet? Freilich, gibt es. Dazu kauft man zum Beispiel die gleiche Stückzahl (NICHT den gleichen Euro-Betrag) folgender Discount-Optionsscheine (Stand: 26.01.2026), zum Beispiel von beiden je 100 Stück:
PK2NN1 DAX-Discount-Call 12/2026 21000-23000 akt. Kurs: 16,75
PK2N1M DAX-Discount-Put 12/2026 27000-29000 akt. Kurs: 14,64
Diese Kombination kostet also pro Stück 31,39 EUR und hat am Laufzeitende (Rückzahlungstermin 24.12.2026, wobei der DAX-Stand am 18.12.2026 relevant ist) folgendes Auszahlungsprofil:
DAX am 18.12.2026 PK2NN1 PK2N1M Rückzahlung Rendite
-------------------------------------------------------------------
unter 21 000 wertlos 20 20 EUR -36 Prozent
21 000 bis 23 000 0 bis 20 20 20 bis 40 EUR linear
23 000 bis 27 000 20 20 40 EUR +27 Prozent
27 000 bis 29 000 20 20 bis 0 40 bis 20 EUR linear
über 29 000 20 wertlos 20 EUR -36 Prozent
Das halte ich durchaus für attraktiv. Falls der DAX in 2026 weder abhebt noch abstürzt, gibt es 27 Prozent. Der maximale Verlust ist ebenfalls zu verkraften. Da man wie immer für beide Scheine Stopkurse im Bereich von 1 bis 2 Euro setzen sollte (Totalverlust vermeiden), kann man den maximalen Verlust sogar noch etwas verringern. Selbstverständlich habe ich mir beide Discount-Strangles (also alle vier Discount-Optionsscheine) ins Depot gelegt. Der Handel ist bei Consors dauerhaft gebührenfrei, und bei comdirect kostet es nur pauschal 3,90 EUR pro Trade. Anmerkung von FakeAccount: Jetzt macht nmh auch noch offen Schleichwerbung!!!!!!!!
Man kann die Konstruktion übrigens auch so umprogrammieren, dass der Gewinn am höchsten ist, wenn der DAX sich stark bewegt -- egal in welche Richtung. Dazu kombiniert man beispielsweise den Discount-Call PJ798Y (27 000 bis 29 000, Preis 5,85 EUR) und den Discount-Put PJ8AF9 (23 000 bis 21 000, Preis 3,52 EUR). Hier entsteht ein Totalverlust, wenn der DAX im Dezember 2026 zwischen 23 000 und 27 000 steht. Falls der DAX aber über 29 000 steigt oder unter 21 000 fällt, hat man eine spektakuläre Rendite von 113 Prozent. Ich rate trotzdem davon ab, das mit echtem Geld auszuprobieren!
Und dann gibt es noch ganz spezielle Mischformen. Wenn man PK2NN1 und PJ8AF9 kombiniert, kostet das 20,27 EUR. Im Dezember 2026 werden stets 20 EUR zurückgezahlt, egal wo der DAX dann steht. Über diese Kombination freut sich also nur der Emittent. Da gleiche gilt natürlich für die Kombination aus PK2N1M und PJ798Y, die heute 20,49 EUR kostet und 20 EUR wert ist. Hier erkennt man sehr schön die Marge des Emittenten. Daher wiederhole ich nochmal: Mit Derivaten spekuliert man NICHT gegen den Emittenten, sondern der Emittent verdient daran, dass alle Derivate ein kleines bisschen teurer sind als ihr fairer Wert.
Und alle, die sich noch nicht rantrauen, simulieren den Kauf der beiden Optionsscheine PK2NN1 und PK2N1M ohne echtes Geld bitte unbedingt in einem Musterdepot (oder mit Papier und Bleistift). Man lernt UNGLAUBLICH viel dabei!
am 28.01.2026 17:31
Hast Du im Fernrohr erspähen können,ob nmh schon einmal den MSCI world gegen eine Auswahl von x Sterneaktien verglichen hat
Drilling scheint dies durchgeführt zu haben, zwar mit SL,aber scheinbar gesamte Listen
Interessant wäre z.B.10-20 Aktien über 1 Jahr gegen MSCI,ausgestoppte werden durch eine neue Sternaktie ausgetauscht
28.01.2026 17:37 - bearbeitet 28.01.2026 22:30
@FakeAccount schrieb:
Wenn man PK2NN1 und PJ8AF9 kombiniert, kostet das 20,27 EUR. Im Dezember 2026 werden stets 20 EUR zurückgezahlt, egal wo der DAX dann steht. Über diese Kombination freut sich also nur der Emittent.
Das ist aus Sicht von @FakeAccount , der mit gestohlenen zufällig mitgehörten Insider-Informationen stinkreich geworden ist und möglichweise keine eigene Rechtsabteilung, sondern ein eigenes Finanzamt unterhält , absolut richtig.
Normalsteuerzahler haben mit diesen Instrumenten die Möglichkeit, gezielt vor Jahresende planbare steuerliche Verluste zu generieren, um vorhandene 'sonstige' Gewinne sinnvoll aufzubrauchen oder unter bestimmte Schwellwerte zu drücken.
Obiges Beispiel ist natürlich nur ein Sonderfall, geometrisch gesehen ein 'Doppelpunkt' im Optionsraum. Kombiniert man z.B. 4 Optionen, so kann man ein Rechteck im Optionsraum aufspannen (english: box) und erhält entweder einen super-sicheren gut verzinsten und jederzeit liquidierbaren Festgeld-Ersatz oder einen entsprechenden günstigen und flexiblen Kredit.
29.01.2026 08:52 - bearbeitet 29.01.2026 08:55
auch wenn es nicht zur Überschrift gehört, aber drilling hat es angestoßen und @FakeAccount wird sicher berichten, was sein Nachbar dazu sagt 🙂
ich habe heute ein Musterdepot erstellt- vier Swanaktien (ausgewählt mit Vorgabe, dass die beiden Sternewerte zusammen über 11 notieren) gegen MSCI world bzw. meinem Favoriten dem Global titan.
Die 4 Swan jeweils mit 1000€,der ETF mit 4000€
ich möchte sehen, ob die 4 Swanaktien besser performen als der Amundi. Wobei es drilling um die Sterne gegangen ist und rickrocket richtig anmerkte, die swan sind defensive Aktien, die kaum fallen. Aber dennoch , wenn ich die Performance/a sehe müßten sie outperformen.
we will see
viell.erstellt jemand ein Strangler Musterdepot,da bin ich raus
am 29.01.2026 11:05
@frustrierter schrieb:
ich habe heute ein Musterdepot erstellt- vier Swanaktien (ausgewählt mit Vorgabe, dass die beiden Sternewerte zusammen über 11 notieren) gegen MSCI world bzw. meinem Favoriten dem Global titan.
Prima. da braucht man nicht lange zu warten, weil man die Ergebnisse dieses Vergleichs schon heute auswürfeln kann.
Grundsätzlich: wenn man Anlagestrategien vergleicht, sollte man in den Vergleichs-Portfolios ungefähr die gleiche Anzahl Aktien (genauer: ungefähr die gleich Wurzel aus der Anzahl der Aktien) haben, einen passenden Vergleichszeitraum (bei Aktien z.B.10 Jahre) ansetzen und nach dem Ende des Vergleichszeitraums die Roh-Ergebnisse normieren. Im vorliegenden Fall (SWAN vs nicht SWAN) bietet sich an, die Nicht-SWAN-Renditen auf den Drawdown der SWAN-Werte zu normieren.
am 29.01.2026 11:30
Dies mag mathematisch,betriebswirtschaftlich so stimmen.
Aber mir geht es zu sehen,ob eine bestimmte Auswahl von retrospektiven Analysen von Aktien den MSCi schlägt.
Für mich sind nmhs Sternelisten sehr gute Anhaltspunkte,Anregungen für gute Aktien,aber nichts was man 1 : 1 übernehmen muss.
Natürlich könnte ich mir auch die Kurse vom 1 Jan 25 raussuchen und mit jetzt vergleichen.
am 29.01.2026 15:34
@frustrierter schrieb:
Dies mag mathematisch,betriebswirtschaftlich so stimmen.
Aber mir geht es zu sehen,ob eine bestimmte Auswahl von retrospektiven Analysen von Aktien den MSCi schlägt.
Ui, ui, ui. Finanzmathematik ist nunmal zu einem großen Teil Mathematik und wenn man falsch rechnet, kommen auch oft falsche Ergebnisse heraus.
Diese Einstellung ist ein bisschen wie 'Mathematisch braucht man zwei Teile Zement auf einen Teil Wasser, aber das ignoriere ich, weil es mir nur darum geht, zu sehen, wie das fertig gebaute Haus aussieht".
am 29.01.2026 15:43
akademisch hast du vielleicht recht und es wäre natürlich nicht gut, wenn man die Mischung vernachlässigt
aber wenn meine 4 Aktien nach x Jahren besser oder schlechter performen, als der MSCI dann habe ich mein Ergebnis
ohne das Verhältnis vernachlässigt zu haben
oder bleiben wir beim Fussball, wenn A B schlägt, dann ist es so, egal ob das x goal anders war
am 29.01.2026 16:12
aber ok, du meinst , dass es mathematisch zuviel Zufall etc. ist, wenn man nur die 4 Aktien gegenüberstellst, dies verstehe ich
und dass es somit keine wirkliche Aussage sein kann, ob die Methode sinnvoll und ertragreich ist
@Drilling scheint dies gemacht zu haben und da scheinen die Sterne unterzugehen bzw. nicht zu leuchten
aber ob @nmh so daneben liegt und sich in die Tasche lügt??????
am 29.01.2026 16:31
@frustrierter schrieb:aber ok, du meinst , dass es mathematisch zuviel Zufall etc. ist, wenn man nur die 4 Aktien gegenüberstellst, dies verstehe ich
und dass es somit keine wirkliche Aussage sein kann, ob die Methode sinnvoll und ertragreich ist
Eben. Wir in dieser Community haben auch einen Bildungsauftrag und es lesen auch viel Anfänger mit. Darum kann man nicht oft genug betonen, daß man Anlageentscheidungen auf einer soliden Basis und nicht auf 'Zufallsergebnissen' treffen sollte, weil es sonst wahrscheinlich zu schmerzhaften Verlusten kommt.
am 29.01.2026 16:35
aber ich bleibe dabei, man kann es manchmal auch pragmatisch halten,aber im großen und ganzen hast du Recht