am 11.06.2026 15:11
@Thorsten_ schrieb:
@clamberti schrieb:Moin zusammen
ich bin schon lange Comdirect-Kunde, habe früher auch ein kleines-Aktiendepot verwaltet - mit Erfolg. Ich bin ein konservativer Anleger. Zur Zeit parke ich mein Geld auf einem Tagesgeldkonto. Passt alles. Die Zinsen werden weiter steigen.
Völlig an der eigentlichen Frage vorbei, aber ich kann es mir nicht verkneifen: Zwischen Tagesgeld und Optionsscheinen gibt es noch vieles, was einen konservativen Anleger weiterbringen kann. [...]
Muss nicht, wenn er Traute und Selbstdisziplin hat, kann er die ->Barbell-Strategie anwenden. 80:20 oder 90:10
Ist im gewissen Maße auch konservativ.
11.06.2026 15:17 - bearbeitet 11.06.2026 16:15
11.06.2026 15:17 - bearbeitet 11.06.2026 16:15
Hallo ,
ich schätze und verstehe den Wunsch die Finanzmärkte zu verstehen und für das Erzielen von Rendite zu verwenden. Dennoch bitte ich dich einen Schritt zurückzugeben zu den grundlegenden Informationen und dem Verständnis. Der von dir verwendete Begriff "pull" ist eine Mischung aus "Put" und "Call".
Die historische Entwicklung des DAX wird in sogenannten Renditedreiecken abgebildet, der erste Schritt ist also so ein Renditedreieck zu finden. Daraus kannst du einen jahresübergreifenden Trend ableiten.
Gehe dann etwas mehr in die Mechanik des Daxes. Der klassische DAX (WKN: 846900) ist ein Index bei dem die jährlichen Dividenden hinzugerechnet werden. Damit ist schon einmal ein Teil des Abwärtsrisikos "aufgefressen", weil ja Dividenden hinzugerechnet werden. Der 2. Punkt ist, dass der DAX (anders als eine Einzelaktie) seine Zusammensetzung nach einem regelmäßigen Turnus verändert. Gute Unternehmen steigen in diesen auf, geben ihm Potenzial nach oben - andere Unternehmen müssen diesen verlassen. Auch wenn in Deutschland eine Krisenstimmung herrschen könnte eine 2-jährige Put-Transaktion durchzuführen ist schon eine Ansage.
Hier die historische Entwicklung innerhalb eines Jahres.
Quelle: tradingview, öffentliche/kostenfreie Ansicht, abgerufen am 11.06.2026
Es überwiegen also die positiven Jahre.
Wirtschaftswissenschaften bestehen oft aus sog. "Ein-Faktoren"-Experimenten, um etwas zu verstehen. In deinem Fall machst du am besten bei comdirect ein CFD-Musterkonto auf und bekommst das Gefühl, wenn du einen DAX mit festem Hebel handelst und was passiert.
Im besten Fall kannst du es sogar abschätzen:
Quelle: comdirect CFD-Trader pro, Kundenansicht, abgerufen am 11.06.2026
Quelle: comdirect CFD-Trader pro, öffentliche Ansicht/Kundenansicht, abgerufen am 12.06.2026
Leider sind ein paar Sekunden Abstand zwischen den Aufnahmen, sodass der DAX 40 nicht auf den Tick genau ist. Wenn du also das Recht auf die Wertveränderungen eines ganzen DAX kaufen willst, müsstest du 1.209,37 Euro als "Kaufpreis" plus eine Schwankungsbreite hinterlegen. Pro Tag (täglich nach Schluß Kurs neu berechnet) würdest du 3,60 Euro pro Tag zahlen, um mit Hebel 20 an der Wertsteigerung positiv zu partiziperen.
Bei der entgegengesetzten Position, dem CFD auf den DAX short (auch put) genannt setzt du wie gewünscht auf die Kursminderungen. Pro 1 Punkt, den der DAX sinkt, gibt es also 1 Euro Wertzuwachs im CFD. Steigt der DAX hingegen, dann wird pro 1 Punkt im DAX 1 Euro vom CFD abgezogen. Dafür, dass die Bank dieses Risiko/Chance übernimmt, werden 1,04 Euro pro Tag (Wochenende mal 3) berechnet. Alle Werte werden immer tagesaktuell nach Börsenschluss neu berechnet. Das Overnight-Entgelt ist der Preis dafür, dass sich Wertveränderungen gem. dem ganzen DAX widerspiegeln, obwohl du weniger hinterlegt hast.
Wenn du dann die Funktionsweise vollkommen verinnerlicht hast, dann kommt das comdirect Musterdepot, indem du rein fiktiv Optionsscheine reinstellst und dir jede Woche die Kursentwicklung ansiehst. Denn: Optionsscheine haben super viele Einflussfaktoren, deshalb ist es besser mit dem "puren" Chart des DAX und des CFD zu lernen.
Warte aber damit 3 Monate.
Unten rechts auf der comdirect "Desktop-Webseite" findest du ein kleines Menüfeld "Musterdepot". Da klickst du dann drauf.....
Quelle: comdirect Webseite, eingeloggter Zustand, abgerufen am 11.06.2026
-> Und legst ein neues Musterdepot an.
Das sind die ersten Schritte, die mir als Kunde einfallen. Zum Wissen aufbauen, es ist niemals eine Anlageberatung. Ich drücke dir die Daumen.
Liebe Grüße
Gluecksdrache
PS.: Wenn möglich, dann vermeide dich in die Welt der Computersimulationen zu begeben, bei denen die Herausgeber dir Reichtum versprechen, weil du angeblich mit 100.000 USD "Pr9p-Kapital" handeln würdest. Das könnten aber rein überspitzt und humorvoll ausgedrückt nur Simulationen mit harten Regeln zum Spielende sein, die so ganz wenig mit den Börsen zu tun haben.
am 11.06.2026 16:31
Hallo clamberti,
bei Knock-Outs gibts mehr Auswahl als bei OS.
Wichtig, immer gleich bei Kauf Stopp-Kurs setzen. Mehr als 50 % Minus
würde ich nicht riskieren.
Fange am besten mit kleinem Hebel 2-4 an.
Einen guten Zertifikate Finder gibts bei Onvista.
Anbieter wählen die bei comdirect gebührenfrei handelbar sind.
Viele Grüße von Dapling
am 11.06.2026 16:35
ganz ehrlich, die im Barbell-Video als "risikoarm" vorgestellten Bitcoin etc. sehe ich nicht als Spielwiese für einen der mal Optionsscheine (meine Vorredner haben ja schon darauf hingewiesen, dass es ne Menge Varianten gibt und die muss man erstmal unterscheiden können)
ausprobieren will und auch nicht ansatzweise das Thema verstanden zu haben scheint (nur mein subjektiver Eindruck)
da kann ich nur empfehlen, entsprechend der aufgezeigten Suchmöglichkeiten ein Papier zu wählen, das dann in ein Musterdepot zu packen, als hätte man es tatsächlich gekauft und dann beobachten, was passiert
dieses sog. Paper-Trading (nur auf´m Papier) gibt Dir recht schnell die Möglichkeit zu erkennen, ob Deine Wahl gut oder schlecht war
dann kannst Du die Kriterien der Suche anpassen und wirst hoffentlich bessere (immer noch theoretische) Ergebnisse erzielen
wenn Du dann glaubst es irgendwie im Griff zu haben, dann kommt der Moment, es tatsächlich mal mit echtem, kleinem Geld zu probieren
und erst dann wirst Du merken, was es mit Deiner Psyche macht, wenn echtes Geld im Spiel ist...
viel Glück
11.06.2026 16:47 - bearbeitet 11.06.2026 17:24
11.06.2026 16:47 - bearbeitet 11.06.2026 17:24
Ach Jöttchen, @Glücksdrache , machet doch nicht so kompliziert. ![]()
Weil niemand Bock darauf hat für so einfache "Vorhersagen", dass der DAX 6/27 auf 21.000 steht, ein VWL-Studium zu absolvieren, gibt es doch gerade die "neuen" Derivate:
bnp hat da die weltbeste Auswahl-Seite:
@clamberti , du glaubst 06/27 wird der DAX auf 21.000 stehen. Okay, gib das in den Discounte-Zertifikatefinder ein. "Floor", also Boden, dein "Wunschwert" ist 21.000. "Basispreis" ist der DAX-Wert, wo dein Scheinchen wertlos (0€) wird. Dazwischen linear zwischen beiden Werten (Basis-Floor)/100 in €.
Oberes Beispiel: Dein Schein kostet jetzt 4,58 € und kann maximal, also wenn dein "Traumzustand" zu deiner "Traumzeit" erreicht wird, 20 € wert sein.
Skizze:
Fall (1), der DAX ist über 23.000 Punkte: Griff ins Klo, dein Schein ist wertlos
Fall (2), der DAX ist bspw. 22.000 Punkte: Schein kostet 10 €
Fall (3), der DAX ist gleich oder unter 21.000: Herzlichen Glückwunsch: 20 €, maximale Rendite
Hi er die offizielle Beschreibung der bnp:
Und hier kannst du sogar deinen Break-Even sehen:
Wenn der DAX 06/27 bei 22.548 steht, kostet dein Schein dasselbe wie jetzt. Leicht zu berechnen durch Subtraktion.
Wenn du in diesen Schein 100 € investierst, hast du im idealen Fall ca. 450 € zurück, und wenn der DAX über 23.000 steht sind se futsch.
Die Mathematik hinter diesen Dingern ist m.E. leichter, als der ganze Finanzmarkt-Schüttel, aber das muss jeder selber wissen.
Disclaimer: Das ist weder Beratung noch Empfehlung, kann im Netz einfachst nachgelesen werden.
Disclaimer 2: Ich habe den Kram zwei Jahre lang nicht mehr gemacht, also keine Garantie auf Rechenfehler.
hx.
am 11.06.2026 16:58
das haste jetzt mal nachvollziehbar erklärt... find ich gut 👍
am 11.06.2026 17:23
@infosearch schrieb:das haste jetzt mal nachvollziehbar erklärt... find ich gut 👍
nachvollziehbar schon; trotzdem sind die Discount/Turbo/Express/Sonstwas-Scheine komplexer als der vom Fragesteller gewünschte Optionsschein. Für diesen reicht eine Subtraktion (Endkurs - Basiskurs) und eine Kommaverschiebung.
am 11.06.2026 17:30
@dg2210 schrieb:
@infosearch schrieb:das haste jetzt mal nachvollziehbar erklärt... find ich gut 👍
nachvollziehbar schon; trotzdem sind die Discount/Turbo/Express/Sonstwas-Scheine komplexer als der vom Fragesteller gewünschte Optionsschein. Für diesen reicht eine Subtraktion (Endkurs - Basiskurs) und eine Kommaverschiebung.
Nun, streng genommen sind Discount-Zertifikate eine Zusammensetzung von Optionen, also dem Optionsschein näher als Sonstwas-Scheine und zum Zweiten fragt der Fragesteller in CFD-Forum, die ja nun mit Optionsscheinen auch nicht so viel gemein haben und zum Dritten: Wollen wir das nicht den Fragesteller selbst entscheiden lassen? Schuhe zubinden kann er ja sicher auch allein. ![]()
am 11.06.2026 17:33
da hast Du vollkommen Recht und es wurde ja auch angesprochen, dass es diverse Varianten mit diversen Eigenheiten gibt
bisher hat @clamberti nicht gesagt, was er/sie/es genau unter "Optionsscheinen" versteht, daher bleibt es nur eine Vermutung und Rumgestochere in den verschiedenen Varianten
wenn clamberti weiß, was er/sie/es will, dann kann man den nächsten Schritt gehen, das (s.o.) habe ich bisher nicht erkennen können...
am 11.06.2026 17:38
sorry habe grad nochmal geschaut, ob Du irgendwo Deinen Namen angegeben hast
nehme das "er/sie /es" zurück und entschuldige mich für meine Flapsigkeit Christian