Anti-Sterne am Himmel

am 10.01.2020 16:24
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am 10.01.2020 16:24
Damit es nicht langweilig wird, bis @nmh seine nächste Sterneliste veröffentlicht, hier mal eine Liste von Aktien, die eher am Abendhimmel auszumachen sind. Sie zeichnen sich durch kontinuierlichen Kursrückgang über einen längeren Zeitraum aus. In den Börsenforen besitzen sie keinen guten Ruf und werden - wenn überhaupt - nur mit langen Fingern angefasst.
Dabei ist davon auszugehen, dass die meisten von ihnen nicht dem totalen Untergang geweiht sind, sondern irgendwann die Wende vollziehen. Charttechnische Signale geben Hinweise darauf, wann das der Fall sein könnte. Eines dieser Signale ist der Durchbruch des Kurses durch den meist noch fallenden GD200. Dies ist der Zeitpunkt, ab dem man sich näher mit der Aktie befassen sollte. Nimmt der GD200 im weiteren Verlauf eine horizontale Richtung ein, liegt ein weiteres Signal für eine Trendwende vor. Oftmals weisen Aktien nach einer
Trendwende ein erhebliches Kurspotential auf. Insofern lohnt es sich, ein besonderes Augenmerk auf sie zu richten.
Im Folgenden habe ich mal einige Werte aufgelistet, die einen mehrmonatigen Kursrückgang von insgesamt ca. 50 % zu verbuchen haben. Außerdem müssen sie
in den letzten drei Monaten mindestens einmal ihren GD200 von unten nach oben durchbrochen haben. Bedingung ist auch, dass der Kurs gegenwärtig über dem GD200 liegt. Es handelt sich um eine rein charttechnische Selektion. Fundamentale Daten wurden nicht berücksichtigt.
Einige der Aktien haben die Trendwende vollzogen, daran erkennbar, dass der GD200 eine deutliche Tendenz Richtung Norden zeigt. Andere, wie z.B. Halliburton oder Schlumberger haben kürzlich ihren noch fallenden GD200 durchbrochen. Einige Werte haben sich bereits weit von ihrem GD200 entfernt.
Aktie WKN
______________________________
AbbVie A1J84E
Aixtron A0WMPJ
Aurubis 676650
BMW 519000
BNP Paribas 887771
Brit Amer Tobacco 916018
Datalogic A0JMQC
Daimler 710000
Deutsche Bank 514000
Electronic Arts 878372
Fiat Chrysler A12CBU
Fresenius 578560
Fuelcell Energy A2PKHA
General Electric 851144
Halliburton 853986
Henkel VZ 604843
Kraft Heinz A14TU4
Norma Group A1H8BV
Orocobre A0M61S
Paragon 555869
Schlumberger 853390
Siltronic WAF300
Software A2GS40
Standard Lithium A2DJQP
Tesla A1CX3T
Trinity Industries 856427
Unicredit A2DJV6
United Internet 508903

am 10.02.2020 12:51
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am 10.02.2020 12:51
Welche Entwicklung hat es während der letzten vier Wochen in der obigen Anti-Sterne-Liste gegeben? Einige der Werte habe ein positive Entwicklung hinter sich. Da wäre vor allem Aixtron, Deutsche Bank, Generell Electric und Tesla zu nennen. Tesla hat seit ihrem Durchbruch durch den GD200 ihren Kurs innerhalb von 16 Wochen verdreifacht. Zu Tesla habe ich hier mehr geschrieben.
Negativ auffällig wurden BMW, Daimler, Fiat-Chrysler, Halliburton, Kraft-Heinz, Norma Group, Schlumberger und United Internet. Sie konnten sich nicht über dem GD200 halten. Diese werden aus der Beobachtungsliste entfernt. Für die meisten dieser Werte war das eigentlich schon am 10. Januar (Erstellung der List) zu befürchten. Ihr GD200 war nach dem Durchbruch noch fallend. Es bestätigt sich also, dass ein fallender GD200 eher eine charttechnisch ungünstige Bedingung ist. Derartige Kursverläufe sind nicht zum Einstieg geeignet.
In den vergangenen vier Wochen waren Datalogic, Fresenius, Software und Triniti Industries mal kurz unter ihren GD200 abgetaucht, haben sich aber zwischenzeitlich wieder erholt. Sie sollen deshalb zunächst weiter beobachtet werden.
Wie also mit den noch verbliebenen Werten verfahren? Die sind, was einen möglichen Kauf betrifft, in vier Kategorien eingeteilt.
1. Kategorie: Meine absoluten Favoriten. Die Kurse liegen über ihrem steigenden GD200. Zudem verfügen sie über einen langfristig steigenden 50-Monats-Durchschnitt und zeigen somit seit Jahren eine langfristig konstante Aufwärtsentwicklung. Jeder Rückgang ihrer Kurse in die Nähe ihres GD200 ist ein Kauf. Hierzu zählen AbVie, Electronic Arts, Siltronic und Tesla.
2. Kategorie: Es folgen Aktien, deren langfristiger 50-Monats-Durchschnitt in den letzten drei Jahren eine Wende vollzogen hat. Es besteht Hoffnung, dass diese Aktien einen langfristigen Aufwärtstrends entwickeln. Ihr GD200 liegt über dem sehr langfristigen Trend. Zu dieser Gruppe gehören Aixtron und Software.
3. Kategorie:
Dann folgen Aktien, deren steigender GD200 unter einem langfristig steigenden 50-Monats-Durchschnitt liegt. Dazu gehört Orocobre.
4. Kategorie: Bei diesen Aktien zeigt der langfristige 50-Monats-Durchschnitt weiterhin nach unten. Der GD200 strebt ihm von unten kommend entgegen. Zu dieser Kategorie gehören
Brit Amer Tobacco
Deutsche Bank
Fuelcell Energy
Generell Electric
Henkel
Unicredit
Als Beispiel für diese Gruppe und zum besseren Verständnis soll der unten stehende Chart der Deutschen Bank dienen. Es handelt sich um einen Wochenchart der letzten 5 Jahre (jede Kerze zeigt die Kursspanne einer Woche). Der langfristige 50-Monats-Durchschnitt (rot) entspricht im Wochenchart dem aus 215 Wochen (4,3 Wochen x 50 Monate) gebildeten Durchschnitt. Diese Kurve senkte sich im Chart über die Jahre kontinuierlich und gleichmäßige nach unten. Der im Chart eingetragene 42-Wochendurchschnitt (orange) entspricht dem GD200 eines Tagescharts. Diese Kurve zeigt eine Wellenbewegung unterhalb des 215 Wochendurchschnitts.
Der Kurs der Deutschen Bank zeigt nach dem Durchbruch des GD200 Anfang Januar 2020 einen steilen Kursanstieg – innerhalb von 6 Wochen um 37,5 % bei hohen Umsätzen. Im Vergleich zu früheren Kursbewegungen also ein erheblicher Betrag. Inzwischen drehte der GD200 nach oben – nach dem Durchbruch durch den GD200 ist dies als weiteres grundsätzliches Kaufsignal zu werten.
Es wäre möglich, dass der Kurs noch weiter steigt. Aktuell steigt das Risiko einer Reaktion jedoch ebenfalls mit jedem Tag des steigenden Kurses. Deshalb warte ich ab und laufe nicht dem „vielleicht“ noch weiter steigendem Kurs hinterher. Wäre ich in der Aktie investiert, würde ich sie jetzt noch halten, bis sich Anzeichen einer Reaktion zeigen.
Man sollte sich vergegenwärtigen, welche Zeiträume vergehen, bis eine tatsächliche Umkehr des übergeordneten Trends stattfindet und die Aktie in die Kategorie 2 aufrückt. Das lässt sich gut aus der Vergangenheit ablesen. Ob das tatsächlich im Fall der Deutschen Bank oder auch der anderen Werte der Kategorie 4 passieren wird, lässt sich heute noch nicht sagen.
Deshalb: Wenn man auf eine Trendwende spekuliert, Ruhe bewahren und nach einer Reaktion auf den derzeitigen Kursanstieg einsteigen – vielleicht ganz in der Nähe des steigenden GD200. Dabei aber immer im Auge behalten, dass man mit seinen Hoffnungen auf eine Trendwende auch falsch liegen kann. Also eine Absicherung einbauen.
Wochenchart Deutsche Bank
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am 11.02.2020 10:10
Kraft-Heinz könnte zum Kaufkandidat werden und wird deshalb wieder in die Beobachtungsliste aufgenommen. Wie dem Chart unten zu entnehmen ist, wurde der GD200 bereits zwei mal von unten nach oben durchbrochen (blaue Pfeile). Jedoch fiel der Kurs wieder unter den noch steil fallenden GD200 wieder zurück. Inzwischen hat sich der GD200 weiter in die Horizontale geneigt. Ein weiteres mal könnte der GD200 von unten durchbrochen werden. Das wäre ein charttechnisches Kaufsignal.
Tageschart Kraft-Heinz, auf Dollarbasis
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am 11.02.2020 12:20
Hey @ehemaliger Nutzer ,
danke für diese einführung deiner Chartanalyze. Super spannend.
Wie händelst du das Depot-technisch? Hast du einen gewissen %-Betrag deines Depots den du für diese Art der Aktien benutzt und hast du aus allen Kateogrien dann Aktien oder wartest du eher bis diese in die Kategorie 1 aufsteigen?
So wie ich das verstehe ist die unterste Kategorie natürlich dann auch die spekulativste.
lg Chris
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am 11.02.2020 14:06
Hallo @Chrissel ,
Danke für Dein Interesse. Die obige Liste entspricht nicht meinem Depot, sondern ist eine reine Beobachtungsliste. Für mich selbst ist interessant, ob diese Strategie "Einkauf in Tournarounds" aufgeht. Ich freue mich auch auf Kritik, weil man damit seine eigene Strategie schärfen kann.
Zusammengefasst besteht die Strategie darin, Tournarounds auszumachen, die Erfolg versprechen. Bedingung ist, das die Werte so um die 50 % auf ihren Höchstkurs in den letzten Jahren verloren haben und jetzt eine Wende vollziehen. Charttechnische Kriterien dafür sind oben beschrieben. Fundamentale Daten sind weitgehend ausgeblendet. Ansonsten dürfte man sich derzeit mit Aktien wie Kraft-Heinz oder auch Fuelcell Energy nicht befassen.
Die Kategorien sind meine eigene Wertung. Ich bin der Auffassung, dass Aktien, die einen positiven Trend langfristig (GD200) oder auch sehr langfristig (50-Monats-Durchschnitt) bzw. beide in positive Richtung ausgebildet haben, die sichersten Investitionen sind.
Aus der Liste habe ich in meinem Depot derzeit: AbbVie, General Electric, Kraft Heinz, Norma Group, Orocobre. Sie machen derzeit 16 % meines Depots aus (wobei ich die derzeit für Aktien zur Verfügung stehenden Barreserven hier mit einbeziehe). Ich werde nach dieser Strategie in weitere Aktien einsteigen, unabhängig davon, welchen Anteil sie am Depot haben. Daneben investiere ich auch nach der Trendfolgestrategie und bin hier immer für @nmh s Sternelisten dankbar.
Ich glaube, dass die Investition in Turnarounds erfolgreicher ist. Die einmal wieder in positive Richtung laufenden Aktien besitzen meist ein hohes Kurspotential. Ein aktuelles Beispiel heute ist TUI, die vor 3 Tagen den GD200 von unten nach oben durchbrochen hat und heute einen gewaltigen Satz nach oben machte (14:00 Uhr, 11,33 %). Leider habe ich sie übersehen. Seit heute ist sie in der Beobachtungsliste aufgenommen und wird im Fall einer Reaktion in meinem Depot landen.
Nun, ich hoffe, Deine Fragen weitgehend beantwortet zu haben.
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am 11.02.2020 14:08
Hallo @ehemaliger Nutzer,
könntest du einen Hinweis geben, wie du diese umfangreiche Liste erstellt hast? Das Vorgehen hast du beschrieben - wie aber erhältst du einen Marker, dass der GD200 durchbrochen wurde? Du bedienst dich sicher einige Hilfsmittel (die da sind: ...).
Herzlichst,
"Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur mich!"
Gevatter Tod
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am 11.02.2020 14:31
Hallo @Gevatter_Tod ,
ich benutze lediglich den Chartanalyser. Darin habe ich mehrere nach Branchen geordnete Listen mit ca. 350 Aktien insgesamt und anderen Wertpapieren angelegt. Diese lassen sich schnell durchblättern, meistens am Wochenende. Erfüllen die Aktien bestimmte Kriterien, mögen also Anwärter für die eine oder andere Strategie sein, werden sie in Listen mit den Namen "Interesse" oder "Turnaround" kopiert. Aktien dieser Listen unterliegen der täglichen Kontrolle und werden manchmal sogar mehrfach am Tag auf Einstiegmöglichkeiten geprüft. Hört sich vielleicht kompliziert und aufwändig an, ist es aber nicht.
Und Du siehst, nix Maschinen-Massenware sondern alles handverlesene Qualität.
(Schön mal mit dem Tod geplaudert zu haben)
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am 11.02.2020 14:42
Ich muss dem oben Berichtetem natürlich noch hinzu fügen, dass bei der Sichtkontrolle auch einem mal was durch die Lappen gehen kann. So hatte TUI vor drei Tagen ein eindeutiges Kaufsignal, dass ich übersehen habe.
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am 11.02.2020 19:08
Soeben Kraft-Heinz nachgekauft. Hatte ich bereits im Depot. Der Kurs an der US-Börse bei 30,05 $, also über dem GD200 (29,89 $). Mal sehen was draus wird. Fundamental ist die Aktie ein Graus. Wenn es aufwärts geht, wäre das ein Sieg der Charttechnik.

am 11.02.2020 19:30
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am 11.02.2020 19:30
Also ich bin da raus. Da sind mir zu viele Pleitekandidaten dabei ...

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