Schafft nmh es, das zu schlagen?

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Werte Community,

 

ich verfolge mit Freuden die Beiträge von nmh und habe auch schon einige interessante Aktien über die Sterne-Listen kennengelernt!

 

Allerdings treibt mich die Frage um, ob nmh es schafft, mit Hilfe seines Rechenzentrums langfristig den Index zu schlagen :-)

 

Ich zitiere eine Auswertung von Finanztip: „Wer [seit 1975] beliebige 15 Jahre in den MSCI World investiert hat, hätte im Schnitt 7,7 Prozent jährliche Rendite erzielt und zu keinem Zeitpunkt einen Verlust erlitten“

 

Ich für meinen Teil schaffe das wohl nicht. Hin und her macht meine Taschen zwar nicht leer aber 7,7% erreiche ich nicht :-) Leider führe ich nicht exakt Buch, aber ich tippe mal dass bei mir seit der Finanzkrise etwa 4-5% p.a. hängengeblieben sind.

 

Gruß, swolpoll

 

 

 

 

 

 

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@swolpoll:  Danke für die Blumen! Ich freue mich sehr über Dein Feedback.

 

Meine langfristige Performance in den letzten 25 Jahren liegt im (sehr) niedrigen zweistelligen Prozentbereich p.a. Allerdings habe ich hier in der Community schon öfters begründet, warum eine exakte Berechnung der Performance nicht möglich ist (Ein- und Auszahlungen, unterschiedliche Bestände, Ausreißer nach oben und unten). Dieser Wert ist also mit Vorsicht zu genießen.

 

Ganz konkret: Angenommen, ich habe einen sehr kleinen Betrag in einer sehr spekulativen Aktie investiert. Die steigt über Nacht um 100 Prozent. Macht eine Rendite von 100 x 365 = 36.500 Prozent p.a. Völlig absurd.

 

Wie soll ich diesen Ausreißer für meine Gesamtperformance berücksichtigen? Es wäre unfair, diesen Sonderfall mit der durchschnittlichen Performance von beispielsweise breiten Indexzertifikaten zu verrechnen. Angenommen, meine Indexzertifikate haben eine Performance von 8 Prozent p.a. Dann hätte mein Gesamtdepot eine Performance von (8 plus 36.500) / 2 = 18.254 Prozent p.a. Das kann's ja nicht sein.

 

Genauso gibt es immer wieder Anlagen, die im Totalverlust enden. Minus 100 Prozent Performance. Aber wenn nur ein kleiner Betrag investiert ist, sollte sich das nicht wesentlich auf das Gesamtergebnis auswirken.

 

Anderes Beispiel: Die Berücksichtigung der Haltedauer. Ich habe zwei Aktien. Eine halte ich ein Jahr, und habe 5% damit verdient. Nach einem Jahr verkaufe ich. Eine andere Aktie kaufe ich, dann gibt es glücklicherweise nach einem Tag ein Übernahmeangebot, die Aktie gewinnt 20%, und ich verkaufe. 20% in zwei Tagen, das macht 3.650 Prozent p.a.

 

Wenn ich in beide Aktien jeweils 1.000 Euro investiert habe, kann ich die beiden Performances gleich gewichten. Also (3.650 plus 5) geteilt durch 2, ergibt 1.827% p.a. Wie man sieht, ist der Wert unrealistisch hoch.

 

Ein weiteres Problem sind ständige Ein- und Auszahlungen. Ich beziehe ein durchaus nicht bescheidenes Gehalt von meinem Arbeitgeber, und habe diverse Ausgaben für meinen durchaus nicht luxuriösen Lebensstil (siehe hier). Da ich meine Wertpapiergeschäfte bei vielen verschiedenen Banken durchführe und es ständige Zahlungsströme gibt, verfälschen auch diese Zu- und Abgänge die Performance.

 

Meine (selbstgebaute) Software gewichtet die einzelnen Performances nach dem investierten Kapital, und so ergibt sich über die Jahre der genannte Wert von etwas mehr als 10 Prozent p.a. Aber Vorsicht: das ist inklusive Dividenden, Zinsen, Erträgen! Wie gesagt, darin stecken etliche Bewertungsunsicherheiten und Sondereffekte, so dass man diesen Wert nicht allzu ernst nehmen darf.

 

Ich bitte auch höflichst, davon abzusehen, die Performance der Sternelisten mit irgendwelchen Benchmarks zu vergleichen. Das ist nicht Sinn meiner Veröffentlichungen. Ich will Euch lediglich auf interessante Aktien hinweisen, ohne konkrete Kaufempfehlungen zu geben. So wie Du selbst es ja auch geschrieben hast: "interessante Aktien kennenlernen". Die Analyse der Wertpapiere und die Entscheidung, ob die Aktie für den (um 15 Grad) geneigten Leser geeignet ist oder nicht, kann ich Euch nicht abnehmen. Eine Kaufentscheidung trifft jeder von Euch bitte selbständig!

 

Keiner von Euch kauft alle Aktien aus einer Sterneliste auf einmal. Oder? Also ist es auch nicht sinnvoll, diese Listen als eine Art von "Aktienkorb" zu betrachten.

 

Aus diesem Grund lehne ich jede Verantwortung dafür ab, falls Eure Aktien, die Ihr aus meinen Listen ausgesucht habt, hervorragend oder miserabel laufen.

 

Fazit: Bitte lasst solche Vergleiche zwischen Äpfeln und Birnen. Das habe ich nicht gerne, es ist nicht fair, und es nimmt mir den Spaß daran, weitere Auswertungen zu posten.

 

Also nochmals vielen Dank für Dein Lob. Es ist schön, wenn einzelne (!) von mir vorgestellte Aktien Euch Glück bringen.

 

nmh

Rechtsaufsichtsabteilung

 

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Ich bin ja froh, dass @nmh nicht all seine Kohle in ein MSCI-World-Index-Konstrukt

investiert hat, sonst wär's hier ziemlich langweilig in der Community.

 

Auf den um 15 Grad geneigten Leser (männlein/weiblein) lauern übrigens noch ganz andere Risiken als die der Aktienanlage:

 

der-handynacken-im-smartphonezeitalter

 

Also, Kopf hoch!

 

Gruß, Pramax

Legende
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Ich habe eben nochmal in meinem Computer nachgesehen. Die unbereinigte Gesamtrendite seit 1993 beträgt sagenhafte

 

                 1.082.241.805 %  pro Jahr!!!

 

Da sind aber die oben genannten Sondereffekte drin, zum Beispiel massive Kurssteigerungen über Nacht.

 

Ich habe mich auf die Fehlersuche gemacht. Die extrem hohe Rendite kommt daher, daß manche Wertpapiere als Spin Off zu sehr niedrigen Kursen angeschafft und später zu echten Börsenkursen verkauft wurden.

 

Die größte Rendite habe ich bei Essity (WKN A2DS20), nämlich 5.622.222.305.999.872% p.a. Das kommt daher, daß ich die als Spin Off von Svenska Cellulose für Null Euro erhalten und seitdem nicht mehr gekauft habe. Die Rendite ist also unendlich. Könnte man auch als Programmierfehler bezeichnen. Ich werde mal mit meinen billigen indischen Programmierern ein ernstes Wort sprechen.

 

Man sieht also, daß diese Art der Berechnung Unsinn ist. Die bereinigte Rendite, also ohne Spitzen (alles über 30%), beträgt etwas mehr als 10 Prozent, wie oben begründet.

 

nmh

 

Mentor ★★
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Mitglied seit: 07.08.2016

Und 1975 gab's garantiert noch kein für Privatanleger zugängiges

Konstrukt auf den MSCI-Index. Hätte ich nämlich sonst damals bei meinen

Eltern gar fürchterlich gequängelt, um dieses zu kriegen. Smiley (zwinkernd)

Damals gab's z.B. so coole Fonds von der ADIG wie Adirenta und Fondak.

Letzteren gibt es diesen Monat gebührenfrei bei Comdirect:

https://kunde.comdirect.de/inf/fonds/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=3229419

 

 

Gruß, Pramax

 

Aber 5.622.222.305.999.872% p.a. auf Klopapier, Tempotaschentücher und Inkontinenzwindeln, Respekt, @nmh . Da sag ich doch glatt "Danke".

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Ein anderer Grund sind die Steuern: Der DAX wird auf Basis der Brutto-Dividenden berechnet, beim Anleger kommen aber nur die Netto-Dividenden an. (sofern Freibetrag schon ausgeschöpft).

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Hallo @swolpoll, @nmh und @Pramax,

 

genau die gleiche Frage habe ich mir auch schon einmal gestellt - Schafft so einer wie @nmh eine dauerhafte Outperformance gegenüber den großen Indices.

 

Die Antwort: Ein Vielleicht mit starker Tendenz zu ja.

 

Um zu überprüfen, wie ich meine Performance fahre, habe ich mir Portfolio Performance heruntergeladen.

 

Um dann noch zu checken, ob ich mit meinen Einzelwerten Mist baue, habe ich in einem Depot mein reines Aktiendepot abgebildet und ein Depot mit dem gleichen Geld auf einen MSCI All Country Wold ETF abgebildet.

Heißt: Kaufe Aktie A am 05.06.2018 für 2.035,27 EUR, dann kaufe ich auch den ETF am 05.06.2018 für 2.035,27 EUR.

 

Damit habe ich am 14.10.2016 begonnen, damals habe ich meine erste Aktie Deutsche Bank gekauft. Stand jetzt: Mein reines Aktienportfolio hat mit der Berechnung der internen Zinsfuß-Methode 13,99 % p. a. rausgeholt. Das fiktive ETF-Portfolio liegt bei 7,33 %. Auch in realen Zahlen stimmt das Verhältnis, das reine Aktienportfolio hat fast das doppelte rausgeholt wie der ETF.

 

Da lohnt sich doch die Analyse das Vergleichen von Aktien. Auch das Forum hat einen großen Anteil, schließlich wurden viele meiner Aktien mit dem Forum diskutiert. Dafür hier an dieser Stelle nochmal ein herliches Dankeschön! Und Glück spielt natürlich auch eine Rolle. Ich kann es ehrlich gesagt nicht so richtig glauben, dass diese Outperformance nur unsere Cleverness als Grund hat.

 

Richtig aussagekräftig werden diese Zahlen jedoch erst in 8 Jahren, wenn so ungefähr 10 Jahre rum sind. Mit meinem Portfolio habe ich schließlich nur "Schönwetterbörse" mitgemacht.

 

Grüße aus Dresden

Sonni

Experte ★★
Beiträge: 507
Mitglied seit: 16.08.2016

@nmh

lese deine Antwort mit schmunzeln und hätte da eine einfache Idee, wie deine korrekte Performance ganz einfach zu ermitteln wäre.

 

Aber kurz zu zu deinem Spin-off Vermerk (Ich habe mich auf die Fehlersuche gemacht. Die extrem hohe Rendite kommt daher, daß manche Wertpapiere als Spin Off zu sehr niedrigen Kursen angeschafft und später zu echten Börsenkursen verkauft wurden) Bei einem Spin-off kauft man nicht billig ein und bekommt auch nichts geschenkt, da der Kurs der Mutteraktien im Gegenzug fällt (Siemens mit  Osram oder BHP-Billiton bei South 32) und sich der Aktionär gegen eine Ausgliederung nicht wehren kann.

 

Nur bei einem Split-off dagegen sinkt der Kurs der Mutteraktien nicht, statt dessen vermindert sich aber der Konzernwert.

 

Beides ist aber Jacke wie Hose (also unerheblich), da keines der beiden Verfahren für uns Aktionäre sich rechnerisch gewinnmäßig auswirkt.

 

Leider- und das ist Problem an der Sache, wissen die Banken im Voraus nie, wie das deutsche Finanzamt diese Split-offs im Gegensatz zu Spin-offs steuerlich bewerten und die Banken behalten die Steuern oft vorsichtshalber ein (zum Beispiel bei Medtronic durch den Standortwechsel nach Irland, oder Vodafone mit seiner ehemaligen Sonderausschüttung).

Dies ist das einzige Ärgernis bei den beiden Verfahren, so dass der Aktienbesitzer bei solchen Auslandsplits vorher die betreffenden Aktien verkaufen sollte um diese dann eine Woche später wieder zurück zu kaufen.

 

Ich bin mir sicher, dass du das ebenso weißt, wollte aber um falschen Vorstellungen vorzubeugen darauf hinweisen, dass du bei einem gleichzeitigen Verkauf bei Svenska Cellulose  den gleichen prozentualen Verlust erlitten hättest.

Richtig interpretiert ??

Grüßle nach Bogenhausen - Shane

 

 

Legende
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@Shane 1:  Danke für die klärenden Worte; logisch weiß ich das auch. Aber es ist nicht so leicht wie Du denkst.

 

Annahme: Ich habe im Januar 2017 und im März 2017 je eine SCA-Aktie (WKN 856193) gekauft, und zwar für 25 Euro und für 30 Euro. Anfang Juni 2017 stand SCA bei 30 Euro. Gewinn also 5 Euro. Welche Rendite setzt Du jetzt an?

 

Sagen wir mal: Rendite für den Januar-Kauf war 5/25 = 20% in fünf Monaten, also grob 48 % p.a. Rendite für den März-Kauf ist Null. Gesamtrendite? Irgendwas zwischen 0 und 48% p.a. Sagen wir mal 24% p.a., also der Durchschnitt. Man könnte auch nach dem Kapitaleinsatz gewichten, also 48% x (25/55) plus Null = 21,8% p.a. Du siehst: bereits hier gibt es keine klare, eindeutige Rendite. Aber es wird noch komplizierter.

 

Am 12.06.2017 fand der Spin Off von Essity (WKN A2DS20) statt, Bezugsverhältnis 1:1. Also habe ich an diesem Tag zwei Essity-Aktien erhalten. SCA ist an diesem Tag von 30 auf 7 Euro gefallen. Startkurs der Essity-Aktie war 25 Euro, also mehr als die Differenz von 23 Euro. Glück gehabt.

 

Die Essity-Aktien stehen mit Anschaffungskosten Null in meinem Depot. Rendite also unendlich. Das ist natürlich Unsinn. Aber wie willst Du's definieren?

 

Der Wert der Gesamtposition (vier Aktien) beträgt 50 plus 14 Euro, also 64 Euro. Auf welchen Kaufzeitpunkt beziehe ich jetzt die Rendite? Je nachdem, ob ich auf Januar, auf März oder auf Juni normiere, erhalte ich unterschiedliche Werte für die Rendite per annum (!).

 

Und wenn ich jetzt im August 2017 eine weitere Essity-Aktie für 22 Euro kaufe, dann habe ich zwei SCA-Aktien und drei Essity-Aktien. SCA steht immer noch bei 7 Euro. Die Gesamtposition ist dann 2 x 7 plus 3 x 22 Euro wert, also 80 Euro. Und wieder die Frage: Auf welchen Kaufkurs und Kaufzeitpunkt beziehe ich die Rendite p.a.?

 

Noch schlimmer wird es, wenn ich im obigen Beispiel im April 2017 eine der beiden SCA-Aktien verkauft hätte, sagen wir mal zu 28 Euro. Wie willst Du jetzt die Rendite der SCA-/Essity-Gesamtposition definieren? Meiner Meinung nach ist das mathematisch sauber nicht möglich.

 

Du siehst, vor allem bei komplexen Kapitalmaßnahmen, jedenfalls aber bei häufigen Käufen und Verkäufen innerhalb einer WKN ist es sehr schwierig, die Performance in Prozent p.a. zu definieren.

 

Ich bin ja kein Fonds, der am 1. Juli 1993 mit 1.000 Euro angefangen hat und heute 30.000 Euro wert ist. In diesem Fall wäre die Renditeberechnung leicht: von 1 auf 30 in 25 Jahren. Aber in meinem Fall, mit Käufen und Verkäufen, mit Zu- und Abflüssen (Bargeld) täglich, ist die Definition einer Performance schlicht nicht möglich.

 

Oder hättest Du eine Idee für mich? Ich würde mich sehr freuen!

 

nmh

Mentor
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Mitglied seit: 26.05.2017

Es ist wirklich sehr kompliziert und uneindeutig.

 

Ich betreibe mehr schludrig als gründlich die Software Portfolio Performance. Dort importiere ich die ganzen WP-Abrechnungen (mehr schludrig, weil die Performance im Detail für mich nicht so wichtig ist, mehr so um eine Art Vermögensaufstellung zu erhalten, was mit geringem Aufwand damit machbar ist. Würde ich es genauer wissen wollen, müsste ich vermutlich alle Steuer- und Gebührenbuchungen korrigieren, da die selten richtig übernommen werden).

 

Für das Kapital bei Comdirect, wo ich die allermeisten Wertpapiere halte, errechnet die Software einen IZF von derzeit 14,5%.