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so kauft und verkauft man: Übersicht über alle Limit-Typen

181 ANTWORTEN

jowe12345
Autor ★
8 Beiträge

Danke für den konstruktiven Vorschlag. Ich finde, BISONapp hat das auch ganz gut durch Textbausteine gelöst:

 

limitbuy.jpg

Und hinter dem Infokreiszeichen verbirgt sich der Erklärtext zum ausgewählten Ordertyp. Je nachdem welchen Betrag man eingibt (über oder unter dem aktuellen Kurs), werden dann ggf. Hinweise zum resultierenden Ausführungszeitpunkt eingeblendet:

 

 

limitbuy2.jpg

 

Offtopic: Ich für meinen Teil hätte aktuell aber lieber erstmal die Länderzusammensetzung meines Portfolios von comdirect (zurück). Der eine Programmierer kann ja nicht alles gleichzeitig machen. 😉

offlinebroke
Autor ★★★
50 Beiträge

Wird es bei CD absehbar einen Ordertyp "trailing stop mit limit" geben? Ich meine damit eine Order, die bei erreichen der "trailenden" Auslöseschwelle aktiviert wird, jedoch dann nur bis zum gesetzten Limit ausgeführt würde.

 

Beispiel:

 

Aktie XY liegt aktuell bei 110€, ein trailing-stop-loss Verkauf ist mit 10% Abstand im Orderbuch, jedoch mit einem Limitzusatz auf 5% unter der Auslöseschwelle versehen.

 

Szenario 1 - Aktie XY fällt, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst und erfolgt dann auch tatsächlich bei 99€

 

Szenario 2 - Aktie XY crasht, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst, erfolgt jedoch nicht, da kein Verkauf für 95€ (oder besser) mehr zustande kommt, Aktie bleibt im Depot

 

@nmhhatte ja in seinem Erstbeitrag hier im Faden die "stop-loss-limit" Order erwähnt, welche es leider nur im Live-Trading gibt. Wenn diese nun noch mit einer Trailing Funktion kombinierbar wäre, hätte man doch ein tolles Werkzeug, um Positionen langfristig abzusichern.

 

Bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.

Morgenmond
Mentor ★★★
2.606 Beiträge

@offlinebroke  schrieb:
...

Szenario 2 - Aktie XY crasht, Verkauf wird bei 100€ ausgelöst, erfolgt jedoch nicht, da kein Verkauf für 95€ (oder besser) mehr zustande kommt, Aktie bleibt im Depot

 

...

 

Bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.


Hi @offlinebroke ,

 

ich kann deinen Wunsch nachvollziehen.

Jetzt kommt das ABER.

Aber wenn eine Aktie (wie du schreibst) wirklich crasht und nicht nur stark schwankt dann möchte ich die unbedingt loswerden und nicht weiter im Depot halten müssen weil der Mindest-Wunschwert unterschritten wurde.

Ein echter Crash einer Aktie hat immer einen Grund (z.B. Wirecard) und es ist unwahrscheinlich dass die Aktie sich davon erholt.

 

Dann lieber weg mit Verlust anstatt die Aktie weiter im Depot halten zu müssen.

 

Das ist so meine Meinung.

 

Gruß Morgenmond

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@offlinebroke  schrieb:

 

@nmhhatte ja in seinem Erstbeitrag hier im Faden die "stop-loss-limit" Order erwähnt, welche es leider nur im Live-Trading gibt. Wenn diese nun noch mit einer Trailing Funktion kombinierbar wäre, hätte man doch ein tolles Werkzeug, um Positionen langfristig abzusichern.

 


@Morgenmond hat Recht.

 

Deine Idee funktioniert i.d.R. weder theoretisch noch praktisch. Typischerweise gibt es zwei Szenarien:

a) starker Absturz mit Verbleib auf niedrigem Niveau oder weiterem Kursverlust (z.B. Wirecard)

b) starker Absturz mit schneller (Teil)Erholung

 

Im Fall (a)  bleibst du auf den (fast wertlosen) Papieren sitzen, womit der Zweck der Aktion nicht erfüllt wird

Im Fall (b) verkauft du in die laufende Intraday-Erholung hinein, was ebenfalls schlecht ist

 

Der einzig sinnvolle Anwendungsfall wäre, wenn du die Zukunft genau kennst und z.B. vorhersagen kannst:

Ich bin die nächsten zwei Wochen im Survival-Training in Dschungel in Borneo und in dieser Zeit wird der Wert X von z.Z 150 auf 70 fallen, sich intraday wieder bis auf 110 erholen und dann weiter bis auf 50 fallen.

 

 

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

offlinebroke
Autor ★★★
50 Beiträge

Danke für die Rückmeldungen @Morgenmond und @dg2210 .

 

Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.

 

Diesen Ordertyp scheint es ja unter dem Namen "Trailing Stop Limit Order" auch bei einigen Anbietern zu geben, nur nicht bei der CD.

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@offlinebroke  schrieb:

 

Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.

 

Genau dieses Szenario habe ich oben skizziert. Das kommt aber in der Praxis kaum vor. Meine Vermutung: knapp 100% aller Privatanleger verlieren mit diesem Ordertyp im Durchschnitt Geld. Ebenso halten sich knapp 100% der Privatanleger für die besten/fähigsten 1% aller Privatanleger.   

 

 

Es gibt allerdings eine sinnvolle Anwendung auf der long-Seite, also Stop-Buy mit Limit. Dieser Typ bewahrt davor, bei einem Kurssprung (z.B. einem Übernahmeangebot) zu teuer einzusteigen

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

Silver_Wolf
Legende
5.622 Beiträge

@dg2210  schrieb:

@offlinebroke  schrieb:

 

Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.

 

Genau dieses Szenario habe ich oben skizziert. Das kommt aber in der Praxis kaum vor. Meine Vermutung: knapp 100% aller Privatanleger verlieren mit diesem Ordertyp im Durchschnitt Geld. Ebenso halten sich knapp 100% der Privatanleger für die besten/fähigsten 1% aller Privatanleger.   


Dieser Ordertyp macht in der Tat wenig Sinn.

Entweder will ich bei einem Absturz raus oder eben nicht.  🙂

Dann noch ein Limit zu setzten ist doch Quatsch.

 

Bei liquiden Werten - wie heute NVIDIA - kommt man da mit einer SL Market Order problemlos raus. Wer es denn wollte.

Bei illequiden Pennystocks sieht das natürlich anders aus.

 

Morgenmond
Mentor ★★★
2.606 Beiträge

@offlinebroke  schrieb:

Danke für die Rückmeldungen @Morgenmond und @dg2210 .

 

Ich denke jedoch weiterhin, dass es durchaus Szenarien geben kann, in denen man gerne bei einem Kurssturz automatisch aus einer Anlage "aussteigen" möchte, jedoch nicht zu jedem Preis (Kurs). Nicht jeder ist 24/7 präsent und kann auf ein solches Szenario "manuell" reagieren.

 

Diesen Ordertyp scheint es ja unter dem Namen "Trailing Stop Limit Order" auch bei einigen Anbietern zu geben, nur nicht bei der CD.


Kannst du bitte mal solche Szenarien benennen ?

Ich wüßte nicht ein Szenario.

Entweder die Aktie crasht, dann will ich verkaufen. Sofort.

Die Aktie schwankt stark aus diversen Gründen (allg. Baisse, Marktumfeld, neg. Prognose der AG etc), dann will ich eher nicht verkaufen bzw. nur wenn sie unter einem bestimmten Wert fällt. Aber dann ohne einen Mindestwert den die Aktie noch haben muss.

Ein Beispiel das mir spontan einfällt PAYPAL HDGS INC.DL-,0001(A14R7U)  .

Da wäre der von dir gewünschte Ordertyp äußerst kontraproduktiv gewesen.

 

Gruß Morgenmond

offlinebroke
Autor ★★★
50 Beiträge

Nehmen wir als Beispiel mal Meta WKN A1JWVX am 2.2.2022, als das Papier in kürzester Zeit massiv nachgelassen hat.

 

Eine trailing stop loss Order mit 10% Abstand hätte an dem Tag bei knapp über 255€ ausgelöst. Der unlimitierte Verkauf wäre jedoch ggf erheblich darunter erfolgt. Ein Limitverkauf für 242€ (Limit=Trailing -5%) wäre für den Anleger akzeptabel gewesen, ein Verkauf "bestens" erst bei 200€ aber schmerzhaft, jedoch an dem Tag nicht ausgeschlossen. Für 200€ hätte er das Papier vielleicht lieber behalten, um die Erholung abzuwarten, die man dem Unternehmen grundsatzlich zutraut.

 

Anderes Beispiel - ein nicht sehr liquider Wert, in den ich langfristig investiert habe und um den ich mich nicht selbst "kümmern" kann (langer Aufenthalt auf einsamer Insel):

 

Der Wert steigt und steigt und ich bin gut im Plus. Nun dreht er aber irgendwann und der Wertzuwachs schmilzt. Ich hätte gerne vor der Abreise auf meine Insel einen automatisierten Verkauf bei Nachlassen um X Prozent programmiert, möchte aber auch dabei nicht verramschen müssen. Die Gefahr, dass bei einem unlimitierten stop-loss das Papier erst mit großem Abschlag abverkauft wird, ist mangels Liquidität gegeben. Die trailing-stop-limit Order würde mir die Möglichkeit geben, selbst zu bestimmen, was ich als untersten Preis akzepieren möchte.

 

Da es diesen Ordertyp bei manchen Onlinebroker schon gibt, vermute ich auch einen use-case dafür?

 

 

 

 

 

 

 

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@offlinebroke  schrieb:

 

 

Eine trailing stop loss Order mit 10% Abstand hätte an dem Tag bei knapp über 255€ ausgelöst. (...) um die Erholung abzuwarten, die man dem Unternehmen grundsatzlich zutraut.

 

 


Der Denkfehler: Wenn man dem Unternehmen grundsätzlich vertraut, ist es unsinnnig, mit so engem Stops zu arbeiten.

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)