Börsen und Live Trading
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am 27.03.2020 18:06
Hallo in die Runde,
Ich möchte erstmals bei comdirect einen ETF kaufen und habe heute/27.3.20 nachmittags mehrfach einen Großeinkauf simuliert für 100.000 €. Meine Grundfragen an die erfahrenen Trader wären, ob ich dabei alles eher richtig gemacht, Pannen und unnötige Mehrkosten vermieden habe, bevor es absehbar ernst wird – vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
Ich habe den Kauf bei Börsen und Live Trading jeweils mehrmals durchprobiert, weil die Preise recht stark zu schwanken schienen. Bei einem Volumen von immerhin knapp 100.000 € lag die Kostendifferenz an der Börse bzw. beim Live Trader mit den jeweils besten Kaufpreisen gerade mal um die 70 € insgesamt für das Kaufjahr, ein Jahr Halten und einen angenommen Verkauf im dritten Jahr – nämlich laut der klickbaren Kosteninformation von comdirect bei insgesamt rund 570 € bei der günstigsten Börse Stuttgart versus rund 500 € beim günstigsten Live Trader Baader Bank.
Meine Fragen bitte:
1. Wenn die Gesamtkosten für Kauf, Halten und Verkauf derart wenig differieren, öffne ich wohl am besten zwei Browserfenster und konzentriere mich beim Kauf parallel und gleichzeitig auf die Kaufpreise der Börsen und Live Trader?
2. War es reiner Zufall, dass bei meinen Probeeinkäufen alle Live Trader meinen MSCI World-ETF stets teurer verkauften als alle Börsen, trotz der erheblichen Preisschwankungen überall – oder ist das meistens so?
3. Wenn z.B. die Börse Stuttgart 22.000 Stück anbietet und ich 2.200 Stück kaufen möchte, wird dort zum abgeschlossenen Preis zeitnah das ganze Paket auf einmal gekauft und das war‘s? Oder behält sich die Börse vor, scheibchenweise zu kaufen, eventuell sogar letzte Scheibchen zu stark veränderten Preisen?
4. Man kann „billigst“ oder mit „Limit“ ordern – wird bei Limit auch billigst gekauft, nur eben mit Limit? Wird bei Überschreiten des Limits storniert, kostenlos?
5. Bei den Live Tradern werden nach dem Klick auf „Kurse anzeigen“ nur die Kurse, aber nicht die vorhandenen Stückzahlen gezeigt. Kann ich dort beim Kauf nur hoffen, dass die von mir gewünschten 2.200 Stück schon vorhanden sein werden? Und wird anderenfalls storniert, kostenlos?
6. Am Ende stach mich der Hafer und ich wollte eine Auslandsorder simulieren: Als einziger Handelsplatz wurde die London Stock Exchange genannt, aber kein Kurs angegeben. Ich sollte sogar mein Limit angeben, ohne den Londoner Kurs zu kennen. Unter diesen Bedingungen sind Auslandsorders für Otto Normalkunde von vorne herein sinnlos, oder?
Danke nochmal, Hardi
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27.03.2020 18:20 - bearbeitet 27.03.2020 18:23
Hallo und willkommen,
hier findest Du schon mal einen Teil beantwortet:
Hinweise für erfolgreiches LiveTrading
noch ein Hinweis:
Am Handelsplatz Commerzbank findet heute nur ein verkürzter Handel bis 21 Uhr statt.
Nach Handelsschluss wird der Handelsplatz Commerzbank deaktiviert. Alle dort vorliegenden offenen Orders werden dann automatisch gestrichen. Wenn Ihre Aufträge betroffen sind, finden Sie ab Samstag die Streichungsbestätigung mit allen Details in Ihrer Postbox
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am 27.03.2020 20:48
Hallo @Hardi und herzlich Willkommen in unserer kleinen Community.
@Hardi schrieb:1. Wenn die Gesamtkosten für Kauf, Halten und Verkauf derart wenig differieren, öffne ich wohl am besten zwei Browserfenster und konzentriere mich beim Kauf parallel und gleichzeitig auf die Kaufpreise der Börsen und Live Trader?
Wenn die derart wenig differeieren, dann würde ich nicht lange rummachen und einfach kaufen. Suche Dir im Livetrading den günstigsten Anbieter aus und fertig.
Das ist jetzt übrigens die Antwort für "normale" Anleger mit ordinären Volumen.
Falls die von Dir genannten Zahlen auch nur annähernd den Tatsachen entsprechen, dann würde ich in mehrer Tranchen über die kommenden Wochen/Monate kaufen.
Und falls die von DIr genannten Zeiträume nur annähernd den Tatsachen entsprechen, dann würde ich gar nciht kaufen
@Hardi schrieb:2. War es reiner Zufall, dass bei meinen Probeeinkäufen alle Live Trader meinen MSCI World-ETF stets teurer verkauften als alle Börsen, trotz der erheblichen Preisschwankungen überall – oder ist das meistens so?
Das ist im Normalfall nicht so. Ich vermute Du hast zu einer Zeit geschaut als die Börsen schin gescglossen waren und zu den angezeigten Kurse gar nicht mehr gehandelt werden konnte. Das Livetrading hat länger geöffnet und auch außerhalb der Bördenzeiten noch aktuelle Kursstellungen.
@Hardi schrieb:3. Wenn z.B. die Börse Stuttgart 22.000 Stück anbietet und ich 2.200 Stück kaufen möchte, wird dort zum abgeschlossenen Preis zeitnah das ganze Paket auf einmal gekauft und das war‘s? Oder behält sich die Börse vor, scheibchenweise zu kaufen, eventuell sogar letzte Scheibchen zu stark veränderten Preisen?
Teilausführungen sind grundsätzlich möglich und in der genannten Größenordnung wahrscheinlich sogar zu erwarten. Um das zu verhindern kannst Du den Ordertyp "Fill or Kill" wählen wobei ich nicht sicher bin ob DU dann jemals zum Zug kommst.
Die Preise können dabei von Ausführung zu Ausführung schwanken, wenn Du ein Limit gesetzt hast wird dieses aber eingehalten.
@Hardi schrieb:4. Man kann „billigst“ oder mit „Limit“ ordern – wird bei Limit auch billigst gekauft, nur eben mit Limit? Wird bei Überschreiten des Limits storniert, kostenlos?
1. Satz: Ja
2. Satz: Bei Überschreiten des Limits wird nicht ausgeführt, die Order bleibt aber bestehen und wird ausgeführt sobald das Limit eingehalten werden kann.
@Hardi schrieb:5. Bei den Live Tradern werden nach dem Klick auf „Kurse anzeigen“ nur die Kurse, aber nicht die vorhandenen Stückzahlen gezeigt. Kann ich dort beim Kauf nur hoffen, dass die von mir gewünschten 2.200 Stück schon vorhanden sein werden? Und wird anderenfalls storniert, kostenlos?
Stornierungen sind immer kostenlos, allerdings wird bei Nichtvorhandensein nicht storniert (außer bei Fill or Kill) sondern in Teilausführungen gekauft bzw. gewartet bis die nötigeGrößenordnung verfügbar ist.
@Hardi schrieb:6. Am Ende stach mich der Hafer und ich wollte eine Auslandsorder simulieren: Als einziger Handelsplatz wurde die London Stock Exchange genannt, aber kein Kurs angegeben. Ich sollte sogar mein Limit angeben, ohne den Londoner Kurs zu kennen. Unter diesen Bedingungen sind Auslandsorders für Otto Normalkunde von vorne herein sinnlos, oder?
Auslandsorder sind sowieso sinnlos da Du Dir keinerlei Vorteile verschaffst, neben den höheren Kosten aber möglicherweise noch Probleme mit der Lagerstelle einhandelst (bin mir in dem Punkt bei der Kombi ETF / UK aber nciht sicher).
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am 28.03.2020 09:43
Hallo GetBetter,
vielen Dank für Deine Infos, die mir sehr weiterhelfen. Höchstens noch 2 Nachfragen an Dich als erfahrenen Trader bitte, falls Du dazu Zeit hast: Warum würdest Du in diesen bewegten Wochen nicht einmal, sondern "mehrere Tranchen über die kommenden Wochen/Monate kaufen"? Und warum würdest du lieber gar nicht kaufen statt z.B. für 3 Jahre? Ich wollte erst mal nur bei den Kosten Kauf-, Einkauf- und beispielhaft ein Haltejahr vergleichen und weiss noch nicht, wann ich verkaufen werde, bzw. ich bin keineswegs gezwungen, dies nach 3 oder x Jahren zu tun. Aber ausgeschlossen sind ungefähr 3 Jahre Halten auch nicht. Schönes, virenfreies WE, Hardi
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am 28.03.2020 10:29
@Hardi schrieb:Warum würdest Du in diesen bewegten Wochen nicht einmal, sondern "mehrere Tranchen über die kommenden Wochen/Monate kaufen"? Und warum würdest du lieber gar nicht kaufen statt z.B. für 3 Jahre?
Die Antwort auf beide Fragen ist identisch:
Weil dir niemend vorhersagen kann wie sich die Märkte in nächster Zeit verhalten.
Es ist durchaus möglich, dass das Ganze nochmal einen deutlichen Satz nach unten macht. Das wäre mir zu riskant gerade weil es bewegte Wochen sind. Jemand der heute 2.000 € investiert und in den kommenden Wochen 10% oder 20% ins Rote abtaucht, hat das mit dem nächsten Monatsgehalt wieder vergessen. Bei 100.000 € ist das emotional schon eine andere Nummer (wocbei ich Dein Monatsgehalt natürlich nicht kenne ).
Und 3 Jahre ist für Aktieninvests ohne viel zu wenig. Kann gut gehen, vielleicht aber auch nicht. Wenn Du jedenfalls zum anvisierten Verkaufszeitpunkt um einge Tausend Euro im Minus stehst hast Du nur 2 Möglichkeiten:
- Unter "Pech gehabt" verbuchen und trotzdem verkaufen weil Du das Geld einfach brauchst: sehr ärgerlich.
- Das Investment weiterlaufen lassen und die Ausgabe verschieben. Muss mansich vorher klarmachen und beim Verschieben reden wir von mehreren Jahren.
So oder so: In Anbetracht eines solchen Risikos brauchen wir uns über ein paar Euro Ordergebühren nicht unterhalten. Die gehen bei der Sache unter.
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am 28.03.2020 10:56
danke nochmal, getbetter, für die schnelle Antwort. Wir sehen diese Risiken gleich, aber du mit mehr Erfahrung: Wer bei starken Verlusten zwischendurch nicht mehr gut schlafen kann, sollte sich lieber für seine Gesundheit entscheiden statt für (mehr) Geld. Und besser lange vor einem Muss-Termin beim Verkauf umzuschichten beginnen auf schwankungsfreie Anlagen bzw heutzutage eher Verwahrorte wie Festgeld. Schöne Grüße, Hardi
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am 12.11.2024 10:24
Hallo,
auch wenn dieser Beitrag schon älter ist, möchte ich das Thema gerne noch einmal aufgreifen.
Der Thread erweckt den Eindruck, dass das Kaufen oder Verkaufen eines MSCI World ETFs im Wert von 100.000 € aufgrund von Angebot und Nachfrage ein Problem darstellen könnte. Als Amateur-Anleger sehe ich das jedoch anders. Hinter ETFs steht in der Regel ein Market Maker, der auf die Nachfrage reagiert und ETF-Anteile entsprechend erschafft oder auflöst. Auch die Summe von 100.000 € ist für stark gehandelte ETFs wie den MSCI World kein Hindernis. Ich empfehle jedoch, Käufe und Verkäufe während der Handelszeiten durchzuführen und bei einem MSCI World ETF insbesondere ab 15:30 Uhr, wenn auch die US-Märkte geöffnet sind. In dieser Zeit ist die Liquidität am höchsten, was insbesondere für Market Maker von Vorteil ist. Auch kann das Live-Trading gegenüber Standardorders Kostenvorteile bieten, ein Vergleich lohnt sich.
Das geringe Handelsvolumen an einzelnen Tagen bei einem Nischen-ETF stellt meiner Erfahrung nach während der Handelszeiten ebenfalls selten ein Problem dar – dank der Market Maker, die für ausreichend Liquidität sorgen.
Dass Nischen-ETFs oft als Swap-ETFs aufgelegt werden, hat übrigens seinen Grund: Market Maker und Anbieter können diese Produkte einfacher und kostengünstiger nachbilden.
Für Aktien hingegen gilt dies nicht, da hier für jede gehandelte Aktie auch ein entsprechendes Angebot und eine Nachfrage vorhanden sein müssen. Auch hier kann es sinnvoll sein, auf die Handelszeiten der Börsen zu achten, an denen die jeweiligen Aktien gelistet sind, beispielsweise die USA.
Viele Grüße

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