Frage zum Gewinn (oder Verlust) bei "Alt-Fonds" im Depot

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JohnieWalker
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Mitglied seit: 22.06.2017

Hallo liebe Community,

 

ich habe heute einmal eine Frage, die Investmentsteuerreform zum 01.01.2018 betreffend. Ich betreue die getrennten Depots meiner lieben Eltern treuhänderisch mittlerweile schon seit gut 10 Jahren.

Nun ist es so, das sich dort noch Restbestände alter Fonds "vom Anfang" befinden, die über die Jahre sehr gut gelaufen sind und in kleineren Tranchen immer mal wieder verkauft wurden, aktuell bewegen sie sich jedoch aufgrund des Börsenumfeldes jedoch seitwärts bzw. seit dem 01.01.2018 leicht negativ.

Aufgrund der Steuerreform wurde ja auch der Kurs zum Stichtag 01.01.2018 genommen, daher werden Sie aktuell mit Verlust ausgewiesen (die betreffenden Depots liegen bei der Consorsbank, ehemals DAB). Einer dieser Fonds liegt eigentlich mit ca. 100% im plus seit (echtem) Kauf, aber durch den "neuen" Einstandskurs ist er mit 4% im minus.

Meine Frage: wenn ich jetzt den gesamten noch vorhandenen Anteil verkaufen würde, gilt dann der "neue" (falsche) Einstandskurs und ich bekomme den großen Gewinn quasi noch mit einem Verlustvortrag garniert und könnte damit noch weitere Gewinne steuerfrei verrechnen? Oder weiß die Consorsbank schon den echten Einstandskurs, zeigt ihn nur nicht an?

 

Vielen Dank für euer Feedback

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1 ANTWORT
Experte ★★★
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Sind die Fonds noch vor Einführung der Abgeltungssteuer angeschafft, oder erst danach (ab 2009)? Darauf kommt es an.

 

Bei Altbeständen wird nur die Wertentwicklung ab Jahresanfang versteuert, und darauf gibt es einen speziellen Freibetrag von 100000 Euro. Den muß man allerdings über die Steuererklärung geltend machen, das passiert nicht automatisch.

 

Bei jüngeren Anteilen wird versteuert: die Summe aus Wertentwicklung vom Kauf bis zum Jahreswechsel und Wertentwicklung vom Jahreswechsel bis heute, letztere aber nur teilweise (Teilfreistellung). Wenn es sich also um einen Aktienfonds handeln sollte, der genau 100% gemacht hat bis Jahreswechsel und –4% seither (also –8% vom Anschaffungswert, so daß es jetzt bei +92% stünde), dann wären 94,4% Gewinn zu versteuern. Das passiert automatisch, die Daten hat die Bank.