zur aktuellen Marktlage: was tun?

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@sonnenbrille

Hallo Sonni, Gewinn und Umsatz muß man ja nicht analysieren, das liest man einfach ab, das ist also gar nicht so zeitintensiv oder kompliziert, aber wichtigund kann eigentlich jeder. Man muss sich nur vor Augen halten, dass bei steigendem Umsatz (normalerweise) auch der Gewinn steigt und bei steigendem Gewinn eben die Aktie normalerweise auch folgen wird. Das sind zwei wichtige Faktoren, welche zudem schnell gefunden sind.

@haxo

Hallo haxo, leider habe und hatte ich Amazon noch nie im Depot. Das ich mit dem Gedanken nicht schön öfters gespielt habe, kann ich nicht verleugnen. Da Sonni mich namentlich erwähnt hat, äußere ich mich mal näher zu dem Konzern. Als Amazon 1994 mit dem Buchhandel im Internet anfing, war ich ziemlich sicher, das wird ein Reinfall. Inzwischen ist Amazon der größte Profiteur dieses Onlinetrends. Von jedem Dollar, den die Amerikaner online ausgeben, gehen 41 Cent an Amazon.

 

Und Amazon macht Gewinne, sogar fette Gewinne. 2017 waren es 2,6 MRD Euro, und für 2018 schätzt man, dass sich etwa 6 MRD hängen bleiben und die Flüsterschätzungen für 2019 liegen schon bei über 9 Milliarden Dollar.

 

Nur Bezos hat die Gewinne (Dividenden werden ja nicht ausgeschüttet- für die Kohle hat er stets bessere Ideen) seit 1994 gnadenlos investiert. Amazon ist eine Einzelhandelsmacht und könnte irgendwann sogar mal zerschlagen werden (wie einst Rockefellers Imperium). Allein 2017 ist der Umsatz um 30% gestiegen und soll 2018 bei einem Wahnsinnsumsatz von deutlich über 200 Milliarden Dollar liegen.

 

Wer bei Amazon einsteigt, will keinen kleinen Dividendenrenditen, immerhin steigt der Kurs seit 10 Jahren kontinuierlich mit 37% jährlich im Schnitt und Aktionäre fahren über Kursgewinne die Ernte ein.

 

Bei einem guten Glas Rotwein würde ich mir höchstens überlegen, mit welchem Stopp-Loss ich das Teil absichere, denn eines ist die Traumaktie bestimmt nicht, nämlich risikoarm und falls das grandiose Wachstum einmal stagnieren sollte, werden die Börsianer das Papier gnadenlos abstrafen. Dann bekommen Aktionäre zumindest keine nassen Füße, wenn das Eis - wie du es soschön poetisch beschreibst - brechen sollte.

 

Grüßle - Shane

 

Ich vermute übrigens, dass Bezos sich wenig Gedanken um dieAktionäre macht. Bezos ist ein Visionär und damit einer der reichsten Männer in der Welt geworden. Seine Anhänger vertrauem ihm und werden ihm auch künftig mit seinen Ideen folgen. Und diese sprudeln ja anscheinend endlos aus ihm heraus. Derzeit mischt er ja das Apothekengeschäft auf und erschreckt die komplette Branche damit. 

 

 

 

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Liebe Bordfreunde, inzwischen habe ich hier einen kleinen Freundeskreis gefunden, mit welchen ich öfters kommuniziere. Deshalb stelle ich auch keinen neuen Thread ein , sondern hänge mich hier bei nmh an.

 

In den letzten Tagen herrscht bis auf die täglichen persönlichen kleinen Wehwehchen (die App geht nicht, wie melde ich mich ab, keiner kümmert sich um mich usw.) eine seltsame Ruhe hier im Bord, so als wären wir im Auge eines Tsunami. Waroder ist das die Ruhe vor dem Sturm? Die Indikatoren deuteten schon lange darauf hin und heute wird es bestätigt - Der wochenlange Ausverkauf geht weiter in die nächste Runde.

 

Eigentlich eine natürliche Reaktion, blickt man auf das politische Theater. Trump wettert nach seinen Zollideen jetzt gegen Powell und die FED, eine vernünftige Lösung für den Brexit ist nicht in Sicht und Italien spielt hemmungslos und unvernünftig mit dem Feuer, während Brüssel hilflos erscheint. Merkel befindet sich im Endspiel, das Vertrauen schwindet nicht nur in ihre Führungsqualität, sondern auch in unserem Land, auch der Rest der EU sieht besorgt auf die deutsche Führungsschwäche.

Irgendwann wird auch Italien seine Schulden sowieso nicht mehr bezahlen können und es kommt etwa wie in Griechenland, die Schulden werden erlassen oder die Eu übernimmt diese, während Deutschland den größten Batzen bezahlen wird.

 

Kein tragfähiger Boden also für steigende Kurse. (DAX steht auf Zweijahrestief) Bisher habe ich bereits drei starke Korrekturen erlebt und soweit mich meine Erinnerung jetzt nicht täuscht, verliefen diese alle ähnlich wie derzeit. Stets kleine nicht nachhaltende Gegenbewegungen, welche sich als Bullenfallen entpuppten, während unter dem Strich die Kurse ständig sanken. Die Börsen eröffneten oft im Minusbereich und verloren tagsüber gewaltig. Klar, die automatischen Verkaufsprogramme werden aktiviert und ziehen die Kurse nach unten. Die Spekulanten steigen aus und zu guter letzt verkaufen entnervt die Privatanleger unkontrolliert.                                                                                                                              Das Ende der Fahnenstange wird erst erreicht sein, wenn keine unkontrollierten Order mehr in den Markt gegeben werden. Kostolany sprach in solchen Phasen davon, dass die Papiere von zittrigen Händen zu den Hartgesottenen wechselten.

 

Schon zweimal wurde ich heute angerufen, ob man aktuell keine Kaufkurse abschöpfen kann. Wer als Langfristanleger selektiv nachkauft, kann es bei Einzelwerten schrittweise riskieren, eigentlich kann jeder machen, was er will, aber ich glaube, wir sollten vorsichtig sein.

So vorsichtig, dass wir auch bei einer länger andauernden Korrektur (wir merken es, wenn die Verkaufsdynamik nachläßt) noch genügend Cash haben um dann günstig unsere Lieblinge einzusammeln.

 

Die tiefsten Kurse werden wir sowieso nicht erwischen und deshalb bezahlen wir später lieber ein wenig mehr und bunkern den schnöden Mammon solange unter der Matratze.

Da ich mich durch private Aktivitäten für einige Tage hier ausklinke und einigeZeit nicht mehr hier schreiben und antworten kann, wollte ich euch meine heutige Sichtweise - stark vereinfacht - einfach noch mitteilen.  

 

Wichtig ist aber, dass wir durchhalten und bei Verlusten der Börse nicht den Rücken zuweden.

bis denne - Shane

 

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Hallo @Shane 1,

 

erst einmal vielen Dank für Deinen Beitrag.

 

Deiner interessanten Sichtweise auf die Märkte möchte ich noch meine aktuellen Gedanken möglichst neutral und die Etikette wahrend hinzufügen.

 

Sollte ich politische Gefühle verletzen, so bitte ich um Entschuldigung. Noch kantenfreier geht es aber leider nicht:

 

 

Gerade bei dem politischen Störfeuer gegen die Börse und Industrie handelt es sich meiner Meinung nach in vielen Fällen um absichtlich inszenierte und erfundene Probleme. Smiley (traurig)

 

Wenn ich beispielsweise daran denke, wie eine vergleichsweise neue, höhere Ebene einer Gebietskörperschaft (sog. Europäische Union) die Autoindustrie vor sich her treibt....

 

Vor wenigen Jahrzehnten wäre das undenkbar gewesen, dass eine Verwaltung eine ganze Industrie mehr oder weniger (un-) gezielt ruiniert.

 

Bei Umsatzmargen um die 10 % bei den guten Unternehmen (Daimler, BMW) und den etwa 3 % der Wölfe, die zudem Massenbeschäftigung sichern, verbietet sich dem gesunden Menschenverstand folgend eigentlich jeder Eingriff des Beurokraten Regulierers.

 

Ähnlich wie für die Baubranche, die Spielautomaten-Industrie und auch die Broker werden ständig neue Regelungen erfunden. Die teilweise bei wirtschaftlich vertretbarem Aufwand gar nicht eingehalten werden können.

 

Die Regelungswut und Industriefeindlichkeit können langfristig auch den Blick der Menschen auf wirtschaftliche Aktivität und deren gesamtgesellschaftlichen Wohlstandseffekt verstellen.

 

In der Folge reduziert sich auch der (Zeit-) Anteil in den Medien, in denen Industrie/neue Branchen/Technologien gezeigt werden (dürfen).

 

Die Nachrichten mit ihrem täglich unverrückbaren Zeitblock (ARD 20:00-2015; ZDF 19:00-19:20 Uhr) werden zunehmend mit Nichtigkeiten gefüllt. Beispielsweise, dass einer Eurer Angestellten (Minister) arbeiten geht und sich mit der Industrie trifft.

 

Das nennt sich dann plötzlich "Autogipfel", "Luftfahrtgipfel" etc..

 

Meiner Meinung nach wird also das wirtschaftliche und Stimmungs-Umfeld gezielt verschlechtert. Mit dem programmatischen Ziel dem öffentlichen Sektor (der eigentlich nur verwalten und Rahmenbedingungen schaffen soll) neuen Glanz zu verleihen.

 

Das Innovationsklima in Europa geht dann verloren, weshalb all die neuen Marktführer und Cash-Könige wie Apple, Huawei, Samsung und Service-Champions eben woanders entstehen.

 

Das stimmt mich nachdenklich. In der Folge sehe ich also beim DAX (WKN: 846900) und beim französischen Pendant (WKN: 969400) ein erheblich höheres Abwärtspotenzial als an den Börsen Volkswirtschaften, die eher auf dem Deregulierungspfad sind.

 

Der aktuelle Kurseinbruch könnte deshalb auch durchaus auch ein reinigendes Gewitter auslösen. Und die Investoren/Menschen/Steuerbürger können dann erkennen, wer die Werte schafft.

 

Die Baumot-Tragödie (WKN: A2G8Y8) zeigt ja ganz deutlich welche Auswirkungen eine lediglich auf die Öffentlichkeitswirkung ausgerichtete öffentliche Verwaltung hat.

 

Handeln Fehlanzeige. Eine Subvention der Umrüstung (beispielsweise Definition als Pfand-Teil = 0 % Mehrwertsteuer) oder ähnliches hätte das Image der Autoindustrie retten können. Und zehntausenden Steuerbürgern nicht deutlich gezeigt, dass der Rechtsstaat sie im Stich lassen möchte.

 

So dreht aber die Verwaltung um sich selbst.

 

Das macht mir Sorgen und ich sehe bis nach der Hessen-Wahl leider noch keinerlei Aufwärtspotenzial für den DAX.

 

Und dann geht die wochenlange Suche nach einer neuen Führungspersönlichkeit innerhalb des Bundestages los....

 

Nachdenkliche Grüße

 

Glücksdrache

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...übrigens mit Italiebn sollte man das Gleiche machen wie ich schon für Griechenland vorgeschlagen haben, deren Einwohner mehr als die Staatsschulden in der Schweiz gebunkert haben:

 

Eine Zwangsanleihe für jeden Bürger, dessen Vermögen mehr als 50.000 Euro ausweist, bzw. dessen Jahreseinkommen über 50.000 Euro liegt

 

...beide Einwohnergruppen (kleine Leute und große Leute) haben jahrzehntelang vom Schulden machen ihres Staates profitiert und den Profit möglichst außer Landes geschafft.

 

...sollen sie die Schulden ihres Staates übernehmen aber auf Keinen Fall auf uns abwälzen