Kontokündigung

Tobsen
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Leider nehmen solche Probleme zu; da bin ich bei dir @baha. Das macht es aber nicht besser. Entscheidend ist eben dann, dass es (so wie hier) auch thematisiert wird, so dass man Möglichkeiten hat, daraus seine Schlüsse zu ziehen (danke dir nochmal @lamairena).

 

Glücklicherweise hat die DSGVO zu einem Erstärken des Verbraucherschutzes geführt. Und wie bekannt ist, müssen insbesondere die Banken sehr massiv in die Schranken gewiesen werden. Es gibt nicht viele Branchen, die innerhalb von 5 Jahren so viel Vertrauen verbrennen konnten.

 

Ich weiß, was du mit den 99% sagen willst @baha. Ich gehe auch davon aus, dass ein Großteil der Leute eine Ahnung hat, warum man gekündigt wurde. Aber 99% sind eben Quatsch. Welche Zahl auch immer stimmt; sagen wir einfach mal 30% wissen es nicht, dann bleiben trotzdem die folgenden 2 Fragen:

  • 30% haben nun ein ungewünschtes Problem an der Backe und wissen nicht warum
  • 100% können doch trotzdem den Kündigungsgrund erfahren, selbst wenn sie ihn kennen (welchen Vorteil bringt die Geheimhaltung?)

Das gilt es abzuwägen gegen die Interessen der Bank. Viele Gründe fallen mir nicht ein. Der wohl wichtigste Grund in solchen unklaren Fällen: "Dein Konto ist nicht attraktiv für mein wirtschaftliches agierendes Unternehmen."

Eine solche Begründung würde bei allen Kunden natürlich nicht gut ankommen. Genau da greift dann aber eben glücklicherweise die DSGVO. Denn an solchen Auskünftigen haben dann eben alle Kunden ein Interesse.

lamairena
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also ich gehöre nicht zu den 99%. Hab keine Idee, was dahinter stecken könnte. Auch wenn die Bank (genauso wie der Kunde) fristgerecht kündigen kann, heißt das doch nicht, dass man über den Anlass so ein Mysterium machen muss. Ich bin Pensionär, habe seit Jahren gleiche wirtschaftliche Verhältnisse und keine Leichen im Keller. Jetzt muss ich allen Gut-bzw. Lastschriftlern eine neue Konto-Änderung nahebringen,  und weiß nicht mal, warum - na vielen Dank auch.

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Fordere mal eine Schufa-Auskunft über Dich an. Vielleicht ist dort ein falscher Eintrag  wie eine Pfändung, ein Haftbefehl o. ä. gravierendes hineingerutscht. Wäre ja nicht das erste Mal, dass die etwas verbocken.

Schlaumax
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@lamairena  schrieb:

also ich gehöre nicht zu den 99%. Hab keine Idee, was dahinter stecken könnte. Auch wenn die Bank (genauso wie der Kunde) fristgerecht kündigen kann, heißt das doch nicht, dass man über den Anlass so ein Mysterium machen muss. Ich bin Pensionär, habe seit Jahren gleiche wirtschaftliche Verhältnisse und keine Leichen im Keller. Jetzt muss ich allen Gut-bzw. Lastschriftlern eine neue Konto-Änderung nahebringen,  und weiß nicht mal, warum - na vielen Dank auch.


Hallo @lamairena,

 

das finde auch ich ernüchternd und nicht nachvollziehbar. Darf ich fragen, zu welchem Zweck du das Konto geführt hast?

 

Gruß vom Schlaumax

Kimba
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Die Bank muss ebensowenig den Grund der Kündigung angeben, wie der Kunde selbst.

Ich hab schon oft von Kunden gehört, das die Bank das Konto gekündigt hat, weil das Konto vom Kontoinhaber auch zu gewerblichen Zwecken genutzt wurde. Das kann schon ein kleiner Nebenverdienst sein, wo die Einnahmen auf das Konto eingehen. oder z.B. regelmäßige Ebay-Verkäufe, könnten, wenn sie häufiger auftreten, eine gewerbliche Nutzung vermuten lassen. Oder wenn häufiger Bargeld auf das Konto eingezahlt wird, könnte vermutet werden, das Einnahmen nicht versteuert werden sollen. Der häufigste Grund, von dem ich gehört habe, war, dass das Konto auch gewerblich genutzt wurde.

lamairena
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reines Priatkonto, besteht seit Jahren, Ebay nie in nennenswertem Umfang angefallen, seit 2 Jahren praktisch gar kein Vorgang mehr, auch sonst nichts Gewerbliches. Mir völlig schleierhaft was da passiert ist.

Schlaumax
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@lamairena, das klingt irgendwie dubios... Oben hast du zwei Konten erwähnt, die gekündigt wurden. Gilt deine Aussage für beide Konten?

 

Fragt sich der Schlaumax

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@Kimba  schrieb:

Die Bank muss ebensowenig den Grund der Kündigung angeben, wie der Kunde selbst.


Das Argument der Gleichberechtigung ist hier meiner Ansicht nach kein wirkliches. Für die Bank entsteht wirtschaftlich kein nennenswerter Schaden, wenn ein Kunde mehr oder weniger sein Konto kündigt und zu einer anderen Bank wechselt. Kündigt die Bank aber das Konto, ohne dass der Kunde einen nachvollziehbaren Grund dafür kennt, besteht die Gefahr, bei der nächsten Bank wieder auf dasselbe Problem zu stoßen. Am Ende steht der Kunde ggf. ohne eine Bank da, die noch bereit wäre, ihn als als Kunde zu akzeptieren. Der potentielle wirtschaftliche Schaden für den Kunden ist somit ungleich höher, die Bank hier also eindeutig in der stärkeren Position.

 

Es gibt doch seit einigen Jahren einen Anspruch für jeden, so ein "Jedermannkonto" einzurichten. Weiß jemand, wie die rechtliche Situation hier ist? Darf die Bank diese Konten auch ohne Begründung kündigen?

 

Viele Grüße

Weinlese

kammann
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Mitglied seit: 19.10.2016

Das Phänomen der unbegründeten Kontokündigungen tritt nur bei Online-Banken auf, bei denen ein obskurer (weil nicht bekannter) Algorithmus entscheidet, ob ein Kunde ein potentielles Risiko darstellt oder nicht. Ich habe noch nie von einer grundlosen Kündigung eines Kontos bei der Sparkasse oder VR-Bank gehört. Wer also ein "Jedermann"-Konto sucht, ist bei den örtlichen Banken zumindest vor grundlosen Kündigungen sicher. Begründete Kündigungen gibt es dort natürlich auch, aber dann weiss man als Kunde wenigstens woran es gelegen hat.

 

 

 

Experte ★★
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@kammann  schrieb:

Das Phänomen der unbegründeten Kontokündigungen tritt nur bei Online-Banken auf, bei denen ein obskurer (weil nicht bekannter) Algorithmus entscheidet, ob ein Kunde ein potentielles Risiko darstellt oder nicht. Ich habe noch nie von einer grundlosen Kündigung eines Kontos bei der Sparkasse oder VR-Bank gehört. Wer also ein "Jedermann"-Konto sucht, ist bei den örtlichen Banken zumindest vor grundlosen Kündigungen sicher. Begründete Kündigungen gibt es dort natürlich auch, aber dann weiss man als Kunde wenigstens woran es gelegen hat.

 

 

 


@kammanns Kommentar kann man nicht unkommentiert stehen lassen. Vielleicht habe ich es überlesen, aber mir ist der Bezug zum jedermann-Konto neu. Hat die comdirect jedermann-Konten gekündigt oder normale Girokonten?

 

Ich habe in den letzten Tagen auch überlegt warum die comdirect den Kunden kündigt. Vielleicht weil die Kunden eine bestimmte (interne) Kostengrenze überschritten haben. Das es eine solche Auswertung (mit Grenzwert) kann ein Hypgiene-KPI der Bank sein. Wir wissen, dass die Bank keine klassischen Kontoführungsgebühren erhebt und wir wissen auch, dass ihr teilweise Kosten entstehen (Beispiel: Bareinzahlungen bei der Commerzbank). Es ist okay, wenn man dann ein Auge darauf hat, welche Kosten ein Kunde verursacht und was man mit dem Kunden verdient. Schwierig wäre es, wenn man drei Bareinzahlungen im Jahr machen darf und man dann gekündigt würde, wenn man diese auch in Anspruch nähme. Da würde ich auch auf eine Begründung verzichten. An dieser Stelle müsste ich mir aber auch mal Gedanken machen ob meine Produkte denn noch gewinnbringend kalkuliert sind. Es darf nicht sein, dass ein Kunde, der im Rahmen des Preis-/Leistungsverzeichnisses bewegt wegen fehlender Rentabilität gekündigt würde.

 

Oder spielen andere Sachen eine Rolle? Nationalität zB. Da haben drei Spanier Geldswäsche betrieben und nur weil mein Name spanisch klingt steige ich in der Risikobewertung. Sicher auch nichts, was ich mit dem Kunden diskutieren wollen würde.

 

Am Ende muss man bereit sein, seine Algorithmen bzw. Bewertungen zu hinterfragen. Wenn Kunden keinen blassen Schimmer haben, warum die Bank ihnen gekündigt hat, dann stimmt was nicht. Und damit preise ich auch ein, dass der gekündigte Kunde eventuell uneinsichtig ist und sich hier tendenziell etwas besser darstellt. Das bezieht sich nicht auf die Diskutanten sondern ist eher eine abstrakte Erkenntnis. (Es gibt immer (!) solche und solche)...