am 05.09.2026 10:37
Irgendwie aus dem Alltag verblassend, leider schon beinahe "normal", die Berichte und Bilder lassen uns nur noch kurz zusammenzucken, froh, dass wir trotzdem nicht so wirklich betroffen sind und viel Ablenkung haben: der Angriffskrieg auf die Ukraine dauert bereits über 4,5 Jahre an!
Wer hätte das gedacht?
Zählt man die Annexion der Krim dazu, dann sind es 12 Jahre!
Ein Abnutzungskrieg mit erheblichen Verlusten auf beiden Seiten!
Rußland kämpft mit altem Material und immer jüngeren und teureren Männern.
Ukraine wehrt sich hauptsächlich digital bzw ferngesteuert und mit Hilfe von außen.
Irgendwann muss der Mist ein Ende haben, wir warten minütlich darauf!
Die Erschöpfung hat bereits begonnen. Rußland hat keine Männer mehr und der Ukraine geht es nicht besser.
Da wir hier in einer Finanzcommunity sind, überlegen wir unsere möglichen nächsten Schritte.
Rheinmetall und co. waren zu Beginn.
@nmh nannte den polnischen ETF A1H5UP im letzten Newsletter.
Wo könnte eurer Meinung nach das größte Potential sein?
Welches Land, welche Branche wird am stärksten profitieren?
Polen? Bau/Pharma/Versorgung?
am 05.09.2026 14:53
Tja, mir fallen da drei Binsenweisheiten ein
a.) "Nach dem Krieg die Wirtschaft wie Phoenix aus der Asche stieg", oder auch, für weniger kapitalsensitive Mitmenschen, (warum wird eigentlich Mensch nicht gegendert? Mitmenschinnen und Mitmenschen) "Erst bauen wir es auf, dann reißen wir es nieder, so haben wir Arbeit immer wieder".
Nachdem ein ganzes Land in Trümmern liegt, darf auch wieder viel aufgebaut werden. Neben ziviler Infrastruktur (Gas, Wasser, Sch...., Strom) natürlich auch die restliche Industrie. Unternehmen die Bauteile für solche Immobilen herstellen, dürften sich eine goldene Nase verdienen (Die großen wären z.B. ABB, die Siemens- und GE-Artigen), eben die klassischen Schaufelhersteller. Auch die Banken die das finanzieren dürften sich eine goldene Nase verdienen. Österreich ist z.B. sehr stark in Osteuropa investiert.
b.) Der gerne gesungene Kasernenklassiker "Wir brauchen keine Bundeswehr, denn es gibt kein Osten mehr" hat in den letzten 4 Jahren einen kleinen Crush mit der Realität hinter sich. Betrifft natürlich Westeuropa im Allgemeinen. Die Rüstungsindustrie ist zwar etwas heißgelaufen und an den Grenzen des kurzfristig möglichen Wachstums angekommen, dürfte aber sich aber in den nächsten 10-15 Jahren trotzdem eine goldene Nase an der Remilitarisierung verdienen. Alles was man seit 1989 vergammeln hat lassen (im wörtlichen wie übertragenen Sinne), darf man jetzt wieder auf Vordermann bringen.
c,.) "Wer das Öl kontrolliert, kontrolliert die Nationen. Wer die Nahrungsmittel kontrolliert, kontrolliert die Menschen" oder auch. etwas moderner, "Das 19. Jahrhundert gehörte dem Kohlebergbau, das 20. Jahrhundert dem Erdöl und das 21. Jahrhundert gehört den kritischen Mineralien". Betrachtet man die geopolitischen Entwicklungen, ist die Ukraine ja nur ein Teil einer größeren Verschiebung: Blockbildung ist wieder en vogue. Die USA haben die Monroe Doktrin wieder entdeckt und Mittel- und Südamerika unverhohlen zu ihrem Eigentum erklärt. In Venezuela sieht man wie die USA sich nehmen was sie brauchen. China mümmelt sich mit seinen seltenen Erden (von denen es übrigens auch in der Ukraine reichlich gibt, was die strategischen Interessen Russlands und der USA an der Ukraine teilweise in ein sehr banales Licht rückt) ein und schielt auf Taiwan (der offizielle Name von Taiwan ist übrigens Republik China). Bei einer gewissen Flughöhe und unter Auslassung unappetitlicher Details dürften die drei causae Russland / Ukraine, China / Taiwan und USA / Südamerika von erschreckend ähnlichen geopolitischen / ideologischen Überlegungen geprägt sein: Blockbildung im eigene Einflussbereich als Hegemonialmacht. Mit dem freizügigen Welthandel von Rohstoffen dürfte es alsbald dann auch dem Ende zu gehen. In Modellen wie dem Capital Markets Model von Vanguard sind triviale Rohstoff Körbe bereits heute einer der Renditetreiber für die nächsten 10-30 Jahre.
am 05.09.2026 15:18
@CurtisNewton schrieb:Tja, mir fallen da drei Binsenweisheiten ein
a.) "Nach dem Krieg die Wirtschaft wie Phoenix aus der Asche stieg", oder auch, für weniger kapitalsensitive Mitmenschen, (
warum wird eigentlich Mensch nicht gegendert? Mitmenschinnen und Mitmenschen)"Erst bauen wir es auf, dann reißen wir es nieder, so haben wir Arbeit immer wieder".
b.) Der gerne gesungene Kasernenklassiker "Wir brauchen keine Bundeswehr, denn es gibt kein Osten mehr" hat in den letzten 4 Jahren einen kleinen Crush mit der Realität hinter sich. Betrifft natürlich Westeuropa im Allgemeinen. Die Rüstungsindustrie ist zwar etwas heißgelaufen und an den Grenzen des kurzfristig möglichen Wachstums angekommen, dürfte aber sich aber in den nächsten 10-15 Jahren trotzdem eine goldene Nase an der Remilitarisierung verdienen. Alles was man seit 1989 vergammeln hat lassen (im wörtlichen wie übertragenen Sinne), darf man jetzt wieder auf Vordermann bringen.
c,.) "Wer das Öl kontrolliert, kontrolliert die Nationen. Wer die Nahrungsmittel kontrolliert, kontrolliert die Menschen" oder auch. etwas moderner, "Das 19. Jahrhundert gehörte dem Kohlebergbau, das 20. Jahrhundert dem Erdöl und das 21. Jahrhundert gehört den kritischen Mineralien".
wie Du siehst, klappt's jetzt auch bei mir...🙈
zu a:
ich bin froh, dass das Wort Mensch genau so verwendet wird
zu b:
wenn ich da investieren wollen würde, dann nicht in Einzelwerte, sondern lieber in einen ETF, der meinen Vorstellungen einigermaßen entspricht und mit dem ich den Bereich breiter abdecke
zu c:
ja wenn man da so zuguckt, was an Brandherden international so abläuft, dann kann man eigtl. nur noch hoffen, dass sich die schlimmsten (und dümmsten) Szenarien so nicht bestätigen und die Welt irgendwie nochmal die Kurve bekommt... aus diesem Grund investiere ich diversifiziert weltweit weiter, als Entscheidungshilfe schau ich mir die vielen Anregungen hier im Forum an und dann noch diesen unendlich überteuerten Newsletter von unserem gestrigen Gastgeber, nicht das @FakeAccount noch arbeitslos wird und seinen Nachbarn @nmh nicht mehr für uns ausspioniert
05.09.2026 17:26 - bearbeitet 05.09.2026 17:27
05.09.2026 17:26 - bearbeitet 05.09.2026 17:27
@infosearch schrieb:@CurtisNewtonwie Du siehst, klappt's jetzt auch bei mir...🙈
zu b:
wenn ich da investieren wollen würde, dann nicht in Einzelwerte, sondern lieber in einen ETF, der meinen Vorstellungen einigermaßen entspricht und mit dem ich den Bereich breiter abdecke
Das Angebot an Rüstung ETF hat in den letzten 4 Jahren quasi inflationär zugenommen. Rüstungs-ETF mit allem, mit kleinem ESG Filter (doch, gibt es tatsächlich), nur Europa wegen der Vergabe Richtlinien, klassische Rüstung, mit Cybersecurity und ohne, mit Small Caps (Drohnen etc) und ohne...
am 05.09.2026 19:04
@CurtisNewton schrieb:
Das Angebot an Rüstung ETF hat in den letzten 4 Jahren quasi inflationär zugenommen. Rüstungs-ETF mit allem, mit kleinem ESG Filter (doch, gibt es tatsächlich), nur Europa wegen der Vergabe Richtlinien, klassische Rüstung, mit Cybersecurity und ohne, mit Small Caps (Drohnen etc) und ohne...
Ja das ist wie immer bei diesen Themen-ETF´s, jeder muss dann mindestens einen auflegen und die Auswahl wird unübersichtlich...
so muss das mit "meinen" also jedermanns eigenen Vorstellungen passen.... muss man (Frau) selbst drüber nachdenken...
das Thema passt bei mir aktuell nicht rein, daher beschäftige ich mich nicht in der Tiefe damit, who know`s vlt. irgendwann mal...
am 05.09.2026 19:36
Nach einem Krieg muß wieder aufgebaut werden. Also sind dann Bauunternehmen und Zulieferer wie Zementhersteller gefragt. Die Energieinfrastruktur muß ebenfalls repariert werden.
Ich würde das aber nicht mit einzelnen Aktien sondern mit ETF´s abdecken.