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S&P Global spin-off falsh berechnet

topflop
Autor ★
10 Beiträge

Hallo zusammen,


hat jemand anders von euch kürzlich Mobility Global Inc. Aktien (WKN A42D7E) aus dem S&P-Global-Spin-off erhalten und wieder verkauft?
Bei mir wurde beim Verkauf ein steuerlicher Verlust von über 850 EUR ausgewiesen - obwohl die zugeteilten Aktien nur einen Bruchteil dieses Werts hatten. Auf Nachfrage teilte mir der Support mit, dass die vollen ursprünglichen Anschaffungskosten meiner S&P-Global-Aktien 1:1 auf die neuen Mobility-Global-Aktien übertragen wurden, ohne dass die Anschaffungskosten meiner verbleibenden S&P-Global-Position entsprechend reduziert wurden.
Das würde bedeuten, dass die Anschaffungskosten faktisch verdoppelt wurden, statt sie (wie bei einer steuerneutralen Abspaltung nach § 20 Abs. 4a EStG üblich, siehe z. B. Siemens/Osram) anteilig auf beide Positionen aufzuteilen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß, ob comdirect das bei diesem Spin-off pauschal so handhabt? Würde mich über Erfahrungsaustausch freuen, bevor ich das weiter eskaliere.
Danke euch!

10 ANTWORTEN

microsparer
Experte ★★★
678 Beiträge

hattest du denn bereits eine Abrechnung zu der Einbuchung erhalten? Da würde dann ja gestanden haben, wie das steuerlich bewertet wird. Ich befürchte, du hast etwas arg schnell verkauft.

dg2210
Legende
8.196 Beiträge

@topflop  schrieb:


Das würde bedeuten, dass die Anschaffungskosten faktisch verdoppelt wurden, statt sie (wie bei einer steuerneutralen Abspaltung nach § 20 Abs. 4a EStG üblich, siehe z. B. Siemens/Osram) anteilig auf beide Positionen aufzuteilen.

Bei ausländischen Werten sind Kapitalmaßnahmen grundsätzlich komplexer als bei deutschen Aktien.

 

Daher ist die Grundregel: entweder vor der Maßnahme verkaufen, oder nach der Maßnahme die Füße stillhalten, bis WM Datenservice die korrekten Daten an die Banken liefert.   

 

Ich selbst habe Mobility Global am Montag verkauft, das lief problemlos und korrekt, weil ich mir vor(!) Kapitalmaßnahmen überlege, wie ich damit umgehen werde und mich entsprechend vorbereite. Anfängern rate ich immer zum Verkauf vor einer Kapitalmaßnahme. 

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

topflop
Autor ★
10 Beiträge

Ich habe die Abrechnung mittlerweile erhalten, aber ich glaube, da liegt ein Fehler bei der Bank vor. Die ausgewiesene Verlustsumme ist meiner Meinung nach nicht korrekt, da ich bei der Position durchweg im Plus war.
Es sieht so aus, als ob die Einstandskurse oder die steuerliche Bewertung nicht korrekt übernommen wurden, was die Berechnung verfälscht...

topflop
Autor ★
10 Beiträge

Mir ist bewusst, dass Kapitalmaßnahmen bei ausländischen Werten komplex sein können.

Dennoch möchte ich anmerken, dass ich die Aktien der Mobility Global nicht unmittelbar nach dem Spin-off verkauft habe. Das Spin-off fand am 1. Juli statt, und ich habe den Verkauf erst am Freitag durchgeführt. Ich bin daher davon ausgegangen, dass nach diesem Zeitraum die notwendigen Daten von WM Datenservice bereits vorliegen sollten und die steuerliche Einbuchung korrekt abgeschlossen sein müsste.

Dass es dennoch zu einer derart hohen Verlustbuchung kam, lässt für mich weiterhin Fragen zur korrekten Datenverarbeitung offen

microsparer
Experte ★★★
678 Beiträge

nicht die Abrechnung des Verkaufs, die steuerliche Bewertung der Einbuchung der Aktien meinte ich. Aber die hast du vermutlich noch nicht bzw. die gibt es noch gar nicht. WM-Datenservice liefert die steuerliche Bewertung, daran hält sich die Bank. Solange die nicht da ist (und der Spin-pff war erst am 1. des Monats, oder?) sollte man nicht verkaufen, weil es eben als Schätzeisen abgerechnet wird. Also nicht "nicht korrekt übernommen", sondern "noch nicht existent".

topflop
Autor ★
10 Beiträge

Ja, jetzt verstehe ich den Mechanismus. Da der Spin-off so kurz zurücklag, hatte die Bank wohl noch keine validen Daten und hat es dementsprechend 'geschätzt'.

Das erklärt auch, warum die Abrechnung steuerlich so fragwürdig aussieht – bei mir wurde jetzt ein Verlust von 800€ markiert. Wenn das jetzt als 'Schätzeisen' abgerechnet wurde: Was ist denn deiner Meinung nach das beste Vorgehen, um das wieder geradezubiegen? Lässt sich das nachträglich über eine Steuerkorrektur durch die Bank bereinigen, sobald die Daten vom WM-Datenservice vorliegen?

dg2210
Legende
8.196 Beiträge

@topflop  schrieb:

Was ist denn deiner Meinung nach das beste Vorgehen,

Abwarten!

Bettina Orlopp : „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ (Focus online 24.06.2025)

microsparer
Experte ★★★
678 Beiträge

naja, ein Verlust ist ja erst einmal nicht "schlimm". Ich weiß es nicht sicher, ich kann mir aber vorstellen, dass es da zu einer Korrektur kommt, wenn die Daten vorliegen. Sehr wahrscheinlich sogar, denn es dürften ja Steuern fällig ẃerden 😉 Abwarten, das Jahr ist noch lang.

topflop
Autor ★
10 Beiträge

Da hast natürlich recht, ein Verlust ist steuerlich gesehen nicht per se negativ, da er mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden kann.

Meine Sorge ist jedoch weniger der Verlust an sich, sondern die korrekte steuerliche Erfassung. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass aufgrund einer möglicherweise fehlerhaften Buchung oder einer unklaren Datenlage bei der Steuererklärung später Rückfragen vom Finanzamt kommen oder der Vorwurf einer unvollständigen Angaben im Raum steht.

Daher ist mir eine saubere und nachvollziehbare steuerliche Abrechnung sehr wichtig, um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben.