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Bitte um Hilfe bei der korrekten Steuerabrechnung eines Fondsverkaufs

Thomas1968
Experte
82 Beiträge

Meine Frau und ich haben im Jahr 2002 jeweils einen Fondsanteil (WKN 554002) für eine Depoteröffnung geschenkt bekommen. Im Jahr 2025 wurde der Fonds zwangsweise in den Fonds (A0BLVS) umgetauscht. Danach hatten wir jeweils 0,88 Anteile im Depot und diese wurden zwangsweise verkauft.

 

Nun erfolgte die steuerliche Abrechnung:

Bei mir, bei der comdirect, wurde folgendermaßen gerechnet:

Verkaufserlös 45,09 Euro

abzgl. Anschaffungskosten 44,21 Euro

Verkaufsergebnis 0,88 Euro

Teilfreistellung 0,0 Euro

davon als Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 0,8 Euro

Erträge/Mehrwert 0,48 Euro

fiktives Veräußerungsergebnis aus Übergangsregelung - 0,05 Euro

Berechnungsgrundlage für die Kapitalertragssteuer 1,31 Euro

 

Bei meiner Frau, SBroker, wurde folgendermaßen gerechnet:

Verkaufserlös 45,37 Euro

abzgl. Anschaffungskosten 44,23 Euro

Verkaufsergebnis 1,14 Euro

Teilfreistellung 0,0 Euro

davon als Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 1,14 Euro

Erträge/Mehrwert 0,48 Euro

fiktives Veräußerungsergebnis aus Übergangsregelung 0,00 Euro

Berechnungsgrundlage für die Kapitalertragssteuer 1,62 Euro

 

Verkaufserlöse und Anschaffungskosten sind unterschiedlich, weil wir an unterschiedlichen Tagen das Depot eröffnet haben und eine Bank den Zwangsverkauf einen Tag später durchgeführt hat.

 

Meine Fragen sind nun: Warum zieht die comdirect beim Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 10% ab? Und warum gibt es bei der comdirect ein fiktives Veräußerungsergebnis aus Übergangsregelung in Höhe von -0,05 Euro?

 

Kann mir das bitte jemand erklären? Ich weiß, es sind zwar nur Cent-Beträge, doch ich will es verstehen. Außerdem geht es um Steuerzahlungen - Was passiert wenn man 100 oder 1.000 Anteile verkauft? - und somit betrifft es uns alle. Und da ich in der Vergangenheit schon dreimal über Computerfehler der Banken gestolpert bin und mit Hilfe der BaFin bzw. des Ombudsmannes für Banken Recht bekam, bin ich in solchen Dingen nun mal ein gebranntes Kind.

17 ANTWORTEN

Thomas1968

@Silver_Wolf  schrieb:

@Thomas1968  schrieb:

@Silver_Wolf  schrieb:

@Thomas1968  schrieb:

Siehe mein erster Post. Da habe ich die beiden Berechnungen eingetragen. Freibeträge oder Verlustvorträge werden erst danach berücksichtigt.


Diese alten Daten sind doch vollkomen belanglos.

Nach der Investmentsteuerreform 2018 wird doch alles neu berechnet und versteuert.

 


Das sind Daten von 2025.


Das ist doch belanglos.

Relevant sind die Anschaffungsdaten für 2018.


Es ist der gleiche Fonds, also müssen auc hdie Anschaffungskosten im Jahr 2018 gleich sein. Oder? Und daraus ergibt sich meine erste Frage: Warum zieht die comdirect beim Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 10% ab? SBroker tut dies nicht. 

Silver_Wolf
Legende
5.614 Beiträge

@Thomas1968  schrieb:

Es ist der gleiche Fonds, also müssen auc hdie Anschaffungskosten im Jahr 2018 gleich sein. Oder? Und daraus ergibt sich meine erste Frage: Warum zieht die comdirect beim Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 10% ab? SBroker tut dies nicht. 


Wo sind da jetzt 10% Differenz?

Und selbst wenn holst du das eben bei der Steuererklärung zurück.

Thomas1968

@Silver_Wolf  schrieb:

@Thomas1968  schrieb:

Es ist der gleiche Fonds, also müssen auc hdie Anschaffungskosten im Jahr 2018 gleich sein. Oder? Und daraus ergibt sich meine erste Frage: Warum zieht die comdirect beim Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 10% ab? SBroker tut dies nicht. 


Wo sind da jetzt 10% Differenz?

Und selbst wenn holst du das eben bei der Steuererklärung zurück.


Der Verkaufsergebnis liegt bei 0,88 Euro, davon werden als Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile nur 0,8 Euro angesetzt, also Differenz 10%, die ich versteuern muß, obwohl es bestandsgeschützter Alt-Anteile sind.

Klar kann ich das über die Steuererklärung ändern. Doch warum erhalte ich dann eine, anscheinend falsche, Steuerbescheinigung?  

CurtisNewton
Legende
5.445 Beiträge

VERMUTUNG:

 

Die comdirect unterscheidet zwischen den Gewinnen vor 2018, die durch den fiktiven Verkauf Ende 2017 entstanden sind, und den Gewinnen ab 2018. Also Gesamtgewinn 88 Cent, davon 8 Cent vor 2018 und 80 Cent ab 2018. Die 5 Cent Verlust ist der steuerliche Verlust zum Stichtag am 31.12.2017. Die Diskrepanz zwischen den 8 und -5 Cent könnte bei Thesaurierern durch die zugeflossenen auschüttungsgleichen Erträge zustande gekommen sein (man, war das früher kompliziert)

 

Der S Broker rechnet alle Gewinne dem Zeitraum nach 2018 zu (...davon als Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 1,14 Euro). Die nahelegende Vermutung wäre, das die Daten für den fiktiven Verkauf am 31.12.2017 fehlen, oder dass der Umtausch steuerlich anders behandelt wurde (Fußstapfenthorie). War da eventuell mal ein Depotübertrag im Spiel, bei dem was verloren gegangen sein könnte?

 

 

 

 

 

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"Video meliora proboque, deteriora sequor"

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

Wie @CurtisNewton sagt: ohne Daten gibt es nur Vermutungen.

 

Schau' dir doch einfach einmal den kompletten Lebenslauf der Wertpapiere an (insbesondere die Zeit 2017/2018) und die Phase der Commerzbank-Backend-Umstellung.

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

Thomas1968
Experte
82 Beiträge

@dg2210  schrieb:

Wie @CurtisNewton sagt: ohne Daten gibt es nur Vermutungen.

 

Schau' dir doch einfach einmal den kompletten Lebenslauf der Wertpapiere an (insbesondere die Zeit 2017/2018) und die Phase der Commerzbank-Backend-Umstellung.


Die Daten stehen in meinem ersten Post. Diese sind auch korrekt. Es geht mir um die Systematik der Berechnung.

Einfaches Beispiel: Ich gehe Einkaufen in den Laden X und Kaufe Y mit 19% MwSt. In einem weiteren Laden Z kaufe ich das gleiche Produkt Y in Deutschland und der Verkäufer verlangt 17% MwSt. Natürlich können sich die Preise unterscheiden, weil jeder Händler seinen eigenen Preis hat. Aber der MwSt-Satz muß in Deutschland zur gleichen Zeit gleich sein. Und das ist bei meinem Fall eben nicht so.

dg2210
Legende
8.107 Beiträge

@Thomas1968  schrieb:

@dg2210  schrieb:

Wie @CurtisNewton sagt: ohne Daten gibt es nur Vermutungen.

 

Schau' dir doch einfach einmal den kompletten Lebenslauf der Wertpapiere an (insbesondere die Zeit 2017/2018) und die Phase der Commerzbank-Backend-Umstellung.


Die Daten stehen in meinem ersten Post.

 

In deinem ersten Post stehen Anfangs- und Endpunkte, aber nicht das 'dazwischen'

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

Thomas1968

@CurtisNewton  schrieb:

VERMUTUNG:

 

Die comdirect unterscheidet zwischen den Gewinnen vor 2018, die durch den fiktiven Verkauf Ende 2017 entstanden sind, und den Gewinnen ab 2018. Also Gesamtgewinn 88 Cent, davon 8 Cent vor 2018 und 80 Cent ab 2018. Die 5 Cent Verlust ist der steuerliche Verlust zum Stichtag am 31.12.2017. Die Diskrepanz zwischen den 8 und -5 Cent könnte bei Thesaurierern durch die zugeflossenen auschüttungsgleichen Erträge zustande gekommen sein (man, war das früher kompliziert)

 

Der S Broker rechnet alle Gewinne dem Zeitraum nach 2018 zu (...davon als Gewinn aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile 1,14 Euro). Die nahelegende Vermutung wäre, das die Daten für den fiktiven Verkauf am 31.12.2017 fehlen, oder dass der Umtausch steuerlich anders behandelt wurde (Fußstapfenthorie). War da eventuell mal ein Depotübertrag im Spiel, bei dem was verloren gegangen sein könnte?

 


Vielen Dank für den hilfreichen Beitrag. Ich denke die Richtung stimmt.

Ich vermute bei der comdirect müssen vom Gesamtgewinn die fiktiven Gewinne in Höhe von - 0,05 Euro abgezogen werden. Dann sind es zwar immer noch 3 Cent Differenz, vielleicht sind dies dann Rundungsdifferenzen, oder es geht wirklich in Richtung der ausschüttungsgleichen Erträge.

Diesen Zwischenschritt scheint SBroker zu überspringen.